Großvater geht, der Einbrecher kommt

Wie wir Einbruchsopfer wurden

Ich war 14 und mein Großvater war gerade gestorben. Wir sind sehr eng verbunden gewesen und sein Tod traf mich sehr. Nicht so sehr wie meine Großmutter allerdings, die ihren Freund aus Kindertagen, ihren Seelengefährten verloren hatte, den sie beinahe ihr ganzes Leben gekannt hatte.

Klopfzeichen zum Einschlafen

Meine Großeltern kannten sich bereits als Kinder. In einer Bergarbeiter-Siedlung lebten sie im selben Haus. Opa in der einen Hälfte und Oma in der anderen des Doppelhauses. Sie teilten sich eine Wand. Abends, kurz vorm Einschlafen, klopfte mein Großvater an die Wand, um seine Freundin wissen zu lassen, dass er nun schlafen ging und sie klopfte zurück – „Gute Nacht!“ und „Schlaf schön!“.

Den Zweiten Weltkrieg überlebten beide mit Glück. Das Haus, in dessen Keller mein Großvater Schutz gesucht hatte, wurde von einer Bombe getroffen, Wände und Decken stürzten ein – und eine alte Badewanne, die an die Wand gelehnt stand, direkt auf ihn und rettete ihm das Leben. Meine Großmutter wurde von einer Spitfire der Alliierten mit ihren Schwestern über ein Feld gejagt – rechts und links schlugen die Kugeln ein und sie schwor bis zu Ihrem Tode, dass das Jagdflugzeug so tief flog, dass sie den Piloten lachen sah.

Dorfleben at its best

Nun, nach 43 Ehejahren, nach unzähligen Partien Scrabble und genauso vielen Schummelversuchen ihres Mannes, musste meine Großmutter, nur wenige Tage vor ihrem Hochzeitstag, aus heiterem Himmel den Alltag allein bestreiten. Nach fast 15 Jahren immer noch „die Neuen“ in der Straße, hatten meine Großeltern viele Nachbarn als Freunde gewonnen. Überhaupt war die Gemeinschaft in der Straße eine so wunderbare, wie sie bis heute ihres Gleichen sucht. Jeder half jedem, ob Nacht ob Tag, Sommer oder Winter, ob Wasserrohrbruch oder Kohlen schippen. Man feierte zusammen Straßenfeste, Schützenfest, Geburtstage – wie eine große Familie. Dorfleben at its best!

Natürlich waren, als mein Opa starb, die ganze Straße, das halbe Dorf und viele Bekannte aus dem Nachbardorf auf der Beerdigung. Ehemalige Arbeitskollegen, Verwandte und Freunde reisten an, um sich von meinem Großvater zu verabschieden. Anschließend gingen wir zum Kaffeetrinken ins Gemeindehaus – der Sinn eines solchen „Leichenschmauses“ erschloss sich mir dabei erstmals: Alle saßen beisammen und jeder erzählte eine Geschichte, eine Anekdote, eine Erinnerung. Und obwohl wir alle so sehr trauerten, war es, als wären wir zu einem letzten großen Straßenfest zusammengekommen, um meinen Großvater zu feiern. Ein allerletztes Mal.

„Hier hamse eingebrochen!“

Als wir späten Nachmittag nach Hause kamen, lief ich als erstes in den Garten zu „Hoppel“, dem Kaninchen, das mir mein Opa geschenkt hatte. Auf dem Weg zum Stall fiel mir auf, dass das Küchenfenster irgendwie komisch aussah. Anders, als wäre es schief im Rahmen. Egal.

Und da kam schon meine Tante um die Ecke gerannt – völlig aufgelöst – und rief: „Eingebrochen! Hier hamse eingebrochen!“

Das Haus war verwüstet. Türen aufgebrochen, Schränke geleert, Schubladen ausgekippt, Kleidung durchwühlt, Bücher, Aktenordner, Dokumente, Papiere, Unterwäsche, Bettzeug… Alles lag durcheinander. Opas Kleidung, Omas Blusen. Alles war begrapscht und angefasst worden, von gierigen, schmierigen, dreckigen Fingern, die daran nichts zu suchen hatten.

Blass, zitternd und schockiert stand meine Großmutter inmitten des Chaos, umringt von der Familie, und sah ganz winzig klein aus. „Nichts anfassen und erstmal alle raus.“, behielt mein Vater einen kühlen Kopf. Die Nachbarn boten sofort Hilfe an, die Polizei wurde gerufen, Konten gesperrt.

Engagierter Banker, lustloser Polizist

Noch bevor die Polizei kam (die sich leider fast zwei Stunden Zeit ließ), kam der Leiter der Bank des Nachbardorfes. Ja, ihr lest richtig. Man hatte ihn benachrichtigt, dass aufgrund eines Einbruchs alle Konten unserer Familie gesperrt werden müssten – und er war selbst auf der Beerdigung gewesen. Noch im Beerdigungsanzug machte er sich auf und fuhr schnurstracks zu meiner Oma, nahm sie in den Arm und versicherte ihr, dass sie sich zumindest ums Geld keine Sorgen machen müsse. Aus der Armut hochgekämpft, war das eine ihrer größten Sorgen.

Ich möchte kein Polizei-Bashing betreiben, denn ich schätze die Arbeit der Polizei sehr. Der Einbruch aber schien unter „Lappalie“ zu laufen. Klar, im Vergleich mit dem Bösen der Welt spielt Einbruch nur eine kleine Rolle, ein Ärgernis. Aber wir leben nicht in einer Großstadt und damals waren die Einbruchzahlen bei Weitem nicht so hoch wie heute. Erst nach zwei Stunden aufzukreuzen, mit einer lustlosen One-Man-Show, ein bisschen mit Pinsel und schwarzem Pulver wedelnd und der achselzuckenden Diagnose „Nix zu machen. Hat Handschuhe getragen!“ – das war wenig feinfühlig einer Familie gegenüber, die gerade einen geliebten Menschen beerdigen musste und dann auch noch bestohlen wurde.

Ich selber fand am nächsten Tag übrigens in unserem Garten einen Zettel mit handgeschriebener Adresse einer Lungenfachklinik im Gebüsch, der sich später als wichtiger Hinweis herausstellte, denn tatsächlich hatte der Einbrecher den Zettel verloren. Gil Grissom wäre stolz auf mich: CSI Klein-Tani-Chaos zu Diensten!

Nachdem die Polizei da gewesen war, kehrte so langsam Ruhe ein, der Schock legte sich. Es wurde grob aufgeräumt und meine Oma und ich schliefen zusammen oben in meinem Kinderzimmer. Dass der Einbrecher nochmal zurückkäme, war zwar unwahrscheinlich, aber mit Logik ist in einer solchen Situation nicht viel zu machen.

Gestohlene Erinnerungsstücke, gestohlene Sicherheit

Wie sich herausstellte, war der wirtschaftliche Schaden nicht allzu groß. Nicht klein, aber dafür gibt es Versicherungen. Natürlich kam einiges an Aufwand auf uns alle zu. Das gesamte Inventar musste durchgegangen werden, was fehlte? Habt ihr einen Katalog eurer Wertsachen zuhause? Wisst ihr genau, was alles in welchem Schrank liegt? Türen und Fenster mussten repariert werden.

Die wirklich wertvollen Sachen meiner Großeltern waren sicher verstaut und nicht im Haus. Das größte Schnippchen schlug meine Oma dem Kerl dadurch, dass sie einen Beutel mit Schmuck unter ihrer Matratze versteckt hatte – so richtig Old School! Und genau da hatte er nicht gesucht. „Ha! Damit hat er nicht gerechnet!!“, freute sie sich einmal darüber. Schecks hatte er gestohlen und später, trotz sofort gesperrter Konten, drei davon einlösen können.

Der wirtschaftliche Schaden hielt sich in Grenzen. Nicht aber der emotionale. Denn in seiner Hast hatte der Einbrecher Schmuckschatullen geleert, die in erster Linie billigen Modeschmuck enthielten. Alte Gemmen, falsche Klunker. Wahrscheinlich landete all dies irgendwann irgendwo im Müll.

Was er damit aber anrichtete, war schrecklich: Denn es waren Erinnerungswerte, die er gestohlen hatte und das verletzte meine Großmutter tief. Den ersten Ring, den mein verliebter Großvater seiner Freundin aus Kindertagen schenkte, nicht wertvoll, eher billig, das Geld vom Munde abgespart. Die erste Brosche, die sie in einem Laden gesehen hatte und sich so sehr gewünscht hatte, obwohl das Geld dafür damals nicht so locker saß – und die sie dann zum Geburtstag bekam. Die Ohrringe, die sie zur Geburt des einzigen Sohnes geschenkt bekam. Die Ketten und der Ehering ihrer eigenen Mutter, ihrer Großmutter.

Kein großer Wert, aber ach so viele Erinnerungen, die diese Stücke für sie unbezahlbar machten.

Es wurde besser, aber nie mehr gut

Das Gefühl, das man hat, wenn ein fremder in der Wohnung war, ist ein ganz widerliches. Es ist ekelhaft und alles fühlt sich schmutzig an. All die Kleidung, Bettwäsche, Unterwäsche – die Hosen, Hemden, Jacken, Blusen und Röcke – all das ist von fremden Fingern angefasst und durchwühlt worden. Mein Großmutter wusch alles mehrfach durch, wusch die Schränke ab und aus und reinigte alle Teppiche mehrfach mit Dampf. Alles war blitzeblank und porentief rein, aber trotzdem blieb ein Gefühl zurück, dass es meiner Großmutter unmöglich machte, sich je wieder vollständig wohl zu fühlen.

