Im Krankenhaus mit (Klein-)Kind. Und nun?

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Kleinling#2 musste vor kurzem operiert werden. Nichts Schlimmes, reine Routine-OP. Nichtsdestotrotz wuchs meine Angst, je näher der Termin rückte. Konnte ich die immer wahrscheinlicher werdende OP am Anfang seines ersten Lebensjahres noch verdrängen, wurde ich an seinem 1. Geburtstag so langsam unruhig.

Was brauche ich?

Ich selbst bin schon recht oft im Krankenhaus gewesen. Aber noch nie als Begleitung für ein Kleinkind. Was braucht man da? Was muss man mitnehmen?

Ich habe euch hier eine kleine Checkliste gebastelt:

  • Das Übliche: Wechselwäsche für euch und das Kind (bequeme Sachen, die nicht zu eng sind), Schlafanzug, Handtücher, Waschlappen, Zahnputzzeug, Hausschuhe, Shampoo, Duschgel, Fön.
  • Nachtlicht
  • Spieluhr
  • Bademantel fürs Kind (wichtig, wenn man durchs Krankenhaus z.B. zur Untersuchung laufen muss und es für den Schlafanzug zu kalt und für die dicke Jacke zu warm ist)
  • Lieblingskuscheltier, Lieblingskissen oder -decke
  • Spielzeug, Bilderbuch/Vorlesebuch
  • Schlafsack und Ersatzschlafsack
  • Eigene/r Trinkbecher/Flasche
  • Babyfon, damit ihr auch mal das Zimmer verlassen könnt
  • Für euch: Smartphone oder Tablet (Zuspruch von außen kann sehr wichtig sein, gerade in Krisensituationen), Buch, E-Book-Reader, Zeitschriften

In einigen Kliniken gibt es keine Fernseher auf den Zimmern der Kinderstationen, denn die Zwerge brauchen Ruhe zum Gesundwerden. Ich finde das gut! Aber der Tag kann sehr lang werden, wenn das Kind operiert wird oder viel schläft.

Denkt daran, auch an euch zu denken – Langeweile macht unentspannt und eure Kleinen brauchen eine möglichst entspannte Bezugsperson an ihrer Seite.

Denkt an eine Begleitung

Während euer Kind operiert wird, solltet ihr nicht allein sein, wenn es sich vermeiden lässt. Partner oder Partnerin, beste Freundin, Mutter, Vater – wen auch immer ihr um euch haben möchtet.

Ihr braucht jemanden, der euch ablenkt, denn allein beginnt das Gedankenkarussell sich noch schneller zu drehen und das Katastrophisieren  beginnt. Ihr braucht – je nach Schwere der OP – jemanden zum Anlehnen, Trösten oder einfach nur, um euch auf andere Gedanken und mal wieder zum Lachen zu bringen.

Was erwartet mich?

Denn die folgenden Stunden oder Tage werden anstrengend! Egal, ob euer Kind einen kleinen Routine-Eingriff oder eine größere Operation vor sich hat: Eltern machen sich Sorgen. Und das ist auch okay. Während es die Aufgabe der Ärzte ist, euer Kind zu operieren, ist es eure, euch Sorgen zu machen.

Unterschätzen sollte man das nicht, denn schließlich birgt jeder noch so kleine Eingriff ein gewisses Risiko.

Stellt euch darauf ein, emotional gefordert zu werden. Wenn eure Kinder nach überstandener OP wieder bei euch im Zimmer sind, werden sie Schmerzen haben, verwirrt sein, sich unwohl fühlen. Vielleicht ist ihnen übel oder sie haben Angst, wahrscheinlich sind sie völlig überfordert.1-12-_im-krankenhaus-mit-kleinkind_bild-2

Außerdem solltet ihr davon ausgehen, dass zumindest die erste Nacht nach der OP sehr unruhig wird. Die fremde Umgebung, die ungewohnten Geräusche, die vielen Fremden, die im Zimmer ein und aus gehen und natürlich die Strapazen der OP – all dies schüchtert nicht nur Kinder ein. Jeder, der schon einmal operiert wurde, weiß, dass die erste Nacht nach der OP meistens unangenehm ist.

Stellt euch einfach auf null Schlaf ein – wenn es mehr ist, freut ihr euch umso mehr. Mir hat das sehr geholfen. Unter anderen Umständen wären mir drei Stunden Schlaf zu wenig gewesen, da ich aber fest davon ausgegangen war, gar keinen Schlaf zu bekommen, waren die drei Stunden schon fast ein Geschenk. Natürlich war ich müde (am zweiten Tag war ich zeitgleich mit Kind bereits um 19 Uhr im Land der Träume) – aber es ist alles eine Sache der Einstellung.

Stress im Mehrbettzimmer

Wenn ich im Krankenhaus bin, habe ich immer – ja, wirklich immer – extrem laute, kontaktfreudige oder rücksichtslose Zimmernachbarn. Entweder sie bekommen so viel Besuch, dass nicht eine Minute lang Ruhe herrscht, oder sie drehen den Fernseher voll auf oder telefonieren in einer Lautstärke, dass ein Telefon eigentlich gar nicht mehr nötig wäre… Ich hab da schon alles erlebt – von nervig bis unappetitlich war alles dabei. Dabei möchte ich, für meinen Teil, nach einer OP meine Ruhe haben und nicht ständig mitbesichtigt werden – ein Krankenhauszimmer ist kein Begegnungszentrum. Ich halte auch Schlaf – nicht nur für Kinder – für extrem wichtig, wenn der Körper sich von einem Eingriff erholt.

Kleinling#1 ist mit fast vier Jahren inzwischen groß genug, um Zimmernachbarn zu vertragen, wenn es nicht anders geht. Er schläft gern und viel und versteht, dass ihm das gut tut. Und: Wenn er schläft, schläft er.

Mit Kleinling#2 ist das jedoch eine andere Sache. Der schläft sehr unruhig und braucht zum Einschlafen so seine Zeit. Und in dieser muss seine Umgebung möglichst reizarm sein, d.h. dunkel und still. Mit Zimmernachbarn unmöglich.

Option Einzelzimmer – teuer, aber vorteilhaft

Wir haben uns deshalb für ein Einzelzimmer entschieden. Das geht natürlich nur, wenn die Station entsprechend Zimmer frei hat. Und es kostet. Für ein Kind mit Begleitperson werden da pro Tag schonmal einige Euros fällig – die Preise schwanken stark und richten sich nach den jeweiligen Kliniken, aber von 50 bis 160 Euro ist alles dabei. Bei kurzen Aufenthalten ist das vielleicht noch zu stemmen, bei längeren oder häufigen Aufenthalten wird es schon zur Herausforderung.

Dass meine Kinder im Krankheitsfall gut und sogar noch besser als gut versorgt sind, hat für mich Priorität, weshalb die Kleinlinge zur Geburt eine private Krankenzusatz- und Unfallversicherung von den Großeltern geschenkt bekamen. Dabei ist mir nicht einmal die darin meist enthaltene Chefarzt-Behandlung wichtig – ich gehe davon aus, dass die übrigen Ärzte ebenso kompetent sind – sondern ganz klar die Kostenübernahme für das Einzelzimmer. Dass ein Elternteil bzw. die nächste Bezugsperson bei einem Krankenhausaufenthalt mit dabei ist, wird nicht nur von vielen Eltern als selbstverständlich angesehen, es wird auch von den Medizinern bis mindestens zum 9. Lebensjahr des Kindes befürwortet. Dieses sogenannte Rooming-In übernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen. Ist die Begleitung des Elternteils notwendig, muss dies vom Arzt bescheinigt werden. Für die Eltern wird in dieser Zeit Krankengeld gezahlt, so als wären sie selbst als Patient im Krankenhaus.

Warum also nun eine private Krankenzusatzversicherung in Anspruch nehmen? Es geht ja nicht nur um die – zugegeben komfortablere – Unterbringung im Einzelzimmer. Auch die freie Klinik- und Arztwahl, damit das Kind im Bedarfsfall von Spezialisten behandelt werden kann, sind Vorteile der privaten Krankenzusatzversicherung, ebenso wie später die Kostenbeteiligung an eventuellen kieferorthopädischen Behandlungen – auch diese Kosten sollte man nicht unterschätzen!

Die Leistungen einer privaten Unfallversicherung sind z.B. finanzieller Schutz bei Folgeschäden durch einen Unfall in Form von lebenslangen Rentenzahlungen, Krankenhausgeldern oder auch die Übernahme kosmetischer Operationen. Letzteres finde ich wirklich wichtig, denn eine Entstellung aufgrund eines Unfalls begleitet das Kind sein ganzes Leben – warum nicht vorsorgen und dem Kind damit so viel wie möglich ersparen?

Das Beste an der Sache ist: Diese Versicherungen sind nicht teuer. Umfang und Dynamik kann jeder individuell festlegen, man kann aber ungefähr von 40 – 60 Euro pro Jahr ausgehen –  das sind dann gerade mal rund drei bis fünf Euro pro Monat!

Sicherheit als (Weihnachts-)Geschenk

Bei vielen Versicherungspaketen, beispielsweise dem von der VPV angebotenen VPV Vital Junior-Paket, sind Absicherungen für die ganze Familie mit drin: Was passiert im Falle einer Behinderung oder Organschädigung durch Krankheit oder Unfall? Was, wenn das Kind an Krebs erkrankt oder pflegebedürftig wird? Viele Eltern machen sich gar keine Gedanken, was dies an Kosten bedeutet. Und auch, wenn die gesetzlichen Krankenkassen für einen Großteil aufkommen, fehlt das Geld jedoch meist im Akutfall. Die VPV bietet hier nicht nur lebenslange Rentenleistungen für das Kind, sondern auch eine Finanzspritze in Höhe von bis zu 10.000 Euro als Soforthilfe im Ernstfall.

Auch das Service-Management ist nicht zu unterschätzen: Im Ernstfall haben Eltern nach einer wahren Hiobsbotschaft anderes im Kopf, als sich um Anträge und weiteren bürokratischen Kram zu kümmern. Hier unterstützt euch die VPV, damit ihr euch als Eltern voll und ganz um euch und euer Kind kümmern könnt – ein Anruf genügt!

„Ich bin selbst Vater von zwei Kindern und wünsche mir – wie alle Eltern – für die beiden nur das Beste. Natürlich hofft man immer, dass alle gesund und munter bleiben, aber eine Garantie dafür hat man nie. Ausschließen kann man ein Unglück leider nicht – aber man kann dafür sorgen, im Notfall medizinisch bestens versorgt und finanziell abgesichert zu sein“, sagt Tobias Stammer, Versicherungsfachwirt und Inhaber der VPV-Agentur in Menden. „Denn eines gilt für Kinder ebenso wie für ihre Eltern: Die gesetzlichen Sicherungssysteme sind an vielen Stellen unzureichend und bieten nur eine Mindestversorgung.“

Wer also nicht weiß, was er sich von Großeltern oder Paten fürs Kind zu Weihnachten oder zum Geburtstag wünschen soll, hat hiermit einen sinnvollen Geschenkwunsch, der im Ernstfall einmal richtig wichtig wird!img_0450

Ihr habt Interesse an einer privaten Zusatzversicherung oder einer Unfallversicherung für eure Kinder? Das Team der VPV-Agentur Stammer kümmert sich unter der Telefonnummer 02373 – 9170277 oder der E-Mail-Adresse agentur-menden@vpv.de um euch und eure Fragen!

