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Ordnung ins Chaos – oder: Wie putzig, ein Putzplan!

Wie ich euch bereits öfter schon erzählt habe, fällt es mir nicht leicht, das tägliche Chaos mit den Kindern einfach so zu akzeptieren. Ich bin ein Mensch, der Ordnung und Sauberkeit über alles liebt, dann fühle ich mich richtig wohl. Mit zwei Kleinkindern leider eine Utopie!

Alles voller Fingertapsen

Kaum dreht man dem Nachwuchs den Rücken zu, wird die Duplo-Kiste ausgeleert, die Autos fliegen durch die Gegend, die Jacken werden von der Garderobe gezogen. Überall sind Kinderhände-Patscher: An der Balkon- und Küchentür, auf Tischen, Arbeitsflächen, Schränken…

Chaos, wohin man schaut: Hier: Zwockel fand den Wäschekorb.

Unsere Balkontür beispielsweise sieht aus, als habe ich sie schon seit Monaten nicht mehr geputzt. In Wahrheit habe ich das erst vor 3 Tagen getan – aber die Scheibe ist schon wieder über und über mit kleinen Fettfingern und Nasenabdrücken übersät. Nicht schlimm, aber auch nicht schön!

Nun werdet ihr eifrig nicken und sagen: „Das ist nunmal so. Das kommt mit den Kindern quasi im Paket dazu.“ Und ihr habt Recht. Schließlich heißt dieser Blog ja auch „Krümel und Chaos“ und nicht „Saubere Böden und Oberflächen“ oder „Zur ordentlichen Wohnung in 10 Tagen“ – und der Name ist Programm.

Ich habe ein kleines Staubmuseum

Ich habe da wirklich schon Abstriche gemacht.

Seitdem ich Kinder habe, freue ich mich nur noch bedingt, wenn die Sonne ins Zimmer scheint – was gestern Abend im Schummerlicht noch passabel aussah, ist heute Morgen im Sonnenlicht voller Fingerabdrücke, Staub (woher kommt nur dieser ganze Staub!) und wasweißichwas. Unter der Couch fand ich einen angebissenen Keks, am Stuhlbein klebte ein Leberwurst-Brotzipfel und ich habe echt keine Ahnung, wie die Kartoffel in meine Schuhschublade kommt.

Auch wenn wir hier alle sicher nicht zu Putzteufeln und den Hausmütterchen-Idealen der 50er Jahre zurückmutieren wollen, so muss doch ein gewisses Maß an Putzen und Aufräumen sein, denn bei allen Krümeln und allem Chaos – hygienisch bedenklich sollte es nicht sein.

Mutter, Hausfrau, Köchin plus zwei Jobs

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist – ich habe keine Putzfrau und neben meinen Jobs als Mutter, Hausfrau und Köchin noch zwei weitere: Diesen Blog und eine Tätigkeit als Online-Redakteurin bei einem lokalen News-Portal. Und nachdem wir ja alle von meiner Beinahe-Katastrophe gelesen haben, als ich vor lauter Müdigkeit beinahe mein eigenes Baby überfahren hätte, sind wir uns einig, dass putzen oder arbeiten bis in die Nachtstunden bei zusätzlicher Kinder-Nachtschicht einfach nicht gut für die Gesundheit sind.

Warum arbeite ich überhaupt, warum dieser Blog? Gute Frage. Denn wisst ihr, ich wäre als Hausfrau und Mutter – ganz nach dem 50er-Jahre-Frauenbild – völlig zufrieden. Aber ich bin auch sehr sicherheitsbedacht. Ich benötige, um entspannt zu sein, immer ein Netz und einen doppelten Boden. Was ist, wenn mein Mann einen Unfall hat? Wenn er nicht mehr für uns sorgen kann? Was ist, wenn er sich trotz aller Liebe und Freundschaft, die uns verbindet, in eine andere verliebt und mich verlässt? Was, wenn er seine Arbeit verliert? Was wenn… Alles kann passieren. Und in dem Fall werde ich genug mit der Neu-Strukturierung meines Lebens und des Lebens der Kinder zu tun haben – da möchte ich wenigstens eine berufliche Perspektive haben!