Wie auch? Das eigene Zuhause ist ein Rückzugsort. Unser Nest. Unsere sichere Burg, unser Hafen. Hier können wir die Welt und den Alltag und alles, was uns genervt, geärgert oder verstört hat, draußen lassen. Wir bestimmen, wer hineindarf. Wir entscheiden, was hier getan wird. Wir sind kleine Könige in unserem Reich, das wir uns verdammt nochmal verdient haben und in das niemand das Recht hat, einzudringen.

Bis zu ihrem Tod 10 Jahre später fühlte sich meine Großmutter, sowieso eher eine ängstliche Frau, in ihrem Haus nicht mehr wohl. Tagsüber verflog das ungute Gefühl irgendwann, doch nachts kam es zurück. Es wurde besser, aber nie mehr gut.

Auch die Nachbarschaft hat der Einbruch verändert. Das Gemeinschaftsgefühl blieb, aber man wurde Fremden gegenüber wachsamer und misstrauischer. Ist nun eine Beerdigung im Dorf oder der Straße, gehen nicht mehr alle hin. Mindestens einer bleibt zuhause, meistens jemand, der einen großen Hund hat und dieser läuft mehrfach die Straße auf und ab und sieht in die Gärten, das Handy gezückt um sofort die Polizei rufen zu können.

Angst- und Schlafstörungen

Ein Einbruch, selbst wenn wenig oder gar nichts gestohlen wird, ist kein kleines Ärgernis für die Betroffenen. Bereits ein bloßer Einbruchsversuch kann zutiefst verunsichern. Nicht immer, aber oft sind die Folgen danach Angst- und Schlafstörungen, der Betroffene fühlt sich, als sei das Nest beschmutzt worden.

Wenn man in seinem eigenen Zuhause nicht mehr sicher ist, wo dann?

Die Einbruchszahlen in meiner Heimatstadt und Umgebung sind in den letzten zwei Jahren angestiegen. Ich nehme das irgendwie persönlich. Immer wieder lese ich Kommentare wie „Na und? Bezahlt doch die Versicherung!“ Erinnerungswerte und Sicherheitsgefühle sind leider unbezahlbar. Versicherung hin oder her – ein Einbruch ist keine Lappalie. Tatsächlich können „Einbrüche durchaus den Charakter eines traumatisierenden Erlebnisses annehmen“, wie der Bericht des Forums Kriminalprävention aus dem Jahr 2014 feststellt (Seite 4/10).

Unser Einbrecher, ein Berufsverbrecher mit bürgerlicher Fassade, wurde zwei Jahre später gefasst. Kurz zuvor Gast in der bereits erwähnten Lungenfachklinik, hatte er sich Zeitungen aus allen Städten des Rhein- und Ruhrgebietes gekauft, um die Todesanzeigen und somit mögliche Einbruchsziele zu studieren und war extra aus Düsseldorf angereist, um meiner Großmutter einen der schlimmsten Tage ihres Lebens noch schlimmer zu machen. Was für ein blödes Arschloch.

 

Tipp: Stirbt ein lieber Verwandter, gebt für Trauerkorrespondenz lieber die Adresse des Beerdigungs-Institutes an, nicht die private. Es gibt sie wirklich, Menschen, die ihre Opfer in den Todesanzeigen suchen. Handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen Direktor, Doktor oder sonst einen vermeidlich finanziell gut gestellten Mitbürger oder liegt die angegebene Adresse in einer gehobenen Wohngegend, kann das Haus schnell zum Ziel von Einbrechern werden. Das Beste ist also, die Adresse des Beerdigungsinstitutes anzugeben, oder die Todesanzeige erst nach der Beerdigung zu schalten.

 

Allein, dass man in der Situation an so etwas denken muss, ist bitter, oder? Seid ihr auch schon einmal Opfer eines Einbruchs oder Raubüberfalls geworden? Wie seid ihr damit klargekommen? Hat es euch verändert?

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Krümels Rundblick (4)

Unsere Artikel-Empfehlungen im Januar

Einmal im Monat stellen wir euch eine kleine Sammlung an Artikeln vor, die uns beeindruckt, berührt oder etwas beigebracht haben. Hier sind unsere neusten Lieblings-Beiträge:

Kennt ihr Eiserkuchen? Vielleicht heißen sie bei euch Eiserhörnchen, oder Neujahrskuchen. Bei uns sind sie Tradition – an Neujahr und Rosenmontag. Gefüllt mit Sahne – nix für schlanke Hüften, aber göttlich lecker! Ein leckeres Rezept habe ich bei arstextura gefunden.

Ostfriesische Neujahrskuchen

 

Als ich noch Kind war, habe ich immer mit meiner Mama zusammen die Fensterscheiben mit Fingerfarbe bemalt. Schneemänner, Osterhasen, Luftballons… Lotte & Lieke hat mich mit diesem Beitrag daran erinnert und inspiriert, für meine Jungs ein kleines Schneegestöber an die Scheibe zu malen (s. Titelbild). Die im Text empfohlenen Kreidestifte von Stationery sind übrigens spitze!

Windowpainting mit Kreide

 

Kennt ihr das Kikaninchen? Mit seinem nervigen Dibbedibbedab? Susanne von Hallo liebe Wolke ist leider malad, aber das hält sie nicht davon ab, über den Fluch der Pupspolka – zu schreiben – und ich konnte mich vor Lachen kaum halten! Und ich stimme ihr zu: Was man der Biene Maja angetan hat, ist wirklich nicht schön!

 

„Habe ich heute wieder zu viel geschimpft? Ich hab zu viel geschimpft, oder?“, fragte ich den Ehemann. Manchmal gibt es so Tage… Was, wenn man sich mehr Zeit für das alles nehmen würde? Was, wenn man ruhiger und besonnener reagieren würde? Erstmal durchatmen bevor man schimpft. War es jetzt wirklich so schlimm, dass ich wieder meckern muss? Was, wenn man mal die Treppe nimmt, anstatt des Aufzugs und einfach mal mittrödelt – wäre das so falsch? Ein interessanter Beitrag mit schönen Ideen und Erklärungen von Closerthanyesterday:

Slow Parenting

 

Einschlafen ist nicht immer ein Kinderspiel. Wie bei der gesamten Entwicklung, gibt es auch hier Phasen. Mal klappt es, mal nicht, manchmal ändert sich das Einschlafverhalten komplett. Einen wunderschönen Brief an ihren kleinen Schlafkünstler – zwischen Alpgedanken und Familienbett – schreibt die Berlinmittemom:

Wenn es dunkel wird

 

Kinderarzt Dr. Guido Hein ist kein Fan von Reiswaffeln – und rennt damit bei mir offene Türen… Ach, was sag ich: Offene Scheunentore ein! Warum ihr auf die „bröselige Bio-Puffreispappe“ verzichten solltet und nicht nur auf die, das lest ihr hier:

Baby, es gibt Reis

Weitere Informationen über Schadstoffe in Reisprodukten findet ihr bei Stiftung Warentest, Ökotest und auch bei der Verbraucherzentrale.

 

Der Tag, an dem ich beinahe mein Kind überfuhr

Die Gefahr der viel belächelten Müdigkeit

Dieser Beitrag ist Teil von Mupfmamas Blogparade #Schreckmoment.

Dass Eltern, gerade im ersten Jahr, mit wenig Schlaf auskommen müssen, war mir klar. Meistens sind es ja die Mütter, die sich nachts um die Kleinen kümmern – auch das war mir immer klar und ich finde es auch nicht schlimm. Schließlich kann ein Mann nicht stillen und auch, dass er immerhin am nächsten Tag arbeiten muss, ist meiner Meinung nach nur recht und billig und keine Ausrede. Niemand hat etwas davon, wenn der Papa vor lauter Müdigkeit einen Unfall baut, oder Schlimmeres passiert.

Das ewige Gejammer der Mamas darüber, wie müde sie sind, habe ich anfänglich hochmütig belächelt – ich musste es erst selbst erleben, um es wirklich verstehen zu können. Wie so vieles. Doch diese Müdigkeit birgt auch echte Gefahren!

Schlafe, wenn dein Baby schläft

„Schlafe, wenn das Baby schläft!“ lautete der Rat meiner Hebamme. Darüber habe ich mich immer lustig gemacht. „Klar, und ich putze dann, wenn das Baby putzt und koche, wenn das Baby kocht!“ habe ich unlängst in einem Post auf Facebook gelesen. Trotzdem habe ich, wenn ich merkte, es geht nicht mehr, zeitgleich mit Kleinling#1 Mittagsschlaf gemacht.

Das mit dem Mittagsschlaf ist bei mir so eine Sache. In den wenigsten Fällen ist er erholsam. Es ist eher so, dass ich beim Aufwachen weder meinen Namen weiß, noch auf welchem Planeten ich mich gerade befinde. Und ich habe jedes Mal Hunger – und das nicht zu knapp. Der Mittagsschlaf ruiniert mir also die Figur. Trotzdem habe ich, wenn es nötig war, einen Mittagsschlaf eingelegt. Spätestens beim zweiten Kind ist das jedoch utopisch – zumindest in der ersten Zeit. Nur selten schlafen beide Kinder gleichzeitig.