 

Ein kleiner Beutel für eine bessere Welt

Produktempfehlung

Ein kleiner Beutel für eine bessere Welt

Wie auch du ganz einfach Müll vermeiden kannst

Ich weiß nicht, ob es wirklich mehr geworden ist oder ob es mir nur so vorkommt. Aber wenn ich einkaufen war, ist der Plastik-Mülleimer danach voll. Verpackungen, Tüten, Folien…

Ich gebe zu, dass ich mit meinen zwei Kindern, der Selbständigkeit, dem Blog, dem Haushalt und meinem restlichen Leben nicht immer die Zeit und Muße habe, auf Wochenmärkte zu gehen oder nach Bio-Läden Ausschau zu halten. Ich kaufe dort, wo ich immer kaufe, weil es bequem ist und schnell geht. Mehr ist zur Zeit nicht drin.

Wenn es geht, kaufe ich Bio – wobei ich mich schon länger darüber aufrege, dass die Bio-Gurken nochmal extra eingeschweißt sind… Warum das so ist, lest ihr hier. Natürlich könnte ich nun alles auf den Kopf stellen und mein Leben von Grund auf re-organisieren. Aber ganz ehrlich? Dazu reicht es im Moment nicht bei mir. Ich habe Kopf und Alltag voll mit anderen Dingen.

Immer mal wieder ein bisschen besser ist besser, als gar nichts.

Faul? Bedingt. Egoistisch? Vielleicht. Bin ich ein schlechter Mensch? Bestimmt nicht. Aber so ganz untätig wollte ich nun auch nicht bleiben. Immer mal wieder ein bisschen besser ist besser, als gar nichts. Schon lange benutze ich keine Plastiktüten mehr, sondern bringe Taschen und Papiertüten zum Einkauf mit. Und wenn ich diese doch mal vergesse und eine Plastiktüte kaufe, wird die später als Müllbeutel benutzt und so recycelt.

Wirklich gestört haben mich aber die blöden Plastikbeutel, in die man Obst und Gemüse steckt. Die haben ja nun mal wirklich absolute Kurzzeit-Funktion. Als Müllbeutel sind sie zu dünn und wenn sie einmal zugeknotet sind, bekommt man sie nicht mehr auf. Die haben mich richtig genervt, weshalb ich die Etiketten eine Weile auf einzelne Gemüse geklebt habe. Das funktioniert natürlich nur, wenn man die auch einzeln auswiegt. Ein Etikett hält prima auf einer Aubergine. Auch auf einer Zucchini und einem Bund Bananen. Aber bei Zwiebeln wird es beispielsweise schon schwieriger. Die werfen nämlich gern mal ihre Schale samt Etikett mitten im Laden ab.

Eine Alternative muss her!

Eine Bekannte hat sich als Alternative selbst Tüllbeutel mit Kordel genäht, um dort ihr Gemüse hinein zu stecken und das Etikett anzukleben. Auch eine prima Idee – aber ich kann nicht nähen. Wirklich gar nicht. Ich kann tolle Kuchen backen, Texte schreiben und ganz passabel kochen – aber nähen gehört, zum Kummer meiner Mutter, zu den Dingen, die ich echt nicht beherrsche. Da wären wir auch wieder beim Thema „Zeit und Muße“: Hab ich nicht allzu viel von übrig.

Ein Nähkurs schied also aus. Der Aufwand schien mir auch nicht wirklich angemessen. Immer noch überlegte ich an einer Alternative und die fand ich schließlich – wie so oft – im Netz.

©Fair Green GmbH

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©Fair Green GmbH

Veröffentlichung des Bildes mit freundlicher Genehmigung der Fair Green GmbH

Ein Fregie® verbessert die Welt

Dass zwei Freunde während ihres Australien-Urlaubs die Idee eines wiederverwendbaren Obst-und-Gemüse-Beutels für Deutschland entwickeln und daraus ein Start-up namens Fair Green entsteht, war mir als Herzensaustralierin doch gleich doppelt sympathisch! Timo Bernard und Benjamin Gans haben ihre Vision wahr gemacht und sind mit einem kleinen Beutel einen großen Schritt in die richtige Richtung gegangen.

Der Fregie® ist aus Polyester und ist somit reißfest, lebensmittelecht und recyclingfähig. Er ist sehr leicht, sodass man beim Auswiegen der Ware nicht auch noch draufzahlt. Damit nichts herausfällt, lässt sich der Fregie® mit einer Kordel verschließen. Für den Fall, dass sich mal ein Obst daneben benommen hat, ist der kleine grüne Beutel waschbar.

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©Fair Green GmbH

Einziger Wermutstropfen ist, dass das Klebeetikett nicht allzu gut auf der Netzstruktur hält, man kann es aber auf den „Waschzettel“ an der Seite des Beutels kleben. Mit knapp 2,40 Euro pro Stück lohnt sich der kleine Müllvermeider auf jeden Fall – in der 20-er Familienpackung zahlt ihr pro Stück sogar nur 2,20 Euro pro Beutel. Ich habe mir gleich ein Fünferpack bestellt und habe nun in jeder Handtasche mindestens einen Fregie® – die sind leicht, nehmen absolut keinen Platz weg und können so in jeder Tasche mitreisen.

Woher kommt der Name Fregie®?

Fregie® kommt aus dem Englischen und setzt sich aus „Fruit“ und „Vegetables“ zusammen – es ist ja schließlich ein Obst- und Gemüsebeutel. Hersteller Timo Bernard lebte fast 2 Jahre lang in Australien und stieß dort in Melbourne auf einer „Sustainability-Fair“, einer kleinen Marktausstellung mit nachhaltigen Produkten, auf diesen Beutel. Erfunden hatten ihn zwei Mütter, die das Start-up „Two Girls“ gegründet hatten, mit ihrer Idee aber nicht international auftreten wollten. Während eines Roadtrips kam den beiden Gründern die Idee, dass die Beutel auch in Deutschland etwas zur Müllvermeidung beitragen könnten und holten sich daraufhin das OK der beiden Damen für den Vertrieb in Europa ein.

Zurück in Deutschland gründeten die Beiden das Unternehmen Fair Green und begannen mit der Produktion des Fregies®. „Den Aufwand, ein solches Produkt auf den deutschen Markt zu bringen, haben wir allerdings etwas unterschätzt“, so Timo Bernard. „Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt dauerte es mehrere Jahre. Die größte Herausforderung war die Lebensmittelechtheit: Alle Komponenten, alle Inhaltsstoffe müssen von den verschiedenen Herstellern einzeln getestet werden, um nachzuweisen, dass der Beutel wirklich lebensmittelecht ist – das war uns sehr wichtig, denn das unterscheidet den Fregie® von anderen Produkten auf dem Markt. Dass die Etiketten nicht so gut haften, liegt übrigens auch an den lebensmittelechten Inhaltsstoffen. Aber wir arbeiten an diesem Problem. Zukünftig wird es unsere Fregies® auch in anderen, knalligeren Farben geben.“

Auch die Suche nach dem idealen Produktionspartner war nicht einfach, denn die Nähte des Beutels müssen, um mehrere Äpfel, Birnen und Co. zu halten, sehr stabil sein. Die kleinen Beutel werden in Deutschland produziert: In Zusammenarbeit u.a. mit Behindertenwerkstätten wird der Fregie® von erfahrenen Kräften genäht.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Beutel verkaufe“, lacht Timo Bernard in unserem Interview. „Aber offensichtlich ist der Bedarf da! Immer mehr große Handelsketten interessieren sich für Nachhaltigkeit und damit auch für unseren Fregie®. In Zukunft soll der kleine Beutel übrigens noch nachhaltiger werden: Umweltfreundlichkeit war von der ersten Stunde an unser größtes Anliegen. Wir wollen mit den Fregies® Schritt für Schritt vorgehen, um den Einkauf immer umweltfreundlicher zu gestalten.“

Ein kleines Stück zu einer heileren Welt beitragen

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©Fair Green GmbH

Man muss nicht gleich die Welt neu erfinden. Man muss auch nicht gleich als revolutionärer Bio-Warrior sein ganzes Leben und das seiner Familie umkrempeln – auch wenn ich alle, die das tun, ehrlich bewundere! Aber die Welt jeden Tag ein klitzekleines Bisschen besser zu machen, ist gar nicht so schwer. Und je mehr Menschen ein kleines Stück dazu beitragen, desto größer wird dieses Stück. Und irgendwann ist es ein großer Teil von etwas Gutem – und wir haben unseren Beitrag dazu geleistet.

Sei es nun mit Einkaufsbeuteln aus Papier und Stoff oder mit einem kleinen wiederverwendbaren Obst- und Gemüsebeutel.

Ihr möchtet auch einen Fregie® haben? Hier kommt ihr zum Bestellformular von Fair Green! Wir freuen uns, wenn ihr uns Fotos von eurem Einkauf mit dem Fregie® schickt!

Die 5 schönsten Lieder zu St. Martin

Singen beim Laternen-Umzug

St. Martin war immer mein Highlight als Kind und kommt für mich in der gefühlten Wichtigkeit – bis heute – gleich nach Weihnachten.

Ich habe die Geschichte des römischen Soldaten und späteren Bischofs Martin von Tours geliebt: Martin, bekannt für seine Nächstenliebe, ritt durch eine kalte Winternacht und traf am Stadttor von Amiens auf einen armen Bettler, der furchtbar fror. Martin hielt an und teilte seinen warmen Mantel in zwei Hälften. Die eine Hälfte gab er dem frierenden Mann und die andere behielt er und ritt von dannen.

Der traditionelle Laternenumzug mit Reiter an der Spitze, das gemeinsame Singen und zum Schluss das Verputzen der dick mit Zucker bestreuten Martinsbrezeln gehört zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen! Als wir in unsere derzeitige Wohnung gezogen waren – noch kinderlos – veranstaltete die Schule, die unserem Haus direkt gegenüber liegt, einen Laternenumzug – und zum ersten Mal seit gut 20 Jahren hörte ich wieder die alten Lieder, sah kleine Pimpfe mit bunten Lichtern herumlaufen und fing vor lauter Rührung an zu weinen. Bei uns auf dem Dorf gibt es viele Martinsumzüge: Diverse Schützenvereine, Kindergärten, Schulen usw. veranstalten ihre Umzüge – und ich liebe jeden einzelnen. Hätte ich nur die Zeit, überall mitzugehen!

Eine Liste von offiziellen St. Martins-Umzügen findet ihr hier. Vielleicht sind ja auch in eurer Nähe welche dabei!

Doch mir fiel eines auf: Ich kenne die Lieder gar nicht mehr! Bis auf „Laterne, Laterne“ bekomme ich nur noch St. Martins Lied (s.u.) auf die Reihe – und davon auch nur noch die erste Strophe! Schmach und Schande! Und sowas will St-Martins-Fan sein!

Heute gab es dann quasi Nachhilfe: Im Kindergarten, beim traditionellen St.-Marins-Lieder singen. Da kommen die Mamas, die Zeit haben, zu ihren Kindern in die Gruppen, setzten sich im (künstlichen) Kerzenschein in den Kreis und singen Martinslieder. Gut, dass es dunkel war (Rührung und Tränen und so…)!

Damit auch Ihr zum Laternen-Umzug textsicher seid und mit euren Kleinen zusammen so richtig mitsingen könnt, haben wir für euch hier unsere 5 Lieblings-Lieder zum St. Martinsfest zusammengestellt:

1) Laterne, Laterne
Ein traditionelles Volkslied, das geschätzt im Jahr 1900 entstand.

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.
Brenne auf, mein Licht, brenne auf, mein Licht,
Aber nur meine liebe Laterne nicht.

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.
Sperrt ihn ein, den wind, sperrt ihn ein, den Wind,
er soll warten, bis wir zuhause sind.

