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Kreolisches Jambalaya – würzig, wärmend, vegan

Kommt mit mir ins Bayou…

Ich habe vor kurzem einen Kochkurs gemacht und euch ein tolles Rezept für den Herbst mitgebracht. Natürlich schmeckt es auch zu jeder anderen Jahreszeit – aber ich finde, in den Herbst mit seinem usseligen nasskalten Wetter passt es am besten.

Jambalaya koche ich schon seit Jahren – es ist ein Gericht, das typisch für kreolische und Cajun-Küche ist. Es gibt zahlreiche Varianten. Und ich stelle euch heute eine vegane vor.

Warum vegan?

Ich selber lebe nicht vegan, nicht einmal vegetarisch, aber ich schaue gern wortwörtlich über meinen Tellerrand. Diese Variante habe ich im Kochkurs „Vegane Schlemmerreise um die Welt“ gelernt und ich fand, es schmeckt sogar noch besser als die Version die ich kenne, mit gekochtem Schinken und Garnelen.

Wer also Lust hat auf ein wenig Bayou, eine Prise Lousiana, wer mal ohne Fleisch und tierische Produkte auskommen mag oder seine vegan lebenden Freunde überraschen und verwöhnen möchte, den lade ich herzlich auf einen kleinen Abstecher in die kreolische Küche ein.

Veganes Jambalaya

Veganes Jambalaya mit karamellisiertem Räuchertofu.

Jambalaya: Die Zutaten (für 4 Personen)

3 rote Paprika, in Stücke geschnitten
2 Stangen Staudensellerie, in Stücke geschnitten
1 Maiskolben, in Scheiben geschnitten (ca. 1-2 cm dick)
2 Zwiebeln, gewürfelt
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
4 EL Olivenöl
150 g Langkornreis
1 Msp. Koriander
2 EL Paprikapulver, süß
½ TL Pul Biber
1 Zweig Bohnenkraut
1 TL Curry
1 Msp. Fenchel, gemahlen
1 EL Tomatenmark
1 EL Agavendicksaft
750 ml Gemüsebrühe
200 g Zucchini, in Scheiben
200g Räuchertofu, 1-2 EL brauner Zucker
Petersilie
Salz, schwarzer Pfeffer

Die Zubereitung

Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze und Reis darin 3 Minuten anbraten. Gemüse (bis auf die Zucchini) hinzugeben und mitbraten, Tomatenmark und Agavendicksaft zugeben, mit Brühe auffüllen und mit geschlossenem Deckel 25 Minuten lang kochen lassen. Zwischendurch umrühren.

Tofu in Stücke schneiden, mit reichlich Öl anbraten und mit 1 – 2 EL braunem Zucker karamellisieren lassen.

Nach der Garzeit die Zucchini zum restlichen Gemüse hinzugeben und weitere 5 Minuten köcheln lassen.

Petersilie hacken und den Eintopf damit bestreuen. Das Jambalaya auf tiefen Tellern anrichten und den Tofu darüber geben.

Wer es nicht vegan mag und den Räuchertofu (der in dieser Zubereitungsart wirklich gut schmeckt) weglassen will, kann beispielsweise Garnelen in Öl und Knoblauch anbraten und darüber geben.

Dazu passt übrigens ein leckerer Rotwein und Emmylou Harris mit „Jambalaya“.

Guten Appetit, ihr lieben Krümler und Krümlerinnen!

Wer noch mehr vegane Herbstküche möchte – HIER habe ich einen etwas aufwendigeren Auflauf für mein Veganinchen gekocht. Der hat tatsächlich der ganzen Familie geschmeckt!

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Krümels Rundblick (9)

Unsere Lese-Empfehlungen des Monats

Es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Rundblick auf die Bloggerkollegen und –kolleginnen und Andere. Eigentlich machen wir das ja viel zu selten – Sharing is caring! Wir geloben Besserung, wie immer!

Hier ist ein Artikel von Stadt Land Mama über das Petzen. Ich finde das Thema sehr wichtig und man sollte darüber tatsächlich einmal nachdenken. Denn auf der einen Seite wollen wir ja, dass unsere Kinder uns alles sagen – auf einmal ist das dann „Petzen“? Dazu werden ich bestimmt auch nochmal meine Gedanken in einem Blogbeitrag formulieren.

Petzen: Warum ich finde, dass einem Kind dafür niemals ein Vorwurf gemacht werden sollte

Auch der Artikel von Susanne Mierau Geborgen Wachsen hat mich sehr berührt, denn genau das leben und lieben wir in unserer Familie. Wenn die Kleinen nachts zu uns unter die Decke schlüpfen ist das in den meisten Fällen auch für uns Eltern schön – denn viel zu schnell werden sie groß werden. Wenn euch demnächst irgendwelche Leute dafür kritisieren möchten, hat Susanne hier für euch die perfekte Antwort!

Leuchtturm in der Nacht – Kinder, die ins Elternbett kommen

Doktor Hein, Kinderarzt, hat sich bereits 2012 in einem Essay Gedanken zur Einschulung gemacht – und wenn man sich durch die Eltern-Foren liest, hat er nichts an Aktualität verloren. Verunsicherte Eltern, verunsicherte und demotivierte Kinder – woran liegt das und muss man immer gleich in einen Förderwahn verfallen?

Gedanken zur Einschulung

„Ich lache heute noch über den Brustton der Überzeugung, mit dem ich einst die Weltgeschichte beschallt habe, wie ich das mit der Kindererziehung – und überhaupt mit meinem zukünftigen Leben – machen werde. Konnte nicht sooo schwierig werden, schließlich hatte ich mal einen Hund…“ beginnt Susanne von Hallo liebe Wolke ihren Text und bereits da konnten wir uns wiedererkennen. Über Zweifel und Verunsicherung.

„Gestatten? Frau Susanne Unsicher-Bohne.“ (Warum Mama andauernd zweifelt.)

Manchmal ist auch meine Erziehung für die Tonne…

An manchen Tagen ist Laura von Heute ist Musik pädagogisch wertlos. An manchen Tagen ist Laura wie wir alle – und es tut gut, das mal schwarz-auf-weiß zu lesen! Denn perfekt ist niemand, liebe Mamas! Und auch Mamas haben manchmal einfach keinen Bock und tun das, was gerade einfach und bequem ist. Auch wenn es pädagogisch gerade zweifelhaft ist!

An manchen Tagen… bin ich pädagogisch wertlos

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Zweifel-Haft: Alles für die Kinder?!

#ZweifelimHerbst – eine Blogparade

Liebe Leser und Leserinnen, liebe Blogger und Bloggerinnen, liebe Mamas, Papas und generell Familien: Zweifelt ihr auch manchmal? Wenn ja, worüber? Vielleicht liegt’s an der Jahreszeit, obwohl ich den Herbst sehr mag. Aber ich zweifle gerade sehr. Ich stelle mal wieder alles in Frage, ich bin quasi in Zweifel-Haft.

Auch Susanne von Hallo liebe Wolke zweifelt – und darum möchten wir eine kleine Blogparade ins Leben rufen. Denn wir haben gemerkt: Zusammen lassen sich Zweifel viel leichter tragen!

