10 Dinge, die mich im Alltag nerven

Das macht mich wahnsinnig!

Ich gebe zu, dass ich zwar nach außen meistens ruhig und besonnen wirke, innerlich aber oft eher so das HB-Männchen bin.

Und es gibt so Dinge, die nerven mich einfach ungemein! Das kann, wenn ich eh schon einen anstrengenden Tag hinter oder vor mir habe, schonmal zu einem echten Rumpelstilzchen-Anfall führen!

Meine TOP 10: Genervt bin ich, wenn…

1.) … der Aufreißfaden nicht funktioniert. Verd*mmt nochmal, AUF- nicht Abreißen!

Nervt_1_Aufreißfaden_2

2.) … die Packungsfolie doof ein- oder abreißt. Besonders, wenn da noch hämisch „Hier öffnen“ steht.

Nervt_2_Packungsfolien

3.) … sich der Schlüssel im Schlüsselring verkantet – ehrlich jetzt, wie GEHT das? Wenn ich es absichtlich wollte, würd ich’s niemals hinkriegen!

Nervt_3_Schlüssel

4.) … ich die Tablettenpackung immer – IMMER – an der falschen Seite, also an der mit der Packungsbeilage, aufmache.

Nervt_4_Packungsbeilage

5.) … ich Romane in meiner Kleidung finde. Also, ausufernde Schildchen-Sammlungen! Was wollte dieser Hersteller? Seine Memoiren in meiner Unterwäsche veröffentlichen? Und überhaupt, warum pieksen oder kitzeln diese Schildchen immer so furchtbar?

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6.) … der Reißverschluss meiner Handtasche nach hinten zeigt: Ich als Rechtshänderin trage meine Handtasche rechts. Bei den meisten Taschen zeigt dann aber der Reißverschluss-Öffner nach hinten – und der Taschendieb sagt danke!Was muss man also machen? Die Tasche entweder links tragen oder umdrehen, wobei nun die Rückseite der Tasche nach außen zeigt – finde ich beides unschön! Das ist inzwischen auch ein Kauf-Kriterium bei mir: Reißverschlusslasche geht nach hinten? Da leg ich die schönste Tasche wieder weg. Denkt da eigentlich keiner nach bei den Herren und Damen Handtaschen-Designern?

Nervt_6_Reißverschluss

7.) … ich eine Tüte Chips, Salzgebäck oder Weingummi öffne und die Tüten so einreißen, dass man sie nie wieder verschließen kann! Im Gegensatz zu den meisten Leuten esse ich die nämlich nicht sofort komplett auf.

Nervt_7_Tüten

8.) … die Klorolle falsch herum aufgehängt ist (ich weiß, da scheiden ich die Geister)!

Nervt_8_Klorolle

9.) … ich mit diesen kleinen T-Haken in Kleidungsstücken – vorzugsweise Socken – kämpfen muss, die gern verschwinden oder Löcher in den Stoff machen!

Nervt_9_T-Haken

10.) … Preisschilder und Klebeetiketten, nicht rückstandsfrei abzulösen sind – besonders auf Deko-Gegenständen, die man gern verschenken würde oder auch auf Kräuselband! Kennt ihr das? Die Kleben als müssten sie die Apokalypse überstehen! Und wenn nichts mehr hält – das Preisschild klebt. Für immer und ewig. Wie oft musste ich bereits die letzten 2 Meter Geschenkband wegwerfen, weil das verfluchte Klebeschildchen so toll ge- und verklebt ist, dass der Rest des Bandes völlig ruiniert ist!

Nervt_10_Klebeetikett

Zusammenfassend analysiert: Aaaaaargh.

Kennt ihr das? Was nervt euch im Alltag?

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Kein Mimimi: Mittelohr-Entzündung

Folter im Kopf

Mimimi.

Mich hat’s erwischt. Übel. Erkältungen habe ich im Griff in letzter Zeit, seitdem ich regelmäßig Goldene Milch oder Kurkuma-Smoothies trinke, geht’s eigentlich. Dachte ich. Mal ein Schnüppken, mal etwas Husten – ärgerlich und nervig, aber nicht schlimm.

Aber nun, nach 9 Jahren, ist sie wieder da. Eine alte Bekannte, die ich seit frühster Kindheit zu hassen gelernt habe: Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta)! Unzählige hatte ich als Kind und zum letzten Mal hatte ich 2007 das Vergnügen, und zwar gleich drei Mal innerhalb von sechs Monaten. In der Zeit wohnte ich in Australien und mein Immunsystem war dank des ungewohnten Klimas unter Dauerfeuer.

Kopf voll mit Bääääh!

Nun denn. Erkältet bin ich, etwas schlimmer als sonst. Ich habe das Gefühl, ich hab drei verschiedene Infekte gleichzeitig. Und gestern, beim Einkaufen, spürte ich es: Mein Kopf füllte sich. Nicht mit kreativen Gedanken, nein, wortwörtlich. Schleim oder sonstige Flüssigkeit schien in meinem Schädel hochzusteigen und ihn von innen sprengen zu wollen – so fühlte es sich an.

Ich leide, wie gesagt, bereits seit frühester Kindheit immer wieder unter Mittelohrentzündungen. Ich kenne das und wusste also, was mir bevorstand. Nach wenigen Stunden war der Druck kaum noch auszuhalten und die Schmerzen setzten ein.

Wer schonmal eine Mittelohrentzündung hatte, weiß, wovon ich rede. Wer nicht: Es sind wirklich wahnsinnige Schmerzen. Da sich im Ohr das Gleichgewichtsorgan befindet, sind auch oft Schwindel und – wie bei mir – starke Übelkeit mit von der Partie.

Jedes Schlucken, jedes Aufstoßen, Gähnen oder Naseputzen sorgt für ein extrem schmerzhaftes Knacken im Ohr. Sich zusätzlich zu übergeben ist übrigens die Hölle. Das schmerzt im Kopf, im Magen, im Hals und wirklich überall.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Bei einer Mittelohrentzündung entzündet sich die Schleimhaut im Ohr. Dies wird meistens durch eine Erkältung bzw. einen Infekt der oberen Atemwege ausgelöst. Bakterien oder Viren gelangen über die sogenannte Eustachische Röhre, die Mittelohr und Rachenraum verbindet, ins Ohr und lösen dort die schmerzhafte Entzündung aus.

Anzeichen sind plötzliche und sehr heftige Ohrenschmerzen. Manchmal klopft oder pocht es auch im Ohr, dem Erkrankten wird schwindelig oder das Ohr „geht zu“ (Hörstörung). Auch Fieber – besonders bei Kleinkindern – starkes Krankheitsgefühl und die oben bereits erwähnte Übelkeit bis hin zum Erbrechen sind Symptome einer Mittelohrentzündung.

Bei einer Mittelohrentzündung kann das Trommelfell einreißen. Ist dies passiert, tritt eine eitrig-blutige Flüssigkeit aus den Ohren aus. Die Ohrenschmerzen verschwinden dann zwar oft schlagartig, schön ist das aber trotzdem nicht: Hörminderung und häufig wiederkehrende Entzündungen können die Folge sein.

Mittelohrentzündung ist kein Mimimi

Mittelohrentzündung ist wirklich kein Spaß, kein Mimimi und keine Kleinigkeit. Echt nicht! Solltet nicht ihr betroffen sein, sondern eure Kinder: Bitte nehmt das nicht auf die leichte Schulter.

„Was dich nicht tötet, macht dich hart!“ oder „Daran ist noch keiner gestorben!“ ist hier absolut fehl am Platz. Wer euch erzählt „Mittelohrentzündung hatte ich auch schonmal, war aber nicht so schlimm!“, der hatte vermutlich keine. Ich kenne niemanden, der nicht übel darunter gelitten hat und selbst Erwachsene, die ich als „harte Hunde“ kenne, wünschen ihrem ärgsten Feind keine solche.

Mittelohrentzündung – was tun?

Hier sind im Folgenden nun ein paar Tipps, was im Fall einer Mittelohrentzündung zu tun ist:

1.) Zum Arzt.

Keine Widerrede, ab zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO), im Notfall zum Haus- oder Kinderarzt. Nicht verschleppen, nicht selbst behandeln, das muss sich ein Arzt ansehen.

2.) Schmerzmittel und Nasentropfen.  

Egal, ob es zu eurer Lebenseinstellung passt, oder nicht: Ohne Schmerzmittel wird es nicht gehen. Wenn ihr nicht selbst betroffen seid, bitte glaubt mir eines: Die Schmerzen sind gewaltig. Auch – oder besonders – bei Kindern. Bitte verweigert ihnen keine Schmerz-Medikamente. Mittelohrentzündung ist, wie jede Erkrankung direkt im/am Kopf, pure Folter. Zudem sind die verschriebenen Schmerzmittel auch entzündungshemmend.