Und zweitens: Mein Denkarium. Das Schreiben ist mir ein Bedürfnis, es tut mir gut. Durch das Schreiben verarbeite ich Dinge und ordne Sachverhalte in meinem Kopf neu. Ich möchte darauf nicht mehr verzichten! Krümel und Chaos ist zu einem großen Teil meines Lebens geworden und mit der Unterstützung der Familie klappt bisher alles ganz gut.

Ein Putzplan hilft

Ich werde nun versuchen, meinen „alten“ Putzplan zu reaktivieren, den ich in der Zeit, als es nur Locke gab, erstellt habe. Er hat sich als wirklich sehr praktisch erwiesen und wurde leider durch die Schwangerschaft mit Zwockel außer Kraft gesetzt: Mit dem kleinen Energiefresser im Bauch war ich so müde, dass ich kein Putztuch schwingen konnte!

Wenn ihr jeden Tag ein bisschen macht, werdet ihr sehen, dass eine gewisse Grundordnung schnell herzustellen ist. Wenn man sich wirklich daran hält, ist es nicht schlimm, wenn mal ein Tag oder eine Woche wegen Terminen oder Krankheit ausfällt. Auch Spontanbesuch muss euch nicht mehr stressen.

Hier ist nun also mein Putzplan: Hübsch gestaltet in PowerPoint hängt er an der Pinnwand. Ihr seht, unsere Wohnung ist echt klein. Wie ihr euren Putzplan gestaltet, ist eure Sache, da werdet ihr auch viel ausprobieren müssen. Ich kann euch nur zu einem solchen Plan raten, denn wenn man eine festgelegte Routine hat und gewissen Regeln folgt, wird es viel einfacher.

Mit Struktur und Regeln geht es leichter

Eine gewisse Struktur in den Alltag – auch den privaten – zu bringen, ist nicht verkehrt und hilft bei der Organisation. Wenn ihr euch, wie ich, im Chaos nicht ganz so gut entspannen könnt oder ganz einfach nicht wisst, wo ihr anfangen sollt, kann ein Plan zumindest am Anfang sehr nützlich sein, besonders wenn ihr im Homeoffice arbeitet.

Wie macht ihr das? Gehört ihr zu den Glücklichen, die eine Putzfrau haben? Arbeitet ihr? Seid ihr Hausfrau und Mutter? Vereinbart ihr Job und Kinder? Habt ihr Tipps, wie der Alltag besser funktioniert? Habt ihr Putzpläne?

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Waschen mit Efeu

Ein weiteres Waschmittel aus der Natur

Erinnert ihr euch an mein herbstliches Waschexperiment mit Kastanien? Ich war ja schon ziemlich begeistert davon. Jetzt, ein gutes halbes Jahr danach, wasche ich zwar noch immer nicht ausschließlich mit dem Kastanienpulver, aber ich nutze es regelmäßig. Besser, als zu 100% auf das chemische Waschmittel zurückzugreifen, oder?

Vorteile von Efeu als Waschmittel

Im Büchlein Naturwaschmittel aus Wald und Wiese von Gabriela Nedoma wird nun auch der Efeu als Waschmittel empfohlen. Das wollte ich natürlich ausprobieren!

Was sind die Vorteile von Efeu-Waschmittel? Vom Umwelt-Aspekt mal abgesehen, ist der Efeu, anders als die Rosskastanie, ganzjährig verfügbar, auch wenn die Blätter im Sommer die meisten Seifenstoffe enthalten. Efeu ist immergrün und wächst auch im Winter an Mauern und Wänden. Hedera helix, so der lateinische Name, gibt vielen Tierchen ein Zuhause und kann klimaneutral gesammelt: Natürlich sollt ihr nicht die ganze Mauer abernten. Am besten eignen sich die dunklen Blätter und die Beeren, denn sie sind reich an Saponinen.

Waschmittel aus Efeu sollte vornehmlich für dunkle Kleidung verwendet werden, da die Inhaltsstoffe die Farben vor dem verblassen schützen. Der geruchsneutrale Efeu eignet sich besonders für Menschen mit Allergien und sensibler Haut, denn er ist hautverträglich und hypoallergen.

Sammeln und trocknen

Das Sammeln der Efeublätter ist einfach, ihr könnt sie mit der Hand abpflücken oder mit einer Schere abschneiden – wer keine Spinnen und sonstiges Krabbelgetier mag, ist hier leider etwas im Nachteil, denn Efeuhecken sind ein wahres Insekten- und Krabbeltierparadies.

