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Verlosung! 3x „Die sture Raupe Rieke“ gewinnen

„Rieke war ’ne kleine Raupe,

Sie wollte immer essen:

Obst, Gemüse, Gummibärchen,

Würste und Zypressen.“

Rieke ist eine Raupe und zwar eine ganz besonders sture. Sie hat es nicht eilig, erwachsen zu werden. Größerwerden kann ihr gestohlen bleiben, findet der verfressene Dickkopf.

Ein zauberhaftes Bilderbuch für alle, die sich mit dem Größerwerden noch Zeit lassen wollen.

Das Buch „Die sture Raupe Rieke“ von Karoline Herfurth und Illustrator Claas Engels kennt ihr vielleicht bereits aus dem Film SMS für dich, dort spielte das Buch eine kleine „Nebenrolle“. Das Buch ist in lustigen Reimen verfasst und die frechen Bilder passen perfekt zu der kleinen Raupe. Es ist nicht allzu lang und nicht zu textlastig – und deshalb auch für jüngere Kinder gut geeignet.

Die sture Raupe Rieke“ ist erschienen bei arsEdition. Das Bilderbuch hat 32 Seiten und kostet 12,99 Euro.

Drei Bücher für euch!

Wir verlosen diesmal nicht ein Exemplar, sondern gleich DREI!

Drei Mal Rieke gewinnen!

Schreibt uns in einem Kommentar unter diesem Blogartikel oder dem entsprechenden Post bei Facebook, was eure kleine Raupen am liebsten essen. Auch liken und teilen dürft ihr den Beitrag gern, es ist aber kein Muss.

Die Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen darf jeder.

Das Gewinnspiel beginnt am heutigen Sonntag, dem 11.06.2017 mit Veröffentlichung dieses Beitrags und endet am nächsten Freitag, dem 16.06.2017 um 23:00 Uhr. Die Gewinner/innen werden am 17.06.2017 ausgelost. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Eure Adressen geben wir selbstverständlich nicht an Dritte weiter. Es gelten unsere Datenschutzbestimmungen.

Die Gewinner/innen benachrichtigen wir per E-Mail oder PN. Meldet ihr euch innerhalb von 7 Tagen nicht bei uns zurück, losen wir erneut aus! Euer Buch kommt per Post (Büchersendung).

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert. Facebook steht nicht als Ansprechpartner für dieses Gewinnspiel zur Verfügung.

Wir behalten uns vor, das Gewinnspiel jederzeit zu ändern, anzupassen oder zu beenden, wenn uns dieses notwendig erscheint.

Es gibt natürlich nur ein Buch pro Person.

Horror-Urlaub. Ein mallorquinischer Alptraum – Teil 2

Die Fortsetzung

Endlich auf dem Zimmer, schien es dem Zwerg schon besser zu gehen. Ich verpackte all die schmutzige Kleidung luftdicht in einen Müllsack um sie zur Wäscherei bringen zu lassen. „Das ist aber teuer!“, lächelte die Rezeptionistin. „Sie können hier bei uns auch selber waschen!“ „Nein, danke.“ „Aber…“ Ich, laut: „NEIN. DAN-KE.“ Ich werde in gewissen Situationen etwas unhöflich, wenn man mit mir diskutiert. „Aber das kann erst morgen abgeholt werden, weil Sonntag ist. Wenn Sie es selber waschen ist es schneller fertig!“ Ich, lauter: „Ich. Möchte. Es. Nicht. Selber. Waschen.“

Locke und Mama krank im Urlaub

Locke und Mama, krank und müde.

Am Abend ging nur der Mann ins Restaurant. Der Zwerg schlief und mir war der Appetit vergangen. Am nächsten Morgen gingen wir zum hoteleigenen Arzt, der eine Magen-Darm-Grippe diagnostizierte und absolute Schonkost verordnete – lustig, im Urlaubshotel. Natürlich dürfe das Kind nicht in den Pool und solle auch nicht auf den Spielplatz, da es ansteckend sei und man ja nicht das ganze Hotel voller kotzender Kinder haben wollte.