Nasentropfen oder -sprays sind ebenso wichtig, da sie beim Abschwellen der Schleimhäute helfen und so auch bei der Belüftung des betroffenen Bereiches im Ohr hilfreich sind. Nasensprays oder –tropfen werden übrigens immer in die Nase gegeben – nicht ins Ohr!

Auch ein Mittel gegen Übelkeit ist ratsam. Ihr solltet natürlich die Medikation mit dem behandelnden Arzt absprechen und nicht selbst irgendetwas verordnen – besonders, wenn es um eure Kinder geht.

3.) Antibiotika und Zwiebelsäckchen  

Antibiotika werden heute gemäß den HNO-Leitlinien nicht immer sofort eingesetzt. Oft lösen Erkältungsviren die Entzündung aus, gegen die ein Antibiotikum machtlos ist. Die Ärzte sind zudem sensibilisiert und passen wegen möglicher Antibiotika-Resistenzen auf. Werden euch dennoch Antibiotika verschrieben, nehmt sie.

Ein altes Hausmittel, das ihr zusätzlich (!) geben könnt, ist das Zwiebelsäckchen.

Dafür benötigt ihr eine Zwiebel, die ihr kleinhackt. Dann überbrüht ihr sie mit heißem Wasser und wickelt sie in ein trockenes Baumwolltuch. Wenn das Säckchen abgekühlt und abgetropft ist, legt ihr es für 20 – 30 Minuten auf das entzündete Ohr. Beim Kind fixiert ihr das Zwiebelsäckchen am besten mit einer Mütze oder Wickel. Das kann mehrmals täglich wiederholt werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen, denn die Zwiebel soll Stoffe enthalten, die die Entzündung hemmen und Krankheitserreger abtöten.

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In der Medizin ist die Wirkung des Zwiebelsäckchens umstritten und völlig unbewiesen, es schadet aber auch nicht.

Ohrentropfen übrigens, bringen überhaupt nichts, denn die kommen nicht mal bis zum Mittelohr, da dieses vom Gehörgang durch das Trommelfell abgetrennt ist. Sie können im schlimmsten Fall zusätzlich eine Gehörgangsentzündung verursachen, die erst richtig schmerzhaft ist.

4.) WICHTIG: Keine Wärme! Niemals!

Rotlichtlampe, heiße Kartoffel, warmes Öl ins Ohr – es gibt viele Tipps rund um Mittelohrentzündung und Wärme. Ich bin immer wieder entsetzt, dass es bei Dr. Google seriöse Seiten gibt, die vorschlagen, Entzündungen mit Wärme zu behandeln.

Nach Rücksprache mit dem HNO sage ich euch: Das ist Quatsch. Was machen Flüssigkeiten unter Wärme? Richtig, sie dehnen sich aus. Das Mittelohr ist eng und  Schmerzen sowie Druck resultieren daraus, dass sich Eiter und Schleim im Ohr sammeln und nicht abfließen können. Nicht selten reißt auch ohne Hitze das Trommelfell – diese Möglichkeit wird unter Wärmeeinwirkung wahrscheinlicher. Zudem besteht durch Wärme die Gefahr, dass sich ein Abszess bildet – und dieser muss dann operiert werden.

Diese Tipps, so Dr. Robin Banerjee, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Unna, stammen aus Zeiten, in denen ein HNO nicht mal eben in der Nähe war oder man sich den Besuch nicht leisten konnte. Heutzutage gelten sie als längst überholt – halten sich aber leider noch hartnäckig und richten so mehr Schaden an, als dass sie nutzen.

5.) Ruhe und viel trinken.  

Euch wird eh nicht nach Programm sein – bitte berücksichtigt dies auch für eure Kinder. Sagt Termine ab, ein Kind mit Mittelohrentzündung gehört ins Bett oder auf die Couch. Zerrt sie nicht zu irgendwelchen Terminen.

Wie könnt ihr einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Nasentropfen oder –sprays können eine Mittelohrentzündung verhindern, denn wie bereits oben erwähnt, sorgen sie über die Eustachische Röhre für eine ausreichende Belüftung des Mittelohres. Ärzte haben zudem herausgefunden, dass sich die Pneumokokken-Impfung positiv auf die Erkrankungsrate auswirkt: Diese sank bei den entsprechend geimpften Kindern.

Ohren sollen bitte nur von außen gereinigt werden, auf keinen Fall Ohrenstäbchen benutzen!

Erwachsene und Kinder sollen ausreichend trinken, Erwachsene zwischen 1,5 und 2 Liter pro Tag, für Kinder empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ca. 820 ml im Alter von 1 bis 4 Jahren, 940 bis 970 ml im Alter von 4 bis 10 Jahren, 1170 bis 1330 ml im Alter von 10 bis 15 Jahren und von 15 bis 19 Jahren werden 1,5 Liter empfohlen.

Erkältete Kinder gehören zudem ins Warme und sollten aufs Schwimmen verzichten sowie keinesfalls mit feuchten Haaren in der Kälte herumlaufen.

 

Dieser Artikel ersetzt nicht den Gang zum Arzt und liefert keine Diagnose! Er wurde nach Rücksprache mit zwei voneinander unabhängigen Hals-Nasen-Ohrenärzten verfasst und korrekturgelesen. Die Wissenschaft unterliegt ständigen Entwicklungen und die hier genannten Empfehlungen gelten zum Zeitpunkt der Erstellung.

Frohes neues Jahr!

Wir von Krümel und Chaos wünschen euch und euren Lieben für 2017 alles Gute!

Der Blog – Mein Denkarium.

Danke, dass ihr zuhört.

Manchmal kommt ein Gedanke in meinen Kopf und bleibt hängen. Er hakt sich mit seinen Widerborsten fest und es dauert nicht lange, bis Wörter sich darum herum ranken. Sie sprießen wie Unkraut und schlängeln sich durch mein Gehirn, wo sie sich an Informationen und Erinnerungen hängen, die irgendwo verstaut sind. Sie werden zu Sätzen und ich kann nicht aufhören zu formulieren.

Wenn ich das dann nicht sofort aufschreibe – in mein Notizbuch, ins Handy oder auf dem Laptop – bekomme ich später bestenfalls eine Kopie des ursprünglichen Gedankens hin. Aber der richtige Text, der direkt mit Kopf und Herz komponiert wurde, ist dann nicht mehr verfügbar.

Meine Gedanken sind kleine Stalker

Das heißt aber nicht, dass er mich nicht immer wieder heimsucht. Wie gesagt: Der ursprüngliche Gedanke hat Widerborsten, mit denen er sich überall festhakt. Er kommt immer wieder, ich beginne, davon zu träumen, er „überfällt“ mich in den unmöglichsten Situationen – wo natürlich keine Zeit zum Schreiben ist.

Diese unausgegorenen Gedanken stalken mich, wo sie nur können und versauen mir das entspannte Schaumbad (das schon echt nicht häufig vorkommt), sie suchen mich unter der Dusche heim oder verfolgen mich abends beim Einschlafen.

Früher habe ich mich stalken lassen und habe oft wachgelegen, weil diese immer wiederkehrenden Gedanken mich nicht haben schlafen lassen.

Mein Denkarium

Jetzt schreibe ich sie auf. Wie bei Albus Dumbledore, ist der Blog zu meinem Denkarium geworden. Er hatte es mit seinem Zauberstab zwar eklatant einfacher, seinen Gedanken loszuwerden – aber das Ergebnis ist dasselbe: Der Gedanke ist weg und befindet sich da, wo er mich nicht mehr stören kann. Jederzeit kann ich die Texte noch einmal lesen, sie verändern und verbessern – manchmal löschen. Aber indem ich sie aufgeschrieben habe, verarbeite ich vieles, überdenke es neu und vor allem: Gebe dem Gedanken einen Platz.

#NoMobbing

Aber warum schreibe ich das nicht alles in ein Tagebuch, sondern veröffentliche es? Muss das wirklich sein? Gutes Argument. Aber ja, es muss sein. Bestes Beispiel ist unser Beitrag zur Blogparade #NoMobbing gewesen. Da war ein kleines Mädchen, Mobbing-Opfer, die Eltern wussten sich keinen Rat mehr und initiierten diese Blogparade. Und dem kleinen Mädchen hat es geholfen, über die Erfahrungen anderer zu lesen und es sah: Es kann jeden treffen, es hat nichts falsch gemacht, es ist nicht schuld! Es hat ihm Kraft und Mut gegeben und es konnte den Mobbern schließlich die Stirn bieten! Die Reaktionen auf diesen Artikel waren durchweg so positiv, dass wir sicher sind: Wir haben etwas bewirkt. Wir haben anderen Leuten Kraft und Mut gegeben – nur durch ein paar Worte.