Ohne Zweifel: Alles für die Kinder

Als ich mich damals selbstständig gemacht habe – und ich bin wahrlich nicht dafür geschaffen – habe ich das aus einem großen Grund getan: Die Kinder. Nicht etwa Geld, obwohl das natürlich Hand in Hand geht. Ich schreibe gern und es macht mir Spaß, füllt mich aus. Ich kann gut mit Worten umgehen und was für den einen das Workout im Fitness-Center ist, ist für mich die Komposition eines Textes. Komposition? Ja. Meistens steckt in meinen Texten mehr als nur Worte, mehr als ein paar aneinandergereihte Buchstaben. Es macht Spaß, aber es powert mich auch aus.

Doch zurück zum Thema: Für die Kinder. Ohne Zweifel, ich wünsche mir, dass sie einmal stolz sind, auf ihre Mama. Dass sie schreibt, dass sie vielleicht irgendwann endlich ihre Ideen in einem kleinen Shop umsetzen kann und eventuell sogar ein oder zwei Erfindungen verwirklichen kann. Dass sie vielleicht einmal etwas bewirkt. Teil eines guten, großen Ganzen ist.

Am liebsten mit Netz und doppeltem Boden

Aber das muss gar nicht sein, denn in erster Linie soll Mamas Arbeit Sicherheit geben. Der Papa verdient gut. Es geht uns gut, besser als so vielen anderen. Bald ziehen wir um, in ein Haus mit Garten. Mein Elternhaus, wo ich aufgewachsen bin. Da reicht aber ein Gehalt nicht mehr, denn die Kosten, die da dranhängen, sind nicht ohne. Selbst wenn wir in unserer Drei-Zimmer-Wohnung blieben – was, wenn dem Papa etwas passiert? Was, wenn er den Job verliert? Was, wenn er nicht mehr arbeiten kann? Was, wenn er auf einmal nicht mehr da ist?

Ich möchte nicht nur, dass meine Kinder eine arbeitende Mama zum Vorbild haben, dass sie sehen, dass man mit harter Arbeit viel erreichen kann (Haha!), sondern auch, dass wir im Notfall, wenn alles drunter und drüber geht, wenigstens finanziell nicht ins Bodenlose stürzen.

Aber… ich (ver)zweifle manchmal

Zweifel am Homeoffice

Arbeit im Homeoffice – mit Zwockel im Rücken.

Es ist so eine Sache, mit der Vereinbarkeit. Ich arbeite vormittags im Homeoffice – das ist bequem und hat viele Vorteile. Noch springt währenddessen der Zwockel um mich herum. Als alte Baustellenmieze macht mir das jedoch wenig, denn ich habe schon Schlimmeres erlebt: Gehupe, Gebagger, Gepiepe, Geschrei, Geklopfe und Gehämmer – was so eine Großbaustelle eben hergibt.

Bald geht er in den Kindergarten. Aber (da ist es wieder): Der Haushalt kommt nach dem Arbeiten. Einkaufen und Kochen. Ich habe schon, was die Ordnung meiner Wohnung angeht, immense Abstriche gemacht. Immer wieder türmen sich Dinge auf allen verfügbaren Ablageflächen – ich frage mich, wo kommen die her? Gerade das Sideboard, den Schuhschrank oder die Ablage in der Küche aufgeräumt – BÄM – Zettel, Ordner, Unterlagen, Spielzeug, Bücher, Werbepost, Kataloge, Kastanien, Steine, Nüsse, Brauch-ich-nochs und die ganzen Nichtwegschmeissens… liegt alles hier herum. Dazu Krümel, Staub und irgendwie klebt auch immer alles.

Da fühl ich mich nicht wohl, auch wenn sich vieles einfach „wegguckt“ – meine nicht vorhandenen Fußleisten, zum Beispiel.

Ich koche gern und versuche, möglichst gesund zu kochen. Aber das heißt eben auch: Gemüse schnibbeln und sich ums Essen kümmern. Am Wochenende unternehmen wir was mit den Kindern, gehen auf Feste, in den Wald, Waffeln oder ein Eis essen, spazieren… Was man eben so macht um den Kindern erlebnisreiche Tage zu bieten, an denen sie idealerweise auch noch was lernen. Zuhause ist nämlich langweilig.

Aber – da kommt es nochmal

Letztens legte sich Locke in seiner abendlichen Lockezeit (wenn Zwockel schon im Bett ist) zu mir aufs Sofa und seufzte: „Mama. Musst du denn immer arbeiten? Du hast nie Zeit für uns!“

Und da waren sie wieder, die Zweifel. Ich saß in meiner mäßig aufgeräumten, aber sauberen, Wohnung. Hatte den Vormittag über gearbeitet und unterm Strich nicht wirklich was verdient („Das kommt später! Alles ist im Aufbau! Am Anfang steht die Arbeit, dann irgendwann zahlt es sich aus!“). Hatte ein sattes Kind, dem ich soeben ein gesundes Mahl kredenzt hatte, nachdem ich noch schnell seine Kleidung mit Fleckenzeugs eingesprüht und in die Waschmaschine gesteckt hatte… und alles, was er möchte, ist Mama. Einfach nur meine Zeit.

Irgendwann wird er es hoffentlich verstehen. Da wird er zu mir kommen und sowas sagen wie „Mama, ich bin stolz auf dich. Du hast echt viel getan damals.“ Aber was wenn nicht? „Mama, gehst du bald in den Himmel?“ oder „Versprich mir, dass du noch nicht in den Himmel musst!“

Mein Sohn denkt in letzter Zeit oft über den Tod nach, seitdem die Oma seines seiner Freunde gestorben ist. Ja, und was, wenn meine Zeit wirklich bald schon abläuft? Was wäre, wenn alles, an das er sich erinnert, eine Mama ist, die nie Zeit für ihn hatte. Die immer alles FÜR IHN getan hat, aber nichts MIT IHM, weil es immer so viel anderes gab, das sie für wichtig hielt? Für ihn.

Von der Yacht zum Schlauchboot

Finanziell lohnt sich meine Arbeit für uns derzeit kaum. Ich arbeite effizient. Ich habe ein gutes Zeitmanagement und ich habe Prioritäten. Das Wichtigste sind meine Kinder. Genau darum veranstalte ich diesen ganzen Zauber – und stehe am Ende des Tages da mit meinen Zweifeln und merke, wie meine Kräfte immer weniger werden. Wie ich, nach dem vielen Geschreibe und dem ganzen Erwachsensein kaum noch Energie habe, mit meinen Kindern zu spielen. Für was? Für ein „irgendwann lohnt es sich“?

Susanne von „Hallo liebe Wolke“ und ich fantasieren immer spaßeshalber über unsere Karrieren. Susanne schreibt so toll, sie sollte Bestsellerautorin sein – und hat ähnliche Probleme. Immer wieder schreiben wir uns Durchhalteparolen. „Es wird schon!“, „Wir schaffen das, wir sind doch Powerfrauen!“ oder „Alles wird gut, ganz bestimmt!“.

Schampus gegen Zweifel

Schampus-Fantasien gegen Zweifel

Wir lachen scherzhaft, dass wir in 10 Jahren auf unserer Yacht in St. Tropez mit Schampus darauf trinken, dass wir nicht aufgegeben haben, immer weitergemacht und die Zweifel überwunden haben. Damals, im Herbst. War ne harte Zeit, aber booooah! Es hat sich ja so gelohnt!

Nun ja. Es wird wohl bestenfalls ein Schlauchboot auf der Möhne.

Was wir alle wollen

Aber wenn man uns fragt, was wir eigentlich wollen, dann ist das Zeit.

Zeit für unsere Kinder. Zeit für uns. Zeit, in der wir uns mal aus Erwachsenenland abholen lassen können und selbst ganz sorgenfrei spielen, springen, atmen, lachen und leben können – um die neu gewonnene Energie wieder nur in Eines zu stecken: Unsere Kinder.