Wer Kinder bekommt, muss mit dem Schlafdefizit leben

Ich muss zugeben, dass ich mit Kleinling#1 wirklich gesegnet war. Das Kind hat den Schlaf zur Kunstform erhoben und kommt bis heute nicht selten nach einem anstrengenden Kindergartentag zu mir und bittet darum, doch jetzt schon ins Bett zu dürfen. Auch im Urlaub ist es vorgekommen, dass das Kind mit Kuscheltier im Arm vor uns stand und fragte, ob er schon schlafen gehen dürfe. Dieses Kind hat fast von Beginn an nachts durchgeschlafen und bis heute kann ich die Nächte, in denen ich wegen ihm keinen Schlaf bekommen habe, an einer Hand abzählen.

Jammerten andere Eltern, insbesondere Mütter, über ihr Schlafdefizit, war meine hochtrabende Meinung dazu „Was hast du erwartet? Das Schlafdefizit gehört bei Kindern halt zum Paket dazu. Wer da jammert, hat vorher nicht richtig aufgepasst!“ Aber ich hatte ja auch ein pflegeleichtes Kind. Da war es spielend einfach, Haushalt, Essen, Einkauf, Kind, Mann und gesunden Nachtschlaf unter einen Hut zu bringen. Andere Mütter schaffen das schließlich auch.

Das zweite Kind zwang mich, alles zu überdenken

Ich war eine Verfechterin des „Natürlich schafft man das!“ und um zu beweisen, dass man sehr wohl auch noch einen Job dazwischen quetschen kann, gründete ich eine GbR und machte mich als Texterin selbständig. Kurz darauf kam Kleinling#2 zur Welt und stellte diese gehörig auf den Kopf: War unser erster Sohn ein Musterbeispiel an ausgeglichenem, ruhigen Kind, war unser zweiter Sohn Musterbeispiel dafür, wie grundverschieden doch Geschwister sein können. 

Mit einem starken Willen – oder vielmehr Unwillen – geboren, verweigerte das Kind Schnuller, Daumen und Fläschchen. Von Geburt an. Bis heute. Sich selbst beruhigen oder gar entspannen? Fehlanzeige! Was allerdings immer ging, war die Brust. Stillen – am liebsten rund um die Uhr. Im wahrsten Sinne des Wortes, als er ein paar Wochen alt war, verbrachte ich Tage mit dem Kind nonstop an meiner Brust. Das war das Einzige, das ihn vom Weinen abhielt. Er brauchte mich halt.

Tiefschlaf ist wichtig!

Auch Schlaf ist bis heute nicht so seins. Selten schläft er länger als zwei Stunden ohne Unterbrechung. Das eine Mal, dass er es tat, stand ICH alle zwei Stunden auf um zu gucken, ob alles okay ist. Sechs Monate lang bekam ich niemals mehr als anderthalb Stunden Schlaf am Stück, meist weniger. Die Tiefschlafphase, die der Mensch benötigt, um sich zu erholen, erreicht man nach ca. 20 bis 30 Minuten, oft habe ich nicht mal die erreicht, weil das Kind mich wieder aufweckte. Im Tiefschlaf regeneriert sich der Körper, das Immunsystem wird gestärkt und der Stresspegel sinkt stark.

Nun ist es so, dass der Körper Unglaubliches leisten kann. Die meisten Mütter werden wissen, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass der Körper mit unfassbar wenig Schlaf auszukommen vermag. Noch immer brachte ich Haushalt, Essen, Einkauf, Kinder, Mann und Job unter einen Hut und schaffte es sogar, tagtäglich geschminkt und ordentlich frisiert unter die Leute zu gehen – und ich war irre stolz darauf. Es war zwar nicht immer so einfach, wie es für andere aussah, aber dennoch freute ich mich, wenn Außenstehende bewundernd bekannten, dass sie es toll fänden, wie ich alles hinkriegte. Ob mein Tag mehr als 24 Stunden habe. Die Müdigkeit lächelte ich weg. Tag für Tag. Ein halbes Jahr lang.

Und dann passierte es.

Der Tag, an dem ich beinahe mein Kind überfuhr

Der Mai war gekommen, die Bäume schlugen aus. Die Taufe des Kleinen und Kindergeburtstag des Großen standen an. Mein Stolz hatte einen kleinen Dämpfer bekommen, als ich einsehen musste, dass ich nicht alle acht Kuchen für die Taufe alleine backen konnte, also bat ich um Hilfe für zwei Kuchen. Blieben noch sechs für mich. Diese stellte ich mit Bravour am Vortag der Taufe fertig. Der Tag war fantastisch, die wochenlange Planung zahlte sich aus. Die Kuchen schmeckten super. In der Woche darauf war der Kindergeburtstag. Auch hier ließ ich mich nicht lumpen und zauberte zwei wunderschöne Torten. Keine Ruhe für Mama – der Kindergeburtstag wurde ein voller Erfolg, alles klappte soweit, auch dank der Hilfe der anderen Mütter, die so lieb waren, ihre Kinder mit zu beaufsichtigen.

Als nächstes folgte ein Textauftrag, einer, auf den ich mich schon die ganze Woche gefreut hatte. Nebenbei: Haushalt, Wäschewaschen, Wohnung sauber halten, Kochen, Brot backen (auch so’n Hobby!). Und dann, an einem ganz normalen Donnerstag, passierte es:

Ich holte den Großen vom Kindergarten ab und da er sehr müde schien und dann öfter mal Unberechenbares tut, wie einfach auf die Straße latschen, stellte ich den MaxiCosi mit dem Kleinen hinter meinem Auto ab. Normalerweise setze ich den Keinen zuerst ins Auto, dann den Großen, dann gehe ich hinten ums Auto herum, um zu kontrollieren, dass die hinteren Türen auch wirklich zu sind. Immer. Nicht so an diesem Tag. Ich half dem Großen ins Auto und quatschte noch über die Straße mit einer anderen Mutter. Sie erinnerte mich daran, dass am Nachmittag Kinderturnen war – ein Termin, den ich beinahe vergessen hatte. Ich ging vorne um mein Auto herum – vorne! – stieg ein und setzte den Wagen zurück. Die Parkwarner schlugen wie wild Alarm und in meinem Kopf formte sich eine große Denkblase mit den Buchstaben „WTF?!“ als ich im Rückspiegel schon eine hektisch winkende Kindergarten-Mama entdeckte, die wie wild auf mein Auto eintrommelte.

„Alles gut! Nichts passiert!“

Schlagartig wurde es mir bewusst: DAS BABY!!! Das Baby stand noch hinter dem Wagen! Plötzlich wusste ich nicht mehr, wie Arme und Beine zu gebrauchen waren und auch wie man atmet, konnte ich nicht erinnern. Ich war wie gelähmt. Meine Ohren summten und in meinem Kopf gab es nur noch ein weißes Nichts. Irgendwie stolperte ich aus dem Auto.

„Alles gut! Nichts passiert!“ die Worte erreichten mich kaum. Ich sah mein schreiendes Baby, mein wunderschönes – und vor allem unversehrtes – Kind und fiel der anderen Mama in die Arme. Mehr als einen unschönen Auspuff-Abdruck auf der Babydecke hatte der MaxiCosi nicht abbekommen.

Zufällig ist die andere Mama Hebamme und erkannte die Anzeichen der Übermüdung sofort. Und bei Gott: Müde war ich! Sie nahm mich in den Arm, streichelte und beruhigte mich, so gut es ging.

Mein Warnschuss

Hier war er also. Mein Warnschuss. Man kann nun an Zufall, Schicksal oder Gott glauben, ich bin jedenfalls dankbar, dass unser Schutzengel in Form von Anja an diesem Tage Dienst hatte. Im Moment meiner größten Unaufmerksamkeit, meines schlimmsten Versagens, war eine fast Fremde zur Stelle und verhinderte beherzt die Katastrophe.

Der Tag an dem..._2

Ich fuhr heim, zitternd und bis ins Mark erschüttert. Ich biss mir auf die Lippen, vor den Kindern tat ich, als sei nichts passiert – das Baby gurgelte bereits wieder fröhlich vor sich hin. Zuhause angekommen, nahm ich meine Kinder fest in den Arm und rief dann meinen Mann an, um ihm diesen furchtbaren Beinahe-Unfall zu beichten. Die Tränen liefen mir über die Wangen.

„Ich bin eine furchtbare Mutter! Jede Rabenmutter kann sich von mir noch eine Scheibe abschneiden!“ Das schlechte Gewissen fraß mich auf. Ganz ehrlich?! Gerne hätte ich einen Schnaps getrunken, aber eine halbe Tafel Schokolade tat es auch. Das Zittern hielt den ganzen Nachmittag über an.

Unverantwortlich wäre es, keine Lehre daraus zu ziehen

Ja, beinahe wäre etwas Schreckliches passiert. Wie mir, die ich immer alles dreimal überprüfe, die ich jeden Abend vier Mal aufstehe um zu überprüfen, ob die Tür auch wirklich abgeschlossen ist und die x Mal kontrolliert, ob der Herd nicht doch noch an ist – wie mir so ein Fehler unterlaufen konnte, ist mir schleierhaft. Das, was passiert ist, ist für mich nur mit Schlafmangel zu erklären und doch kann ich dieses nicht als Entschuldigung gelten lassen. Es ist unentschuldbar.