„Mein Kind ist nicht wie andere…“

Auch Mareike, die mit ihrer Geschichte an unserer Reihe Chaos auch bei… teilgenommen hat, hat wundervolle Reaktionen erfahren. Zuspruch, Mitgefühl und viele gute Wünsche waren die Reaktionen auf unseren Artikel und wir konnten so auf den seltenen Gendefekt ihrer Tochter aufmerksam machen.

„Ich hätte es so nicht in Worte fassen können, dennoch habe ich das Gefühl, es kommt genau so von mir“, sagte Mareike nach der Veröffentlichung zu mir.

Bis heute ist die Story über Mareike und Ella unser erfolgreichster Beitrag!

Danke!

Danke, dass Ihr alle den Blog so fleißig lest, teilt und kommentiert zeigt mir, dass es nicht nur meine persönlichen Denkereien sind, sondern auch in euch etwas auslösen: Sie bringen euch zum Lachen oder zum Weinen, machen euch nachdenklich, bringen euch dazu, mit den Augen zu rollen oder lösen einfach nur Zustimmung aus – „Das kenne ich auch!“, „Genau wie bei uns!“ oder „Als hättest du direkt in meinen Kopf geguckt!“ waren nur einige eurer Kommentare.

Und wisst ihr was? Das tut mir gut! Ich freue mich, wenn ich euch die Geschichte erzählen kann, die sich aus dem strubbeligen, kleinen Gedanken entwickelt hat. Das mit euch zu teilen macht mir Freude, auch wenn manche Themen nicht ganz einfach sind.

„Was machen Sie eigentlich beruflich?“ wurde ich vor kurzem gefragt und ich konnte ganz stolz sagen „Ich bin Geschichtenerzählerin!“ – denn ja! Das bin ich. DAS BIN ICH. Das ist mein Herz, das ist meine Seele. Ich bin Geschichtenerzählerin – und nichts anderes wollte ich immer sein!

Dieser Blog ist mein Herzensprojekt. Jeder Text, jede Geschichte kommt aus dem Herzen, aus persönlicher Inspiration und ist aus diesem kleinen, anhänglichen Funken entstanden, der sich irgendwann in meinem Kopf entzündet hat.

„Sei frech und wild und wunderbar!“ (A. Lindgren)

Danke für 2016 – und dass ihr diesen erst vier Monate alten Blog so gerne lest.

Ich freue mich auf 2017 und wünsche euch allen einen wunderbaren Start ins neue Jahr! Feiert, als gäbe es kein Morgen! Liebt, als wäre morgen alles vorbei! Lebt, als wäre es euer letzter Tag!

Und dann, im neuen Jahr, sehen wir uns alle wieder – leicht verkatert, müde und voller Vorfreude auf das Jahr, das da ganz frisch und unberührt vor uns liegt, wie ein Buch mit leeren Seiten.

Schreibt eure Geschichte – und lasst uns teilhaben an euren Gedanken, Gefühlen und Abenteuern!

Macht es, wie Astrid Lindgren es gesagt hat: Seid frech und wild und wunderbar!

Fühlt euch gedrückt!

Eure Tanja

von Krümel und Chaos

Die eiligen drei Könige

Auf der Jagd nach dem weißen Vogel. Im Schnee.

Es war die Nacht vor Heiligabend und es war kalt. Richtig bitterkalt. So kalt, dass ich die Abendrunde mit dem Hund nur auf das Nötigste beschränken wollte. Hund, selbst kein Fan von Nässe und Kälte, war d’accord. Also schnell die Straße runter. Alles war weiß und der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln. Es glitzerte überall – weiße Weihnacht, ganz so, wie es sein sollte.

Der Vogel sagte leise „Piep.“

Auf unserem Rückweg fiel mein Blick auf einen Busch. „Lustig! Der Schneezapfen sieht wie ein Vogel aus!“, dachte ich. Und sah genauer hin. Das WAR ein Vogel. Ein weißer Vogel im weißen Schnee in einer saukalten Winternacht! „Lebt der noch, oder ist der schon erfroren?“, fragte ich den Hund. „Wuff?“, fragte er zurück und fragte dann den Vogel. „WUFF?“ Der kleine geflügelte Freund zuckte merklich zusammen und sagte leise „Piep.“

„Jetzt aber schnell!“, rief ich und rannte mit dem Hund die Straße (die ein Berg ist) hoch. Ich renne normalerweise nie, darum bot ich wohl schon einen seltsamen Anblick. Durch den Schnee ging es ab ins Haus.

Zu viel Glüh im Wein?

„Da.. *japs* sitzt… *hust* ein Vogel im Busch!“, keuchte ich. „Ein weißer. Ich glaub, ein Wellensittich.“ Meine Eltern sahen auf und musterten mich, wie ich mit Schneestiefeln, dick eingemummelt mitsamt Mütze und knallrotem Kopf vor ihnen stand (ich musste auch noch 2 Treppen hoch) und nach Atem rang. „Schnell! Vogel!“

„Hast du am Punsch genippt?“, entgegnete meine Mutter. „Zuviel Glüh im Wein?“, mutmaßte mein Vater. „Nein, wirklich! Da sitzt ein weißer Vogel im Busch und erfriert gerade! Wir müssen los!“

Der Hund hielt sich elegant zurück und versuchte, sich aus der Affäre zu ziehen – nicht, dass die Menschen noch auf die Idee kamen, ihn noch einmal in die Kälte zu jagen!

„Weißt du, wie kalt es draußen ist?“, fragte meine Mutter.

„Ja eben! Der erfriert! Haben wir noch den alten Vogelkäfig im Keller?“ Ich war ganz im Rettungsmodus.

Die eiligen drei Könige

Meine Eltern, überzeugt davon, dass ich mir den Vogel eingebildet hatte, beschlossen, meiner Geschichte Glauben zu schenken und machten sich daran, die Vogel-Rettungsutensilien zusammenzusuchen: Eine starke Taschenlampe, einen alten Vogelkäfig und einen Kescher, der eigentlich für Fische im Teich gedacht war. Der Hund durfte im Haus bleiben und wir zogen los, den Berg hinunter.

„Wie die heiligen drei Könige!“, lachte mein Vater. „Nur sind wir die eiligen drei Könige, auf der Suche nach dem weißen Vogel. Hört sich an wie ein echt schräger Roman…“

Am Ende der Straße angekommen, deutete ich auf den Busch. Gottseidank war der kleine Kerl noch da. Einmal, weil er bei der Kälte sonst keine Chance haben würde – und natürlich auch für meine eigene Credibility. Ich bin ja manchmal ein Scherzkeks, aber ich würde meine Familie nun wirklich nicht mitten in der Nacht zum Heiligabend in die Irre, die kalte, führen!

„Da! Da ist er! Da, auf dem Ast!“ Ich zeigte auf den Vogel.

„Tatsache!“, staunten meine Eltern. „Wie hast du den denn entdeckt? Hier ist doch alles weiß, der Vogel mit eingeschlossen!“

„Zufall. Oder Fügung.“

Einfangversuche

Nun kamen wir zum schwierigen Teil. Der Busch, in dem der Vogel saß, stand auf der andern Seite eines Grabens. Stand man im Graben, reichte der Kescher nicht aus, stand man auf der anderen Seite, musste man balancieren um nicht abzurutschen. Wir standen also mit Lampe und Vogelkäfig bewaffnet dort, während einer von uns balancierend versuchte, den Vogel in den Kescher zu bekommen, ohne ihn KO zu schlagen, vom Ast zu werfen oder allzu arg zu verschrecken.

Natürlich erschreckte sich der kleine Kerl, der wahrscheinlich schon mit seinem Leben abgeschlossen hatte, trotzdem. Aufgeregt flatterte er auf und versuchte, zu fliehen, doch bereits nach drei Metern ließen ihn seine Kräfte im Stich. FUMP machte es und der Vogel war in den Schnee geplumpst.

Und wenn es schon nicht einfach war, einen weißen Wellensittich im vollgeschneiten Geäst eines Busches zu entdecken, dann versucht mal, so einen kleinen weißen Gesellen im Dunklen auf einer total vollgeschneiten Wiese zu entdecken. Irgendwo musste er doch sein! Erschwerend kam hinzu, dass die Wiese eher ein Acker war und mit gefrorenen Maulwurfshügeln übersäht, die man aber unter der Schneedecke nur erahnen konnte.