Und wisst ihr was?

Das ist nicht so einfach, die Sache mit der Vereinbarkeit – alle Memes und Postkarten und Durchhaltesprüche können daran nichts ändern.

Gutwetterzwang – Schlechtes Gewissen mit Sonnenschein

Warum ich mich manchmal über Regen freue

Die Sonne scheint, am Himmel keine Wolke. Es ist warm, der Wind nicht zu kühl sondern angenehm und leicht. Die Bienchen besummen die Blumen, Schmetterlinge tanzen und glückliche Hasen hoppeln durch die Wiesen. Kurz: Es ist ein perfekter Tag! Perfekt, um mit den Kindern etwas zu unternehmen.

Gutwetterzwang – was unternehmen wir heute?

Gehen wir in den Zoo? Spazieren? In den Park? Machen wir einen Ausflug? Zur Möhne vielleicht? Hey, in der Nachbarstadt ist Kirmes. Oder Mittelaltermarkt. Kinderfest mit Hüpfburg! Und dort, in der anderen Stadt, ist Kindertrödel. Die Erlebnisbäder haben geöffnet und irgendwo ist auch immer Tag der offenen Tür. Auch Oma und Opa freuen sich über Besuch, oder wie wäre es mit einem Ausflug zum Patenonkel?

Klar, Ausflüge sind toll. Aber manchmal wär ich lieber auf der Couch.

Sobald das Wetter gut ist, ist er da. Der Gutwetterzwang. Der Zwang, das Wetter auszunutzen und mit den Kindern einen tollen Tag verbringen zu müssen. Natürlich freue ich mich meistens auch, wenn wir etwas unternehmen. Auf das letzte Eselrennen hab ich mich fast mehr gefreut, als die Jungs. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft im Sonnenschein tut mir immer gut.

Aber er ist da, dieser Zwang. In meinem Hinterkopf lauert er, sobald der erste Sonnenstrahl sich morgens hinter den Wolken hervorgewagt hat.

Tagträumen vs. Ausflügeln

Manchmal möchte ich trotz Sonnenschein und perfekten Wetterkonditionen einfach auf meinem Sofa gammeln und mir ein spannendes Buch schnappen. Die Seele baumeln lassen, vielleicht sogar mal tagsüber den Fernseher einschalten und irgendwas Herausforderungsarmes auf mich eindudeln lassen.

Oder noch besser: Tagträumen! Mal wieder gar nichts tun und nur in die Luft starren und vor mich hindenken. In mich gehen und neue Ideen finden, zu längst Erlebtem zurückkehren, von Dingen träumen, die noch nicht sind – und vielleicht niemals sein werden, während die Kinder ein Hörspiel hören oder im Kinderzimmer mit Duplo werfen.

Vertrödel nicht den letzten Schönwettertag

Und das kann ich verflucht nochmal einfach nicht, wenn mich von draußen die blöde Sonne anlacht. Wenn der blaue Himmel lockt und man ständig den Gutwetterzwang-Gedanken „Man muss ja heute was unternehmen!“ im Kopf hat. Und natürlich, wenn die Kinder quengeln: „Was machen wir heute? Gehen wir raus? Unternehmen wir etwas? Fahren wir irgendwo hin?“

Sofort ist es dann da, das schlechte Gewissen. „Du kannst doch nicht an einem so tollen Tag mit den Kindern im Haus versauern! Das kannst du ihnen nicht antun! Wer weiß, wie das Wetter morgen wird! Stell dir vor, du vertrödelst den letzten guten Tag! Das geht doch nicht! Los, raus!“, nörgelt die kleine Stimme in meinem Kopf.

Urlaubsunternehmungsgutwetterzwang

Auch – oder ganz besonders – im Urlaub fühle ich diesen Zwang. Da paart sich sogar Gutwetterzwang mit Urlaubsunternehmungszwang. Denn da hat man noch das Zeitlimit. Man ist ja nicht ewig da und muss möglichst viel erleben in der kurzen Zeit. Man kann ja den Tag nicht ungenutzt verstreichen lassen

Wer weiß, wann wir wieder einmal hier herkommen! Wer weiß, wie dann das Wetter ist. So eine Landschaft wirkt ja auch am besten im Sonnenschein. Auf dem Leuchtturm ist die Sicht im Sonnenschein am besten! Und der Strand! Das Meer! Der Spielplatz! Alles wartet auf uns!

Ich bin ganz ehrlich: Ich freu mich auch mal über Regentage.

Und auch am langen Wochenende ist er allgegenwärtig, dieser blöde Zwang. Gestern war Kartoffelfest (im Regen), heute gehen wir schwimmen. Und morgen? Und am Feiertag? Mal sehen. Irgendwas müssen wir ja machen. Besonders heute, wo die Sonne scheint. Schwimmen? Oder doch lieber in den Wald?

Immer und überall ist da dieser Zwang, meinen Kindern die beste und spannendste und aufregendste Kindheit zu bereiten. Klar, Langweile muss auch mal sein – die gibt es hier aber oft genug unter der Woche, wenn die Mama arbeiten oder den Haushalt machen muss und gerade keine Zeit für Bespaßung hat.

Heute ist das Wetter gut

Nachdem es gestern in Strömen geregnet hat, ist es heute wieder gut, das Wetter. Die Sonne scheint. Wolkenloser, blauer Himmel.

Ähm, yeah.

Fangen wir mal an zu planen.

Ist da nicht ne Wolke am Himmel?

Och, schade… tja, das gibt bestimmt Regen!

 

Geschwisterzimmer – Ja oder Nein?

Es muss nicht immer ein Einzelzimmer sein…

Bevor ich Kinder hatte, war klar, dass jeder ein eigenes Zimmer bekommt. Selber Einzelkind, fand ich immer wichtig, dass auch ein Kind seine Privatsphäre hat, in die es sich zurückziehen kann. Geschwisterzimmer? Niemals!

Dann kam Locke und schließlich Zwockel und das geplante und gewünschte Haus war leider nicht in Sicht. Grund in erster Linie: Das liebe Geld. Mit (damaligem) Zeitvertrag bekommt man keinen Kredit und schnell war das ausgesuchte Haus weg. Auch die Sache mit dem Verschulden liegt mir nicht so. Also mussten die Kinder sich ein Zimmer teilen.

Kein Typ fürs Familienbett

Im ersten Jahr würde das neue Baby ja eh noch bei uns im Beistellbett schlafen, dachten wir. Pustekuchen, dachte Zwockel! Der wachte nämlich sofort auf, wenn wir ins Bett kamen, so leise wir auch waren, und dachte „Klasse! Besuch! Party!“ Dann drehte er auf und an Schlaf war nicht zu denken. Sowieso schon ein schlechter Schläfer, ging es mit uns im Zimmer einfach überhaupt nicht.

Also wurde er erst testweise, dann dauerhaft mit bereits drei Monaten im Kinderzimmer einquartiert. Es gibt wohl einfach Kinder, die mit der Beistell- oder Familienbett-Variante nicht klarkommen. Niemand war darüber trauriger als ich, denn ich hatte mich sehr auf die nächtliche Nähe zu meinem Kind gefreut. Die hatte ich dann aber trotzdem, denn Zwockel bestand darauf, alle anderthalb bis zwei Stunden gestillt zu werden.

Kinderzimmer in seltenem Zustand: Aufgeräumt!