Worst-Case-Szenario? Sche*ße, ja, das können wir!

Abends wagten wir uns ins Restaurant an den am weitesten entfernten Katzentisch. Ich hatte noch immer keinen Appetit (ahnt ihr es!?) und auch das Kind schob den Zwieback mürrisch hin und her. Auf einmal ein Geräusch. Eine Art Plätschern. Zusammen mit dem verkniffenen Gesichtsausdruck des Sohnes schwante mir Böses. Und dann roch ich es. Der zweite Teil der Magen-Darm-Grippe hatte zugeschlagen und es quoll aus dem Stühlchen. Mit hochrotem Kopf und Tränen in den Augen rannte ich aufs Zimmer und zog ein großes Handtuch und eine Packung Feuchttücher aus dem Schrank.

Wir wickelten das Kind in das Handtuch und der Ehemann brachte es unter die Dusche. Ich putzte den Stuhl und den Boden und versuchte dem herbeigeeilten Kellner in einer Mischung aus Spanisch, Englisch und Deutsch zu erklären, was passiert war. Mein Spanisch ist mäßig, mein Englisch sehr gut, mein Deutsch auch. Leider sprach er nur Spanisch. Habt ihr schonmal „Das Kind ist krank und hatte Durchfall und jetzt müsst ihr den Stuhl hier desinfizieren!“ auf pantomimisch erklärt? Nein? Lasst es.

Nur als er mit dem Lappen, mit dem er auch die übrigen Tische abwischte das Stühlchen putzen wollte, schritt ich ein und fuchtelte, was das Zeug hält.

Wir riefen den Arzt, der bereits Feierabend hatte und für einen Extra-Zuschlag nochmal zu uns kam. Das Kind durchfallte fröhlich vor sich hin, ich war dem Nervenzusammenbruch nahe. Ein Medikament musste her, denn der Kleine trank nicht genug und der Ehemann musste noch spätabends mit dem Taxi in den Nachbarort fahren, um dieses zu holen.

Als er wieder zurück war und das Kind im Bett lag, sah mich mein Mann an und sagte tatsächlich „DAS konnte ja nun wirklich niemand ahnen!“ Liebe Mütter. Ich lasse das jetzt mal unkommentiert stehen.

Schwanger und krank im Urlaub

Am nächsten Tag besah ich mir dann das Klo im Bad näher (sehr sauber, überall, wirklich) und verbrachte den Tag über, auf und neben der Schüssel. Toller Urlaub! Gottseidank gab es WhatsApp und wenn ich den Arm, auf dem Bett stehend, gaaaanz hoch Richtung Klimaanlage reckte, hatte ich auch Empfang. Manchmal funktionierte sogar das gebuchte und bezahlte W-LAN, sodass ich mit meiner Hebamme die weiteren Schritte abklären konnte. Drei Tage ohne Essen? Nicht gut, aber auch nicht dramatisch – nur trinken müsse ich. Nachdem ich ein Mittel gegen die starke Übelkeit bekommen hatte, blieb auch tatsächlich ein wenig Wasser drin, wenn auch nicht viel. Wenn es am nächsten Tag nicht besser sei, verkündete sie mir nach 2 Tagen, müsse ich ins Krankenhaus.

Ich sah den Ehemann an und klärte ihn sehr ruhig, sehr leise und sehr deutlich darüber auf, dass ich so einen Urlaub nicht noch einmal mitmachen würde und wenn ich das nächste Mal aus gesundheitlichen Gründen eine Stornierung der Reise wünschte, er das auch verdammt nochmal zu tun habe. „Das konnte ja nun echt keiner ahnen!“, wiederholte er und bezahlte diese erneute Ignoranz beinahe mit dem Leben.

All Inclusive am Arsch

Sechs unserer zehn Tage des All-Inclusive- Urlaubs waren fast ungenutzt verstrichen. Die restlichen vier verbrachte der Ehemann mit der Kinderbetreuung, während ich mir die Ruhe antat.

Nicht jeder Tag im Urlaub war schlimm

Manchmal hab ich auch gelächelt.