Finde den weißen Vogel im Schnee. In der Dunkelheit.

Wer sich nun vorstellt, dass es wirklich total dämlich aussieht, wenn zwei dick eingepackte, quasi vermummte Personen mit einem Netz am Stock über eine verschneite Wiese irren und ständig stolpern, während eine dritte am Rand herumfuchtelt mit einer Taschenlampe in der einen und einem goldenen Vogelkäfig in der anderen Hand und schreit „Da! Da drüben! Da ist er! Nein, da! Noch etwas mehr nach rechts. RECHTS, Tanja. Das ANDERE Rechts! Da! Tritt nicht drauf! Hast du ihn?“ – der hat völlig Recht. Was müssen wir für ein Bild geboten haben!

Irgendwann war es dann so weit. Völlig entkräftet steckte das kleine Vögelchen in einem kleinen Schneeberg, halb erfroren und verängstigt. Nicht einmal der Kescher war noch notwendig. Wahrscheinlich hatte er bereits das Licht gesehen und sich darauf gefreut, endlich wenn auch nicht ins Warme, so doch ins Helle zu kommen. Aber das sollte ja nun auch geschehen, wenn auch anders, als der Piepmatz es sich vorgestellt hatte.

Ein neues Zuhause für den Weihnachtsvogel

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Quelle: Shutterstock, Suvat Sirivutcharungchit

 

Mit behandschuhten Händen setzte mein Vater das kleine Tier behutsam in den Käfig. Froh, dass unsere Rettungsmission geglückt war und in der Hoffnung, dass niemand diese beobachtet hatte, zogen die nunmehr vier durchgefrorenen Könige wieder den Berg hinauf.

Dort angekommen dimmten wir erst einmal die Lampen und legten ein Tuch über den Käfig. Das arme Tier sollte ja nicht gleich geschockt von den neuen Eindrücken von der Stange fallen. Wasser hatten wir, Vogelfutter musste am nächsten Tag gekauft werden. Aber im Moment war eh erstmal wichtig, den kleinen Kerl langsam aufzutauen. Auch wir brauchten erstmal einen Glühwein, um uns zu wärmen. Der Hund beobachtete neugierig den seltsamen Käfig, aus dem es erst zaghaft, dann schon etwas fröhlicher, zu piepsen begann.

Inzwischen war es Heiligabend geworden und unser kleines, weißes Weihnachtswunder hüpfte vergnügt von Stange zu Stange.

„Wie sollen wir ihn nennen?“ fragte ich.

„Noël.“, sagte mein Vater. Das französische Wort für Weihnachten.

 

Noël hatte von diesem Erlebnis leider ein Trauma davongetragen – oder einen leichten Frostschaden erlitten, vielleicht Gefrierbrand. Auf jeden Fall weigerte er sich für den Rest seines Lebens, seinen Käfig zu verlassen. Kurz nachdem die Tierärztin eine Herzschwäche bei ihm diagnostizierte, verstarb Noël: Drei Jahre nach unserer nächtlichen Rettungsaktion fiel er einfach von der Stange.

(Dies war übrigens noch lange bevor Facebook in Deutschland Einzug erhielt und meine Plakat-Such-Aktion nach dem Besitzer war erfolglos geblieben.)

 

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Ein zweites Kind – Ja oder Nein?

#Blogparade: Vater, Mutter, Kind… und dann?

Was ist mir die Entscheidung für das zweite Kind schwer gefallen. Vorab: Ich liebe den kleinen Kerl, ich würde ihn für nichts in der Welt eintauschen und ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Aber die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Auch Yvi von MAMASdaily kennt dieses Problem und hat in ihrem Artikel Vater, Mutter, Kind… und dann? Zu dieser Blogparade aufgerufen.

Immer zwei

Ich wollte immer zwei Kinder. Wenn ich mir meine Zukunft vorstellte, sah ich zwei kleine Wesen an meiner Hand. Nicht eins, nicht drei – zwei. Schaute ich in meine persönliche Glaskugel, gab es da neben Kleinling#1 immer noch einen Platzhalter.

Und dennoch, als dann das erste Kind kam, war ich mir sicher: Nein, es gibt kein Zweites. Dieser tolle kleine Kerl hat unsere ganze Aufmerksamkeit verdient. 100% soll er bekommen und sich nie zurückgesetzt fühlen. Könnte ich je jemanden genauso lieben, wie ihn? Niemals, nicht möglich!

Aber ich bin selbst Einzelkind und habe mir immer ein Geschwist gewünscht. Kein GeschwisterCHEN, denn ich wollte immer einen großen Bruder haben. Gut, das war dann im Nachhinein etwas schwer zu bewerkstelligen, zumal Mutter Natur mich einfach als Einzelkind vorgesehen hatte. „Sei froh!“, werden jetzt einige denken. „Mit Geschwistern hat man nur Trouble!“

Erstmal ne Liste!

Ich bin ein Organisations-Tierchen. Wenn ich mal nicht weiter weiß oder sehr viel zu tun habe, schreibe ich Listen. Urlaub in Griechenland? 6 Hotels zur Auswahl? Erstmal ne Excel-Liste anlegen, um besser vergleichen zu können. Ja, so bin ich.

Die Entscheidung fürs zweite Kind war schwierig – ich würde behaupten, eine der schwierigsten bislang – und natürlich habe ich eine Liste mit Pro und Kontra gemacht. Welche Gründe sprachen nun gegen ein zweites Kind?

Dagegen

  • Beim Ersten weiß man, was man hat. Ein Zweites ist doch wieder so eine „Überraschungstüte“. Und ich mag keine Überraschungen.
  • Der Erste war soooo lieb, er hat einfach 100% unserer Aufmerksamkeit verdient.
  • Unser Junge ist nun schon Kleinkind und geht in den Kindergarten – freie Zeit vormittags, die ich für Haushalt oder das Schreiben nutzen kann. Oder mal fürs Shoppen, Kaffee trinken gehen und lesen… Das ist schon angenehm.
  • Reicht unser Geld für ein zweites Kind? Was, wenn nicht?
  • Was, wenn ich doch wieder einen Job im Angestellten-Verhältnis suchen muss? Das ist, wie ich erfahren durfte, ja schon mit einem Kind schwer genug. Wie soll denn das mit zweien gehen? Es hat sich ja die Zeit der potentiellen Fehltage verdoppelt, und da ist das Risiko, selbst zu erkranken, noch gar nicht eingerechnet.
  • Wo wir beim Thema Gesundheit sind: Als ich vor 2 Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte, war es mit einem Kind schon schwer genug – wie soll das mit zwei Kleinen funktionieren?
  • Was, wenn das zweite Kind krank oder behindert ist? Wir würden es lieben, keine Frage, aber da mein Mann in diesem Bereich berufstätig ist, kennen wir die vielen Schwierigkeiten und Hürden, vor die man dann gestellt ist. Und das Geschwisterkind? Das müsste dann total zurückstecken, oder nicht? Sollen wir unserem Großen so etwas zumuten?
  • Der Platz! Unser Haus ist zwar schon in Sicht, aber noch wohnen wir in einer Eigentumswohnung. Die ist nicht klein, aber auch nicht groß. Keine Einzelzimmer-Option! Würden sich die Kinder in einem Zimmer verstehen? Ist es nicht zu wenig Platz?
  • Wie würde unsere Beziehung das überstehen, wenn das Kind schwierig würde? Das erste Kind hatte unsere Beziehung nur noch enger werden lassen, würde es beim zweiten Kind halten?
  • Doppelte Kinder, doppelte Sorgen…
  • Was, wenn sich die Kinder nicht leiden können?
  • Was, wenn ich es nicht schaffe?
  • Was, wenn ich das zweite Kind auf einmal viel lieber hätte? Wie unfair wäre das denn!
  • Was, wenn es Zwillinge würden – zwei neue gegen einen „alten“… OMG! Und dann wären es ja drei! Würde ich das schaffen?

So, oder so ähnlich sah meine Kontra-Liste aus. Doch ich fand ebenso Punkte, dafür. Ganz viele sogar – hier sind ein paar:

Dafür!