Mehr Platz – trotzdem Geschwisterzimmer

Der Zwockel geht hier als erster ins Bett und schläft normalerweise schon, wenn sein großer Bruder dazukommt. Das klappt ziemlich gut. Nachts kommt der Große gern zu uns ins Bett, was ich sehr genieße. Zwockel schläft sehr selten bei uns im Bett und noch seltener klappt das. Meist rödelt er herum und versucht immer wieder, uns zum Spielen zu animieren – und so geht es meist nach einiger Zeit zurück ins eigene Bett.

Nun geht es nicht dauerhaft zu viert in einer 75-Quadratmeter-Wohnung. Also, es geht schon, aber es ist doch verdammt eng. Wir haben nun ein Haus in Aussicht – und dann endlich mehr Platz. Aber auch da werden sich die Jungs ein Schlaf- und ein Spielzimmer teilen. Anders ist es vorerst nicht möglich.

Geschwisterzimmer – was früher ging ist heute out?

Nun dachte ich immer, dass Geschwisterzimmer völlig außer Mode sind. War es früher, in Schwiegervaters Kindheit, normal, dass zwei oder mehr Kinder in einem Zimmer schliefen, ist das heute völlig unüblich. Dachte ich.
Als ich jedoch eine Umfrage in einer großen Facebook-Gruppe für selbstständige Mütter mit inzwischen über 7.600 Mitgliedern startete, wurde ich eines Besseren belehrt: Einzel- und Geschwisterzimmer hielten sich beinahe die Waage und die Kommentare dazu waren durchweg positiv!

Umfrageergebnis Geschwisterzimmer

Vor- und Nachteile eines Geschwisterzimmers

Natürlich kommt es immer auf die Persönlichkeiten der Kinder an. Es mag Kinder geben, mit denen das Konzept Geschwisterzimmer einfach nicht funktioniert. Die meisten der Befragten gaben an, dass die Kinder spätestens als die Pubertät Einzug hielt, eigene Zimmer bekamen, was aus meiner Sicht auch nachvollziehbar ist.

Ein Geschwisterzimmer kann, besonders wenn der Altersunterschied nicht allzu groß ist, den Zusammenhalt der Kleinen fördern. Hierbei ist es – den Befragten zufolge – auch nicht so wichtig, ob die Kinder das gleiche Geschlecht haben. Man sollte natürlich schon eine Ausweichmöglichkeit haben (z.B. das Elternbett), für den Fall, dass eines der Kinder mal extrem unruhig oder krank ist.

Einfach ausprobieren

Wir sind überrascht! Es klappt mit unseren Jungs besser, als erwartet. Im Ferienhaus genießen die Kinder zwar ihre eigenen Zimmer, aber wieder daheim beschwert sich keiner, wenn sie wieder zusammen sind.


Unruhige Nächte gibt es immer. Dann zieht Locke – wenn er denn wach wird – kurzerhand in unser Bett um. Aber wenn der Zwocki mal so eine richtig schlechte Nacht hat, hört man ihn bis auf die Straße brüllen, da würden wohl auch getrennte Zimmer nichts nützen.

Unsere Jungs kennen es nicht anders und scheinen zufrieden zu sein. Auch an den seltenen Abenden, wo beide noch wach sind, klappt es erstaunlich gut. Zwar albern sie dann noch herum, aber das ist dann halt so. Da es, wie gesagt, auch im neuen Haus vorerst nicht anders möglich sein wird, hoffen wir, dass die Jungs sich noch lange gut verstehen.

Wir sind gespannt… und ihr?

Wie ist das bei euch? Habt ihr euch mit euren Geshwistern auch ein Zimmer geteilt? Eigene Zimmer oder Geschwisterzimmer? Zu zweit oder zu dritt? Oder gar noch mehr Kinder? Wie handhabt ihr das, wenn mal ein Kind krank oder extrem unruhig ist und die anderen massiv stört?

Ein Tag im September

An einem Tag im September vor 23 Jahren sagte ich meinen Opa, dass ich ihn lieb habe.

Es war ein ganz normaler Tag. Ein wunderschöner Herbsttag, mit Sonne und blauem Himmel. Der Fernsehtechniker war da und kraxelte draußen auf einer Leiter herum.

Wir wohnten in einem Haus. Meine Großeltern unten, meine Eltern und ich oben. Problem: Das offene Treppenhaus. Das sorgte für Spannungen zwischen meinen Eltern und Großeltern. Schwierig, aber nichts Dramatisches.

Die Feiern im Garten

Ich liebte meine Großeltern. Die Küche meiner Oma ist für mich der Inbegriff von Geborgenheit.

Die Feiern im Garten meiner Großeltern, fließend im Übergang zu unserem, in dem gelacht, getrunken wurde. Nein, um ehrlich zu sein, sie haben verdammt nochmal gesoffen! Wie die Löcher, meine Großeltern und ihre Geschwister, auf den Großfamilien-Charakter-Feiern – alle haben getrunken und geraucht, als gäbe es kein Morgen. „Einen trinken wir noch!“, ein Feten-Schlachtruf! Holte Onkel Adolf sein Akkordeon, wurde gesungen und geschunkelt. Bis heute liebe ich Akkordeon-Musik…

Foto: Pixabay (blulightpictures)

Die bunten Glühbirnen entlang der Pergola, der Geruch von Sommer – warme Luft und gegrillte Würstchen – das Blinken der Glühwürmchen. All das war Glück. All das ist Glück und Geborgenheit. Kindheit.

Opa, ich hab dich lieb

Die jäh endete, damals, im September.

An diesem Tag im September ging ich nach unten und setzte mich zu meinem Opa aufs Sofa.

„Was macht der Fernsehtechniker da?“, fragte ich. Und mein Großvater erklärte es mir.

Ich verstand zwar nicht wirklich etwas, nur soviel: Unser Satellitenempfang würde noch besser werden. Ich wollte wieder nach oben gehen, aber etwas hielt mich zurück. Ich drehte mich um und setzte mich wieder zu ihm.

„Opa?“

„Hmm!“, brummte er.

„Ich hab dich lieb.“

„Hmm“, brummte er zustimmend. Er streichelte mir übers Haar, krampfte, lief blau an – und starb fünf Minuten später in den Armen meiner Mutter, nach der ich in Panik gebrüllt hatte.

Der Notarzt belebte ihn wieder, aber er erlangte nie wieder das Bewusstsein. Drei Tage später starb er erneut, im Krankenhaus.

Opa – seit immer

Für meine Oma ging die Welt unter. Ihr Freund aus Kindertagen, ihr Seelengefährte, ihr Ehemann – einfach weg, ohne Abschied.

Meine Großeltern hatten als Kinder in demselben Haus gewohnt. Einem Doppelhaus in einer Bergbau-Siedlung. Sie schliefen Wand an Wand. Abends, kurz vor dem Einschlafen, gaben sie sich zur guten Nacht Klopfzeichen.

Sie kannten sich seit immer. Und auf einmal – von jetzt auf gleich – war er weg.

Ich sah meinen Opa noch einmal, aufgebahrt im Sarg. Aber es war, als sei es eine Wachsfigur. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es mein Opa war, der da lag – es war nur eine Hülle. Mein Opa, die Essenz, die ihn ausgemacht hatte, sein Charakter. All das fehlte. Die Seele.