Danach sollten die Blätter abgewaschen werden, um Staub, Dreck und eventuelle Schadstoffe zu entfernen. Anschließend müssen die Blätter getrocknet werden – hört sich simpel an, ist aber nicht ganz so einfach: Die Blätter legt ihr am besten an ein sonniges Plätzchen – je sonniger, desto schneller sind sie trocken.

Die Blätter müssen ausgebreitet sein, fliegen aber schon beim kleinsten Windstoß davon, also solltet ihr sie mit einem Gitter, Netz o.ä. sichern, wofür ihr schon etwas Platz braucht. Bei mir hat es elend lange gedauert, bis die Blätter endlich richtig trocken waren.

Ist das geschafft, verarbeitet ihr die Blätter zu Pulver weiter, indem ihr sie im Mixer winzig klein häckseln lasst. Ihr werdet sehen: Aus einer riesigen Schüssel Efeublätter ist ein klitzekleines Häufchen Pulver geworden – aber da Efeu ja überall wächst wie Unkraut, könnt ihr schnell noch etwas nach machen.

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Efeupulver.

Waschen mit Efeu

Das Efeupulver hält sich in einem gut verschlossenen Glas mehrere Jahre. Zum Waschen füllt ihr den Efeu einfach in ein kleines Stoffsäckchen oder eine Socke. Gut zubinden und ab damit zur dunklen Wäsche. Das Pulver könnt ihr noch einmal wiederverwenden. Bei hartem Wasser wird empfohlen, noch 50 ml Naturessig ins Waschmittelfach zu geben.

Waschergebnis

Wie auch beim Kastanien-Waschmittel wasche ich lediglich leicht verschmutzte Kleidung mit dem Efeu-Pulver. Ein Joghurt-Fleck auf einem Pulli würde beispielsweise auch nur mit Wasser rausgehen, ich möchte aber natürlich schon eine antibakterielle bzw. antimikrobielle Wirkung haben, damit Bakterien keine Chance haben und die Wäsche nicht riecht.

Stark verschmutzte, hygienisch bedenkliche Kleidung (Stichwort: Windelunfall!) oder Unterwäsche wird bei mir generell separat und mit richtigem Waschmittel plus Hygienespüler gewaschen.

Die Wäsche (Bettwäsche und dunkle Kleidung) ist sauber geworden und riecht neutral. Die Wäsche ist angenehm zu tragen, im Vergleich zum Kastanienpulver aber weniger weich. Das Weichspüler-Gefühl, das die Wäsche nach dem Waschgang mit den Rosskastanien mitbrachte, fand ich schöner.

Ist denn Efeu nicht giftig?

Was genau heißt nun giftig? Giftig bedeutet, dass der Körper durch Kontakt oder Aufnahme des jeweiligen Stoffes Schaden nimmt.

Efeu ist ganz einfach keine Esspflanze. Blätter und besonders die Beeren sind ungenießbar, sie schmecken bitter und seifig – ein Frühwarnsystem der Natur, das sagt: Lass es bleiben! Iss mich nicht! Und klar, wer allergisch gegen Efeu – genauer: den Pflanzensaft – ist, wird der immergrünen Kletterpflanze auch lieber fern bleiben.

Unser gewöhnlicher Efeu ist eine Naturarznei, und war sogar Arzneipflanze des Jahres 2010. Wird er gegessen oder zu hoch dosiert, kann er jedoch Krämpfe, Koliken und Durchfall auslösen – daher sollte er nur von kundigen Personen als Arznei angewendet werden. Vom Waschpulver sollte aber, sofern keine Allergie vorliegt, keinerlei Gefahr ausgehen. Wenn ihr es nicht futtert…

Der hier heimische Efeu hat allerdings einen ordentlich giftigen Namensvetter: Den Eichenblättrigen Giftsumach (Toxicodendron pubescens) oder Giftefeu, der aber in Mitteleuropa so gut wie nicht zu finden ist. Der ist mit unserem Efeu aber nicht verwandt. Giftsumach ist in Nordamerika zuhause und löst bei Berührung durch ein Kontaktallergen starke Verbrennungen auf der Haut aus.

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Kein Mimimi: Mittelohr-Entzündung

Folter im Kopf

Mimimi.