  • Ich wollte immer zwei Kinder!
  • Vor meinem geistigen Auge sitzen da zwei Kinder am Tisch, nicht nur eines.
  • Kinder sind toll!
  • Wenn uns etwas passiert, ist mein Sohn allein. Natürlich, Großeltern und Paten, letztere weise ausgesucht, würden sich sofort kümmern. Aber er wäre der einzige in dieser einen, individuellen Situation. Kein Zweiter, der exakt dasselbe durchmacht und ihm Halt geben kann – wie ein Bruder oder eine Schwester eben.
  • Vier Schultern tragen mehr als zwei.
  • Was, wenn sie die besten Freunde werden?
  • Einer könnte auf den anderen aufpassen… Einer von beiden wird schon vernünftig sein…
  • Noch einmal diese irre spannende Entwicklung beobachten können, die kleine Kinder durchmachen
  • Noch einmal erste Worte, erste Schritte…
  • Doppelte Chance auf süße kleine Enkel!
  • The more, the merrier – es gibt doch nichts schöneres, als Kinderlachen! Und ein buntes, lautes Haus, das voll davon ist – wer könnte das nicht wollen?!
  • Ich habe noch soooo viel Liebe zu geben!
  • Zwei (Erwachsene) gegen zwei (Kleinlinge) – klingt fair!
  • Nochmal schwanger sein!

100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen

Und wisst ihr was? Am Ende waren es so viele positive Gründe, dass ich sogar ein kleines Buch darüber geschrieben habe! 100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen gibt es bei allen einschlägigen Anbietern – amazon, Weltbild, Thalia, Hugendubel und wie sie alle heißen – zum kleinen Preis von 1,99 Euro.

Aber ich will hier keine Werbung machen, es bot sich halt nur gerade an.

Der wichtigste und unschlagbarste Grund, allen Befürchtungen, die man ja nunmal hat, zum Trotz noch ein kleines Leben in die Welt zu setzen ist: IHR WOLLT ES! Natürlich sollten auch die Begleitumstände stimmen. Ich halte beispielsweise nichts davon, dem Partner ein Kind unterzujubeln, obwohl er sich dagegen ausgesprochen hat. Hier zeigt sich die Stärke einer Beziehung, einen der wohl schwierigsten Kompromisse überhaupt zu finden. Wie das geht – das muss jeder selbst entscheiden.

Nie bereut

Natürlich haben sich einige Befürchtungen bewahrheitet. Kleinling#2 ist nicht so entspannt wie sein Bruder und hat uns einiges an Nerven und Schlaf gekostet. Aber auch beim zweiten Kind hat unsere Beziehung nicht gelitten. Noch immer ziehen wir an einem Strang. Ich habe das Glück, den wohl verständnisvollsten Mann überhaupt zu haben. Er versucht immer, mich zu unterstützen und mir zu helfen, wo er nur kann. Er hört mir zu und auch wenn er nicht immer alles nachvollziehen kann (Männer-Frauen-Problematik und so), so versucht er es doch. Wir sind noch immer ein ganz fantastisches Team!

Auch in der Zeit, in der ich dachte, ich könne nicht mehr, habe ich es nie bereut, ein zweites Kind bekommen zu haben. Wenn man sich in schwierigen Zeiten eingesteht, dass man Hilfe braucht und dann auch um diese bittet, kann man alles schaffen. Auch Familie und Freunde waren und sind immer für uns da und helfen, wo sie können!

Ich möchte nicht mehr zurück in mein Leben vor den Kindern. Weder in das vor Kleinling#1, noch in das vor Kleinling#2. Seitdem ich Mama bin, habe ich das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo ich hingehöre. Es gibt kein „Ach hätte ich…“ und kein „Ach, wär ich bloß…“.

Natürlich wäre ein Lottogewinn toll. Eine größere Wohnung. Luxusurlaub. Die üblichen Dinge halt.

Aber zum Glück fehlen die mir nicht. Zum Glück habe ich alles, was ich brauche: Zwei wunderbare Jungs und einen tollen Mann. Eine Familie und Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann und ein immer größer werdendes Netzwerk an Ratgebern, Unterstützern und Menschen, die mir wichtig sind.

Und die Kinder?

Die verstehen sich prächtig. Schon als ich mit Kleinling#2 schwanger war, war der Große begeistert! Natürlich gibt es täglich Streitereien. Natürlich schubst mal der eine den anderen und nimmt ihm das Spielzeug weg. Aber wie sagte Kleinling#1 vor kurzem noch ganz inbrünstig? „Ich hab euch alle lieb. Mama, Papa und meinen Bruder. Der soll nie wieder weggehen!“

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Und er wünscht sich sogar noch ein Geschwisterchen: Eine kleine Frieda soll es sein, ganz genauso eine, wie der neue, kleine Lockenkopf im Kindergarten, der es ihm angetan hat.

Aber unsere Familienplanung ist jetzt abgeschlossen. Wir haben fertig. Wir fühlen uns komplett.

7 Alternativen zu „Last Christmas“

Leute – ich konnte Last Christmas schon letztes Jahr nicht mehr hören. Und das Jahr davor auch schon nicht. Und davor, und davor und davor… Jährlich verdient George Michael mit seinem Foltersong um die acht Millionen Euro (wer sich für weitere Fakten rund um das Lied interessiert, kann ja mal hier schauen). Irgendwann muss es doch mal gut sein! Und er hat sein Herz doch auch schon zurückbekommen und will es in diesem Jahr jemand Besonderem geben: Michael, mach! Aber sing nicht ständig drüber.

Auch keine Lösung: Das post-kruzifikale Folterinstrument

Sobald man das Radio anmacht, kommt mindestens einmal am Tag, wahrscheinlich öfter, „Last Christmas“ in welcher Version auch immer, denn der Song ist ja auch einige Male gecovert worden. Wenn nicht gerade Phil Collins singen muss – immerhin auch einige Male pro Tag.

Möchte überhaupt noch irgendwer „Last Christmas“ hören? Das hat sich doch so totgenudelt! Aber was ist nun die Alternative? Radio aus und zuhause das Kind mit der Blockflöte tröten lassen? Also, das ist auch nichts für mich – dieses post-kruzifikale Akustik-Folterinstrument ist absolut nicht meins!

RUUUUUMM, RUUUUMM, RUUUUMM

Ich erinnere mich an eine Nacht, in der ich versehentlich mir und meiner Oma einen gehörigen Schreck eingejagt habe. Mit dabei: Eine Weihnachts-CD von Boney M., eine Stereoanlage mit mir unbekannter Weck-Funktion und meine Vorliebe für sehr laute Musik.

Ich hatte mit Kopfhörern vorm ins-Bett-gehen noch Musik gehört und muss dann versehentlich diese aus der Buchse gezogen haben. Weiterhin hatte ich wohl versehentlich die Timer- bzw. Weckfunktion der Anlage programmiert und um zwei Uhr nachts erbebte plötzlich das Haus: „RUUUUUMM, RUUUUMM, RUUUUMM!“ ich fiel aus dem Bett und meine Oma ebenso. Wir trafen uns zitternd im Flur und befürchteten bereits die Apokalypse. Da sangen Boney M. weiter „… cooooooome they told me, pa rum pum pum pum…” Puuuuh! Nochmal gut gegangen, doch nicht der Weltuntergang…

Bis heute denke ich immer wieder an diese Nacht, wenn ich das Lied, das echt keines meiner Lieblingslieder ist, höre.

Die Qual der Wahl

Aber zum Glück gibt es ja Millionen und Abermillionen von Weihnachtsliedern und dank Spotify & Co. muss man sie nicht einmal alle kaufen! Die Qual der Wahl! Ich höre nicht so gerne deutsche Weihnachtslieder, die sind mir zu schwermütig und ich muss ständig heulen – ja, wirklich! Und sobald sie auch noch live – in der Kirche zum Beispiel – von Orgel oder Posaunenchor untermalt werden, ist es vorbei mit mir. Dann geht nix mehr!

Ich mag spanische Weihnachtslieder, die sind oft sehr fröhlich. Oder australische! Habt ihr schon einmal die Australische Version von Jingle Bells gehört? Absolut witzig und genial. Wer bereits in Australien war, wird sofort das Aussie-Feeling spüren und sich zurück an den Bondi Beach sehnen, wo schonmal ganze Santa-Rudel per Surfbrett auflaufen…

Meine sieben Favoriten stelle ich euch hier vor:

  1. Mumford & SonsWinter winds”: Ein ruhiges Weihnachtsliebeslied im typischen Mumford-Sound. Muss man einfach lieben.
  2. Family of the yearOMG it’s Christmas”: Mein Favorit für dieses Jahr! Ein Gute-Laune-Party-Song zu Weihnachten – ein fröhlicher Ohrwurm der amerikanischen Indie-Pop Band!
  3. PandoraLos peces en el Rio”: Ein fröhliches spanisches Weihnachtslied: Während sich die Fische im Fluss auf die Ankunft von Baby Jesus freuen, hat Maria was? Richtig – Arbeit.
  4. Lee Kernaghan The three drovers”: Ein australisches Weihnachtslied über drei Viehtreiber (“Drovers”), die beim Anblick eines hellen Sterns in Weihnachtsstimmung kommen. Sooo schön australisch.
  5. Simone Sommerland Stern über Betlehem“: Auf unserer Kinderlieder-CD, ein wunderschönes Lied aus dem Jahr 1964. Wem die Melodie bekannt vorkommt: 2004 gab es eine gar nicht so weihnachtliche Coverversion namens „She“ von Groove Coverage.
  6. Lady AntebellumBaby, It’s Cold Outside”: Eine angenehme Cover-Version des Popsongs von 1944, ursprünglich nicht unbedingt ein Weihnachtslied, passt aber.
  7. ColdplayChristmas Lights”: Eine wunderschöne, sanfte Weihnachtshymne mit viel Herzschmerz!