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne.
Bleibe hell, mein Licht, bleibe hell, mein Licht,
denn sonst strahlt meine liebe Laterne nicht.

2) Ich geh mit meiner Laterne
Dieses Volkslied stammt zum Teil aus dem 19. Jahrhundert. Einige Strophen kamen erst Mitte des 20. Jahrhunderts hinzu. 

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.
Ein Lichtermeer zu Martins Ehr.
Rabimmel, rabammel, rabumm.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.
Der Martinsmann, der zieht voran.
Rabimmel, rabammel, rabumm.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.
Der Kuchenduft liegt in der Luft.
Rabimmel, rabammel, rabumm.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.
Beschenkt uns heut, ihr lieben Leut.
Rabimmel, rabammel, rabumm.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten leuchten wir.
Mein Licht ist aus – ich geh‘ nach Haus.
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3) Sankt Martins Lied
Auch ein Volkslied, der Verfasser ist leider unbekannt. Ursprünglich hatte es 20 Strophen – von denen heute die ersten 4 wohl am bekanntesten sind. 

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt ihn warm und gut.

Im Schnee saß, im Schnee saß, im Schnee,
da saß ein armer Mann,
hat Kleider nicht, hat Lumpen an.
„Oh helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bitt’re Frost mein Tod!“

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
zieht die Zügel an,
das Ross steht still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
den warmen Mantel unverweilt*.

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
gibt den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil‘
hinweg mit seinem Mantelteil.

* “unverweilt“ ist ein altes Wort, das soviel wie „jetzt“ oder „sofort“ bedeutet.

4) Durch die Straßen auf und nieder©
Der Text stammt von Lieselotte Holzmeister, die Melodie von Richard Rudolf Klein.
Erschienen auf der Fidula-CD 4427 „Martinslieder und Laternentänze“. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Fidula-Verlags, dem die Rechte an diesem schönen Lied gehören.

Durch die Straßen auf und nieder
leuchten die Laternen wieder:
Rote, gelbe, grüne, blaue –
lieber Martin komm und schaue!

Wie die Blumen in dem Garten
blüh’n Laternen aller Arten:
Rote, gelbe, grüne, blaue –
lieber Martin komm und schaue!

Und wir gehen lange Strecken
mit Laternen an den Stöcken:
Rote, gelbe, grüne, blaue –
lieber Martin komm und schaue!

5) Laternenlied
Ein neueres Lied von einem meiner Lieblings-Kinderliedermacher Detlev Jöcker, u.a. erschienen auf der CD „Laternentanz und Lichterglanz“. Seine CDs sind hier erhältlich. Mit freundlicher Genehmigung von Detlev Jöcker.

Wir tragen unsere Laternen – die Lichter, sie brennen sacht.
Wir tragen unsre Laternen – ganz hell wird die dunkle Nacht.
Der Mond in der Ferne und alle die Sterne, sie schauen in großer Ruh,
der Mond in der Ferne und alle die Sterne, sie schauen von oben zu.

Wir tragen unsre Laternen und lachen uns fröhlich an.
Wir tragen unsre Laternen, weil jeder sich freuen kann.
Der Mond in der Ferne und alle die Sterne, sie schauen in großer Ruh,
der Mond in der Ferne und alle die Sterne, sie schauen von oben zu.

Wir tragen unsre Laternen und sind auch noch gar nicht müd.
Wir tragen unsre Laternen und singen von vorn unser Lied.
Der Mond in der Ferne und alle die Sterne, sie schauen in großer Ruh,
der Mond in der Ferne und alle die Sterne, sie schauen von oben zu.

Mehr von Detlev Jöcker findet ihr hier auf YouTube.

Was sind eure Lieblings-Lieder zu St. Martin? Kennt ihr noch andere Traditionen rund um St. Martin? Übrigens: Auf dem Titelbild sind unsere selbstgebastelten Fredel-Laternen zu sehen. Wer Fredel ist? Schaut einmal hier.

Brief an mein Kleinkind…

Warst du nicht gestern noch ein Baby?

Mein kleiner Junge.

Du bist, wie dein großer Bruder, ein absolutes Wunschkind. Auch wenn ich am Anfang überzeugt davon war, dass du ein Mädchen wirst, war ich keine Sekunde lang enttäuscht.

Du weißt, was du willst

Schon als du in meinem Bauch warst, habe ich immer gesagt, dass du ein Macher bist. Das hatte ich einfach im Gefühl und bisher hat sich dieser Eindruck bestätigt. Schon bei deiner Geburt hast du dich nicht lange mit schreien aufgehalten, sondern dich sofort auf die Suche nach Futter gemacht. Brust nicht sofort gefunden? Macht nix, saug ich eben an Mamas Wange, bis da was rauskommt! Und dich da erstmal abzulösen! Meine Güte, hattest du einen Zug drauf! Von da an lagst du gefühlt die nächsten acht Monate nonstop an der Brust – was man hat, hat man!

Mein kleiner Junge – du bist ein Macher! Das Köpfchen konntest du schon nach nur einer Woche alleine halten. Nicht mal 10 Monate warst du alt, als du deine ersten Schritte gemacht hast. Du weiß genau, was du willst und was du nicht willst – und lässt es lautstark jeden wissen, wenn es mal nicht nach deinem Willen geht.foto-3_mein-kleiner-junge

Schlaf war Mangelware

Ach, kleiner Mann! Du hast uns einiges abverlangt. Schlafen ist nicht so deins – im Gegensatz zu deinem Bruder, der Schlafen quasi von Geburt an als Hobby betreibt, muss man dich noch immer überzeugen, dass dir sowas gut tut. Schlafen? Voll Mainstream! Üben musst du! Groß werden! Wer hat da Zeit zum Schlafen?! Wochen mit absolutem Schlafminimum liegen hinter uns. Du hast uns unsere Grenzen gezeigt und was Erschöpfung bedeutet! Das hat unseren Start holprig gemacht und wir brauchten ein wenig länger, bis wir uns wirklich aneinander gewöhnt hatten.

Du bist nicht so leicht zu lesen, wie dein Bruder, bei dem wir meistens schon am Schreiton erkannten, was los ist. Nein, du lässt dir nicht in die Karten gucken!foto-2_mein-kleiner-junge

F*ck the system!

Du, kleiner Mann, hast deinen ganz eigenen Kopf. Du machst alles so, wie ein Baby es nicht tun sollte und Recht hast du – F*ck the system!

„Schlafen auf dem Rücken? Nicht mit mir! Gestatten? Ich bin Bauchschläfer – akzeptiert das oder ich schrei noch mehr! Und was soll bitte dieser blöde Schlafsack? Wollt ihr mich einsperren? Vergesst es und holt mir eine kuschelige Decke! Ich brauche die Freiheit, Mann! Und könnte bitte endlich jemand diese harten Gitterbett-Stäbe polstern? Ich sehe ja schon aus, wie ein Klingone mit meinen ganzen Beulen.

Nein, den MaxiCosi mag ich auch nicht. Mir doch egal, dass es nicht anders geht – schrei ich eben auf jeder Autofahrt so lange, bis euch die Ohren klingeln! Aber ich bin ja kein Unmensch, fünf Minuten vorm Ziel schlaf ich ein.

Und diese Tragegeschichte! „Der Mensch ist ein Tragling“? Am Arsch! Ich bin ganz klar ein Laufling und ich fang jetzt mal an zu üben. Und eins sag ich euch: Wenn ich Körperkontakt will, dann komm ich kuscheln – aber stopft mich bloß nicht in so ein Tuch und schnallt mich an Mama fest, da seh ich ja nix! Die Ergobaby könnt ihr euch auch sparen.

Und á propos „Nichts sehen“: Kinderwagen? Ja sagt mal, geht’s noch? Da seh ich ja gar nix – den Himmel vielleicht! Bis ihr den zum Buggy umgebaut habt, brüll ich bei jedem Spaziergang das Dorf zusammen, ich schwör!

Ja und, dann bin ich halt müde. Das heißt ja nicht, dass ich schlafen muss! Ein echtes Baby braucht keinen Schlaf! Da komm ich ja zu nix! Na gut, vielleicht ein Stündchen. Aber dann kannst du wieder zum Stillen kommen, Mama. Hey, Mama? Ist das nicht cool? Alle schlafen, nur wir zwei sind wach. Jede Nacht! Hach, ist das toll. Mmmmh… Ich glaub, ich schlaf mal ein… Moooooment, wer hat hier was von Hinlegen gesagt? Du bleibst mal schön da sitzen.

Und danke, Mama, dass du dir wochenlang die Mühe gemacht hast, zu kochen. Echt, ich weiß es zu schätzen. Danke, aber: Nein, danke. Ich nehm dann lieber doch das Gläschen. Onkel Hipp sagt schließlich, dafür steht er mit seinem Namen, und wenn der Mann da schon extra für mich in der Gegend rumsteht – mit Namen oder ohne, ist mir wuppe –  dann tun wir ihm doch den Gefallen und machen bitte das Gläschen auf. Jetzt. Wenn’s schnell geht, macht nix! Aber nicht warm machen, ja?! Warm – igitt! Ich bin eher so der Fan des kalten Büffets. Darum bitte auch mein Fläschchen mit kalter Milch. Kalt, sag ich. Kühlschrank-kalt. Papa trinkt das Feierabend-Bierchen ja auch nicht warm, oder?

Also, eigentlich bin ich doch ganz pflegeleicht, oder?“foto-4_mein-kleiner-junge

Laufling, nicht Tragling

So, oder so ähnlich mag es dir durch den Kopf gegangen sein. Du weißt, was du willst und du wollteste eines unbedingt: LAUFEN! Seit du knapp zehn Monate alt bist kannst du es und hey – auf einmal bist du viel entspannter, wenn auch nicht weniger furchtlos. Du kletterst, rennst und springst – fällst du um oder wieder einmal irgendwo runter, stolperst, rutscht aus und dann schüttelst du dich kurz und stehst wieder auf – zum Weinen keine Zeit!

Mein kleiner, großer Junge! Seit heute bist du kein Baby mehr. Du bist jetzt ein Kleinkind. Und was für eins! Auch wenn es für uns als Eltern nicht immer einfach mit dir war und sein wird:

Bewahre dir deinen Ehrgeiz, deine Zielstrebigkeit und deine Kompromisslosigkeit. Wenn wir es schaffen, dir die richtige Portion Menschlichkeit, Güte und Empathie mit auf den Weg zu geben – vielleicht mit einer Prise mehr Vorsicht – dann wird aus dir nicht nur ein Macher, der seinen Weg geht und alles schaffen kann, was er will, sondern auch ein ganz großer Mensch – in jeder Hinsicht.

Los, little Rocket Man! Greif nach den Sternen!

Danke ist nicht nur ein Wort…

Kleine Dinge – große Wirkung

Ich hasse diese Orangensaft-Werbung. Die, in der die Mutter, mitten in ihrer super strahlendweißen Wohnung stehend, gesteht: „Den Kindern ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ beibringen? Daran arbeiten wir noch. Hier im Haus für Ordnung sorgen? Schwierig! Die Gesundheit meiner Familie schützen? Ganz einfach.“ Lobend erwähnen müssen wir ja, dass es dort familiär chaotisch, nicht steril zugeht, und das Punkt zwei der „Daran-arbeiten-wir-noch-Liste“ ist.

Aber als ich die Werbung zum ersten Mal sah, dachte ich, ich hätte mich verhört. Ich meine, bitte, wir reden hier über Orangensaft aus einer Plastikflasche. Wie gesund das ist, darüber kann man streiten. Natürlich ist mir die Gesundheit meiner Kinder wichtiger als alles andere – aber an Bitte und Danke arbeiten wir noch? Es ist ja nicht so, dass dafür etwas anderes, wie die Gesundheit, auf der Strecke bliebe. Man wird ja nicht vor die Wahl gestellt, seine Kinder gesund zu ernähren oder ihnen höfliche Umgangsformen beizubringen – das geht parallel! Ehrlich!