Mich hat’s erwischt. Übel. Erkältungen habe ich im Griff in letzter Zeit, seitdem ich regelmäßig Goldene Milch oder Kurkuma-Smoothies trinke, geht’s eigentlich. Dachte ich. Mal ein Schnüppken, mal etwas Husten – ärgerlich und nervig, aber nicht schlimm.

Aber nun, nach 9 Jahren, ist sie wieder da. Eine alte Bekannte, die ich seit frühster Kindheit zu hassen gelernt habe: Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta)! Unzählige hatte ich als Kind und zum letzten Mal hatte ich 2007 das Vergnügen, und zwar gleich drei Mal innerhalb von sechs Monaten. In der Zeit wohnte ich in Australien und mein Immunsystem war dank des ungewohnten Klimas unter Dauerfeuer.

Kopf voll mit Bääääh!

Nun denn. Erkältet bin ich, etwas schlimmer als sonst. Ich habe das Gefühl, ich hab drei verschiedene Infekte gleichzeitig. Und gestern, beim Einkaufen, spürte ich es: Mein Kopf füllte sich. Nicht mit kreativen Gedanken, nein, wortwörtlich. Schleim oder sonstige Flüssigkeit schien in meinem Schädel hochzusteigen und ihn von innen sprengen zu wollen – so fühlte es sich an.

Ich leide, wie gesagt, bereits seit frühester Kindheit immer wieder unter Mittelohrentzündungen. Ich kenne das und wusste also, was mir bevorstand. Nach wenigen Stunden war der Druck kaum noch auszuhalten und die Schmerzen setzten ein.

Wer schonmal eine Mittelohrentzündung hatte, weiß, wovon ich rede. Wer nicht: Es sind wirklich wahnsinnige Schmerzen. Da sich im Ohr das Gleichgewichtsorgan befindet, sind auch oft Schwindel und – wie bei mir – starke Übelkeit mit von der Partie.

Jedes Schlucken, jedes Aufstoßen, Gähnen oder Naseputzen sorgt für ein extrem schmerzhaftes Knacken im Ohr. Sich zusätzlich zu übergeben ist übrigens die Hölle. Das schmerzt im Kopf, im Magen, im Hals und wirklich überall.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Bei einer Mittelohrentzündung entzündet sich die Schleimhaut im Ohr. Dies wird meistens durch eine Erkältung bzw. einen Infekt der oberen Atemwege ausgelöst. Bakterien oder Viren gelangen über die sogenannte Eustachische Röhre, die Mittelohr und Rachenraum verbindet, ins Ohr und lösen dort die schmerzhafte Entzündung aus.

Anzeichen sind plötzliche und sehr heftige Ohrenschmerzen. Manchmal klopft oder pocht es auch im Ohr, dem Erkrankten wird schwindelig oder das Ohr „geht zu“ (Hörstörung). Auch Fieber – besonders bei Kleinkindern – starkes Krankheitsgefühl und die oben bereits erwähnte Übelkeit bis hin zum Erbrechen sind Symptome einer Mittelohrentzündung.

Bei einer Mittelohrentzündung kann das Trommelfell einreißen. Ist dies passiert, tritt eine eitrig-blutige Flüssigkeit aus den Ohren aus. Die Ohrenschmerzen verschwinden dann zwar oft schlagartig, schön ist das aber trotzdem nicht: Hörminderung und häufig wiederkehrende Entzündungen können die Folge sein.

Mittelohrentzündung ist kein Mimimi

Mittelohrentzündung ist wirklich kein Spaß, kein Mimimi und keine Kleinigkeit. Echt nicht! Solltet nicht ihr betroffen sein, sondern eure Kinder: Bitte nehmt das nicht auf die leichte Schulter.

„Was dich nicht tötet, macht dich hart!“ oder „Daran ist noch keiner gestorben!“ ist hier absolut fehl am Platz. Wer euch erzählt „Mittelohrentzündung hatte ich auch schonmal, war aber nicht so schlimm!“, der hatte vermutlich keine. Ich kenne niemanden, der nicht übel darunter gelitten hat und selbst Erwachsene, die ich als „harte Hunde“ kenne, wünschen ihrem ärgsten Feind keine solche.

Mittelohrentzündung – was tun?

Hier sind im Folgenden nun ein paar Tipps, was im Fall einer Mittelohrentzündung zu tun ist:

1.) Zum Arzt.