 

Was ist in diesem Jahr euer liebstes Weihnachtslied? Habt ihr auch ein „All-time-favorite“, einen Song, der einfach jedes Jahr sein muss (bitte sagt jetzt nicht „Last Christmas“…)

Kein Kinderpunsch für Eltern!

Bloß nicht zu menschlich.

Adventszeit – seit meiner Kindheit meine Lieblingsjahreszeit. Neben dem Herbst, den ich mit seinem erdigen Geruch und den bunten Blättern, den Stürmen und Herbstsommersonnentagen auch sehr liebe. Wenn in der Adventszeit idealerweise noch Schnee liegt oder es wenigstens kalt ist (man wird ja genügsam), ist es perfekt für mich.

Geschenke-Stress habe ich selten, denn ich beginne traditionell bereits im August mit dem Kauf der Weihnachtsgeschenke. Generell mache ich mir bei der Geschenkesuche für meine Lieben viele Gedanken und wann immer ich etwas sehe, von dem ich meine, sie würden sich darüber freuen, nehme ich es mit oder setze es auf die Liste. Meistens habe ich im Dezember nur noch Kleinigkeiten zu besorgen, weshalb es für mich immer eine schöne und entspannte Zeit ist.

Als Mama erlebt man die Vorweihnachtszeit ja wieder noch einmal ganz anders. Man erlebt den Zauber noch einmal neu durch die Augen des Kindes und das ist wirklich ein wunderschönes Gefühl, irgendwas zwischen Nostalgie und Romantik. Der Geruch nach gebrannten Mandeln, Zuckerwatte, Bratwurst und Glühwein sorgt in meinem Bauch für ein wohlig-warmes Vorweihnachts-Feeling

Kinderpunsch verboten?

Glühwein. Da sind wir beim Thema. Im letzten Jahr bin ich über einen Artikel im Internet gestolpert (leider finde ich ihn nicht mehr, er beschäftigt mich jedoch bis heute), in dem kritisiert wurde, dass Eltern vor den Augen ihrer Kinder Glühwein trinken. Auch in vielen Facebook-Beiträgen ist das immer wieder Thema.

Na gut, dachte ich zuerst, klar, die Eltern müssen die Kinder ja irgendwie nach Hause fahren (meistens), da geht Alkohol natürlich gar nicht.

Der Artikel und auch eine Facebook-Diskussion, die ich unlängst verfolgt habe, gingen aber noch einen Schritt weiter: Eltern sollten bitte auch keinen Kinderpunsch vor den Augen der Kleinen trinken – die Kinder wüssten schließlich nicht, dass darin kein Alkohol enthalten sei.

Öhmm. WHAT?!

Also darf ich keinen Kinderpunsch trinken, weil mein Kind DENKEN könnte, dass ich Alkohol trinke? Man solle, so ging es noch weiter, wenn man Kinder hat, gar keinen Alkohol trinken, denn Kinder dürfen den schließlich auch nicht trinken und es sei verlogen, dem Kind etwas zu verbieten, was man selbst tut – zumal Alkohol ja auch für Erwachsene schädlich sei.

Puuuh, Leute, Leute. Da musste ich aber erstmal durchatmen. Zuerst einmal: Sich vor dem Kind oder auch nur, wenn das Kind irgendwo in der Wohnung ist, wegzuschädeln – sich richtiggehend zu besaufen – geht natürlich gar nicht. Man hat schließlich eine Fürsorgepflicht, die man nicht mehr wahrnehmen kann, wenn man sternhagelvoll in der Ecke liegt. Nicht auszudenken, wenn das Kind Hilfe braucht und Mama und Papa hackestramm auf dem Sofa hängen und sich kaum selbst helfen können. So weit so selbstverständlich!

Striktes Alkoholverbot für Eltern!

Aber darum ging es gar nicht. Es ging auch um das Glas Wein zum Essen. Das Glas Sekt zum Anstoßen, wenn Freunde kommen. Die Flasche Bier zum Fußball. Den Glühwein – oder sogar Kinderpunsch – auf dem Weihnachtsmarkt.

Auch ich habe mir schon beim 0,1-kleinen Glas Wein auf einem Fest anhören müssen, es sei verantwortungslos von Eltern, Alkohol vor dem Kind – und überhaupt – zu trinken.

Und da geht es mir nun doch zu weit. Ich trinke gern Wein. Auch mal ein zweites Glas. Genauso gern trinke ich allerdings auch sehr gerne alkoholfreien Wein (Achtung! Schändliche Schleichwerbung: Die Weine von Schloss Sommerau, die es als Rot-, Weiß- und Roséwein gibt, sind wirklich sehr zu empfehlen. Erhältlich sind sie online oder auch bei Rewe, Kaufland u.a. Insbesondere der Weißwein, gut gekühlt, kann es mit jedem Chardonnay aufnehmen).

Und eben diesen trinke ich natürlich aus einem Weinglas – es geht mir dabei um das Gesamtpaket: Wein (mit oder ohne Alkohol) plus schönes Glas plus entspannte Atmosphäre. Der gewagten Theorie nach darf ich den also auch nicht mehr trinken, denn mein Kind könnte denken, dass ich Alkohol zu mir nehme.

Weiter gedacht darf ich dann aber auch keinen Apfelsaft aus einem Wein- oder Bierglas trinken. Wäre es im Umkehrschluss okay, wenn ich Wodka aus einem Wasserglas trinke, wenn mein Kind denkt, es sei Wasser?

Nein, hier höre ich mal auf. Ich bin mir nicht sicher, ob der Artikel diese Aussage wirklich ernsthaft treffen wollte, oder vielleicht einfach nur bewusst provozieren wollte, um eine Diskussion bei anzuheizen, genau wie die Posts bei Facebook.

Balance finden: Nicht verteufeln, keinesfalls verharmlosen

Zurück zur Kernfrage: Darf man Alkohol trinken, wenn man Kinder hat?

Meine Meinung ist ein klares JA. In Maßen (siehe oben), aber ja – wer das möchte, darf das auch. Denn spätestens in der Pubertät kommen Kinder mit Alkohol in Berührung. Je verteufelter es ist, desto spannender wird es für die kleinen Rebellen.

Für Kinder ist Alkohol natürlich nichts, auch wenn meine Mutter mir erzählt, sie habe damals als Kind zu Silvester ein kleines Glas Fanta mit Eierlikör trinken dürfen – geschadet hat es ihr nicht. Trotzdem werden meine Kinder das nicht bekommen. Bei uns gibt es „Erwachsenen-Trinken“ und „Kinder-Trinken“, der Schluck aus dem elterlichen Glas ist generell verboten, einfach um vorzubeugen, dass irgendwann einmal versehentlich vom Cocktail oder Longdrink genippt wird.

Ich halte es sogar für das Beste, wenn Jugendliche den ersten Schluck Alkohol im Beisein der Eltern trinken. Wahrscheinlich schmeckt es noch gar nicht – aber bevor er oder sie es heimlich mit anderen Halbstarken auf einer Parkbank im Nirgendwo ausprobiert – da doch lieber mal an Papas Bierchen nippen. Erlaubt macht langweilig!

Keinesfalls sollten Eltern den Alkohol verteufeln – ihn aber auch nicht verharmlosen. Über seine Gefahren muss das Kind ebenso Bescheid wissen, wie über alle anderen Drogen. Eine unaufgeregte und authentische Herangehensweise ist, meiner Meinung nach der beste Umgang. Solange Alkohol nicht gesetzlich verboten wird, muss nämlich ein jeder lernen, damit verantwortungsbewusst umzugehen. Auch Heranwachsende.