Bitte, Danke und Gesundheit

Ich gehöre vielleicht zu einer aussterbenden Art (bitte sagt, dass es nicht so ist) – aber für mich sind Bitte und Danke eklatant wichtige Wörter. Mein Sohn beherrschte sie bereits mit Zwei und wendet sie heute ganz selbstverständlich an. Gut, manchmal muss ich ihn an der Wursttheke mit einem oberlehrerhaften „Was sagt man?“ erinnern, aber meistens klappt das von selbst. Auch Gesundheit sagt er, wenn jemand niest. Laut Knigge ist das zwar neuerdings unfein – man soll es großzügig überhören – ich finde es aber nach wie vor nett, jemandem Gesundheit zu wünschen, wenn er ein solches akustisch wahrnehmbares Krankheitsanzeichen äußert.

Warum sagt man „Gesundheit?“

Im Mittelalter, als die Pest grassierte, wünschte man sich so selbst Gesundheit, nicht dem Anderen. „Nicht die feine Art“, findet die Welt. Aber heute? Das Mittelalter ist schon lange vorbei und nur weil etwas damals recht egoistische Gründe hatte, muss es doch heute nicht künstlich zur Unhöflichkeit hochstilisiert werden. Fragt doch mal eure Bekannten! Die Mehrzahl wird denken, man wünscht dem Niesenden auf diese Weise „Gute Besserung“. Und das ist doch nett.

Ich komme, das muss man dazu sagen, aus einer sehr höflichen Familie. Wir haben sogar Gesundheit gesagt, als seinerzeit unser Hund geniest hat! In einem meiner vielen Babybücher stand, man solle bereits dem kleinen Baby, dem winzigen Säugling, gegenüber Bitte und Danke sagen. Als ich meinem Mann dies vorlas, sagte er lapidar „Wieso? Machst du doch schon!“ und da fiel es mir auf: Ganz unbewusst bedankte ich mich bei meinem Baby, wenn es mir beispielsweise ohne sich zu sträuben das Ärmchen hinhielt, damit ich ihm den Pullover anziehen konnte. Meinen „Kommandos“ schob ich immer ein Bitte hinterher. Und das ganz automatisch, unbewusst.

Ein „Thank you!“ für den Busfahrer. Wofür? Einfach fürs Bus fahren.

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Es muss ja nicht immer gleich ein Kuchen sein…

Als ich vor kurzem mit australischen Freunden die Burg Altena besuchte, wurde ich wieder daran erinnert, wie viel höflicher die Leute Down Under sind. Wir betraten einen Raum mit mittelalterlichen Ausstellungsstücken. Es war ein Vormittag unter der Woche und es war nicht viel los. Ein gelangweilter Angestellter saß an seinem Tischchen in besagtem Raum, und passte auf, dass sich niemand auf den Thron setzte, der nicht König ist. Mein Mann und ich gingen durch den Raum und – Schande über uns – übersahen den Herrn, dessen Aufgabe ja auch irgendwie ist, unsichtbar zu sein, solange er nicht eingreifen muss. Meine australischen Freunde aber blieben vor ihm stehen und bedankten sich mit artigem „Thank you, mate!“

Und da fiel mir wieder ein, wie befremdet ich war, als ich in Sydney zum ersten Mal mit dem Bus fuhr: Jeder der Fahrgäste bedankte sich beim Aussteigen beim Fahrer. Am Anfang fand ich das sehr amüsant, hatten die Fahrer doch manchmal einen Affenzahn drauf, der uns Fahrgäste fast aus den Bänken kegelte. Auch das Aussteigen an der richtigen Bushaltestelle war für mich noch kompliziert, denn an den Bushalteschildern steht nicht, wie bei uns, gut sichtbar der Name der Haltestelle, weshalb meine ersten Busfahrten eher einem Glücksspiel glichen.

Aber sich zu bedanken, dafür, dass der Busfahrer tut, wofür er bezahlt wird? Das fand ich komisch. Heute schäme ich mich dafür. Im Laufe der Zeit gewöhnte ich mir an, ein fröhliches „Thank you!“ durch den Bus zu rufen. Es wurde mir zur Gewohnheit und schon nach kurzer Zeit fand ich es völlig richtig und passend – und konnte Ausländer daran erkennen, dass sie ohne Dank aus dem Bus stiegen.

Wieder in der Heimat – ich fahre hier nur selten Bus – rief ich dem Busfahrer beim Aussteigen ein lautes „Danke!“ zu… Und Fahrer wie auch Fahrgäste sahen mich an, als hätte ich unaufgefordert den „Ententanz“ hingelegt. Singend. Im rosa Frosch-Pyjama.

Danke und Bitte, statt Chinesisch und Englisch

Danke ist für mich ein kleines Wort, das mir keinen Zacken aus der Krone bricht, und doch so viel mehr ist, als nur ein Wort. Es drückt Wertschätzung aus. Es sagt meinem Gegenüber „Ich habe dich gesehen und wahrgenommen.“ Oder „Ich finde es gut, was du machst!“ Es sagt der Kassiererin, die an einem heißen Sommertag schon unzählige missgelaunte Kunden hatte „Ich sehe, was du tust. Ich möchte nicht mit dir tauschen, einer muss es aber tun. Schön, dass es dich gibt.“

Immer öfter bekomme ich nun mit, wie gut es den Leuten tut, wenn man sich bedankt – und zwar nicht nur ein beiläufiges Danke hinrotzt, sondern ein sonniges, von Herzen kommendes, gelächeltes DANKE! mit Blickkontakt zustande bringt. Das tut gar nicht weh, kostet nichts und es kann, für das Gegenüber, einen schlechten Tag in einen guten verwandeln.

„Wissen Se watt, junge Frau? Datt tut ma richtich gut, datt sich auch ma einer bedankt. Ich mach hier ja nur die Kasse, aber so’n Danke, datt macht einem den Tach schon schön. Machen leider die wenigsten Kunden! Die meisten sagen nich ma Guten Tach!“, sagte die Kassiererin im Baumarkt vor Kurzem.

Darum finde ich es wichtig, seinen Kindern, bevor sie Chinesisch und Englisch lernen, bevor sie Geigenunterricht und Klavierstunden bekommen und obwohl sie Orangensaft trinken – ja, verdammt, sobald sie sprechen können, Bitte und Danke beizubringen. Es macht einen Unterschied.

 

Nightmare on Kinderbett-Street

Erste Hilfe bei Alpträumen

Mein Großer hatte vor nicht allzu langer Zeit nachts einen schlimmen Albtraum. Er schrie plötzlich nach Mama und die Art des Schreiens ließ keinen Zweifel zu: Mein Kind war in Not und brauchte mich. In rekordverdächtiger Geschwindigkeit aus der Horizontalen zum Kinderbett gesprintet und da saß er: Völlig aufgelöst und er schluchzte bitterlich. Er warf sich in meine Arme und hielt sich an mir fest. Natürlich habe ich ihn zu uns ins Bett geholt, wo er sich auch schnell beruhigte und bald schon wieder eingeschlafen war, weshalb das Erlebnis für mich schnell vergessen war.

Böser Traum mit Nachspiel

Am nächsten Abend brachten wir ihn wie immer ins Bett und hatten gerade die Wohnzimmertür geschlossen, als er entsetzlich zu brüllen anfing. Zuerst dachten wir, es sei das neue Wutgebrüll (der Herr ist nämlich zur Zeit in einer Trotzphase und testet seine Grenzen aus) und schimpften. Der kleine Bruder wurde wach, schrie gleich mit und das Chaos war perfekt. An Feierabend nicht zu denken.

Ich war ratlos, denn sonst haben wir keine Probleme beim zu Bett gehen. „Ich will nicht schlafen, ich will nicht schlafen, ich will nicht schlafen!“, wiederholte der kleine Mann gebetsmühlenartig. Als ich ihn mir genauer ansah, erkannte ich, dass weder Trotz noch Wut die Auslöser des Dramas waren, sondern Angst.

„Hast du Angst?“, fragte ich und hatte ein schrecklich schlechtes Gewissen, weil ich es nicht gleich erkannt hatte.

„Jaaaaa! Bestimmt kommt der böse Traum wieder!“, weinte er. Er weinte inzwischen sogar so schlimm, dass er sich beinahe übergab. Sich reinsteigern kann er gut. Normalerweise kann ihn der Papa aber ganz großartig ablenken. Er findet immer das richtige Thema, um das Kind wieder „rauszusteigern“.

Erste Hilfe bei Alpträumen

Aber nicht an diesem Abend. Auch die üblichen Tricks halfen nicht. Mir blieb nichts anderes übrig, als das Lied zu singen, dass ich ihm in Einschlafkrisen vorsinge, seitdem er auf der Welt ist. Den Sonnenkäfer. Nach zwei Durchgängen, feste an mich gekuschelt, beruhigte er sich. Schließlich war er wohl zu erschöpft, um Angst zu haben und schlief endlich ein.

Alpträume sind normal. Das Tagesgeschehen – Geschichten, Erlebnisse, Konflikte, Emotionen – all das will verarbeitet werden. Da kann schon einmal was durcheinander geraten in dem kleinen Kopf. Auch wir Erwachsenen sind nicht sicher vor Alpträumen. Doch besonders im Alter von zwei bis sechs beginnen Kinder, die Welt anders wahrzunehmen und zu verstehen, begegnen der Angst und auch der Fantasie – und müssen erst noch lernen, letztere von der Realität zu unterscheiden.

Was das Kind nach einem Alptraum sofort braucht, ist körperliche Nähe. In den Arm nehmen, streicheln, beruhigen, trösten – in der Regel sind das intuitive Reaktionen der Eltern. Das Kind mit ins Elternbett zu nehmen, ist wohl nähe-technisch die beste Lösung, dies will aber gut überlegt sein. Denn Kinder verstehen nicht, warum das in der einen Nacht okay ist, in der nächsten aber nicht. Wenn ihr das nicht wollt, müsst ihr eine andere Möglichkeit finden. Unsere Kinder dürfen bei uns im Bett schlafen – ich persönlich genieße die Nähe mindestens genauso wie sie.

Weitere Erste-Hilfe-Tipps bei Alpträumen:

Das Lieblingsstofftier ist oft der beste Tröster, gleich nach Mama und Papa.

  • Ein Nachtlicht nimmt die Angst vor er Dunkelheit.
  • Eine Spieluhr beruhigt.
  • Versichert eurem Schatz, dass ihr immer da seid – notfalls könnt ihr auch das Babyfon (re)aktivieren

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Das Monster unterm Bett gleichzeitig ernst nehmen und relativieren

Ihr solltet euer Kind ernst nehmen. Natürlich war es „nur ein Traum“, für den Kleinling war dieser aber gerade sehr real. Die Grenzen zwischen Fantasie und Realität sind noch fließend. Wichtig ist, eine Balance zwischen ernst nehmen und beruhigen zu finden. Das Kind muss lernen, seine Ängste einzuordnen, das Relativieren schlimmer Träume ist da der erste Schritt. Auch die Monstersuche ist per se eine gute Idee, es sollte aber nicht übertrieben werden: Es zeigt, ihr nehmt die Ängste vor dem Monster ernst, messt diesem aber nicht zu viel Gewicht bei – hier kann auch ein Anti-Monster Spray hilfreich sein.