Keine Widerrede, ab zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO), im Notfall zum Haus- oder Kinderarzt. Nicht verschleppen, nicht selbst behandeln, das muss sich ein Arzt ansehen.

2.) Schmerzmittel und Nasentropfen.  

Egal, ob es zu eurer Lebenseinstellung passt, oder nicht: Ohne Schmerzmittel wird es nicht gehen. Wenn ihr nicht selbst betroffen seid, bitte glaubt mir eines: Die Schmerzen sind gewaltig. Auch – oder besonders – bei Kindern. Bitte verweigert ihnen keine Schmerz-Medikamente. Mittelohrentzündung ist, wie jede Erkrankung direkt im/am Kopf, pure Folter. Zudem sind die verschriebenen Schmerzmittel auch entzündungshemmend.

Nasentropfen oder -sprays sind ebenso wichtig, da sie beim Abschwellen der Schleimhäute helfen und so auch bei der Belüftung des betroffenen Bereiches im Ohr hilfreich sind. Nasensprays oder –tropfen werden übrigens immer in die Nase gegeben – nicht ins Ohr!

Auch ein Mittel gegen Übelkeit ist ratsam. Ihr solltet natürlich die Medikation mit dem behandelnden Arzt absprechen und nicht selbst irgendetwas verordnen – besonders, wenn es um eure Kinder geht.

3.) Antibiotika und Zwiebelsäckchen  

Antibiotika werden heute gemäß den HNO-Leitlinien nicht immer sofort eingesetzt. Oft lösen Erkältungsviren die Entzündung aus, gegen die ein Antibiotikum machtlos ist. Die Ärzte sind zudem sensibilisiert und passen wegen möglicher Antibiotika-Resistenzen auf. Werden euch dennoch Antibiotika verschrieben, nehmt sie.

Ein altes Hausmittel, das ihr zusätzlich (!) geben könnt, ist das Zwiebelsäckchen.

Dafür benötigt ihr eine Zwiebel, die ihr kleinhackt. Dann überbrüht ihr sie mit heißem Wasser und wickelt sie in ein trockenes Baumwolltuch. Wenn das Säckchen abgekühlt und abgetropft ist, legt ihr es für 20 – 30 Minuten auf das entzündete Ohr. Beim Kind fixiert ihr das Zwiebelsäckchen am besten mit einer Mütze oder Wickel. Das kann mehrmals täglich wiederholt werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen, denn die Zwiebel soll Stoffe enthalten, die die Entzündung hemmen und Krankheitserreger abtöten.

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In der Medizin ist die Wirkung des Zwiebelsäckchens umstritten und völlig unbewiesen, es schadet aber auch nicht.

Ohrentropfen übrigens, bringen überhaupt nichts, denn die kommen nicht mal bis zum Mittelohr, da dieses vom Gehörgang durch das Trommelfell abgetrennt ist. Sie können im schlimmsten Fall zusätzlich eine Gehörgangsentzündung verursachen, die erst richtig schmerzhaft ist.

4.) WICHTIG: Keine Wärme! Niemals!

Rotlichtlampe, heiße Kartoffel, warmes Öl ins Ohr – es gibt viele Tipps rund um Mittelohrentzündung und Wärme. Ich bin immer wieder entsetzt, dass es bei Dr. Google seriöse Seiten gibt, die vorschlagen, Entzündungen mit Wärme zu behandeln.

Nach Rücksprache mit dem HNO sage ich euch: Das ist Quatsch. Was machen Flüssigkeiten unter Wärme? Richtig, sie dehnen sich aus. Das Mittelohr ist eng und  Schmerzen sowie Druck resultieren daraus, dass sich Eiter und Schleim im Ohr sammeln und nicht abfließen können. Nicht selten reißt auch ohne Hitze das Trommelfell – diese Möglichkeit wird unter Wärmeeinwirkung wahrscheinlicher. Zudem besteht durch Wärme die Gefahr, dass sich ein Abszess bildet – und dieser muss dann operiert werden.

Diese Tipps, so Dr. Robin Banerjee, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Unna, stammen aus Zeiten, in denen ein HNO nicht mal eben in der Nähe war oder man sich den Besuch nicht leisten konnte. Heutzutage gelten sie als längst überholt – halten sich aber leider noch hartnäckig und richten so mehr Schaden an, als dass sie nutzen.

5.) Ruhe und viel trinken.  