Alles in Maßen – das muss jeder lernen

Bereits im Umgang mit Süßigkeiten lernen unsere Kinder, dass bestimmte Dinge in Maßen okay sind, zu viel aber ungesund ist. Natürlich hätte der Große gern die ganze Tüte Gummibärchen und dazu auch das komplette Paket Kekse. Trotzdem bekommt er bis dato nachmittags abgezählte drei Mini-Kekse und drei Gummibärchen, am Kindergeburtstag natürlich ausnahmsweise mal mehr. Ist das zu wenig? Ist mir recht egal, denn mit unserem Arrangement kommt er bisher gut zu recht. Die drei Gummibärchen werden genossen und langsam gelutscht, die Kekse genießerisch weggemümmelt.

Ebenso Fastfood. Ja, ich gehe mit meinen Kindern auch mal zu McDonalds oder Burger King. Aber nicht regelmäßig, ab und zu.

Als Eltern authentisch sein

Ich muss mich als Mutter oder Vater nicht verstecken für das, was ich tue. Ich muss authentisch sein. Echt. Menschlich. Dazu gehört, dass Mama auch mal vier Gummibärchen oder mehr isst. Oder eine Tafel Schokolade. Oder mal ein Glas Wein trinkt und davon vielleicht auch lustig wird. Dass der Papa beim Fußballspiel gucken mal ein Bierchen trinkt.

Es gehört genauso dazu, wie die Tatsache, dass sich Eltern mal streiten. Oder Mama mal weint. Oder auch schreit. Mamas und Papas – sind schließlich auch nur Menschen. Und all diese tollen Ratgeber, was man vor dem Kind nicht tun darf, beziehen sich nicht wirklich aufs reale Leben. Schade eigentlich!

Wie handhabt ihr das bei euch? Striktes Alkoholverbot? Erst, wenn die Kinder im Bett sind? Oder ganz entspannt mal ein Glas Wein zum Essen?

18.12._Kinderpunsch_2

Und nun genug diskutiert! Hier findet ihr ein schönes Rezept für leckeren, selbstgemachten

Kinderpunsch*

Zutaten:

1 Liter roter Traubensaft

1 Liter Apfelsaft

1 Esslöffel Honig

1 Bio-Orange

2 Zimtstangen

Zubereitung:

Die Bio-Orange in Scheiben schneiden. Dann den Obstsaft in einen Kochtopf gießen und langsam erhitzen. Wenn der Saft zu kochen beginnt, den Topf von der Herdplatte nehmen und Orange, den Honig und die Zimtstangen hinzugeben. 5 – 10 Minuten ziehen lassen.

Dann Orangenscheiben herausfischen und noch einmal ganz kurz aufkochen, anschließend die Zimtstangen entfernen.

Der Punsch schmeckt bestimmt nicht nur den Kleinen!

 

*Auch auf den Bildern zu diesem Beitrag seht ihr Kinderpunsch, der war allerdings nicht selbstgemacht.

Kleinling#2 kommt ins Krankenhaus

Eine Chronik.

Wie ihr bereits Anfang Dezember bei uns gelesen habt, war ich mit meinem kleinen Jungen im Krankenhaus. Es war nichts dramatisches, der junge Mann hatte einen Hodenhochstand, aber aufregend war es schon. Auch wenn es eine Routine-OP für die Ärzte ist, machen sich die Eltern ja trotzdem immer Sorgen. Wie wir den Tag erlebt haben, habe ich in einer kleinen Chronik für euch festgehalten.

4:45 Uhr

Kleinling#2 schreit nach seinem Fläschchen. „Verd*mmt!“, fluche ich. Eine Stunde zu früh! Er soll um 12 Uhr operiert werden und darf bis 6 Uhr nochmal essen. Natürlich wollte ich das möglichst lang herauszögern. Egal. Muss er dann durch. Er hat halt jetzt Hunger.

6:30 Uhr

Aufstehen. Habe noch einiges vor. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, alles tipptopp fertig vorbereitet zu haben, habe ich unsere Sachen lediglich in einem Wäschekorb gesammelt. Da wir erst um 9:30h losfahren müssen, muss ich massig Zeit totschlagen.

7:00 Uhr

Wohnzimmer aufgeräumt, Kindergartenfrühstück für Kleinling#1 fertig gemacht, Rucksack gepackt.  Jetzt noch den Koffer fürs Krankenhaus packen und dann 2 Wäschekörbe wegfalten.

7:30 Uhr

Kleinlinge wecken, den Großen anziehen, Zähneputzen und wo ich schonmal im Bad bin, kann ich auch gleich mal mein Gesicht aufsetzen (andere Leute nennen das schminken) und mich fertig machen.

7:40 Uhr

Der Ehemann kratzt das eine Auto frei, um zum KiGa zu starten.

7:50 Uhr

Der Ehemann will gerade los, als das Telefon klingelt: Die Klinik! Eine OP wurde abgesagt, ob wir schon eher kommen könnten. Eher? Also: JETZT. Uff. So war das nicht geplant!

8:10 Uhr

Ich schnappe mir Kleinling#2 und ziehe ihn an. Zähnchen putzen, fertig. Der Ehemann, zurück vom KiGa, kratzt das andere Auto frei.

8:20 Uhr

Wir fahren los. Spätestens um 9h sollen wir da sein. Der (Berufs-)Verkehr stockt. Der Kleinling kräht fröhlich im Kindersitz. Verd*mmt! Meine Handtasche liegt noch zuhause!

8:50 Uhr

Parkplatz verzweifelt gesucht!

9:00 Uhr

Punktlandung! Wir stehen vorm Schwesternzimmer! „Puuuuh“, sagt man. Es könne noch dauern. Bitte erstmal ins Wartezimmer.

Bitte? Wir sollten doch schnell, ganz schnell, kommen! Man teilt uns mit, es sei leider eine dringende Not-OP dazwischengekommen. An einem 2 Tage alten Baby. Da kann man sich nicht mal aufregen – ärgerlich für uns, aber schrecklich für die Eltern des Neugeborenen und das Kind selbst. Wir drücken die Daumen!

9:30 Uhr

Wir richten uns im Zimmer ein. Absolut wunschgemäß: Am Ende des Ganges, in einem ruhigen Seitenarm, liegt unser Einzelzimmer (Kleinling#2 hat’s ja nicht so mit dem Schlafen und braucht eine möglichst ruhige Umgebung)! Fantastisch! Die Schwester zeigt uns, wo was ist und der Kleinling findet sein neues Zimmer spannend und rennt aufgeregt auf und ab.

10:00 Uhr

Wir beschließen, ein wenig im Haus spazieren zu gehen.

10:45 Uhr

Wieder auf dem Zimmer. Der Kleinling bekommt langsam Hunger und schielt gierig auf meine Beine. Vielleicht ein kleiner Happs…

11:00 Uhr

Ich plane, den Kleinling mit einem Bilderbuch abzulenken. Das habe ich nach Zufallsprinzip aus unserer privaten, gut bestückten Kinderbücherbibliothek ausgewählt. Ich schlage es auf und sehe, wem es vorher gehört hat – eine liebe, so liebe Freundin hatte es mir als Kind geschenkt. Sie starb 2004 bei einem Unfall. „Guckst du von oben zu und passt auf meinen Jungen auf?“, schießt es mir durch den Kopf und zwei dicke Tränen bahnen sich ihren Weg. Sie fehlt noch immer.


11:20 Uhr

Bilderbuchgucken musste aufgrund eines drohenden Tränen-Deichbruchs vertagt werden. Der ungeduldige Kleinling hat bereits jetzt alle Spielzeuge durchgespielt und schon einen ersten Fluchtversuch unternommen. Da lehnt man mal für 10 Sekunden die Tür an!

11:30 Uhr

Ein Arzt des OP-Teams kommt herein – Mann, sieht der müde aus! – und geht mit uns erneut die Checkliste des Voruntersuchungstages durch. Um 12:30 geht‘s los! Ich male dem Kind mit Kugelschreiber ein fettes X auf die linke Bauchseite – sicher ist sicher.

11:45 Uhr

Das Kind ist auf Papas Arm eingeschlafen. Wie auf Eierschalen tapsen wir leise umher.

12:30 Uhr

Nichts passiert.

12:45 Uhr

Kleinling wacht auf. In der Zwischenzeit hat jemand, der nicht wusste, dass hier nicht gegessen werden darf, ein Tablett mit Essen ins Zimmer gestellt. Wie gemein! Der Kleinling protestiert lautstark und will endlich was zu beißen, zu lutschen, zu trinken – egal! Gebt mir was zu futtern!

13:10 Uhr

Es geht los! Das Kind bekommt etwas zur Beruhigung, die Mama bestellt sich auch eine Portion – vergeblich. Menno.