Alpträume zu verhindern ist nicht möglich, es gibt aber ein paar Tipps, das zu Bett gehen friedlich und unaufgeregt zu gestalten. Ein festes, ruhiges Ritual kann da helfen. Auch sollten Gute-Nacht-Geschichten, Abendserien oder Einschlaf-Apps nicht zu aufregend sein.

Zweite Hilfe bei Alpträumen

Was aber, wenn das Kind noch sehr unter dem Eindruck des Traumes steht und nun Angst hat, dass der Traum wiederkommt? Hier finde ich wichtig, dem Kind keine falschen Versprechungen zu machen. Zu versprechen, dass nie wieder ein böser Traum kommt, enttäuscht das Kind spätestens beim nächsten unschönen Traumerlebnis. Wenn der Alptraum noch sehr frisch ist, kann es bei der Bewältigung helfen, ihn gemeinsam mit dem Kind aufzumalen und dann zu zerreißen. Ein paar Tricks gibt es aber, um dem Kind wieder ein gutes Gefühl zu geben:

  • Traumfänger oder Schutzengel,
  • Anti-Alptraum-Spray (Wasser mit ein paar Tropfen Vanille- oder Lavendelöl),
  • oder eine duftende Gute-Träume-Creme

lassen sich prima in das Einschlaf-Ritual mit einbeziehen. Ein gelassener Umgang mit den bösen Träumen, die sich nicht verhindern lassen, ist ebenso wichtig, wie zu verstehen, dass sie für das Kind manchmal auch nicht einfach so wegzuwischen sind – und sie ein Stückweit ernst zu nehmen. Das Wichtigste ist, dass die Kinder wissen, dass ihr im Falle eines Alptraums für sie da seid.

Haben eure Kinder allerdings immer wieder Probleme mit schlimmen Träumen oder gar dem Nachtschreck, Pavor nocturnus, bei dem das Kind extrem unruhig ist und mitunter schreit und weint, aber nicht wirklich aufwacht, solltet ihr den Kinderarzt zu Rate ziehen. Vielleicht hat er ja auch zufällig ein gutes Anti-Monster-Spray in der Praxis… Mehr zum Thema Nachtschreck findet ihr hier.

Was macht ihr, wenn ein schlimmer Traum eure Mäuse verstört? Habt ihr Tipps und Tricks gegen Einschlafangst? Oder habt ihr sogar schon Bekanntschaft mit dem Nachtschreck gemacht?

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Phönix. #NoMobbing

#NoMobbing. Eine ganz wichtige Blogparade.

Dieser Artikel wird ein sehr persönliches Stück Seele. Ich rede darüber nicht, denn ich kann und möchte es auch nicht. Vielleicht ist genau das falsch. Ich sollte es in die Welt hinausbrüllen, aber ich kann es nicht. Warum? Weil ich mich schäme. Ich schäme mich sogar ganz furchtbar. Ich verdränge das Thema wo ich nur kann, weil es einfach zu tief geht und zu weh tut. Als ich den Aufruf zur Blogparade #NoMobbing las, wusste ich aber, dass ich mitmachen möchte und ich lasse also für einen kurzen Moment zu, dass ihr in mein Innerstes gucken könnt.

Ich schäme mich, obwohl ich nichts falsch gemacht habe. Ich schäme mich so, so sehr und weiß selbst nicht, warum. Weil ich schwach war, vielleicht. Ich war ein Mobbing-Opfer. In der Schule und auch im späteren Berufsleben.

Heile Welt gone bad

Bis ich von der Dorf-Grundschule aufs Gymnasium wechselte, war meine heile Welt in Ordnung. Ich war nie die Beliebteste der Klasse, das war die Tochter des Bürgermeisters. Aber ich hatte meinen Freundeskreis und kam mit allen gut klar. Wir hatten eine schöne Grundschulzeit. Okay, unser Lehrer brachte uns statt Mathe Schachspielen bei – hab ich geliebt, auch wenn es rückblickend nicht ganz so angebracht war.

Auf dem Gymnasium in der Stadt war anfänglich auch alles ganz fein. Ich hatte meine Freundinnen quasi mitgenommen. Wir kannten uns und ich hatte keine Notwendigkeit, mich völlig neu zu orientieren. Das änderte sich eines Tages schlagartig.

Ich stand auf dem Schulhof und unterhielt mich, als ich von hinten angesprungen und geschlagen wurde. „HAST DU DEN BRIEF GESCHRIEBEN?“, brüllte mich ein Klassenkamerad an. Ich wusste nicht, wovon er sprach und verneinte. „DU SCHLAMPE HAST DEN BRIEF GESCHRIEBEN!“, brüllte er weiter. Von da an war ich zum Abschuss freigegeben. Ich war fett. Ich war hässlich. Ich war arm. Ich war dumm. Meldete ich mich im Unterricht, wurde alles, was ich sagte – ob richtig oder falsch – mit hämischem Lachen quittiert. Man muss kein Hellseher sein um zu erraten, dass ich schließlich nichts mehr sagte. Ich wurde ausgelacht, wo ich ging und stand. Meine Kleidung, alles. Dabei waren wir alles andere als arm, meine Familie hatte nur nie die Notwendigkeit gesehen, für eine Hose das Fünffache auszugeben, nur weil „Levi’s“ dranstand.

Irgendwann erfuhr ich, dass es sich bei besagtem Brief um einen Liebesbrief gehandelt hatte, den irgendjemand – ich weiß bis heute nicht wer – einem der Jungen in unserer Klasse in meinem Namen geschrieben hatte. Ich weiß bis heute weder, wer ihn geschrieben hat, noch was darin stand. Dieser Junge jedoch, begegnete mir seitdem mit offenem Hass. Seine Freunde zogen mit, obwohl sie soweit nichts mit mir zu tun hatten. In unserer Klasse waren nur 6 Jungen, 5 davon machten mir das Leben zur Hölle. Der Rest der Klasse tat nichts.

Die Jeans, die vier Jahre Hölle beendete

Nach vier Jahren Hölle, in denen auch die Lehrer nichts weiter unternahmen, als den besagten Jungen ausgerechnet auf einer Schulfeier zur Rede zu stellen und ihm so den Tag zu versauen, was alles nur noch schlimmer machte, wünschte ich mir eine Levi’s Jeans. Meine Mutter kaufte mit drei. Und – oh Wunder – plötzlich wurde die Klassengemeinschaft wach. Die eine sagte frei heraus „Ich wusste ja gar nicht, dass du dir sowas leisten kannst!“ und die nächste nahm mich bei einem erneuten Angriff meiner Gegenspieler auf einmal in den Arm und rief „Das ist meine Freundin! Lasst sie in Ruhe!“ Niemand war erstaunter, als ich. Was eine Jeans doch so alles ausrichten kann.

39 Kilo Traurigkeit

Meine schulischen Leistungen hatten sich so verschlechtert, dass ich das Jahr wiederholen musste. In den Sommerferien nahm ich mir fest vor, in der Stufe unter uns, in der ich niemanden kannte, beliebter zu werden. Dumm war ich eh nicht, aber vielleicht ja wirklich fett! Und so begann ich, mir den Finger in den Hals zu stecken. Einmal, zweimal, jeden Tag. Mehrmals am Tag, bis ich nichts mehr bei mir behielt. Aus der Bulimie wurde eine ausgewachsene Magersucht. Einmal, da aß ich einen Apfel – eine Woche lang. Jeden Tag ein Stückchen. Ich trug Markenklamotten und war schlank – und beliebt wie noch nie. Selbst der hasserfüllte Junge aus der alten Klasse wanzte sich an mich ran und fragte mich, warum ich ihn eigentlich nie grüßen würde. Ich lachte und ließ ihn stehen.

Mit 39 Kilogramm kam ich in die Klinik. 35 Kilo waren zu der Zeit mein Ziel. Ich war nämlich unfassbar fett, müsst ihr wissen! „Noch ein Kilo weniger und du bekommst eine Magensonde!“, drohte man mir. Ich riss mich zusammen und wurde entlassen. Ich kämpfte noch Jahre lang gegen die Essstörung, die sich irgendwann in Bulimie zurückverwandelt hatte. Und: Ich Schauspielerin! Mir gelang es immer, allen vorzuspielen, dass alles toll war. Bis es irgendwann nicht mehr ging. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das zweite Mal

Als mir das Gespenst Mobbing das zweite Mal begegnete, war ich schon längst erwachsen. Ich war 29 Jahre alt, hatte studiert, das Studium zugunsten einer Ausbildung abgebrochen, gearbeitet und ein halbes Jahr in Australien gelebt. Die Magersucht und die Bulimie lagen hinter mir, ich hatte mich am Ende ohne Therapie am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Ich war Fremdsprachenkorrespondentin und Übersetzerin für Deutsch und Englisch und zwar eine verdammt gute.

Ich bekam einen Job in einer kleinen Firma in der Nachbarstadt. Sechs Monate lang lief alles gut. Bis ich in einen Festvertrag übernommen wurde. Ab diesem Tag – und ich habe lange erfolglos spekuliert, wo der Sinn dessen lag – begannen Chef und Personalchefin mich nach allen Regeln der Kunst zu mobben. Es begann damit, dass der Chef, ein Mensch, er mir vom ersten Moment an zutiefst unsympathisch gewesen war, anfing, meine Kompetenz zu untergraben.

Ich bekam Aufgaben, die meine Stellenbeschreibung bei weitem überschritten und für die ich nicht qualifiziert war. Ich bekam Aufgaben, die unmöglich waren (z.B. eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen, in der die Folien abwechselnd hochkant und querformatig waren). Ich wurde geschickt, Ordner zu suchen, die es nicht gab. Die Personalchefin gab mir gezielte Fehlinformationen und begann ab einem gewissen Punkt, mich zu beleidigen, wo sie nur konnte („Hat man dir ins Hirn geschissen?“ war noch das Freundlichste). Ich hätte mich beschweren können über sie, sagt ihr? Klar, es gab in der Firma eine Mobbing-Beauftragte. Ebendiese Personalchefin. Vielleicht hat sie das mit der „Mobbing- Beauftragten“ einfach nur falsche verstanden – jedenfalls hatte man den Bock zum Gärtner gemacht.

Schließlich bekam ich eine neue Kollegin. Diese konnte kein Englisch, obwohl dies Voraussetzung für den Job war. Sie bekam die Aufgaben, alles Mögliche auf Englisch zu verfassen. Und da das so schlecht war, musste ich alles korrigieren – in vielen, vielen unbezahlten Überstunden. Alle wussten das, trotzdem gab sie all meine Arbeit für die ihre aus. So ging es monatelang.

Ich konnte nicht mehr

Irgendwann beschuldigte mich mein Chef, ich nähme zu viel Urlaub. Dass mir dieser zustand und dass ich die unglaublich vielen Überstunden abfeierte, stieß auf taube Ohren. Das war der Moment, in dem ich innerlich kündigte. Als dann schließlich meine Kollegin drauf und dran war, eine wichtige Auslandsreise in den Sand zu setzen, obwohl ich sie mehrfach darauf hingewiesen hatte, nahm ich dummes, pflichtbewusstes Ding die Sache selbst in die Hand und nur mir war es zu verdanken, dass der Kollege zu seiner wichtigen China-Reise aufbrechen konnte. Da hörte ich, wie sie am Telefon dem Chef sagte „Die? Die tut hier gar nichts mehr. Die sitzt nur rum!“ und das, wo ich soeben ihren Job gerettet hatte.