Belsazar und der Hummelflug

Mein Opa. Als Baby hatte ich immer geweint, wenn er meinen Kinderwagen schob. Er hatte sich nie beirren lassen. War nie beleidigt. Später liebte ich ihn so sehr. Wenn er mich den „Panther“ von Rilke abfragte – das einzige Gedicht, das ich bis heute aus dem Stehgreif auswendig kann – oder „Belsazar“ von Heine. Wenn er verzweifelt versuchte, mir seine geliebten Zahlen beizubringen – für die ich nie Verständnis hatte. Wenn er mir den „Hummelflug“ von Rimski-Korsakov vorspielte und dirigierte (fuchtelte), mit geschlossenen Augen.

„Opa?“

„Hmm!“, brummte er.

„Ich hab dich lieb.“

Meine letzten Worte für ihn.

Wir sollten uns immer bewusst sein, dass alles, was wir sagen, die letzten Worte sein könnten. Und sie immer bedenken.

Wählt sie weise und mit Bedacht.

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Liebster Award: Lottes Motterleben fragt nach

Noch mehr über Krümel und Chaos

In der letzten Zeit, vor dem Urlaub, hatte ich ein kleines kreatives Problem. Ich arbeite ja als Online-Redakteurin und das ist ganz schön aufreibend. Es gibt Tage (Stichwort Sommerloch), da hat man kaum etwas zu tun und dann gibt es wieder welche, an denen prasseln die Polizeimeldungen nur so auf einen ein. Und wisst ihr, die Realität ist garstig!

Wieder mal der „Liebster Award“

Zu viel davon zerkrümelt mir glatt die Kreativität, auf die ich für das Schreiben nunmal angewiesen bin. Darum freue ich mich immer sehr über einen kleinen Stupps von anderen Bloggern und Bloggerinnen, die mir Fragen stellen, so wie beim Liebster Award. Dies ist eine Art zwangloser Kettenbrief, durch den ihr mehr über uns erfahren könnt.

Sorry, liebe Roksana von Mottes Lotterleben dass es so lange gedauert hat – ich musste erst im Urlaub neue Kraft schöpfen! Aber hier sind sie nun:

Die Fragen und Antworten

  1. Wer bist du und wie geht es dir?

Ich bin Tanja Chaos, von Krümel und Chaos. Ich bin hier zuständig für Bilder und Texte. Zur Zeit geht es mir gut, denn ich bin im Urlaub (noch). Der hätte ruhig etwas länger und erholsamer sein dürfen, aber das ist wohl so mit Kindern im Ferienhaus.

 

  1. Dein Lieblings-Kindermund-Spruch?

Ein Spruch, den ich in meiner Zeit, bevor ich selbst bei Twitter aktiv wurde, bei Stern.de gefunden habe. Ich muss noch immer lachen, wenn ich daran denke. Leider finde ich ihn nicht mehr. Er ging ungefähr so:

Habe dem Sohn beigebracht, dass sein Pipi privat ist. Nun wedelt er damit herum und ruft freudig „Mein Pipi ist Pirat!“

  1. Welche Gerüche katapultieren dich sofort in deine Kindheit?

Zimt und Apfelringe, Strohleim und frische Waffeln. Nomnomnom!

 

  1. Welcher Blogbeitrag von dir muss unbedingt mehr gelesen werden?

Das ist ein ganz persönlicher, den ich aber, ohne mich aufspielen zu wollen, sehr wichtig finde. Darin geht es um mich und meine Essstörung – und meine hart erkämpfte positive Haltung zu meinem Körper. Body Positivity gibt es leider noch viel zu selten und ich möchte gern allen Frauen und Mädchen (natürlich auch Männern) mit Essstörungen sagen: Es geht weiter, auch wenn man keinen Modelkörper hat. In was für einer Welt leben wir, in der Menschen ihre Seele gegen weniger Bauchspeck tauschen würden?

 

Eine kleine Geschichte von mir und der Sache mit dem Essen

 

  1. Was müsste unbedingt erfunden werden?

In mir schlummert eine Erfinderin. Ich habe viele kreative Ideen, es mangelt nur leider immer am Geld- ich bin einfach nicht mutig genug, meine Erfindungen umzusetzen und mich damit zu verschulden. Ich habe nämlich echt Angst vor Peter Zwegat!

Erst heute diskutierten der Ehemann und ich aber über Folgendes:  Elternautos, die eine Trennscheibe zwischen Rücksitz und Vordersitzen haben, die man bei Nerv-Alarm hochfahren kann.

„Sind wir schon da?“, gefolgt von „Wie lange noch?“ und „Wann sind wir da?“ oder „Ist es noch weit?“ – schrecklich! Vor ein paar Minuten sind wir an einer gelben Bimmelbahn vorbeigefahren, die Locke so toll fand, dass er unablässig „Habt ihr die Bimmelbahn gesehen? Papa hat eine Bimmelbahn überholt. Hast du gesehen, Mama? Eine Bimmelbahn! Die war gelb, die Bimmelbahn. Und sehr langsam. Eine langsame Bimmelbahn war das. Sind wir dran vorbei gefahren. Hast du die Bimmelbahn auch gesehen, Mama? Kann ich Oma anrufen und ihr erzählen, dass da eine Bimmelbahn war? …“ Ich schwöre, wenn ich noch einmal das Wort „Bimmelbahn“ höre, implodiert mein Gehirn.

So eine Trennscheibe… das wäre manchmal schon schön auf langen Autofahrten!

 

  1. Welche Frage stellst du dir immer wieder?

In erster Linie frage ich mich immer, ob ich gut genug war und was ich hätte bessermachen können, um ein besserer Mensch und eine bessere Mutter zu sein.

Die Frage, ob ich eine gute Mama bin, beschäftigt mich jeden Tag, seitdem ich den zweiten lila Strich auf dem Schwangerschaftstest gesehen habe. Die vielen Meinungen, die vielen Erziehungsstile und vor allem die Attitüde vieler, dass ihr Stil der einzig Wahre und alles andere Misshandlung sei, machen es einem nicht einfacher…

Ich finde immer noch, eine verunsicherte Mama, die vor lauter schlechtem Gewissen nicht schlafen kann, weil sie bestimmte Ideale nicht erfüllt, ist nicht erstrebenswert.

Natürlich sollte man sich immer hinterfragen, aber ich habe schon häufig vor einem dieser Beiträge gesessen und geweint, weil ich mal wieder (vermeintlich) alles falsch gemacht hatte. Rabenmutter, ich.

 

  1. Wie schaffst du es nur immer, so verflucht gut auszusehen und so unglaublich sympathisch zu sein?

Besten Dank – ich wurde so geboren! Lach! Seid einfach froh, dass ihr mich nicht nach einer durchwachten Nacht mit unfrisierten Haaren und ohne Make-up zu Gesicht bekommt. Dann bin ich weder sympathisch noch sehe ich gut aus. Je älter ich werde, desto mehr macht mir besonders der Schlafmangel zu schaffen und ich kann dann richtig knurrig sein. Aber wenn ich gut geschlafen habe, meinen Kaffee (am liebsten intravenös) hatte und der Tag nicht allzu stressig ist, bin ich ein sehr umgänglicher Mensch.

 

  1. Gesellig oder eher Einzelgänger?

Eher Einzelgänger. Ich mag keine großen Menschenansammlungen und bin lieber für mich. Meistens reicht mir der Trubel, den meine Kinder veranstalten. Aber ich habe schon immer ein gutes Buch einer Party vorgezogen.

 

  1. Worauf kannst du nicht verzichten?

Auf mein Smartphone. Als Online-Redakteurin muss ich natürlich immer ein Auge auf die neusten Meldungen haben, auch für Krümel und Chaos möchte ich zeitnah reagieren, wenn da Kommentare auflaufen. Zudem bin ich sehr interessiert an Nachrichten und möchte nicht erst abends wissen, was am Tag passiert ist.