13:20 Uhr

Im Vorbereitungsraum des Kinder-OP-Traktes. Die OP-Schwester malt neben mein Kreuz einen dicken Pfeil auf den Bauch des Kindes. Mann, die gehen aber echt auf Nummer sicher hier. Ich weiß nur nicht so recht, ob mich das beruhigen soll.

13:25 Uhr

Warten auf Godot. Oder den Anästhesisten. Auf irgendwen. Der Kleinling auf Beruhigungsmittel ist in etwa so ruhig, wie andere Kinder im Normalzustand. In Babysprache lallend, kräht er laut durch die Etage und entzückt so die Pflegerschaft. „Wenn wir den mal vom Schützenfest abholen, müssen wir immer dahin, wo einer am Lautesten pöbelt!“, orakelt der Ehemann.

13:30 Uhr

Das winzige Notfall-Baby, voller Infusionsschläuche, wird an uns vorbei zur Intensivstation gebracht. Mir kullert eine Träne die Wange herunter und ich fühle mit den Eltern. Kein Ärger über die lange Wartezeit, das hier war wichtiger. Was ist schon Wartezeit gegen ein Leben?

13:40 Uhr

Der Anästhesist ist da (doch nicht Godot, heißt aber so ähnlich). Erneut kauen wir die Checkliste durch. Warte darauf, dass ein blinkender Neonpfeil auf Juniors Bauch montiert wird.

13:50 Uhr

Es geht los. Wir dürfen beim Narkotisieren dabei sein, Händchen halten und noch ein letztes Küsschen geben. Dann geht‘s los. Härter als gedacht! Ich wische noch ein paar Tränen weg.

14:00 Uhr

Im Aufzug bemerke ich erstmals, dass ich so hungrig bin, dass ich ein Nilpferd auf Toast essen könnte. Auch wir haben noch nicht gefrühstückt. Wir beschließen, in einem nahegelegenen Restaurant (in der Cafeteria werde ich in den kommenden Tagen noch oft genug essen) einen Happen zu uns zu nehmen. Der „Happen“ entpuppt sich als üppiges Schnitzel, zum Nachtisch Schokokuchen. Man muss die Nerven ja beruhigen.

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15:00 Uhr

Zurück im Krankenhaus trinken wir einen Kaffee in der Cafeteria und starren auf das OP-Handy, das unser direkter Draht zu unserem Söhnchen ist. Wenn etwas ist, werden wir sofort benachrichtigt. Wir diskutieren über die neuesten weltpolitischen Ereignisse.

 15:30 Uhr

Wir starren stumm auf unseren inzwischen kalten Kaffee. Und das Handy. Kaffee. Handy. Wie es unserem Schatz wohl geht? Die Zeit vergeht quälend langsam.

16:00 Uhr

Ich beginne, mir Sorgen zu machen.

16:01 Uhr

Das OP-Handy klingelt. Alles gut! Der  Zwerg ist wach und zwar im Erwachsenen-Aufwachraum. Der für Kinder hat schon zu, was wirklich doof ist, denn wir wollten beim Aufwachen dabei sein und das ist im Erwachsenen-Aufwachraum nicht möglich. Wir wollten, dass der Kleinling uns vor der OP als Letztes und als Erstes danach sieht. Naja. Es geht ihm gut, das ist das Wichtigste.

16:15 Uhr

Wir irren durch Klinik und suchen diesen verflixten Aufwachraum. Ein freundlicher Arzt kommt uns zur Hilfe. Wir müssen dahin, wo fett „KEIN ZUTRITT“ steht. Klar.

Wir sollen warten. Hinter der Tür zur Schleuse höre ich meinen Jungen weinen. Jede Faser meines Körpers will durch diese Tür. Wir warten… Ich höre eine Krankenschwester, die meinen weinenden Kleinling mit sanfter Stimme beruhigt.

16:25 Uhr

Da kommt mein Kind. Mein Junge, mein Baby, mein Mini-Männlein, mein Kleinling! Dicke Tränen kullern über seine Wangen. Am Bett hängt eine Tapferkeitsmedaille. Als der Kleinling uns sieht, beruhigt er sich augenblicklich. Erleichterung huscht über sein kleines Gesicht.

„Jetzt bin ich da und lasse dich nicht mehr allein!“, flüstere ich mit Tränen in den Augen. Und während das Kind beruhigt einschlummert, meinen Zeigefinger fest umklammert, bricht ein ganzer Ozean der Liebe über mich herein.

Was, frage ich mich, müssen erst Eltern durchmachen, deren Kind nicht einfach eine harmlose Routine-OP benötigt? Welche Ängste müssen erst die ausstehen, bei denen das Leben des Kindes auf dem Spiel steht? Die nicht sicher sein können, dass das Kind die OP übersteht? Wie müssen die Eltern des Notfall-Babys gelitten haben!

Und ich verspüre eine Welle der Dankbarkeit, dass hier und heute bei uns alles gutgegangen ist.

Möge es bei euch allen und euren Kindern auch so sein.

Der Nikolaus und ich

Aus der Anekdotenkiste.

Ich habe mal wieder ganz tief in der Anekdotenkiste gewühlt. Die Geschichte, die mir jedes Jahr an Nikolaus wieder erzählt wird, ist eine ganz doofe.

Der Nikolaus mit dem goldenen Buch

Ich war ungefähr vier Jahre alt. In unserem kleinen Dorf kam am 6. Dezember der Nikolaus. Er brachte ein großes goldenes Buch mit und einen Sack voller Geschenke. Auch die Rute hatte er immer dabei, die diente aber mehr der Ermahnung „Sehet her! Es gibt sie! Also seid brav!“

Unter dem Nikolaus-Kostüm steckte ein Dorfbewohner, kein Profi, was das Ganze ja eigentlich charmant macht. Die Eltern konnten nun bis zu einem gewissen Stichtag eine Nachricht hinterlassen, was das Kind im vergangenen Jahr besonders toll gemacht hatte – und was nicht. Natürlich gab es meist nur Lob.

Wir Kinder fieberten dem Nikolaus-Tag entgegen und konnten es kaum erwarten, mit der ganzen Familie in den „Pavillon“ zu eilen. Dort wurde Kaffee und Kuchen kredenzt und gesungen. Dann kam der Höhepunkt: Der Nikolaus kam herein und schlug das große, dicke goldene Buch auf. Er begann, die Namen der Kinder aufzurufen und ein jedes Kind musste nach vorne gehen, bekam ein paar mehr oder weniger liebe Worte mit auf den Weg und eine „Schnuckertüte“ mit Schokolade, Äpfeln, Mandarinen und Nüssen.

Daumenlutschfrei und stolz drauf!

Auch ich freute mich wie immer auf den Nikolaus, hatte ich doch in diesem Jahr erfolgreich dem Daumen entsagt und war nun ein großes, daumenlutschfreies Mädchen. Ich erwartete also schon ein bisschen Lob, denn ich war irre stolz. Natürlich hatte meine Mama ihm dies auch mitgeteilt.

Der Nikolaus rief also Klein-Tani-Chaos auf und ich ging durch den Raum. An allen anderen vorbei. Alle sahen mir zu, wie ich mich vor dem Mann im roten Mantel aufstellte.

„SO, SO“, dröhnte er. „WAS LESE ICH DA! DU LUTSCHT JA IMMER NOCH AM DAUMEN! DAFÜR BIST DU NUN ABER WIRKLICH ZU GROSS!“

WAS? Moment mal?! Was redete der Mann mit dem weißen Bart, der mir bis gerade eben noch so sympathisch gewesen war? Daumenlutschen? ICH? Ey, hömma, Alter! Das hab ich doch längst hinter mir! Was erzählst du für’n Kappes? So, oder so ähnlich mag es mir durch den Kopf gegangen sein. Auf jeden Fall aber sackte ich zusammen, mein kindlicher Enthusiasmus, meine gute Laune, mein Stolz – alles wie weggeblasen. Lustlos nahm ich meine Schnuckertüte in Empfang und ging zu Mama und Oma.

„Du, Mama?“, flüsterte ich. „Ich möchte hier niiiiiiiie wieder hin.“

Und von dem Tag an bis heute, liebe Leute, hasse ich es, vor versammelter Mannschaft zu stehen. Ob es Geschenke gibt, oder nicht – ohne mich. Wenn ihr mich sucht, ich sitze ganz hinten in der Ecke und nippe beobachtend an meinem (Glüh-)Wein.

Um es mit den Worten von Kleinling#1 zu sagen: Doofer Pups-Nikolaus. Hmpf.