Und wie ein Ballon, aus dem auf einmal alle Luft gelassen wird, sackte ich zusammen. Ich fuhr zu meinem Arzt und ließ mich krankschreiben, denn ich hatte das Gefühl, ich könne keinen Schritt mehr tun. Ich hatte schleichend eine Angststörung entwickelt, die in diesem Moment voll zugeschlagen hatte: Ich konnte nicht mehr vor die Tür gehen. Ich bekam sofort Panik. Einkaufen war nur noch in Begleitung meines Mannes möglich. Nicht einmal in den Keller des Mehrfamilienhauses konnte ich noch gehen. Es ging nicht. Oft stand ich an der offenen Wohnungstür und war vollkommen unfähig, einen Schritt hinaus, ins Treppenhaus, zu tun.

Wachgerüttelt

Als mein Mann mich an einem Abend aus dem Haus zwang, um mit seinen Eltern essen zu gehen, sollte sich alles ändern. Als wir um ein Uhr nachts zurückkamen, stand ein Stromkasten im Keller in Flammen und wir konnten glücklicherweise die bereits schlafenden Bewohner des Hauses wecken und die Feuerwehr alarmieren. Wären wir nicht aus dem Haus gegangen, hätten wir zu der Zeit, wie alle anderen auch, bereits geschlafen. Rauch- oder Brandmelder gab es damals hier nicht.

Dieses Erlebnis war mein Weckruf.

Ich begann eine Therapie und bekam die Angststörung in den Griff. Heute kommt sie nur noch in ganz schwachen Momenten zum Vorschein, genau wie die Essstörung.

Man kann seinem Suchtmittel nicht entkommen

Anders, als bei anderen Suchterkrankungen, kann ein Essgestörter seinem Suchtmittel nicht entsagen. Ein Alkoholiker kann den Alkohol aus seinem Haus verbannen und kann sagen „Ich trinke nie mehr!“ Ich sage nicht, dass das leicht ist – ganz bestimmt nicht. Aber eine Essgestörte muss lernen, mit dem Suchtmittel – dem Essen oder dem Nicht-Essen – hauszuhalten. Man muss lernen sein Suchtmittel gesund zu dosieren. Und das ist unfassbar hart. Und wie auch ein Alkoholiker sein Leben lang ein Alkoholiker ist, ist eine Essgestörte ein Leben lang essgestört. Jeder Tag ist eine Balance zwischen zu viel und zu wenig essen. Es wird mich mein Leben lang begleiten. Sehr schön beschrieben ist das in einem Beitrag bei „Scary Mommy“. Hier beschreibt eine Betroffene (auf Englisch) ihren Kampf gegen „Ed“, der sie immer wieder heimsucht, obwohl sie ihm bereits zwei Mal die Tür gewiesen hat. Ed steht für „Eating Disorder“, Essstörung.

Bis heute habe ich zu meinem Körper kein normales Verhältnis. Ich habe kein Gefühl dafür, ob ich zu dick bin, genau richtig oder zu dünn (na gut, das bin ich zur Zeit ganz bestimmt nicht).

Aber seitdem ich Kinder habe, habe ich es geschafft, mich zu akzeptieren. Seitdem ich selbstständig bin, habe ich ein gewisses Selbstbewusstsein gelernt, das es mir einfacher machen wird, mit eventuellen zukünftigen Chefs klarzukommen. Ich hatte in der Zwischenzeit außerdem einen sehr lieben Chef, der mir einiges an Vertrauen in mich selbst zurück gegeben hat – ganz ohne es zu wissen, indem er mich respektiert hat und mich so behandelt hat, wie ein Chef das tun sollte.

Ich werde mir nie wieder von missgünstigen, gemeinen und unglücklichen Menschen mein Leben aus der Hand nehmen lassen. Nie wieder werde ich mich von einem Vorgesetzten so behandeln lassen. Geld hin, Geld her, ich werde meine Gesundheit nicht noch einmal für Menschen riskieren, die selbst zu klein und geistig zu arm sind, sich angemessen zu verhalten. Das ist es nicht wert.

Ein armer Junge

Der Junge aus der Schule war, wie ich später von anderen gehört hatte, adoptiert. Obwohl er in einer sehr wohlhabenden Familie aufwuchs, kam er damit nicht klar. Jahre später sah ich ihn in der Fußgängerzone. Ungewaschen auf dem Boden, mit einer Flasche Bier. Ob das nur eine Momentaufnahme war, oder ob ihm tatsächlich sein eigenes Leben entglitten war – keine Ahnung. Ich habe nicht mit ihm gesprochen, obwohl er mich erkannt hatte und mir nachrief. Ich mache ihm keinen Vorwurf mehr. Er tut mir leid. Er war nur ein Kind.

Vorwürfe mache ich aber den Klassenkameraden, die mich gegen das Unrecht erst dann verteidigen konnten, als mein Hintern in einer Levi’s steckte. Und ganz besonders den Lehrern, den sogenannten Pädagogen, die von all dem wussten, die es mitbekamen und die nichts unternahmen, außer mir, dem Opfer, zu einem Schulwechsel zu raten. Auch meinem damaligen Chef und seiner Personalchefin. Erwachsene sollten es wirklich besser wissen.foto_1_nomobbing

Mobbing ist eine Waffe

Es liegt mir fern, anderen Menschen weh zu tun. Ich bin, wie auch meine Söhne, mit einer gehörigen Portion Empathie gesegnet, die es mir unmöglich macht, ein böser, gemeiner und niederträchtiger Mensch zu sein. Manchmal wünschte ich mir wirklich, ich wäre ein Arschloch – dann wäre vieles leichter. Wie oft habe ich die Empathie schon verflucht!

Aber so bin ich nun mal und ich kann nur hoffen, dass meinen Söhnen das Mobbing erspart bleibt und sie ihre Schulzeit genießen können. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, dass meine Kinder keine Täter werden – und wenn sie Opfer werden, werde ich wie eine Löwin für sie kämpfen.

Ich hoffe, dass irgendwann gegen die Täter vorgegangen wird.

Ich hoffe, dass auch die Lehrer das Ausmaß dessen verstehen, was Mobbing in der Schule anrichten kann. Mobbing ist eine Waffe. Mobbing ist eine Waffe, die schärfer ist als jedes Messer und die einen Menschen für den Rest seines Lebens entstellen kann. Mobbing ist lebensgefährlich. Niemand würde es tolerieren, dass ein Kind in der Schule andere mit einem Messer verletzt. Hört auf, zu tolerieren, dass Kinder andere Kinder durch Mobbing verletzen. Wie? Das müsst ihr herausfinden. Aber das MÜSST ihr. Solange die Schulen das Problem nicht ernst nehmen, wie es der Tochter der Mit-Initiatorin dieser Blogparade widerfahren ist, kann ich nicht glauben, dass die Schulen das Problem in seiner Gänze verstanden haben. Bitte lest dazu auch den Beitrag von Glucke und so der zweiten Initiatorin.

Ich hoffe, dass auch Firmen irgendwann erkennen, dass sie Menschen so zerstören. Ihr seid erwachsen, Herrgottnochmal! Denkt nach!

Ich stehe in der Asche und rufe: „Hört. Endlich. Auf!“

Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, diese Hölle zu überwinden und stehe nun hier in der Asche und rufe: „Hört auf. Hört endlich auf mit dem Scheiß. Das Leben ist zu f*cking kurz und zu f*cking kostbar, um es so kaputt zu machen. Hört auf zu mobben. Helft denen, die gemobbt werden. Steht für andere auf und stellt euch vor sie. Sagt dem Täter: Hör auf! Stoppt das Victim Blaming!

Und ja, trotz allem: Helft auch denen, die mobben, denn es sind unglückliche Menschen. Verletzte Menschen, die um sich schlagen, weil sie nicht anders können.“



Habt ihr Ähnliches erlebt? Wart ihr Mobbing-Opfer, oder vielleicht Täter? Wenn ihr darüber erzählen möchtet – und vielleicht sogar an der Blogparade teilnehmen möchtet, schreibt uns eine E-Mail an knusper@kruemelundchaos.de. Wir veröffentlichen euren Gastbeitrag auf unserer „Krümel und Chaos“-Seite. Auf Wunsch auch anonym.

Keine gute Mutter…

Warum ich heute auf die Stille Treppe muss.

Wir sind im Urlaub. Urlaub mit (Klein-) Kindern und im Ferienhaus ist – das war mir bewusst – keine wirkliche Erholung. Zumindest nicht, wenn man selber kocht und es ordentlich mag. Also, wie auch Zuhause, ist kochen, Spülmaschine ein- und ausräumen, Tisch abwischen, Boden kehren, aufräumen und, und, und angesagt. Der Ehemann übernimmt im Urlaub das Wickeln und das Anziehen der (erkälteten) Kinder – wenigstens eine kleine Erleichterung.

Ein Zahn – toll, aber warum ausgerechnet jetzt?

Aber am heutigen Tag war nichts so, wie ich es gern gehabt hätte und als ich soeben auf den Tag zurückblickte, fand ich, dass ich heute eine schlechte Mutter war. Natürlich gibt es Schlimmere – wird jetzt meine Freundin, die beim Jugendamt arbeitet, einwerfen. Aber ich war halt heute nicht die Mutter, die ich sein möchte. Ganz besonders nicht im Familienurlaub!

Es begann um 23 Uhr gestern Abend: Kleinling#2 brüllte los und ließ sich erst nach einiger Zeit beruhigen. Er bekommt zur Zeit Zähne Nummer sieben und acht – und natürlich habe ich Mitleid mit ihm. Da er echte Schmerzen zu haben schien, bekam er ein Zäpfchen. Irgendwann beruhigte er sich und schlief wieder ein. Ich ging auch ins Bett und fiel sofort in einen tiefen Schlaf.

Obacht! Ein Holzfäller!

Geweckt wurde ich kurze Zeit später von einem lauten Rumpeln. Der Ehemann war ins Bett gekommen und voll Karacho gegen den Holzrahmen des Ferienhaus-Bettes gerannt. „Warum machst du denn kein Licht?“, maulte ich. „Ich wollte dich nicht wecken.“ Na, das hat ja geklappt.

Ich schlief wieder ein und kurz darauf weinte Kleinling#2 wieder los. Also zombie-walkte ich rüber in sein Zimmer, trug ihn eine halbe Stunde summend und brummend hin und her und legte ihn wieder ins Bett. Kaum im Bett, die Augen fielen mir gerade wieder zu, vernahm ich übers Babyfon einen lauten Pups – das Geschrei ließ nicht lang auf sich warten: Windel voll. Also wieder auf und das Kind auf die Wickelkommode befördert. Windel gewechselt – da passierte das unerwartete: Das Kind schlief ein. Auf der Wickelkommode. Auf dem Rücken.

Kleinling#2 ist bekennender Bauchschläfer und schläft nur im Auto und im Notfall auf dem Rücken – ich war, gelinde gesagt, erstaunt. Ich betrachtete ihn eine Weile, wie er friedlich vor sich hinschlief und nahm ihn hoch: Geschrei. Ich legte ihn hin: Er schlief. Ich nahm ihn hoch: Geschrei. Will mich dieses Kind eigentlich verarschen? Ich kann doch jetzt nicht die Nacht über vor der Wickelkommode stehen bleiben!

Irgendwann, mittlerweile war es 4 Uhr, schaffte ich es, ihn in sein Bett zulegen. Schon fast im Tiefschlaf, schlurfte ich ins Bett zurück. Mein Kopf sank in die Kissen und ich war augenblicklich weg. „Schnoooooooooaaaaaarrrrrrch!“, machte da der ebenso erkältete Ehemann.