 

  1. Und worauf würdest du gerne verzichten?

Auf mein Smartphone. Haha! Im zweiten Teil des Urlaubs hatten wir ein grottenschlechtes Netz und das hat mich zwangsentschleunigt. Ich konnte zwar das Handy zur Hand nehmen, es brachte aber nichts, weil es furchtbar lange rödeln musste, um Daten zu empfangen. Also blieb es zwangsweise in der Tasche und diente nur als Kamera. Das war eigentlich auch mal ganz schön.

 

  1. Mit welchem Gegenstand in deiner Wohnung verbindest du eine schöne Erinnerung?

Mit vielen, ich habe viele kleine Erinnerungen herumliegen. Zum Beispiel diese kleinen magnetischen Hunde hier. Die gehörten meiner Oma und meinem Opa mütterlicherseits. Für alle Enkelkinder waren sie unglaublich faszinierend und wir haben immer damit herumhantieren müssen. Die sind ein Symbol meiner Kindheit.

Liebster Award Hunde

Die zwei begleiten mich, seitdem ich denken kann…

Ich nominiere heute keinen, aber ich lege euch die Liebster Award Blogparade von Lottes Motterleben ans Herz – und überhaupt den ganzen Blog!

Erste Hilfe bei Kleinkind-Bauchweh

Werbung & Verlosung

+++ Die Verlosung ist beendet: Gewonnen haben „Baustellenmädchen“ und „Kassandra L.“ – Herzlichen Glückwunsch! +++ 

„Ich hab Bauchweh!“ Wenn man als Mama (oder Papa) diesen Satz vom Sprössling hört, ist Feingefühl gefragt. Denn Bauchweh ist bei Kindern nicht immer gleich Bauchweh. Was ihr braucht, um die Bauchschmerzen richtig einzuordnen? Bauchgefühl, ein bisschen Hintergrundwissen, einen lieben Kinderarzt und eine gute Wärmflasche!

Locke hat Bauchschmerzen

Locke und Zwockel machten Mittagsschlaf. Es war ein Samstag, der Tag war bisher entspannt gewesen und wir hatten es tatsächlich geschafft, beide gleichzeitig zum Schlafen zu bringen. Auf einmal schrie eines der Kinder los. Zuerst dachten wir, es sei der Kleine, denn der schrie zu der Zeit immer. Aber es war Locke – er schrie nicht, er brüllte wie am Spieß.

„Auauauaua! Mein Bauch!“ Zunächst versuchten wir selbst, den Bauch abzutasten – er war ganz hart – und das schreiende Kind zu beruhigen. Ich rief eine Freundin an, die Kinderkrankenschwester ist – unsicher, was ich tun sollte, denn so kannte ich meinen Jungen nicht. Sie riet mir, einen Krankenwagen zu rufen, was wir dann auch taten.

Mit Blaulicht und Sirene

Locke begann herumzulaufen, ziellos im Kreis und ging immer wieder in die Hocke. Legte sich hin und zog die Knie an, stand wieder auf. Die ganze Zeit, schreiend und rastlos. Spätestens jetzt hätte ich sowieso einen Arzt gerufen. In Nullkommanix waren Rettungswagen und Notarzt da. Letzterer tastete Locke, der sich inzwischen auf seinen Papa übergeben hatte, ab und das Kind schrie und schrie. „Der Bauch ist hart, wir fahren besser in die Klinik.“, sagte er knapp.

Mit Sirene und Blaulicht ging es los. Ich hielt meinem Sohn die Hand, während ich versuchte, zuversichtlich und beruhigend zu wirken. Immer, wenn er wegsah, kämpfte ich mit den Tränen. In der Klinik war Locke völlig erschöpft. Noch immer lief er ziellos herum und hockte sich immer wieder hin. Während wir auf den Arzt warteten, war auf einmal die Luft raus. Wie ein Ballon mit Loch entspannte sich mein Kind von jetzt auf gleich – und schlief ein.

Bei leichtem Bauchweh kuschelt Locke am liebsten mit seinem Bauchweh-Frosch.

Bauchweh ist nicht gleich Bauchweh

Der Bauch war wieder weich, der Arzt untersuchte ihn und entließ uns nach Hause. Es war wieder gut. Was es war? Die Ärzte vermuten eine Invagination (Darmeinstülpung), genau ließ es sich nicht herausfinden. Aber dass es echte Schmerzen waren, war klar und somit auch der Einsatz des Rettungswagens gerechtfertigt.

Doch nicht immer ist es so einfach. Locke ist, wie ich, ein Bauchmensch. Wenn etwas Unangenehmes passiert oder vor uns liegt, bekommen wir Bauchweh. Funktionsbauchweh? Bei einem anderen Menschen, gerade bei einem Kind, einzuschätzen, um was für ein Bauchweh es sich handelt, ist immer schwierig – aber das müssen wir als Eltern tun.

Was ist Funktionsbauchweh?
„Bei den Medizinern wird von „funktionellen Bauchschmerzen“ gesprochen, wenn man nach Ausschluss wesentlicher organischer Ursachen einen nervösen Darm, Reizdarm usw. beschreiben möchte“, erklärt Kinderarzt Dr. Guido Hein.

Kleine Bauchweh-Checkliste

  • Hat das Kind Fieber? Ein Kuss auf die Augenbraue verrät es im Schnelltest!
  • Was und wie viel hat das Kind gegessen? Etwas Neues? Etwas Blähendes? Sehr viel?
  • Wie war sein Appetit? (Bei Locke kündigt sich beispielsweise eine Magen-Darm-Grippe mit Appetitlosigkeit an)
  • Ist der Bauch hart oder weich? Lässt das Kind eine leichte Massage zu?
  • Hat das Kind Verstopfung? Wann war es zuletzt auf dem Klo?
  • Lässt sich das Kind ablenken?
  • Wärmflasche! Bei uns ist es der Bauchwehfrosch, der bereits durch sein Aussehen tröstet.

Wann sofort zum Kinderarzt?

Hat das Kind Fieber oder ist sehr blass, wenn es vor Schmerzen schreit und sich weder ablenken, noch beruhigen lässt, der Bauch ganz dick oder extrem eingezogen ist, sich das Kind kaum bewegt oder die Beine immer wieder zum Körper zieht, solltet ihr zum Arzt. Auch wenn das Kind immer wieder über längere Zeit über Bauchweh klagt, solltet ihr einen Termin beim Fachmann/bei der Fachfrau machen.

Auch für den Arzt ist es nicht leicht, die Ursache für das Bauchweh zu erkennen. Wie bei uns – auf einmal war das Bauchweh weg und der Arzt konnte nur noch Erkrankungen ausschließen, wie beispielsweise Blinddarmentzündung, die aber bei kleinen Kindern recht selten ist.

„Häufigste Ursache kindlicher Bauchschmerzen ist Verstopfung (Obstipation). Wenn ein kleines Kind akute Bauchschmerzen hat, die nicht sofort eingeordnet werden können, macht es daher immer Sinn, ein Kind „abzuführen“, z.B. mit einem Minieinlauf. Häufig entspannt sich daraufhin die Gesamtsituation und man kann Schlimmeres ausschließen“, sagt der Kinderarzt.