Jetzt keine Lehren daraus zu ziehen, wäre allerdings noch unverantwortlicher: Schlafentzug ist eine Folter. Der Körper kann nur eine gewisse Zeit ohne sein individuelles Schlaf-Pensum auskommen. Haushalt, Essen, Einkauf, Kinder, Mann und Job lächelnd unter einen Hut zu bringen mag in Ausnahmefällen klappen. Aber es ist keine Schande, wenn nicht. Seither lasse ich öfter mal die Wäsche Wäsche sein, lasse ich das Essen mal liefern oder das Treppenhaus ungewischt.

Die Müdigkeit, liebe Mamas, lässt sich nicht für immer weglächeln, sie lauert im Dunkeln und schlägt dann, in einem unbedachten Augenblick, grausam und gnadenlos zu. Hat man in diesem Augenblick keinen Engel an seiner Seite, so wie wir, kann das gravierende und katastrophale Folgen haben.

Ich bin euer abschreckendes Beispiel

Darum nehmt meine Erfahrung als ein abschreckendes Beispiel. Wartet nicht, bis es zu spät ist. Lasst euren Stolz beiseite. Die anderen schaffen das doch auch? Mitnichten. Das ist auch nur Fassade. Niemand weiß, wie chaotisch es in den Schränken der Mama mit der perfekt aufgeräumten Wohnung ist. Niemand sieht, wie krümelig es unter dem hastig angehobenen Teppich ist.

Wenn wir uns immer alle vormachen, dass alles perfekt ist, geraten wir in eine endlose Spirale der Selbsttäuschung.

Lasst euch selbst nicht zu kurz kommen. Wenn ihr nicht mehr funktioniert, hat eure Familie nichts davon. Wenn ihr überlastet zusammenbrecht, kommt schlimmstenfalls jemand ernsthaft zu Schaden. Wenn ihr aus Müdigkeit im falschen Moment unaufmerksam seid, kann dieser Moment das Tor zur Katastrophe öffnen.

Bitte, liebe Mamas, kümmert euch um euch genauso wie um eure Kinder. Euer Wohlergehen ist für eure Familie unabdingbar. Das hat nichts mit Egoismus zu tun!

Und die Wäsche? Die kann warten!

 

Wer Großeltern, Nachbarn und Freunde um sich hat, die helfen können – und sei es nur, das Kind mal einen Nachmittag zu betreuen, damit Mama schlafen kann, ist gesegnet. Diesen Luxus hat nicht jeder, doch auch da seid ihr nicht auf euch allein gestellt! Es gibt beispielsweise die Initiative wellcome, die mit der Hilfe Ehrenamtlicher Familien unter die Arme greift. Schaut einfach mal nach, ob es diese oder ähnliche Angebote auch bei euch gibt.

Kennt ihr ähnliche Organisationen? Habt ihr sie schon mal in Anspruch genommen?

10 Dinge, die mich im Alltag nerven

Das macht mich wahnsinnig!

Ich gebe zu, dass ich zwar nach außen meistens ruhig und besonnen wirke, innerlich aber oft eher so das HB-Männchen bin.

Und es gibt so Dinge, die nerven mich einfach ungemein! Das kann, wenn ich eh schon einen anstrengenden Tag hinter oder vor mir habe, schonmal zu einem echten Rumpelstilzchen-Anfall führen!

Meine TOP 10: Genervt bin ich, wenn…

1.) … der Aufreißfaden nicht funktioniert. Verd*mmt nochmal, AUF- nicht Abreißen!

Nervt_1_Aufreißfaden_2

2.) … die Packungsfolie doof ein- oder abreißt. Besonders, wenn da noch hämisch „Hier öffnen“ steht.

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3.) … sich der Schlüssel im Schlüsselring verkantet – ehrlich jetzt, wie GEHT das? Wenn ich es absichtlich wollte, würd ich’s niemals hinkriegen!

Nervt_3_Schlüssel

4.) … ich die Tablettenpackung immer – IMMER – an der falschen Seite, also an der mit der Packungsbeilage, aufmache.

Nervt_4_Packungsbeilage

5.) … ich Romane in meiner Kleidung finde. Also, ausufernde Schildchen-Sammlungen! Was wollte dieser Hersteller? Seine Memoiren in meiner Unterwäsche veröffentlichen? Und überhaupt, warum pieksen oder kitzeln diese Schildchen immer so furchtbar?

Nervt_5_Schildchen in Kleidung

6.) … der Reißverschluss meiner Handtasche nach hinten zeigt: Ich als Rechtshänderin trage meine Handtasche rechts. Bei den meisten Taschen zeigt dann aber der Reißverschluss-Öffner nach hinten – und der Taschendieb sagt danke!Was muss man also machen? Die Tasche entweder links tragen oder umdrehen, wobei nun die Rückseite der Tasche nach außen zeigt – finde ich beides unschön! Das ist inzwischen auch ein Kauf-Kriterium bei mir: Reißverschlusslasche geht nach hinten? Da leg ich die schönste Tasche wieder weg. Denkt da eigentlich keiner nach bei den Herren und Damen Handtaschen-Designern?

Nervt_6_Reißverschluss

7.) … ich eine Tüte Chips, Salzgebäck oder Weingummi öffne und die Tüten so einreißen, dass man sie nie wieder verschließen kann! Im Gegensatz zu den meisten Leuten esse ich die nämlich nicht sofort komplett auf.

Nervt_7_Tüten

8.) … die Klorolle falsch herum aufgehängt ist (ich weiß, da scheiden ich die Geister)!

Nervt_8_Klorolle

9.) … ich mit diesen kleinen T-Haken in Kleidungsstücken – vorzugsweise Socken – kämpfen muss, die gern verschwinden oder Löcher in den Stoff machen!

Nervt_9_T-Haken

10.) … Preisschilder und Klebeetiketten, nicht rückstandsfrei abzulösen sind – besonders auf Deko-Gegenständen, die man gern verschenken würde oder auch auf Kräuselband! Kennt ihr das? Die Kleben als müssten sie die Apokalypse überstehen! Und wenn nichts mehr hält – das Preisschild klebt. Für immer und ewig. Wie oft musste ich bereits die letzten 2 Meter Geschenkband wegwerfen, weil das verfluchte Klebeschildchen so toll ge- und verklebt ist, dass der Rest des Bandes völlig ruiniert ist!

Nervt_10_Klebeetikett

Zusammenfassend analysiert: Aaaaaargh.

Kennt ihr das? Was nervt euch im Alltag?

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Kein Mimimi: Mittelohr-Entzündung

Folter im Kopf

Mimimi.

Mich hat’s erwischt. Übel. Erkältungen habe ich im Griff in letzter Zeit, seitdem ich regelmäßig Goldene Milch oder Kurkuma-Smoothies trinke, geht’s eigentlich. Dachte ich. Mal ein Schnüppken, mal etwas Husten – ärgerlich und nervig, aber nicht schlimm.

Aber nun, nach 9 Jahren, ist sie wieder da. Eine alte Bekannte, die ich seit frühster Kindheit zu hassen gelernt habe: Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta)! Unzählige hatte ich als Kind und zum letzten Mal hatte ich 2007 das Vergnügen, und zwar gleich drei Mal innerhalb von sechs Monaten. In der Zeit wohnte ich in Australien und mein Immunsystem war dank des ungewohnten Klimas unter Dauerfeuer.

Kopf voll mit Bääääh!

Nun denn. Erkältet bin ich, etwas schlimmer als sonst. Ich habe das Gefühl, ich hab drei verschiedene Infekte gleichzeitig. Und gestern, beim Einkaufen, spürte ich es: Mein Kopf füllte sich. Nicht mit kreativen Gedanken, nein, wortwörtlich. Schleim oder sonstige Flüssigkeit schien in meinem Schädel hochzusteigen und ihn von innen sprengen zu wollen – so fühlte es sich an.

Ich leide, wie gesagt, bereits seit frühester Kindheit immer wieder unter Mittelohrentzündungen. Ich kenne das und wusste also, was mir bevorstand. Nach wenigen Stunden war der Druck kaum noch auszuhalten und die Schmerzen setzten ein.

Wer schonmal eine Mittelohrentzündung hatte, weiß, wovon ich rede. Wer nicht: Es sind wirklich wahnsinnige Schmerzen. Da sich im Ohr das Gleichgewichtsorgan befindet, sind auch oft Schwindel und – wie bei mir – starke Übelkeit mit von der Partie.

Jedes Schlucken, jedes Aufstoßen, Gähnen oder Naseputzen sorgt für ein extrem schmerzhaftes Knacken im Ohr. Sich zusätzlich zu übergeben ist übrigens die Hölle. Das schmerzt im Kopf, im Magen, im Hals und wirklich überall.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Bei einer Mittelohrentzündung entzündet sich die Schleimhaut im Ohr. Dies wird meistens durch eine Erkältung bzw. einen Infekt der oberen Atemwege ausgelöst. Bakterien oder Viren gelangen über die sogenannte Eustachische Röhre, die Mittelohr und Rachenraum verbindet, ins Ohr und lösen dort die schmerzhafte Entzündung aus.

Anzeichen sind plötzliche und sehr heftige Ohrenschmerzen. Manchmal klopft oder pocht es auch im Ohr, dem Erkrankten wird schwindelig oder das Ohr „geht zu“ (Hörstörung). Auch Fieber – besonders bei Kleinkindern – starkes Krankheitsgefühl und die oben bereits erwähnte Übelkeit bis hin zum Erbrechen sind Symptome einer Mittelohrentzündung.