Das Hotel erwies sich leider essenstechnisch als unterdurchschnittlich – die Nudeln wurden mit einer großen Kelle Fett aus der Fritteuse verrührt, bevor sie zum Büffet kamen, was dann auch den seltsamen Geschmack erklärte. Die Pommes waren außen zu knusprig und innen zu gefroren und das Gemüse hing schlapp und grau vom Teller.

Lediglich der Salat sah gut aus, den durfte ich aufgrund eventueller Listerien aber nicht anrühren. Locke verschmähte sogar die Muffins, deren Geschmack ein bisschen an Sägespäne mit Karton erinnerte, weshalb wir uns im Supermarkt mit dem nötigsten Essen eindecken mussten. Abendessen gab es fortan in einem schönen Restaurant im Ort.

Essen im Urlaub

Gutes Essen (hier der Teller des Mannes) gab’s nur anderswo.

 

Ich muss brechen – Busfahrt des Grauens

Den Rückflug konnte ich kaum erwarten. Als es endlich soweit war, sollte mir das Urlaubsglück noch ein letztes Mal lachend den Mittelfinger hinstrecken. Der klapprige Transferbus mit der nicht allzu leistungsfähigen Klimaanlage lud uns zu einer fast kompletten Inselrundfahrt ein, indem er an allen Ecken und Enden noch Leute einsammeln musste.

Ich wollte eben noch die Landschaft genießen und den schlafenden Sohn, der sich an mich gekuschelt hatte, da ertönte vom Sitz vor uns ein zartes Stimmchen und es sagte die Worte, die jede Mutter gleichermaßen fürchtet und hasst: „Mama? Ich glaube, ich muss brechen.“ gefolgt von dem allseits gut bekannten Geräusch, das bewies, dass es sich um keine leere Drohung handelte.

Geistesgegenwärtig hatte die Mutter eine Tüte gezückt, die Zielsicherheit des Nachwuchses war jedoch verbesserungswürdig. Ihr kennt den Geruch? Ich muss das hier ja nicht näher beschreiben, nur so viel: Dieses Kind hatte sehr gut gefrühstückt!

Wir halfen zwischendurch mit Windelbeuteln aus – die Mutter schaffte es, Tüten zu halten während sie gleichzeitig das Baby stillte. Den Vater interessierte das weniger, tatsächlich war er einer der ersten, der mit dem großen Sohn des Paares den stinkenden Bus verließ, während Muttern Baby, Handgepäck, gefüllte Spucktüten und krankes Kind aus dem Bus bugsierte – Schwester, du bist Superwoman! Ich drückte ihr zum Abschied ein Kinder-Vomex in die Hand und wünschte ihr alles Gute. Und flog endlich heim.

Urlaubstipps vom Katastrophenprofi!

Mein Mann ist ein ganz toller Vater – ich möchte nicht, dass hier ein anderer Eindruck entsteht. Trotzdem werde ich in Zukunft eine bessere Mutter sein und auf mein Bachgefühl hören.

Mit einem kranken Kind fliegt man einfach nicht in den Urlaub. Ein Schnüpfchen oder ein leichter Husten, okay. Aber wenn eine Magen-Darm-Grippe zu vermuten ist, lasst es einfach bleiben. Hört auf euer Bauchgefühl, nicht auf den Ehemann. Urlaub mit Kindern? Nur mit guter Reiserücktrittsversicherung!

Das Ärgerlichste ist, dass ich seitdem ein eher gespanntes Verhältnis zu Mallorca habe. Die Insel kann wahrhaftig nichts dafür – aber ich möchte da trotzdem nicht mehr hin. Der bloße Gedanke verursacht mir – leider – Übelkeit.

Horror-Urlaub. Ein mallorquinischer Alptraum – Teil 1

Bereits am Vorabend des lange geplanten Urlaubs kündigte sich Unheil an: Locke, wollte keine Pommes essen. Das hätte Warnung genug sein sollen. Die Großeltern waren zu Besuch und hatten etwas Leckeres vom Griechen mitgebracht. Und der Sohn? Verschmähte doch wahrhaftig seine Leibspeise. Da ahnte ich schon, dass es ungemütlich werden könnte. Ein paar Pommes aß er dann auf gute Zurede – nur um sie Minuten später auf den Wohnzimmerteppich zu erbrechen.