Euch wird eh nicht nach Programm sein – bitte berücksichtigt dies auch für eure Kinder. Sagt Termine ab, ein Kind mit Mittelohrentzündung gehört ins Bett oder auf die Couch. Zerrt sie nicht zu irgendwelchen Terminen.

Wie könnt ihr einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Nasentropfen oder –sprays können eine Mittelohrentzündung verhindern, denn wie bereits oben erwähnt, sorgen sie über die Eustachische Röhre für eine ausreichende Belüftung des Mittelohres. Ärzte haben zudem herausgefunden, dass sich die Pneumokokken-Impfung positiv auf die Erkrankungsrate auswirkt: Diese sank bei den entsprechend geimpften Kindern.

Ohren sollen bitte nur von außen gereinigt werden, auf keinen Fall Ohrenstäbchen benutzen!

Erwachsene und Kinder sollen ausreichend trinken, Erwachsene zwischen 1,5 und 2 Liter pro Tag, für Kinder empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ca. 820 ml im Alter von 1 bis 4 Jahren, 940 bis 970 ml im Alter von 4 bis 10 Jahren, 1170 bis 1330 ml im Alter von 10 bis 15 Jahren und von 15 bis 19 Jahren werden 1,5 Liter empfohlen.

Erkältete Kinder gehören zudem ins Warme und sollten aufs Schwimmen verzichten sowie keinesfalls mit feuchten Haaren in der Kälte herumlaufen.

 

Dieser Artikel ersetzt nicht den Gang zum Arzt und liefert keine Diagnose! Er wurde nach Rücksprache mit zwei voneinander unabhängigen Hals-Nasen-Ohrenärzten verfasst und korrekturgelesen. Die Wissenschaft unterliegt ständigen Entwicklungen und die hier genannten Empfehlungen gelten zum Zeitpunkt der Erstellung.

Waschmittel selber machen – aus Rosskastanien

Ein Experiment

In diesem Herbst las ich auf einmal überall davon, dass man Waschmittel selbst herstellen könne. Gab es diese Tipp schon immer und ich hatte sie bisher nur überlesen? Hatte es etwas mit dem Ergebnis des Waschmitteltests der Stiftung Warentest zu tun? Oder lag es daran, dass sich meine Informationsblase stetig wandelt und mir deshalb nun umwelt- und familienfreundliche Wege, mein Leben zu leben aufgezeigt werden? Egal, denn mein Interesse war geweckt!

Waschen mit frischen Rosskastanien

Ich begann, Rosskastanien zu sammeln. Zuerst nur ein paar wenige, 10-15 Stück, um das Ganze einmal auszuprobieren:

Für Teil-Experiment Nr. 1 wurden die Kastanien abgewaschen und in kleine Stücke geschnitten. Dann kamen sie in einem Wäschebeutel (ich habe einen Fregie® benutzt, dazu später mehr). Nun habe ich das Beutelchen mit zur Wäsche in die idealerweise nur bis zu 2/3 gefüllte Waschtrommel gelegt und los ging’s. Ich habe einfach das normale Waschprogramm (Eco-Modus, nicht das Schnellprogramm) eingeschaltet und wie gewohnt gewaschen.

Und was soll ich sagen: Die Wäsche ist sauber geworden, riecht absolut neutral (wer jetzt total auf den Geruch von Waschmittel oder Weichspüler steht, hat leider Pech gehabt) und ist angenehm weich. Man kann den Waschbeutel mit ein und derselben Kastanienfüllung bis zu drei Mal wiederverwenden, das sollte man aber schnell tun – denn Kastanien schimmeln schon nach kurzer Zeit!

Das zweite Teil-Experiment habe ich mit flüssigem Kastanien-Waschmittel gemacht: Dazu einfach 10 – 15 Kastanien klein schneiden und mit einem Liter Wasser aufgießen. Ihr werdet sehen, dass sich das Wasser sofort verfärbt und eine Seifenlauge entsteht. Nun habe ich die Kastanienstücke mit einem starken Stabmixer püriert und das Ganze dann 1 Stunde stehen lassen. Die Seifenlauge sieben und dann filtern (durch ein Baumwolltuch oder einen sehr feines Teesieb gießen) und fertig ist das Flüssigwaschmittel! Einfach direkt in die Trommel zur Wäsche schütten (bitte nicht ins normale Waschmittelfach) und das Programm wie gewohnt einschalten. Die herausgefilterten Kastanienstücke kann man übrigens noch bis zu drei Mal wiederverwenden, so konzentriert sind die Seifenstoffe!