Bei einer Mittelohrentzündung kann das Trommelfell einreißen. Ist dies passiert, tritt eine eitrig-blutige Flüssigkeit aus den Ohren aus. Die Ohrenschmerzen verschwinden dann zwar oft schlagartig, schön ist das aber trotzdem nicht: Hörminderung und häufig wiederkehrende Entzündungen können die Folge sein.

Mittelohrentzündung ist kein Mimimi

Mittelohrentzündung ist wirklich kein Spaß, kein Mimimi und keine Kleinigkeit. Echt nicht! Solltet nicht ihr betroffen sein, sondern eure Kinder: Bitte nehmt das nicht auf die leichte Schulter.

„Was dich nicht tötet, macht dich hart!“ oder „Daran ist noch keiner gestorben!“ ist hier absolut fehl am Platz. Wer euch erzählt „Mittelohrentzündung hatte ich auch schonmal, war aber nicht so schlimm!“, der hatte vermutlich keine. Ich kenne niemanden, der nicht übel darunter gelitten hat und selbst Erwachsene, die ich als „harte Hunde“ kenne, wünschen ihrem ärgsten Feind keine solche.

Mittelohrentzündung – was tun?

Hier sind im Folgenden nun ein paar Tipps, was im Fall einer Mittelohrentzündung zu tun ist:

1.) Zum Arzt.

Keine Widerrede, ab zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO), im Notfall zum Haus- oder Kinderarzt. Nicht verschleppen, nicht selbst behandeln, das muss sich ein Arzt ansehen.

2.) Schmerzmittel und Nasentropfen.  

Egal, ob es zu eurer Lebenseinstellung passt, oder nicht: Ohne Schmerzmittel wird es nicht gehen. Wenn ihr nicht selbst betroffen seid, bitte glaubt mir eines: Die Schmerzen sind gewaltig. Auch – oder besonders – bei Kindern. Bitte verweigert ihnen keine Schmerz-Medikamente. Mittelohrentzündung ist, wie jede Erkrankung direkt im/am Kopf, pure Folter. Zudem sind die verschriebenen Schmerzmittel auch entzündungshemmend.

Nasentropfen oder -sprays sind ebenso wichtig, da sie beim Abschwellen der Schleimhäute helfen und so auch bei der Belüftung des betroffenen Bereiches im Ohr hilfreich sind. Nasensprays oder –tropfen werden übrigens immer in die Nase gegeben – nicht ins Ohr!

Auch ein Mittel gegen Übelkeit ist ratsam. Ihr solltet natürlich die Medikation mit dem behandelnden Arzt absprechen und nicht selbst irgendetwas verordnen – besonders, wenn es um eure Kinder geht.

3.) Antibiotika und Zwiebelsäckchen  

Antibiotika werden heute gemäß den HNO-Leitlinien nicht immer sofort eingesetzt. Oft lösen Erkältungsviren die Entzündung aus, gegen die ein Antibiotikum machtlos ist. Die Ärzte sind zudem sensibilisiert und passen wegen möglicher Antibiotika-Resistenzen auf. Werden euch dennoch Antibiotika verschrieben, nehmt sie.

Ein altes Hausmittel, das ihr zusätzlich (!) geben könnt, ist das Zwiebelsäckchen.

Dafür benötigt ihr eine Zwiebel, die ihr kleinhackt. Dann überbrüht ihr sie mit heißem Wasser und wickelt sie in ein trockenes Baumwolltuch. Wenn das Säckchen abgekühlt und abgetropft ist, legt ihr es für 20 – 30 Minuten auf das entzündete Ohr. Beim Kind fixiert ihr das Zwiebelsäckchen am besten mit einer Mütze oder Wickel. Das kann mehrmals täglich wiederholt werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen, denn die Zwiebel soll Stoffe enthalten, die die Entzündung hemmen und Krankheitserreger abtöten.

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In der Medizin ist die Wirkung des Zwiebelsäckchens umstritten und völlig unbewiesen, es schadet aber auch nicht.

Ohrentropfen übrigens, bringen überhaupt nichts, denn die kommen nicht mal bis zum Mittelohr, da dieses vom Gehörgang durch das Trommelfell abgetrennt ist. Sie können im schlimmsten Fall zusätzlich eine Gehörgangsentzündung verursachen, die erst richtig schmerzhaft ist.

4.) WICHTIG: Keine Wärme! Niemals!

Rotlichtlampe, heiße Kartoffel, warmes Öl ins Ohr – es gibt viele Tipps rund um Mittelohrentzündung und Wärme. Ich bin immer wieder entsetzt, dass es bei Dr. Google seriöse Seiten gibt, die vorschlagen, Entzündungen mit Wärme zu behandeln.

Nach Rücksprache mit dem HNO sage ich euch: Das ist Quatsch. Was machen Flüssigkeiten unter Wärme? Richtig, sie dehnen sich aus. Das Mittelohr ist eng und  Schmerzen sowie Druck resultieren daraus, dass sich Eiter und Schleim im Ohr sammeln und nicht abfließen können. Nicht selten reißt auch ohne Hitze das Trommelfell – diese Möglichkeit wird unter Wärmeeinwirkung wahrscheinlicher. Zudem besteht durch Wärme die Gefahr, dass sich ein Abszess bildet – und dieser muss dann operiert werden.

Diese Tipps, so Dr. Robin Banerjee, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Unna, stammen aus Zeiten, in denen ein HNO nicht mal eben in der Nähe war oder man sich den Besuch nicht leisten konnte. Heutzutage gelten sie als längst überholt – halten sich aber leider noch hartnäckig und richten so mehr Schaden an, als dass sie nutzen.

5.) Ruhe und viel trinken.  

Euch wird eh nicht nach Programm sein – bitte berücksichtigt dies auch für eure Kinder. Sagt Termine ab, ein Kind mit Mittelohrentzündung gehört ins Bett oder auf die Couch. Zerrt sie nicht zu irgendwelchen Terminen.

Wie könnt ihr einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Nasentropfen oder –sprays können eine Mittelohrentzündung verhindern, denn wie bereits oben erwähnt, sorgen sie über die Eustachische Röhre für eine ausreichende Belüftung des Mittelohres. Ärzte haben zudem herausgefunden, dass sich die Pneumokokken-Impfung positiv auf die Erkrankungsrate auswirkt: Diese sank bei den entsprechend geimpften Kindern.

Ohren sollen bitte nur von außen gereinigt werden, auf keinen Fall Ohrenstäbchen benutzen!

Erwachsene und Kinder sollen ausreichend trinken, Erwachsene zwischen 1,5 und 2 Liter pro Tag, für Kinder empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ca. 820 ml im Alter von 1 bis 4 Jahren, 940 bis 970 ml im Alter von 4 bis 10 Jahren, 1170 bis 1330 ml im Alter von 10 bis 15 Jahren und von 15 bis 19 Jahren werden 1,5 Liter empfohlen.

Erkältete Kinder gehören zudem ins Warme und sollten aufs Schwimmen verzichten sowie keinesfalls mit feuchten Haaren in der Kälte herumlaufen.

 

Dieser Artikel ersetzt nicht den Gang zum Arzt und liefert keine Diagnose! Er wurde nach Rücksprache mit zwei voneinander unabhängigen Hals-Nasen-Ohrenärzten verfasst und korrekturgelesen. Die Wissenschaft unterliegt ständigen Entwicklungen und die hier genannten Empfehlungen gelten zum Zeitpunkt der Erstellung.

Frohes neues Jahr!

Wir von Krümel und Chaos wünschen euch und euren Lieben für 2017 alles Gute!

Der Blog – Mein Denkarium.

Danke, dass ihr zuhört.

Manchmal kommt ein Gedanke in meinen Kopf und bleibt hängen. Er hakt sich mit seinen Widerborsten fest und es dauert nicht lange, bis Wörter sich darum herum ranken. Sie sprießen wie Unkraut und schlängeln sich durch mein Gehirn, wo sie sich an Informationen und Erinnerungen hängen, die irgendwo verstaut sind. Sie werden zu Sätzen und ich kann nicht aufhören zu formulieren.

Wenn ich das dann nicht sofort aufschreibe – in mein Notizbuch, ins Handy oder auf dem Laptop – bekomme ich später bestenfalls eine Kopie des ursprünglichen Gedankens hin. Aber der richtige Text, der direkt mit Kopf und Herz komponiert wurde, ist dann nicht mehr verfügbar.

Meine Gedanken sind kleine Stalker

Das heißt aber nicht, dass er mich nicht immer wieder heimsucht. Wie gesagt: Der ursprüngliche Gedanke hat Widerborsten, mit denen er sich überall festhakt. Er kommt immer wieder, ich beginne, davon zu träumen, er „überfällt“ mich in den unmöglichsten Situationen – wo natürlich keine Zeit zum Schreiben ist.

Diese unausgegorenen Gedanken stalken mich, wo sie nur können und versauen mir das entspannte Schaumbad (das schon echt nicht häufig vorkommt), sie suchen mich unter der Dusche heim oder verfolgen mich abends beim Einschlafen.

Früher habe ich mich stalken lassen und habe oft wachgelegen, weil diese immer wiederkehrenden Gedanken mich nicht haben schlafen lassen.