Erste Hilfe bei Alltags-Bauchweh

Bei dem „ganz normalen“ Bauchweh solltet ihr auf euer Bauchgefühl hören. Oft hilft es dem Kind schon, wenn es elterliche Zuwendung bekommt. Wenn es sich dann sicher und geborgen fühlt, rückt es vielleicht sogar mit der Sprache heraus, ob etwas Besonderes passiert ist oder ansteht. Für diese Fälle – und verirrte Pupse – haben wir immer eine ganz besondere Wärmflasche parat – unseren Bauchwehfrosch von Hugo Frosch.

Der Frosch kann das Bauchweh fast immer vertreiben.

Die Wärmflasche schließt dicht (mit Sicherheitsverschluss) und ist so besonders sicher. Ich finde, sie ist auch ein prima Geschenk – egal, ob zur Geburt oder als Mitbringsel ans Krankenbett – darüber freuen sich nicht nur die Kleinen.

Die Wärmflasche besteht aus natürlichem Material, kommt ohne PVC und Phthalate („Weichmacher“) aus und ist nachhaltig produziert. 0,8 Liter passen hinein und die Flasche in jede Reisetasche – unser Fröschlein begleitet uns in jeden Urlaub. Dazu sieht es lustig aus und wenn die Kinder beim Anblick des Frosches, der auch gerne lustigen Quaaaaaatsch erzählt, bevor er aufs wehe Bäuchlein gelegt wird, lachen müssen, weiß ich schon: Es ist halb so schlimm.

Bitte achtet nur darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist, es kann sonst zu Verbrühungen oder Überhitzungen kommen. Für Kinder ist eine Temperatur von 40 bis max. 60 Grad ausreichend.

Wir verlosen zwei Hugo-Frosch-Wärmflaschen

Ihr könnt bei uns je eine Kinder-Öko-Wärmflasche Junior Comfort von Hugo Frosch mit lustigem Fleece-Bezug gewinnen, die uns der Hersteller freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Hinterlasst uns auf dem Blog oder auf unserer Facebook-Seite unter diesem Artikel einen Kommentar mit eurem Wunsch-Modell: Kasper oder Smiley?

Bei Bauchweh Wärmflasche.

Ihr könnt gewinnen: Den fröhlichen blauen Smiley oder den lustigen Kasper.

Die Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen darf jeder.

Das Gewinnspiel beginnt am 17.09.2017, mit Veröffentlichung dieses Beitrags und endet am Freitag, dem 22.09.2017, um 23:00 Uhr.

Die Gewinner werden am 23.09.2017 ausgelost. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Eure Adressen geben wir selbstverständlich nicht an Dritte weiter. Es gelten unsere Datenschutzbestimmungen.

Die Gewinner benachrichtigen wir per E-Mail oder PN. Meldet ihr euch innerhalb von 7 Tagen nicht bei uns zurück, losen wir erneut aus!

Die Wärmflasche kommt per Post, alle weiteren Informationen per E-Mail/PN.

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert. Facebook steht nicht als Ansprechpartner für dieses Gewinnspiel zur Verfügung.

Wir behalten uns vor, das Gewinnspiel jederzeit zu ändern, anzupassen oder zu beenden, wenn uns dieses notwendig erscheint.

Und jetzt: Viel Glück!

Locke kommt in den Kindergarten

Unser Start in die Fremdbetreuung

In der letzten Zeit wurde viel über die Eingewöhnung in den Kindergarten geschrieben und auch ich möchte euch von unseren Erfahrungen erzählen.

Im Dezember wird Zwockel zu seinem großen Bruder stoßen, der bereits seitdem er zwei ist regelmäßig in den KiGa geht. Ich sehe dem sehr ungeduldig, aber entspannt, entgegen – denn Zwockel braucht mehr Action, als ich ihm hier zu Hause bieten kann. Bei Locke, war ich mir noch unsicher, ob es so früh das richtige ist.

Kindergarten Kind ist ungeduldig

Zwockel kann es kaum erwarten.

Ich war dagegen

Ich fand den Kindergartenstart mit zwei Jahren zu früh. Fast noch ein Baby und schon fremd betreut – das soll gut sein? Schadet es unserer Bindung? Sollte mein Kind wirklich bereits in so jungen Jahren täglich in eine Institution gehen? Danach Schule, dann Ausbildung dann Arbeit – wo bleibt denn da die Freiheit?  Bis zum Rentenalter immer könne er dann den Tag nicht mehr so gestalten, wie er selbst möchte, so meine Argumente.

Der Ehemann sah das anders. Wir diskutierten und beschlossen, es zu versuchen. Wenn es gar nicht funktionierte, dann würden wir schon eine Lösung finden.

Unser wundervoller Kindergarten

Es gab zwei Spielnachmittage zur Eingewöhnung. Die Mama durfte mit und beim ersten Termin war mein Kind sehr vorsichtig, kam immer wieder zu mir und brauchte mich definitiv als Rettungsanker. Beim zweiten Termin, eine Wochen später, sah das schon ganz anders aus. Ich saß bei den anderen Müttern, während Locke durch den Kindergarten flitzte. Als wir gehen wollten, weinte er bitterlich.

Ich hatte ihn bereits kurz nach der Geburt angemeldet und war damals schon, mit dem dreimonatigen Kind auf dem Arm, zu einer Besichtigung eingeladen gewesen.

Räumlichkeiten und Konzept gefielen mir, mein Bauchgefühl war richtig gut. Auch die Mitarbeiter waren sehr sympathisch. Es passte einfach!

Startverzögerung

Dann war der Tag da. Wir hatten besprochen, dass wir die erste Woche schrittchenweise beginnen würden. Ich würde zunächst in der Gruppe bleiben und stundenweise verschwinden. Mich solange ins Auto setzen oder nach Hause fahren, es ist nicht weit.

Dann war er da, der erste Tag und mein Sohn war krank. Nicht schlimm krank, aber stark erkältet – weshalb wir beschlossen, zu warten. Er begann so nicht am Montag sondern am Freitag. Im Nachhinein eine gute Idee, denn so konnte er sich nach dem ersten Tag das Wochenende über erholen.

Der erste Tag

Ich glaube, ich war aufgeregter als er. Der Papa hatte sich extra frei genommen und wir waren gespannt. Im Kindergarten angekommen, zogen wir die neuen Hauschuhe an und schwupps, rannte mein Kind in die Gruppe.
„Tüss, Mama!“, rief er mir noch zu und weg war er. Die Erzieherin und ich sahen uns an.

„Öh, tja, ich geh dann wohl mal… Oder soll ich bleiben?“ fragte ich unsicher.

„So, wie der sich hier wohlfühlt, fahren Sie ruhig heim. Wenn etwas ist, rufen wir an, es ist ja nicht weit. Aber machen Sie sich keine Sorgen!“, beruhigte sie mich.

Und tatsächlich: Mein Sohn spielte bereits mit den anderen Kindern. Einer der größeren Jungs hatte ihn flugs unter seine Fittiche genommen und Locke schaute nicht mal mehr zurück.

Hormone oder so

Ich setzte mich in mein Auto – und es müssen wohl die Hormone (ich war mit Zwockel schwanger) gewesen sein. Oder meine Weichkeksigkeit. Aber ich heulte Rotz und Wasser! Ich rief den Ehemann an.

„War es so schlimm?“, fragte er besorgt. „Hat er Theater gemacht?“

„Neiiiheeiiiheeiiiin!“, schluchzte ich. „Er ist einfach so gegangen!“

Ein großer Schritt für uns beide

Ein Trost-Croissant später ging es wieder. Ich war baff. Mein sensibler, kleiner Junge, der doch so an Mama hing, hatte einen riesigen Schritt in Richtung Selbstständigkeit getan. Einfach so.