Kastanien-Waschpulver hält bis zu einem Jahr

Die oben beschriebenen Waschmöglichkeiten, die unsere Kastanie bietet, gehen schnell und einfach – sind aber nur möglich, wenn die Kastanien frisch von den Bäumen plumpsen. Denn schon nach wenigen Tagen werden sie schrumpelig und verlieren damit auch ihre natürliche Waschkraft. Es gilt also, die schlauen Baumfrüchte, eigentlich Samen, schnell zu verarbeiten.

Waschpulver herzustellen, das länger hält, ist etwas aufwändiger. Dazu werden die Kastanien, wie bereits oben beschrieben, klein geschnitten. Dann müssen sie in einen starken Mixer, um sie so fein wie möglich zu mahlen. Das habe ich mit dem kleinen WMF-Smoothie-Maker ganz gut hinbekommen, da dieser aber klein ist, muss man viele kleine Teilmengen hineinfüllen. Das ist natürlich etwas zeitintensiver – aber funktioniert, denn die Kastanien hat er sehr fein gehäckselt! In einem zweiten Durchlauf habe ich es mit dem Thermomix  einer Freundin (Danke Mareike!) versucht: Hier konnte man die ganze Menge, immerhin fast ein Kilo, direkt in 20 Sekunden kleinhacken lassen, jedoch blieben die Stücke recht grob – etwas länger und ich hätte Kastanienmus gehabt, was ich auch nicht unbedingt wollte. Beide Küchenmaschinen waren okay, es muss ja kein sprichwörtliches Pulver sein.

Die gehäckselten Kastanien müssen nun getrocknet werden. Wie oben erwähnt, sind Kastanien sehr schimmelanfällig und darum muss das Kastanienhack wirklich sehr trocken sein. Das kann, je nach Wärme- und Wetterlage, schonmal einige Tage dauern. Im Schnitt haben meine Kastanien, auf Blechen und Tüchern ausgebreitet, 2 volle Tage gebraucht.

Das getrocknete Kastanien-Waschpulver kann nun in (sterile!) Gläser gefüllt werden. Das hält sich ein gutes Jahr, wenn nicht länger. Nun gebt ihr einfach ca. 50 Gramm in eine Socke (und wenn wir etwas haben, dann sind es einzelne Socken!), knotet sie zu und legt sie zur Wäsche. Diese auch diese gefüllte Waschsocke könnt ihr bis zu drei Mal hintereinander benutzen. Nur bitte daran denken: Zügig! Sonst schimmelt der Inhalt!

Die asiatische Waschnuss

In Deutschland gibt es tatsächlich viele natürliche, heimische Waschpflanzen. Das Wissen darum scheint fast ausgestorben zu sein. Die hier beschriebene Rosskastanie ist nur eine davon – und wir werden in den nächsten Wochen noch weitere Natur-Waschmittel zum Selbermachen für euch testen.

Die in Asien beheimatete Waschnuss ist euch vielleicht eher ein Begriff. Als super-umweltfreundliche Alternative zum industriell hergestellten Waschmittel gab es vor einigen Jahren einen regelrechten Hype um das tolle Gewächs – mit einem großen Nachteil: Durch die große Nachfrage aus den westlichen Industrieländern verteuerte sich die Waschnuss in ihrer eigentlichen Heimat um ein vielfaches und die Menschen dort konnten sie sich nicht mehr leisten – und nutzten fortan industriell hergestelltes, billigeres Waschmittel. Somit hat die Waschnuss keine ökologischen Probleme lösen, sondern nur verlagern können. Auf sowas muss man erstmal kommen!

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Und vor allem: Direkt unterm Kastanienbaum? Die Rosskastanie enthält natürliche Seifenstoffe: Der Hauptwirkstoff Aescin ist eine Mischung aus gut 30 Seifenstoffen, den Saponinen. Diese müssen nur herausgelöst werden, dafür werden die Früchte wie oben beschrieben, so gut wie möglich verkleinert. Waschpflanzen machen den Stoff, ganz ohne Zugabe von künstlichem Weichspüler, angenehm weich. Besonders gut eignen sich diese Bio-Waschmittel  für Allergiker und Leute, die unter Hautkrankheiten, wie zum Beispiel Neurodermitis, leiden.