Das kann doch wohl nicht wahr sein! Alles Drehen und Wenden des schlafenden Mannes brachte nichts: Er schnarchte als müsse der die Wälder Niedersachsens noch in dieser Nacht dem Erdboden gleich machen. Ich versuchte, ihn zu einem Zimmerwechsel zu überreden: Keine Chance. Dafür durfte ich kurz darauf das Zimmer wechseln und das Baby beruhigen.

Soviel zur Nacht. Irgendwann bekam ich ein oder zwei Stunden Schlaf. Wie gerädert stand ich auf und frühstückte. „Lass mich bloß zufrieden, dich mag ich heute nicht!“, zischte ich den Ehemann an, als er mir den dringend benötigten Kaffee einschenkte. Kleinling#1 fragte bereits beim Frühstück unentwegt, wann wir endlich wieder nach Hause führen – er wolle doch wieder in den Kindergarten.

Fragestunde on the road to Pilsum

Wir fuhren nicht nach Hause, aber zu einem wunderschön rot-gelb gestreiften Leuchtturm. Den hatte der kleine große Mann unbedingt sehen wollen. Auf der Fahrt dahin standen wir im Stau und Kleinling#1 nörgelte unablässig. Wenn er nicht gerade nörgelte, fragte er „Mama, warum haben wie Haare?“, „Mama, warum haben wir Augen?“, „Mama, warum haben wir einen Bauch?“ und so weiter und so fort.

Bevor ich Kinder hatte, hatte ich mir vorgenommen, niemals mit „Darum!“ oder „Weil das so ist!“ auf die Fragen meiner Kinder zu antworten. Pustekuchen. Spätestens heute war es soweit. Auf der Fahrt zum Leuchtturm ließ er mir keine einzige ruhige Minute.

„Da! Mama! Der Leuchtturm! DA ist er! Siehst du, Mama? Siehst du? Mama? MAMAAAA? Mama, der Leuchtturm! DA IST DER LEUCHTTURM!“, schrie Kleinling#1 plötzlich los.

„ICH BIN VERDORRI NOCHMAL WEDER BLIND NOCH BLÖD, NATÜRLICH SEH ICH DEN SCHEISS-LEUCHTTURM!“ schrie ich zurück. Entsetzt blickten mich drei Paar Augen an. „Ist doch so!“, grummelte ich.

Am Parkplatz angekommen, war der Sohnemann auf einmal wieder fußlahm. Mein Sohn kann durch die Wohnung hüpfen wie ein Affe auf Speed – sobald Spazierengehen angesagt ist, kann er auf einmal keinen Schritt mehr tun, so müde/hungrig/durstig/klein/schwach ist er. Auf dem Weg zum Leuchtturm stand er mehr, als dass er ging, heulte und wollte auf den Arm. Das Baby jammerte eh – Zähne halt. Wir gingen zum Leuchtturm und dann den Deich entlang zurück zum Auto.

„Wann sind wir da?“, „Wann sind wir am Auto?“, „Wann fahren wir wieder nach Hause?“ und kaum saßen wir im Auto: „Können wir nochmal zum Leuchtturm gehen?“, „Ich will zurück zum Leuchtturm gehen!“ – kreischte, nölte, schimpfte er. Kleinling#2 schrie, Kleinling#1 vertrieb sich bald wieder die Zeit mit Fragen. „Mama, warum haben wir einen Rücken?“, Mama, warum haben wir Beine?“, „Mama, warum haben wir Fingernägel?“, zählte er sämtliche Körperteile auf.

Irgendwann beschloss ich, einen tiefen Schlummer vorzutäuschen und überließ es dem Papa, die Fragen zu beantworten – oder eben auch nicht. Zuhause angekommen machten die Kinder ihr Schläfchen. Eigentlich endlich Zeit, auch mal die Augen zu zumachen, aber wie so oft war auch ich „über den Punkt“ und fand keine Ruhe. Also bereitete ich das Abendessen vor. Das Essen im Topf kochte natürlich gleich über, als ich für eine Millisekunde die Küche verließ, die Bratwurst fiel aus der Pfanne, nicht ohne die Küchenschränke mit Bratfett zu bespritzen – wie sollte es heute auch anders sein?

Der Nachmittag war kalt und grau und wir blieben im Haus, wo die Kinder gleich wieder aufdrehten, als hätte man ihnen frische, uranbetriebene Duracell in den Rücken gesteckt, mit Spielzeug warfen, den Fernseher einschalteten, Keksreste ans Sofa schmierten, sich gegenseitig kreischend das Spielzeug wegnahmen, während der Ehemann stoisch lächelnd daneben saß – er ist so bewundernswert besonnen und geduldig…2016-10-15_keine-gute-mutter_foto2

„Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“

Während Kleinling#2 – noch immer müde – nochmal schlafen sollte, machten wir Popcorn mit Kleinling#1, der hellauf begeistert war von den puscheligen Körnchen. Puh, endlich hatten wir mal ins Schwarze getroffen mit einer Aktion. Leider brannte das Popcorn an, nun war nochmal extra Topf-Schrubben angesagt – aber egal, das Kind hatte Spaß.

Ich fieberte dem Moment entgegen, in dem endlich beide Kinder im Bett waren und ich Feierabend hatte.
„Ich mag das nicht!“, kreischte Kleinling#1 beim Anblick des Abendessens. „Es wird verdammt nochmal gegessen, was auf den Tisch kommt!“ Und da war er. Der Satz, den ich mir immer verboten hatte. Den ich nie hatte sagen wollen. Aber nachdem wir in letzter Zeit an jedem Abend den „Ich mag das nicht!“-Zirkus durchmachten, ging es nicht mehr: „Du isst, was auf dem Teller ist (und bitte: Normalerweise mag er das sehr gern!) oder du gehst hungrig ins Bett.“ Mit langen Zähnen und herzzerreißend gequälter Mine mümmelte das Kind grummelnd vor sich hin, wann wir denn endlich nach Hause führen, zuhause schmecke es nämlich viel besser und sowieso und überhaupt sei ich eine doofe Pupsmama.

Und nun reichte es: Ich schwor, laut – und gar nicht pädagogisch – fluchend, dass ich nie wieder mit meinen Kindern in den Urlaub fahren würde! Die ganze Arbeit, die man ja trotzdem hat, das Einrichten, das Putzen, Aufräumen und Kochen – und dann auch noch diese Undankbarkeit! HA! Nicht mit mir, ereiferte ich mich. Das ist mein allerletzter Urlaub mit euch! Basta!

Ab mit mir, auf die Stille Treppe!

Als die Kinder schließlich im Bett waren blickte ich auf den Tag zurück: Ich war eine müde, unzufriedene, gereizte, schimpfende und herumschreiende Mama gewesen – und so gar nicht die Mama, die ich, ganz besonders im Urlaub, meinen Kindern hatte sein wollen. Ich war weder gut gelaunt, noch geduldig, nicht liebevoll und auch nicht verständnisvoll gewesen, nicht mal für den armen, zahnenden Kleinling#2.

Nein, heute bin ich nicht mit mir zufrieden. Ich habe heute kein Foto für mich und komme auch nicht in den Recall. Dafür gehe ich nun auf die Stille Treppe (und ganz ehrlich – nach den zwei Äffchen auf Speed erscheint mir diese Stille Treppe wie das gelobte Land) und denke darüber nach, warum ich heute nicht funktioniert habe – und wie ich es morgen besser machen kann.

Das Etikett auf meinem Wein, von dem ich mir heute ein Gläschen gönne, passt allerdings ganz herrlich zu meinem Tag und liefert wunderbaren Interpretationsspielraum…

5 tolle Ideen, den Eltern zu sagen, dass sie Großeltern werden

Schwanger! Was für ein Gefühl! Meistens (und hoffentlich) möchte man die ganze Welt umarmen und es vor Freude hinausbrüllen. Es sich aufs T-Shirt schreiben. Plakatwände bedrucken. Anzeigen in der Tageszeitung drucken. Werbespots im Radio schalten. Einige verkünden es sofort, einige warten bis zur 12. Woche oder länger.

Ein besonders schöner Moment ist es, den Großeltern die frohe Botschaft zu verkünden.

Wir haben es beim ersten Kind einfach so gesagt – und sind uns dann alle mit Tränen in den Augen in die Arme gefallen. Das Schönste an dem Tag war eine SMS von meinem Papa, die er mir kurz vor dem Zubettgehen schickte. Ganz schnörkellos stand da: „Ich liebe dich, mein Kind. Danke.“

Beim zweiten Kind hatten wir uns schon mehr Gedanken gemacht. Als wir am Abend seines Geburtstages mit dem werdenden Doppel-Opa und der Doppel-Oma im Restaurant saßen, bestellte ich klammheimlich für alle Sekt, für mich natürlich alkoholfrei. Als der serviert wurde, sah ich mit gespielter Überraschung in meine Handtasche und zog einen in Geschenkpapier verpackten Bilderrahmen heraus. „Ach, guck mal! Hab ich ja ganz vergessen!“, unkte ich.

Mein Vater wickelte es aus, schluckte und bekam feuchte Doppel-Opa-Freudentränen-Augen. Meine Mutter wusste schon bei seinem Anblick, was los war und beide stürzten sich auf mich um mich zu umarmen.

5 weitere schöne Ideen, den Eltern zu sagen, dass sie Großeltern werden, haben wir für euch gefunden und zusammengestellt. Eine davon haben wir auch erfolgreich ausprobiert.

5 tolle Möglichkeiten, euren Eltern zu sagen, dass sie Großeltern werden

  1. „Du wirst Oma/Opa“-Tasse von Hoch-die-Tassen

    Auf dem Kreativ-Portal DaWanda haben wir wunderschöne Tassen gefunden: Am Boden steht „Du wirst Oma“ bzw. „Du wirst Opa“. Ist das nicht eine zauberhafte Idee? Die Tassen könnt ihr euch hier anschauen. Stellt euch vor, ihr ladet eure Eltern zum Frühstück oder Kaffeetrinken ein. Ihr unterhaltet euch, als ob nichts wäre – bis der erste seine Tasse ausgetrunken hat und die frohe Botschaft auf dem Tassenboden entdeckt! Das Kaffeetrinken wird bestimmt unvergesslich! Die Tassen gibt es übrigens auch für werdende Papas!
  2. Ein Puzzle vom Ultraschallbild
    Anbieter für Foto-Geschenke gibt es viele. Ein kleines Puzzle (z.B. von Personello, ab 6,90€) ist nicht teuer und verspricht eine tolle Überraschung zu sein. Einziger Haken: Eure Eltern müssen das Puzzle in absehbarer Zeit machen. Bereits beim Auspacken entdecken sie die verräterischen und charakteristischen Details und kaum ist das Bild zusammengesetzt ist es klar: Ein Enkelchen ist auf dem Weg! Das Foto dazu ist unser Titelbild (s.o.).
  3. Ultraschallbild verpackt in eine Windel
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    Diese Idee ist besonders toll, wenn ein Geburts- oder Hochzeitstag ansteht, aber auch einfach so – und sie kostet fast nichts: Ihr verpackt ein Ultraschall-Bild in eine Windel und das dann wiederum in Geschenkpapier und übergebt es den werdenden Großeltern als Geburtstags- oder Hochzeitstags-Geschenk oder als Mitbringsel. Natürlich könnt ihr das Bild auch in einen Rahmen stecken und dann verpacken – aber wir finden, die Windel bietet das größere Überraschungspotential, denn man kann nichts erfühlen (und erahnen).
  4. Ein ideales Geschenk, wenn die Eltern nicht um die Ecke wohnen und ihr sie trotzdem überraschen möchtet: Ein Brief von Baby! Ihr schreibt einen Brief oder eine Karte im Namen eures Babys, zum Beispiel so:“Liebe Oma, lieber Opa – ich bin Baby und wollte mich mal vorstellen. Ihr glaubt ja nicht, wie ich mich freue, euch in 28 Wochen kennenzulernen! Bis zum Entbindungstermin ist es noch lange hin, darum schicke ich euch ein Bild (Ultraschallbild) von mir – das könnt ihr euch immer ansehen, bis ich da bin und euch lautstark begrüße! Bis bald, Baby“. Ein Telefonat ist daraufhin natürlich garantiert, Freudentränen bestimmt auch!
  5. Wenn schon Geschwister da sind, kann man das große Geschwisterchen ganz wunderbar in die Überraschung mit einbinden: Ihr lasst ein Shirt mit der Aufschrift „Großer Bruder/Große Schwester“ bedrucken (z.B. bei Shirtcity oder amazon). Am besten ein paar Nummern größer, dann kann das Kind es auch später (z.B. beim Baby-Fotoshooting) noch tragen. Dann fahrt ihr zu den Großeltern und bittet sie, dem Kind doch mal eben die Jacke auszuziehen. Fällt dann der Groschen noch nicht sofort, dann doch bestimmt im Laufe des Tages.5-ideen_grosser-bruder

Diese Idee haben wir übrigens selbst bei meinen Schwiegereltern umgesetzt und es hat alles nach Plan geklappt. Die Oma zog Kleinling#1 die Strickjacke aus, stutzte kurz und sah dann breit grinsend auf! Der Opa, der seine Brille nicht auf hatte, musste noch schnell genötigt werden, diese zu holen („Werner! Ach, wie schön! Hol mal deine Brille!“ – „Warum denn?“ – „HOL DEINE BRILLE UND GUCK!“) und beide waren hin und weg vor Freude auf den zweiten Enkel.