Mein Denkarium

Jetzt schreibe ich sie auf. Wie bei Albus Dumbledore, ist der Blog zu meinem Denkarium geworden. Er hatte es mit seinem Zauberstab zwar eklatant einfacher, seinen Gedanken loszuwerden – aber das Ergebnis ist dasselbe: Der Gedanke ist weg und befindet sich da, wo er mich nicht mehr stören kann. Jederzeit kann ich die Texte noch einmal lesen, sie verändern und verbessern – manchmal löschen. Aber indem ich sie aufgeschrieben habe, verarbeite ich vieles, überdenke es neu und vor allem: Gebe dem Gedanken einen Platz.

#NoMobbing

Aber warum schreibe ich das nicht alles in ein Tagebuch, sondern veröffentliche es? Muss das wirklich sein? Gutes Argument. Aber ja, es muss sein. Bestes Beispiel ist unser Beitrag zur Blogparade #NoMobbing gewesen. Da war ein kleines Mädchen, Mobbing-Opfer, die Eltern wussten sich keinen Rat mehr und initiierten diese Blogparade. Und dem kleinen Mädchen hat es geholfen, über die Erfahrungen anderer zu lesen und es sah: Es kann jeden treffen, es hat nichts falsch gemacht, es ist nicht schuld! Es hat ihm Kraft und Mut gegeben und es konnte den Mobbern schließlich die Stirn bieten! Die Reaktionen auf diesen Artikel waren durchweg so positiv, dass wir sicher sind: Wir haben etwas bewirkt. Wir haben anderen Leuten Kraft und Mut gegeben – nur durch ein paar Worte.

„Mein Kind ist nicht wie andere…“

Auch Mareike, die mit ihrer Geschichte an unserer Reihe Chaos auch bei… teilgenommen hat, hat wundervolle Reaktionen erfahren. Zuspruch, Mitgefühl und viele gute Wünsche waren die Reaktionen auf unseren Artikel und wir konnten so auf den seltenen Gendefekt ihrer Tochter aufmerksam machen.

„Ich hätte es so nicht in Worte fassen können, dennoch habe ich das Gefühl, es kommt genau so von mir“, sagte Mareike nach der Veröffentlichung zu mir.

Bis heute ist die Story über Mareike und Ella unser erfolgreichster Beitrag!

Danke!

Danke, dass Ihr alle den Blog so fleißig lest, teilt und kommentiert zeigt mir, dass es nicht nur meine persönlichen Denkereien sind, sondern auch in euch etwas auslösen: Sie bringen euch zum Lachen oder zum Weinen, machen euch nachdenklich, bringen euch dazu, mit den Augen zu rollen oder lösen einfach nur Zustimmung aus – „Das kenne ich auch!“, „Genau wie bei uns!“ oder „Als hättest du direkt in meinen Kopf geguckt!“ waren nur einige eurer Kommentare.

Und wisst ihr was? Das tut mir gut! Ich freue mich, wenn ich euch die Geschichte erzählen kann, die sich aus dem strubbeligen, kleinen Gedanken entwickelt hat. Das mit euch zu teilen macht mir Freude, auch wenn manche Themen nicht ganz einfach sind.

„Was machen Sie eigentlich beruflich?“ wurde ich vor kurzem gefragt und ich konnte ganz stolz sagen „Ich bin Geschichtenerzählerin!“ – denn ja! Das bin ich. DAS BIN ICH. Das ist mein Herz, das ist meine Seele. Ich bin Geschichtenerzählerin – und nichts anderes wollte ich immer sein!

Dieser Blog ist mein Herzensprojekt. Jeder Text, jede Geschichte kommt aus dem Herzen, aus persönlicher Inspiration und ist aus diesem kleinen, anhänglichen Funken entstanden, der sich irgendwann in meinem Kopf entzündet hat.

„Sei frech und wild und wunderbar!“ (A. Lindgren)

Danke für 2016 – und dass ihr diesen erst vier Monate alten Blog so gerne lest.

Ich freue mich auf 2017 und wünsche euch allen einen wunderbaren Start ins neue Jahr! Feiert, als gäbe es kein Morgen! Liebt, als wäre morgen alles vorbei! Lebt, als wäre es euer letzter Tag!

Und dann, im neuen Jahr, sehen wir uns alle wieder – leicht verkatert, müde und voller Vorfreude auf das Jahr, das da ganz frisch und unberührt vor uns liegt, wie ein Buch mit leeren Seiten.

Schreibt eure Geschichte – und lasst uns teilhaben an euren Gedanken, Gefühlen und Abenteuern!

Macht es, wie Astrid Lindgren es gesagt hat: Seid frech und wild und wunderbar!

Fühlt euch gedrückt!

Eure Tanja

von Krümel und Chaos

Die eiligen drei Könige

Auf der Jagd nach dem weißen Vogel. Im Schnee.

Es war die Nacht vor Heiligabend und es war kalt. Richtig bitterkalt. So kalt, dass ich die Abendrunde mit dem Hund nur auf das Nötigste beschränken wollte. Hund, selbst kein Fan von Nässe und Kälte, war d’accord. Also schnell die Straße runter. Alles war weiß und der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln. Es glitzerte überall – weiße Weihnacht, ganz so, wie es sein sollte.

Der Vogel sagte leise „Piep.“

Auf unserem Rückweg fiel mein Blick auf einen Busch. „Lustig! Der Schneezapfen sieht wie ein Vogel aus!“, dachte ich. Und sah genauer hin. Das WAR ein Vogel. Ein weißer Vogel im weißen Schnee in einer saukalten Winternacht! „Lebt der noch, oder ist der schon erfroren?“, fragte ich den Hund. „Wuff?“, fragte er zurück und fragte dann den Vogel. „WUFF?“ Der kleine geflügelte Freund zuckte merklich zusammen und sagte leise „Piep.“

„Jetzt aber schnell!“, rief ich und rannte mit dem Hund die Straße (die ein Berg ist) hoch. Ich renne normalerweise nie, darum bot ich wohl schon einen seltsamen Anblick. Durch den Schnee ging es ab ins Haus.

Zu viel Glüh im Wein?

„Da.. *japs* sitzt… *hust* ein Vogel im Busch!“, keuchte ich. „Ein weißer. Ich glaub, ein Wellensittich.“ Meine Eltern sahen auf und musterten mich, wie ich mit Schneestiefeln, dick eingemummelt mitsamt Mütze und knallrotem Kopf vor ihnen stand (ich musste auch noch 2 Treppen hoch) und nach Atem rang. „Schnell! Vogel!“

„Hast du am Punsch genippt?“, entgegnete meine Mutter. „Zuviel Glüh im Wein?“, mutmaßte mein Vater. „Nein, wirklich! Da sitzt ein weißer Vogel im Busch und erfriert gerade! Wir müssen los!“

Der Hund hielt sich elegant zurück und versuchte, sich aus der Affäre zu ziehen – nicht, dass die Menschen noch auf die Idee kamen, ihn noch einmal in die Kälte zu jagen!

„Weißt du, wie kalt es draußen ist?“, fragte meine Mutter.

„Ja eben! Der erfriert! Haben wir noch den alten Vogelkäfig im Keller?“ Ich war ganz im Rettungsmodus.

Die eiligen drei Könige

Meine Eltern, überzeugt davon, dass ich mir den Vogel eingebildet hatte, beschlossen, meiner Geschichte Glauben zu schenken und machten sich daran, die Vogel-Rettungsutensilien zusammenzusuchen: Eine starke Taschenlampe, einen alten Vogelkäfig und einen Kescher, der eigentlich für Fische im Teich gedacht war. Der Hund durfte im Haus bleiben und wir zogen los, den Berg hinunter.

„Wie die heiligen drei Könige!“, lachte mein Vater. „Nur sind wir die eiligen drei Könige, auf der Suche nach dem weißen Vogel. Hört sich an wie ein echt schräger Roman…“

Am Ende der Straße angekommen, deutete ich auf den Busch. Gottseidank war der kleine Kerl noch da. Einmal, weil er bei der Kälte sonst keine Chance haben würde – und natürlich auch für meine eigene Credibility. Ich bin ja manchmal ein Scherzkeks, aber ich würde meine Familie nun wirklich nicht mitten in der Nacht zum Heiligabend in die Irre, die kalte, führen!

„Da! Da ist er! Da, auf dem Ast!“ Ich zeigte auf den Vogel.

„Tatsache!“, staunten meine Eltern. „Wie hast du den denn entdeckt? Hier ist doch alles weiß, der Vogel mit eingeschlossen!“

„Zufall. Oder Fügung.“

Einfangversuche

Nun kamen wir zum schwierigen Teil. Der Busch, in dem der Vogel saß, stand auf der andern Seite eines Grabens. Stand man im Graben, reichte der Kescher nicht aus, stand man auf der anderen Seite, musste man balancieren um nicht abzurutschen. Wir standen also mit Lampe und Vogelkäfig bewaffnet dort, während einer von uns balancierend versuchte, den Vogel in den Kescher zu bekommen, ohne ihn KO zu schlagen, vom Ast zu werfen oder allzu arg zu verschrecken.

Natürlich erschreckte sich der kleine Kerl, der wahrscheinlich schon mit seinem Leben abgeschlossen hatte, trotzdem. Aufgeregt flatterte er auf und versuchte, zu fliehen, doch bereits nach drei Metern ließen ihn seine Kräfte im Stich. FUMP machte es und der Vogel war in den Schnee geplumpst.