Das Loslassen fiel mir viel schwerer als dem kleinen Mann, der sich im Kindergarten sicher und geborgen fühlt – ganz, wie es mein Bauchgefühl bereits vorausgesehen hatte.

Kindergarten Begleitung Esel

I-Ah muss mit.

Bis zum heutigen Tag geht Locke gern in den Kindergarten. Zu Beginn musste der Schnuller mit, der wurde aber in den Rucksack gepackt und erst beim Abholen wieder ausgepackt. Der Esel ist bis heute mit von der Partie, aber auch er wartet geduldig im Rucksack – als Backup, sozusagen.

Im Urlaub jammerte er, wie sehr er seine Freunde vermisst. An fast jedem Sonntag seufzt er abends beim Zubettgehen ein glückliches „Morgen ist endlich wieder Montag, da kann ich wieder in den Kindergarten!“ All das zeigt mir, dass es für mein Kind die richtige Entscheidung war. Wie schon so oft, konnte ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen – auch wenn in diesem Fall mein Kopf zuerst dagegen war.

„Ist der süüüß!“ – Bei den Seehunden.

Was machst du, wenn du einen Seehund triffst?

Ist man an der Nordsee, passiert es mitunter, dass es regnet. Blöd, aber isso. Besonders wenn ihr mit Kindern Urlaub macht, ist es ratsam, ein paar Ausflugsziele zu kennen, die man an einem Regenwettertag besuchen kann.

Eines unserer erklärten Lieblingsziele ist die Seehundstation Nationalpark-Haus in Norddeich – bestimmt kennt ihr sie bereits. Übrigens: Auch bei gutem Wetter ist ein Besuch der Station empfehlenswert, dann ist es nicht so voll.

Locke ist eher Technik- als Tierfan, aber unser Zwockel liebt alles von Gackgack bis hin zum Wauwau (SEINE Wortwahl, nicht unsere). Und er war begeistert von den Seehunden, wie auch ich jedes Mal. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon dort war. Darum möchte ich euch die Station ans Herz legen, es ist nicht nur ein schöner und lehrreicher Zeitvertreib, ihr tut auch noch Gutes, denn die Seehundstation finanziert sich durch Eintritts- und Spendengelder.

Zwockel war begeistert, Locke geneigt, sie niedlich zu finden.

Wie kommt der kleine Seehund nach Norddeich?

Verliert an der Nordsee ein Baby-Seehund, auch „Heuler“ genannt, seine Mama, findet er hoffentlich den Weg in die Seehundstation. Dort kümmern sich Profis und Ehrenamtliche um Wohlergehen und Aufzucht der Tiere, die schließlich wieder ausgewildert werden. Zurzeit befinden sich zwei Seehunde in der Quarantänestation im Waloseum und 97 Tiere in der Seehundstation.


Wie verlieren die Heuler ihre Mütter? Oft sind es ganz natürliche Gegebenheiten. Die Kleinen werden im Sturm oder von starken Strömungen abgetrieben, die Mutter war krank oder starb, das Junge ist verwaist. Manchmal sind aber auch wir Menschen verantwortlich. Wie und warum möchte ich euch in diesem Artikel erklären, damit ihr, wenn ihr auf einen Seehund trefft, wisst, wie ihr euch verhalten solltet.

Ein Seehund ist kein Kuscheltier

Das Wattenmeer ist kein Streichelzoo. Ich habe einmal in Dänemark erlebt, wie ein Seehund am Strand lag und Touristen ihn unbedingt streicheln wollten – weil er ja so süß aussah, mit den großen Augen und der freundlichen Schnauze. Die Frau, die das schließlich tat, wird es bitter bereut haben, denn der kleine Pelzträger war not amused und biss ihr in die Hand. Trotz der wonnigen Optik sollte man nicht vergessen, dass es wilde Tiere sind und wir quasi in ihrem Wohnzimmer.

Sieht süß aus, ist aber kein Schmusetier! ©Seehundstation Norddeich

Zu einem Heuler, Jungtier oder einem ausgewachsenen Seehund solltet ihr immer Abstand halten. Verscheucht ihr beispielsweise ein Muttertier, kann es sein, dass es nicht zum Baby zurückkehrt und das Kleine verhungert oder verdurstet. Ebenso kann die Mutter das Kleine nicht mehr finden, wenn es in Panik weggerobbt ist, weil ihm die Menschen zu nahe kamen.

Juni bis August – du den Heuler melden musst

Also, unter Umständen. Wenn ihr in diesem Zeitraum einen kleinen Seehund findet, der mutterseelenallein am Strand liegt, muss es kein Notfall sein – selbst wenn er heult. Oft ruft er nur nach seiner Mama, die gerade Essen jagt. Ihr solltet immer einen Mindestabstand von 300 Metern halten und das Tier auf keinen Fall anfassen – die Mutter erkennt es am Geruch und nimmt es nicht mehr an, wenn ihr das Tier berührt. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Mama Seehund zurückkommt und alles in Ordnung ist. Euer Eingreifen in die natürliche Situation könnte den Heuler das Leben kosten.

Wenn ihr euch aber nicht sicher seid, ob alles okay ist oder ihr vermutet, dass das Baby tatsächlich allein, krank oder verletzt ist, sind die Retter der Seehundstation eure Ansprechpartner. Auf der Homepage, die schnell zu ergooglen ist, und unter 04931 – 97 333 0 stehen die Profis bereit und sehen nach, ob der Heuler tatsächlich in Not ist.

September bis Mai – lass den kleinen Seehund frei!

In der Zeit zwischen Herbst und Frühling sind die kleinen Seehunde keine Heuler mehr, sie sind bereits selbstständige Jungtiere. Trefft ihr einen solchen Heranwachsenden – auch wenn er klein, unschuldig und niedlich wirkt – ist das Tier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Sicherheit und benötigt keine Hilfe.

Auch hier gilt: Nicht anfassen und Abstand halten, den Fundort verlassen. Hat das Tier offensichtliche Verletzungen ist natürlich die Seehundstation euer Ansprechpartner.

Unterstützung für die Seehunde

Jährlich werden in der Station zwischen 80 und 180 Tiere untersucht und aufgezogen. In den Becken befinden sich mehrere Jungtiere, die so auch den Konkurrenzkampf ums Futter lernen. Ziel ist, wie bereits erwähnt, die Auswilderung der Tiere.

Der erste Heuler wurde in diesem Jahr am 08. August ausgewildert. Als Pate kann man das übrigens hautnah miterleben. Zusätzlich gibt es jährlich zwei Fahrten mit der Reederei Baltrum-Linie, die entsprechenden Tickets gibt es dort.

Die Seehundstation finanziert sich, wie bereits erwähnt, durch Eintrittsgelder und Spenden. Ihr könnt eine Patenschaft für kleine Heuler übernehmen oder einfach Fördermitglied werden. Schon ab 5,00 Euro im Monat seid ihr dabei. Auf jeden Fall hilft aber auch bereits euer Besuch der Station, denn dort lernt ihr viel über die Tiere und das richtige Verhalten – und es gibt viele tolle Veranstaltungen für große und kleine Nordseefreunde.

 

 

*Dieser Artikel ist eine freundliche Empfehlung von Familie zu Familie, von Tierfreund zu Tierfreund. Wir haben dafür weder Auftrag noch Vergütung erhalten.