Der erste Urlaubstag

Fischfrikadellen, die Heizung und ich.

Ich bin gerne Mama. Das möchte ich mal vorausschicken. Denn wenn ihr diesen Beitrag gelesen habt, glaubt ihr mir das vielleicht nicht mehr. Doch, ich liebe es, Mama zu sein. Es geht mir nur manchmal tierisch auf den Sack – und ich hab nicht mal einen. Manchmal wäre Urlaub zu Zweit doch schon was Feines. 

Nachtschicht mit Sonnenkäfer

Letzte Nacht hatte ich – wie immer – Nachtschicht in Babydingen. Das ist der Deal. Dafür hat der Papa an Wochenenden und im Urlaub Wickeldienst. Wir waren zum Essen eingeladen und hatten dem Zwockel Nudeln ohne Soße bestellt. Liebt er. Bekommen hatten wir leider gutgemeinte Nudeln in gefühlt einem Kilo Butter. Egal, das Kind fand es toll. Da er sonst eher babygerecht ernährt wird, fand das leider nur er, sein Magen war weniger begeistert. Das hieß: Sonderschicht für die Mama. Um 3:46 Uhr schlief das endlos rülpsende Kind endlich – nach einer Stunde Sonnenkäfer singen, herumtragen, im Schaukelstuhl schaukeln und beten, dass das Kind endlich seiner Müdigkeit nachgeben möge.

Als Zwockel schlief, war Mama leider wach. Mich schuckelt ja keiner. Und immer nie singt auch keiner was für mich niemals nicht. Während Ehemann und Locke selig im Ehebett schlummerten, saß ich mindergut gelaunt im Wohnzimmer und zappte mich durchs Nachtprogramm, wohl wissend, dass es am nächsten Tag in den Urlaub gehen sollte. Früh.

Auf dem Weg nach Norden

Die sonst dreistündige Fahrt dauerte vier Stunden. Baustelle reihte sich an Baustelle. Ich war so froh, dass der Ehemann fuhr, denn ich war nicht ansprechbar. Um fünf Uhr eingeschlafen, hatte ich um sieben wieder aufstehen müssen.

Nach zwei Energiedrinks war ich immer noch müde. Einen Kaffee später fühlte ich mich dann wenigstens ansprechbar. „Sind wir schon da?“, fragte Locke wieder und wieder, gefolgt von „Wann sind wir im Urlaub?“
Nur Eltern wissen, dass dies schlimmer ist, als die chinesische Wasserfolter während PUR in der Endlosschleife gespielt wird. Vom Wendler. Im Clownskostüm.

„Ist es schon dunkel?“

Nach den vier endlos langen Stunden im Auto sind wir endlich im „Urlaubs-Zuhause“ angekommen.

Einkäufe verstaut, Betten bezogen, Klamotten in die Schränke geräumt, provisorische Wickeltische eingerichtet – und der Feierabend rückt in greifbare Nähe, mit ihm ein Glas Blanc de Noir. Welches ich mir verdient habe. Aber sowas von.

Abendessen kochen? Nicht mit mir. Nicht heute. Also fährt der Papa und holt Backfisch – ist Tradition am ersten Abend. Zwockel bekommt eigentlich etwas anderes, aber wir essen immer gemeinsam. 

„Ist es schon dunkel?“, fragt Locke. 

„Noch nicht, aber gleich!“, antworte ich, während ich den Tisch decke.

„Kreiiiisch!“, meint Zwockel mit schrillem Stimmchen.

„Wann kommt Papa?“, fragt Locke.

„Gleich!“, antworte ich, während ich hungrig an einer Käsestange knabbere.

„Kreiiiiiiisch!“, findet Zwockel laut. Sehr laut.

„Was essen wir heute?“, fragt Locke. 

„Backfisch mit Pommes!“, antworte ich, sehnsüchtig auf mein Glas Wein starrend.

„Kreiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisch!“, ruft Zwockel ohrenbetäubend.

Ich schaue auf die Uhr – schon 30 Minuten.

Wo bleibt der Kerl? Der soll den Fisch doch nur holen, nicht laichen, aufziehen und zum Bad in Bierteig und Fritteuse überreden.

„Ist es schon dunkel?“, fragt Locke.

„Fast.“, seufze ich.

„Kreiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisch!“, findet Zwockel, und beißt mir ins Bein.

„Wann kommt Papa?“, fragt Locke.

„Ich hoffe, jetzt ganz bald!“, sage ich, am Tischtuch nagend.

Wer mich kennt wird eines wissen: Wenn ich Hunger habe, ist mit mir nicht zu spaßen. Wenn ich müde bin, verstehe ich keinerlei Scherze. Wenn ich Hunger habe und müde bin: Seid vorsichtig. Wenn ich Hunger habe, müde bin und genervt werde, verdiene ich den f*cking Friedens-Nobelpreis für das Nicht-Ausflippen – denn die Selbstbeherrschung, die ich aufbiete, ist gigantisch.

„Was essen wir heute?“, fragt Locke.

„Ich. Hoffe. Fisch.“, knurre ich, während mein Wein warm wird.

„Kreiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisch!“, meint Zwocki hungrig und beißt erneut genüsslich in meinen Oberschenkel.

„Ist es schon dunkel?“, fragt Locke.

„Jepp.“, entgegne ich knapp.

„Wann kommt Papa?“ fragt der Große.

„Wenn ihm sein Leben lieb ist, ganz bald.“, antworte ich zuckersüß. 45 Minuten sind vergangen.

„Kreiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiisch!“, verlangt mein hungriger Zwockel herzzerreißend kläglich und schnappt nach allem, was sich in seiner Nähe befindet.
„Was essen wir heute?“, fragt Locke.

„Toast!“, resigniere ich und hole den Toaster vom Schrank. Dem Wein ist warm.

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„Sie sind die zwei Fischfrikadellen?!“

Währendessen im fast leeren Fisch-Imbiss „Zur unfähigen Fischerin“: Der Ehemann sitzt mit seinem futuristischen Pager, der blau blinkt und summt, wenn das Essen fertig ist, am Tisch und wartet.

„Sie sind die zwei Fischfrikadellen?“, fragt die Fritteusen-Frau.

„Nein, ich bin der mit den zwei Backfischen und den Kibbelingen mit Pommes.“, antwortet der Ehemann.

„Oh. Dann ist da was schief gelaufen. Bitte setzen Sie sich nochmal.“ Zwei Fischfrikadellen frieren auf der Theke, während ein hungriges „Kreiiiiiisch!“ aus der Ferne erklingt.

Die Zeit vergeht. Während der Bart wächst und die Blätter von den Bäumen fallen, trommelt der Ehemann mit den Fingern auf die Tischplatte. Gäste kommen und gehen. Bestellen, werden bedient und verlassen frohlockend die gastliche Stätte. Der Ehemann fragt kurz nach.

„Gleich!“, antwortet Fritteusen-Frieda verheißungsvoll.

Die hungrige Ehefrau fragt per WhatsApp nach, ob er denn irgendwann noch einmal mit dem Futter kommen möge, oder ob sie was jagen müsse. Der Pager vibriert. Der Ehemann frohlockt.

„Da! Bitte! Ihre zwei Fischfrikadellen!“, verkündet die frohe Fritteusen-Fischerin.

„Ich hatte aber zweimal Backfisch und einmal Kibbelinge. Mit Pommes.“, seufzt der Ehemann.

„Ach. Dann ist da wohl was schief gelaufen!“, meint sein Gegenüber.

Der Ehemann, auch nicht der freundlichste, wenn hungrig, erinnert minimal höflich, dass man die gleiche Diskussion schon zwanzig Minuten zuvor gehabt habe. Frau und Kinder säßen hungrig zuhause.

„Ach. Dann ist da wohl was schief gelaufen!“, meint sein Gegenüber. Murmeltiertag.

Der Ehemann setzt sich wieder. Um ihn herum wird aufgeräumt, denn bald ist Ladenschluss. Man fegt rechts, man feudelt links. Auf der Theke sitzen vier Fischfrikadellen und werden langsam kalt.

Das Handy vibriert, die Ehefrau berichtet, Zwockel habe bereits zwei große Stücke aus ihrem Oberschenkel gerissen und werde nun mit Toast beköstigt.

Der Pager schweigt. Nachdem schon die letzten Gäste mitleidige Blicke auf den verhärmten, vor Hunger zitternden Mann mit dem langen Bart werfen, ist der Ehemann geneigt, die wohlbeleibte Frau an der Fritteuse zu opfern, um seine Familie zu ernähren.

Da stellt sie, mit letzter Kraft vorm Feierabend, endlich das Bestellte auf die Theke.

Wortlos sprintet der Ehemann, den Zorn der hungrigen Gattin fürchtend, zum Auto und rast in halsbrecherischer Geschwindigkeit ins Urlaubszuhause.

Dinner for four.

„Ist es schon dunkel, Papa?“, fragt Locke.

Zwockel stopft zerkautes Toast in die Heizung.

„Ja.“, grummelt der hungrige Mann.

„Das mag ich nicht!“ ruft Locke. 

Zwockel schüttet etwas Wasser durch die Heizung – damit das Toast besser rutscht.

„Doch, das ist Fisch mit Pommes. Das magst du, das essen wir doch immer hier!“

„Ich will aber Joghurt!“, verlangt Locke, während Zwocki durchgekauten Kibbeling in die Heizung stopft.

„Joghurt gibt’s erst zum Nachtisch.“, erkläre ich.

„Ich hab keinen Hunger mehr!“, meint Locke.

„Ich hab keinen Hunger mehr!“, seufze ich, den Bauch voll mit Käsestangen.

Zwockel beobachtet fasziniert, dass in die Heizung gesteckte Pommes im Gitter kleben bleiben.

Meanwhile in einem verlassenen Fisch-Imbiss

„Haaaallooo?“, rufen vier einsame Fischfrikadellen unisono. Ihnen ist kalt.

Willkommen im Urlaub! *geseufzt*