Und wenn es schon nicht einfach war, einen weißen Wellensittich im vollgeschneiten Geäst eines Busches zu entdecken, dann versucht mal, so einen kleinen weißen Gesellen im Dunklen auf einer total vollgeschneiten Wiese zu entdecken. Irgendwo musste er doch sein! Erschwerend kam hinzu, dass die Wiese eher ein Acker war und mit gefrorenen Maulwurfshügeln übersäht, die man aber unter der Schneedecke nur erahnen konnte.

Finde den weißen Vogel im Schnee. In der Dunkelheit.

Wer sich nun vorstellt, dass es wirklich total dämlich aussieht, wenn zwei dick eingepackte, quasi vermummte Personen mit einem Netz am Stock über eine verschneite Wiese irren und ständig stolpern, während eine dritte am Rand herumfuchtelt mit einer Taschenlampe in der einen und einem goldenen Vogelkäfig in der anderen Hand und schreit „Da! Da drüben! Da ist er! Nein, da! Noch etwas mehr nach rechts. RECHTS, Tanja. Das ANDERE Rechts! Da! Tritt nicht drauf! Hast du ihn?“ – der hat völlig Recht. Was müssen wir für ein Bild geboten haben!

Irgendwann war es dann so weit. Völlig entkräftet steckte das kleine Vögelchen in einem kleinen Schneeberg, halb erfroren und verängstigt. Nicht einmal der Kescher war noch notwendig. Wahrscheinlich hatte er bereits das Licht gesehen und sich darauf gefreut, endlich wenn auch nicht ins Warme, so doch ins Helle zu kommen. Aber das sollte ja nun auch geschehen, wenn auch anders, als der Piepmatz es sich vorgestellt hatte.

Ein neues Zuhause für den Weihnachtsvogel

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Quelle: Shutterstock, Suvat Sirivutcharungchit

 

Mit behandschuhten Händen setzte mein Vater das kleine Tier behutsam in den Käfig. Froh, dass unsere Rettungsmission geglückt war und in der Hoffnung, dass niemand diese beobachtet hatte, zogen die nunmehr vier durchgefrorenen Könige wieder den Berg hinauf.

Dort angekommen dimmten wir erst einmal die Lampen und legten ein Tuch über den Käfig. Das arme Tier sollte ja nicht gleich geschockt von den neuen Eindrücken von der Stange fallen. Wasser hatten wir, Vogelfutter musste am nächsten Tag gekauft werden. Aber im Moment war eh erstmal wichtig, den kleinen Kerl langsam aufzutauen. Auch wir brauchten erstmal einen Glühwein, um uns zu wärmen. Der Hund beobachtete neugierig den seltsamen Käfig, aus dem es erst zaghaft, dann schon etwas fröhlicher, zu piepsen begann.

Inzwischen war es Heiligabend geworden und unser kleines, weißes Weihnachtswunder hüpfte vergnügt von Stange zu Stange.

„Wie sollen wir ihn nennen?“ fragte ich.

„Noël.“, sagte mein Vater. Das französische Wort für Weihnachten.

 

Noël hatte von diesem Erlebnis leider ein Trauma davongetragen – oder einen leichten Frostschaden erlitten, vielleicht Gefrierbrand. Auf jeden Fall weigerte er sich für den Rest seines Lebens, seinen Käfig zu verlassen. Kurz nachdem die Tierärztin eine Herzschwäche bei ihm diagnostizierte, verstarb Noël: Drei Jahre nach unserer nächtlichen Rettungsaktion fiel er einfach von der Stange.

(Dies war übrigens noch lange bevor Facebook in Deutschland Einzug erhielt und meine Plakat-Such-Aktion nach dem Besitzer war erfolglos geblieben.)

 

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Ein zweites Kind – Ja oder Nein?

#Blogparade: Vater, Mutter, Kind… und dann?

Was ist mir die Entscheidung für das zweite Kind schwer gefallen. Vorab: Ich liebe den kleinen Kerl, ich würde ihn für nichts in der Welt eintauschen und ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Aber die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Auch Yvi von MAMASdaily kennt dieses Problem und hat in ihrem Artikel Vater, Mutter, Kind… und dann? Zu dieser Blogparade aufgerufen.

Immer zwei

Ich wollte immer zwei Kinder. Wenn ich mir meine Zukunft vorstellte, sah ich zwei kleine Wesen an meiner Hand. Nicht eins, nicht drei – zwei. Schaute ich in meine persönliche Glaskugel, gab es da neben Kleinling#1 immer noch einen Platzhalter.

Und dennoch, als dann das erste Kind kam, war ich mir sicher: Nein, es gibt kein Zweites. Dieser tolle kleine Kerl hat unsere ganze Aufmerksamkeit verdient. 100% soll er bekommen und sich nie zurückgesetzt fühlen. Könnte ich je jemanden genauso lieben, wie ihn? Niemals, nicht möglich!

Aber ich bin selbst Einzelkind und habe mir immer ein Geschwist gewünscht. Kein GeschwisterCHEN, denn ich wollte immer einen großen Bruder haben. Gut, das war dann im Nachhinein etwas schwer zu bewerkstelligen, zumal Mutter Natur mich einfach als Einzelkind vorgesehen hatte. „Sei froh!“, werden jetzt einige denken. „Mit Geschwistern hat man nur Trouble!“

Erstmal ne Liste!

Ich bin ein Organisations-Tierchen. Wenn ich mal nicht weiter weiß oder sehr viel zu tun habe, schreibe ich Listen. Urlaub in Griechenland? 6 Hotels zur Auswahl? Erstmal ne Excel-Liste anlegen, um besser vergleichen zu können. Ja, so bin ich.

Die Entscheidung fürs zweite Kind war schwierig – ich würde behaupten, eine der schwierigsten bislang – und natürlich habe ich eine Liste mit Pro und Kontra gemacht. Welche Gründe sprachen nun gegen ein zweites Kind?

Dagegen

  • Beim Ersten weiß man, was man hat. Ein Zweites ist doch wieder so eine „Überraschungstüte“. Und ich mag keine Überraschungen.
  • Der Erste war soooo lieb, er hat einfach 100% unserer Aufmerksamkeit verdient.
  • Unser Junge ist nun schon Kleinkind und geht in den Kindergarten – freie Zeit vormittags, die ich für Haushalt oder das Schreiben nutzen kann. Oder mal fürs Shoppen, Kaffee trinken gehen und lesen… Das ist schon angenehm.
  • Reicht unser Geld für ein zweites Kind? Was, wenn nicht?
  • Was, wenn ich doch wieder einen Job im Angestellten-Verhältnis suchen muss? Das ist, wie ich erfahren durfte, ja schon mit einem Kind schwer genug. Wie soll denn das mit zweien gehen? Es hat sich ja die Zeit der potentiellen Fehltage verdoppelt, und da ist das Risiko, selbst zu erkranken, noch gar nicht eingerechnet.
  • Wo wir beim Thema Gesundheit sind: Als ich vor 2 Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte, war es mit einem Kind schon schwer genug – wie soll das mit zwei Kleinen funktionieren?
  • Was, wenn das zweite Kind krank oder behindert ist? Wir würden es lieben, keine Frage, aber da mein Mann in diesem Bereich berufstätig ist, kennen wir die vielen Schwierigkeiten und Hürden, vor die man dann gestellt ist. Und das Geschwisterkind? Das müsste dann total zurückstecken, oder nicht? Sollen wir unserem Großen so etwas zumuten?
  • Der Platz! Unser Haus ist zwar schon in Sicht, aber noch wohnen wir in einer Eigentumswohnung. Die ist nicht klein, aber auch nicht groß. Keine Einzelzimmer-Option! Würden sich die Kinder in einem Zimmer verstehen? Ist es nicht zu wenig Platz?
  • Wie würde unsere Beziehung das überstehen, wenn das Kind schwierig würde? Das erste Kind hatte unsere Beziehung nur noch enger werden lassen, würde es beim zweiten Kind halten?
  • Doppelte Kinder, doppelte Sorgen…
  • Was, wenn sich die Kinder nicht leiden können?
  • Was, wenn ich es nicht schaffe?
  • Was, wenn ich das zweite Kind auf einmal viel lieber hätte? Wie unfair wäre das denn!
  • Was, wenn es Zwillinge würden – zwei neue gegen einen „alten“… OMG! Und dann wären es ja drei! Würde ich das schaffen?

So, oder so ähnlich sah meine Kontra-Liste aus. Doch ich fand ebenso Punkte, dafür. Ganz viele sogar – hier sind ein paar:

Dafür!

  • Ich wollte immer zwei Kinder!
  • Vor meinem geistigen Auge sitzen da zwei Kinder am Tisch, nicht nur eines.
  • Kinder sind toll!
  • Wenn uns etwas passiert, ist mein Sohn allein. Natürlich, Großeltern und Paten, letztere weise ausgesucht, würden sich sofort kümmern. Aber er wäre der einzige in dieser einen, individuellen Situation. Kein Zweiter, der exakt dasselbe durchmacht und ihm Halt geben kann – wie ein Bruder oder eine Schwester eben.
  • Vier Schultern tragen mehr als zwei.
  • Was, wenn sie die besten Freunde werden?
  • Einer könnte auf den anderen aufpassen… Einer von beiden wird schon vernünftig sein…
  • Noch einmal diese irre spannende Entwicklung beobachten können, die kleine Kinder durchmachen
  • Noch einmal erste Worte, erste Schritte…
  • Doppelte Chance auf süße kleine Enkel!
  • The more, the merrier – es gibt doch nichts schöneres, als Kinderlachen! Und ein buntes, lautes Haus, das voll davon ist – wer könnte das nicht wollen?!
  • Ich habe noch soooo viel Liebe zu geben!
  • Zwei (Erwachsene) gegen zwei (Kleinlinge) – klingt fair!
  • Nochmal schwanger sein!