Das Waschmittel ist für leicht bis mittel verschmutzte Wäsche. Stark verschmutzte Wäsche kann eingeweicht werden, mit Gallseife vorbehandelt oder zusätzlich mit Waschsoda (empfohlen werden 2 Esslöffel) gewaschen werden. Am besten geeignet ist das Naturwaschmittel für Wäsche bei 30 – 50 Grad, höhere Temperaturen können die Saponine zerstören.

Ich bin echt kein Öko-Warrior – aber mich hat das Kastanien-Waschmittel überzeugt und ich halte es nun so: Stark verschmutzte Wäsche und „Windelunfall-Opfer“ werden nach wie vor mit herkömmlichem Waschmittel und Hygienespüler gewaschen. Handtücher und sonstige Kochwäsche werden auch gewaschen wie zuvor. Leicht und mittelmäßig verschmutzte Wäsche wasche ich jedoch ab jetzt mit meiner Kastanien-Socke. Ich finde, wenn ich nur einen Teil meines üblichen Waschmittels einsparen kann, ist das ja schonmal besser, als nichts.

Hier nochmal die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Vorteile:

  • Sehr umweltfreundlich: Nur 1 Kilogramm Rosskastanienpulver kann bereits den Jahresbedarf einer Person an Waschmittel decken und ersetzt bis zu 8 Kilogramm herkömmliches Waschmittel.
  • Sehr hautfreundlich: Rosskastanien eignen sich auch zur Herstellung von Shampoo und Duschgels. Das in den Früchten enthaltene Allatoin wirkt beruhigend und regenerierend auf die Haut
  • Natürlicher Weichspüler: Weichspüler sind in den letzten Jahren zunehmend in der Kritik. Einmal enthalten sie Stoffe, die nicht biologisch abbaubar sind und belasten so die Umwelt. Die darin enthaltenen Weichmacher sollen außerdem für die Gesundheit nicht zuträglich sein: So stehen sie in Verdacht Allergien auszulösen. Auch haben bestimmte Substanzen sich in Tierversuchen als krebserregend herausgestellt – dazu habe ich aber keine verlässlichen Informationen finden können (wer welche hat, gerne nachreichen).
  • Kostenlos: Kastanien sammeln mit den Kinder, Kastanienmännchen basteln und dann einen Teil für Waschmittel abzweigen – das Sammeln kann man also zur Familienaktivität ausdehnen. Rosskastanien gibt es fast überall. Warum nicht das Ganze mit einem schönen Waldspaziergang verbinden?

Nachteile:

  • Sehr aufwändig! Nicht nur das Sammeln, aber auch schneiden, pulverisieren und trocknen der Kastanien nimmt schon einiges an Zeit in Anspruch. Zudem benötigt man einen starken Mixer, der die kleinen Scheisserchen auch wirklich gut zerkleinert.
  • Krümel! Überall liegen Kastanien-Krümel herum! Egal, wie man sich anstrengt, irgendwo cruncht immer ein Kastanien-Stückchen unterm Fuß. Wer eine Outdoor-Küche hat, ist hier ganz klar im Vorteil!
  • Saisonal abhängig: Kastanien sind im Herbst reif. Wenn ihr im Frühling Rosskastanien-Waschpulver braucht oder herstellen wollt, guckt ihr in die Röhre!
  • Geringe Haltbarkeit: Frische Kastanien (oder Kastanien-Pulver), die zum Waschen genutzt wurden, also feucht sind, sollten zügig wiederverwendet werden, denn Kastanien finden schimmeln offensichtlich schick und können es gar nicht erwarten, sich ein blau-grünes Pelzkleid überzuziehen. Auch das flüssige Waschmittel sollte noch am selben Tag verbraucht werden.

Buchtipp:
Wer es genauer wissen möchte, kann sich zum Nachlesen das Büchlein „Naturwaschmittel aus Wald und Wiese“ von Gabriela Nedoma bestellen, das hier, neben dem Internet, als Quelle hergehalten hat. Das gibt es für schmales Geld hier. Darin findet ihr alle Informationen und Rezepte (u.a. auch für Shampoos, Duschgels und sogar Geschirrspülmittel) rund um die Rosskastanie und andere Naturwaschmittel!