100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen

Und wisst ihr was? Am Ende waren es so viele positive Gründe, dass ich sogar ein kleines Buch darüber geschrieben habe! 100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen gibt es bei allen einschlägigen Anbietern – amazon, Weltbild, Thalia, Hugendubel und wie sie alle heißen – zum kleinen Preis von 1,99 Euro.

Aber ich will hier keine Werbung machen, es bot sich halt nur gerade an.

Der wichtigste und unschlagbarste Grund, allen Befürchtungen, die man ja nunmal hat, zum Trotz noch ein kleines Leben in die Welt zu setzen ist: IHR WOLLT ES! Natürlich sollten auch die Begleitumstände stimmen. Ich halte beispielsweise nichts davon, dem Partner ein Kind unterzujubeln, obwohl er sich dagegen ausgesprochen hat. Hier zeigt sich die Stärke einer Beziehung, einen der wohl schwierigsten Kompromisse überhaupt zu finden. Wie das geht – das muss jeder selbst entscheiden.

Nie bereut

Natürlich haben sich einige Befürchtungen bewahrheitet. Kleinling#2 ist nicht so entspannt wie sein Bruder und hat uns einiges an Nerven und Schlaf gekostet. Aber auch beim zweiten Kind hat unsere Beziehung nicht gelitten. Noch immer ziehen wir an einem Strang. Ich habe das Glück, den wohl verständnisvollsten Mann überhaupt zu haben. Er versucht immer, mich zu unterstützen und mir zu helfen, wo er nur kann. Er hört mir zu und auch wenn er nicht immer alles nachvollziehen kann (Männer-Frauen-Problematik und so), so versucht er es doch. Wir sind noch immer ein ganz fantastisches Team!

Auch in der Zeit, in der ich dachte, ich könne nicht mehr, habe ich es nie bereut, ein zweites Kind bekommen zu haben. Wenn man sich in schwierigen Zeiten eingesteht, dass man Hilfe braucht und dann auch um diese bittet, kann man alles schaffen. Auch Familie und Freunde waren und sind immer für uns da und helfen, wo sie können!

Ich möchte nicht mehr zurück in mein Leben vor den Kindern. Weder in das vor Kleinling#1, noch in das vor Kleinling#2. Seitdem ich Mama bin, habe ich das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo ich hingehöre. Es gibt kein „Ach hätte ich…“ und kein „Ach, wär ich bloß…“.

Natürlich wäre ein Lottogewinn toll. Eine größere Wohnung. Luxusurlaub. Die üblichen Dinge halt.

Aber zum Glück fehlen die mir nicht. Zum Glück habe ich alles, was ich brauche: Zwei wunderbare Jungs und einen tollen Mann. Eine Familie und Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann und ein immer größer werdendes Netzwerk an Ratgebern, Unterstützern und Menschen, die mir wichtig sind.

Und die Kinder?

Die verstehen sich prächtig. Schon als ich mit Kleinling#2 schwanger war, war der Große begeistert! Natürlich gibt es täglich Streitereien. Natürlich schubst mal der eine den anderen und nimmt ihm das Spielzeug weg. Aber wie sagte Kleinling#1 vor kurzem noch ganz inbrünstig? „Ich hab euch alle lieb. Mama, Papa und meinen Bruder. Der soll nie wieder weggehen!“

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Und er wünscht sich sogar noch ein Geschwisterchen: Eine kleine Frieda soll es sein, ganz genauso eine, wie der neue, kleine Lockenkopf im Kindergarten, der es ihm angetan hat.

Aber unsere Familienplanung ist jetzt abgeschlossen. Wir haben fertig. Wir fühlen uns komplett.

7 Alternativen zu „Last Christmas“

Leute – ich konnte Last Christmas schon letztes Jahr nicht mehr hören. Und das Jahr davor auch schon nicht. Und davor, und davor und davor… Jährlich verdient George Michael mit seinem Foltersong um die acht Millionen Euro (wer sich für weitere Fakten rund um das Lied interessiert, kann ja mal hier schauen). Irgendwann muss es doch mal gut sein! Und er hat sein Herz doch auch schon zurückbekommen und will es in diesem Jahr jemand Besonderem geben: Michael, mach! Aber sing nicht ständig drüber.

Auch keine Lösung: Das post-kruzifikale Folterinstrument

Sobald man das Radio anmacht, kommt mindestens einmal am Tag, wahrscheinlich öfter, „Last Christmas“ in welcher Version auch immer, denn der Song ist ja auch einige Male gecovert worden. Wenn nicht gerade Phil Collins singen muss – immerhin auch einige Male pro Tag.

Möchte überhaupt noch irgendwer „Last Christmas“ hören? Das hat sich doch so totgenudelt! Aber was ist nun die Alternative? Radio aus und zuhause das Kind mit der Blockflöte tröten lassen? Also, das ist auch nichts für mich – dieses post-kruzifikale Akustik-Folterinstrument ist absolut nicht meins!

RUUUUUMM, RUUUUMM, RUUUUMM

Ich erinnere mich an eine Nacht, in der ich versehentlich mir und meiner Oma einen gehörigen Schreck eingejagt habe. Mit dabei: Eine Weihnachts-CD von Boney M., eine Stereoanlage mit mir unbekannter Weck-Funktion und meine Vorliebe für sehr laute Musik.

Ich hatte mit Kopfhörern vorm ins-Bett-gehen noch Musik gehört und muss dann versehentlich diese aus der Buchse gezogen haben. Weiterhin hatte ich wohl versehentlich die Timer- bzw. Weckfunktion der Anlage programmiert und um zwei Uhr nachts erbebte plötzlich das Haus: „RUUUUUMM, RUUUUMM, RUUUUMM!“ ich fiel aus dem Bett und meine Oma ebenso. Wir trafen uns zitternd im Flur und befürchteten bereits die Apokalypse. Da sangen Boney M. weiter „… cooooooome they told me, pa rum pum pum pum…” Puuuuh! Nochmal gut gegangen, doch nicht der Weltuntergang…

Bis heute denke ich immer wieder an diese Nacht, wenn ich das Lied, das echt keines meiner Lieblingslieder ist, höre.

Die Qual der Wahl

Aber zum Glück gibt es ja Millionen und Abermillionen von Weihnachtsliedern und dank Spotify & Co. muss man sie nicht einmal alle kaufen! Die Qual der Wahl! Ich höre nicht so gerne deutsche Weihnachtslieder, die sind mir zu schwermütig und ich muss ständig heulen – ja, wirklich! Und sobald sie auch noch live – in der Kirche zum Beispiel – von Orgel oder Posaunenchor untermalt werden, ist es vorbei mit mir. Dann geht nix mehr!

Ich mag spanische Weihnachtslieder, die sind oft sehr fröhlich. Oder australische! Habt ihr schon einmal die Australische Version von Jingle Bells gehört? Absolut witzig und genial. Wer bereits in Australien war, wird sofort das Aussie-Feeling spüren und sich zurück an den Bondi Beach sehnen, wo schonmal ganze Santa-Rudel per Surfbrett auflaufen…

Meine sieben Favoriten stelle ich euch hier vor:

  1. Mumford & SonsWinter winds”: Ein ruhiges Weihnachtsliebeslied im typischen Mumford-Sound. Muss man einfach lieben.
  2. Family of the yearOMG it’s Christmas”: Mein Favorit für dieses Jahr! Ein Gute-Laune-Party-Song zu Weihnachten – ein fröhlicher Ohrwurm der amerikanischen Indie-Pop Band!
  3. PandoraLos peces en el Rio”: Ein fröhliches spanisches Weihnachtslied: Während sich die Fische im Fluss auf die Ankunft von Baby Jesus freuen, hat Maria was? Richtig – Arbeit.
  4. Lee Kernaghan The three drovers”: Ein australisches Weihnachtslied über drei Viehtreiber (“Drovers”), die beim Anblick eines hellen Sterns in Weihnachtsstimmung kommen. Sooo schön australisch.
  5. Simone Sommerland Stern über Betlehem“: Auf unserer Kinderlieder-CD, ein wunderschönes Lied aus dem Jahr 1964. Wem die Melodie bekannt vorkommt: 2004 gab es eine gar nicht so weihnachtliche Coverversion namens „She“ von Groove Coverage.
  6. Lady AntebellumBaby, It’s Cold Outside”: Eine angenehme Cover-Version des Popsongs von 1944, ursprünglich nicht unbedingt ein Weihnachtslied, passt aber.
  7. ColdplayChristmas Lights”: Eine wunderschöne, sanfte Weihnachtshymne mit viel Herzschmerz!

 

Was ist in diesem Jahr euer liebstes Weihnachtslied? Habt ihr auch ein „All-time-favorite“, einen Song, der einfach jedes Jahr sein muss (bitte sagt jetzt nicht „Last Christmas“…)