Noch einmal richtig tollen Sommer-Urlaub machen

Die letzte „große“ Urlaubsreise sollte es sein, denn der Zwockel war bereits im Bauch und da ich nicht gerne fliege, hatten wir beschlossen, unsere nächsten Urlaube vorerst an der Nordsee zu verbringen. Flugreisen sind für mich schon ohne Kinder anstrengend, mit einem Kind sehr anstrengend und mit zweien – das will ich mir gar nicht ausmalen. Natürlich merken Kinder, dass Mama Angst hat und die Unruhe überträgt sich auf die Kleinen. Daher haben wir entschieden, erst wieder in den Urlaub zu fliegen, wenn die Kinder größer sind.

Urlaub auf Mallorca

Das Hotel – auf den ersten Blick spitze.

Dieses Mal wollten wir aber noch so richtig genießen, weshalb wir ein Hotel mit wahrem Spiel-Pool-Kinderparadies gebucht hatten. Die Bewertungen im Internet sagten 88% superobermegatop und wir freuten uns auf zehn schöne Urlaubstage mit Locke. An der deutschen Küste ist es zwar auch toll, aber es fehlt halt leider die Gutwetter-Garantie, die Südeuropa bietet.

„Mal den Teufel nicht an die Wand.“

Da ich schwanger war und das Kind nunmal ein Kind, hatte der Ehemann für diesen Urlaub vorsichtshalber eine umfassende Reise-Rücktrittsversicherung gebucht. Im Krankheitsfall bekämen wir 100% des happigen Reisepreises zurück. Und dieser Krankheitsfall war nun offensichtlich eingetreten. Noch um 23 Uhr telefonierte ich mit unserem Freund vom Reisebüro. Kein Problem, sagte er und gab mir Instruktionen, was zu tun sei.

„Ach, komm, mal den Teufel nicht an die Wand!“, beschwichtigte mich mein Mann. „Der hat doch nur ein bisschen gespuckt!“ Nun ja. Das Kind schlief die Nacht über in unserem Bett und spuckte dort weiter. Ein bisschen. Nur fünf bis sieben Mal.

„Wir fahren einfach zum Flughafen und gucken, wie es ihm dann geht.“, so der Ehemann während ich das Bett abzog und die stinkende Bettwäsche auf den Balkon legte, damit meine Mutter sie waschen konnte. „Ich möchte nicht in den Urlaub fliegen. Nicht mit krankem Kind.“, beharrte ich.

„Wir gucken einfach mal.“, widersprach der Ehemann.

Das Kind ist doch nicht krank!

Kaum am Flughafen angekommen, erbrach sich das Kind aus dem Auto heraus auf den Bürgersteig. „Das reicht. Das Kind ist krank. Wir fahren nach Hause.“, stellte ich fest und räumte die Koffer wieder in den Kofferraum. Der Mann räumte sie wieder aus.

„Stell dich nicht so an. Guck mal, der hat nur Hunger!“, rief Schwiegerpapa und fütterte das Kind mit Butterkeksen. „Ich fahre heim und nehme ihn mit. Dann eben mit Taxi.“, beharrte ich. „Stell dich nicht an. Das Kind hat nur etwas gespuckt, das ist doch nicht krank!“, schimpfte der Ehemann. Und überhaupt, was solle schon passieren? Ärzte gebe es ja auf Mallorca auch.

Das Kind gehört ins Bett, nicht in den Flieger

„Ich werde auch krank werden und in der Hitze mit Magen Darm – das möchte ich nicht. Ich bin doch so anfällig dafür!“, protestierte ich. „Mit einem kranken Kind fliegt man nicht in den Urlaub. Ein krankes Zwerglein gehört ins Bett, nicht in einen Ferienflieger!“

Keine Chance. Das Kind bekam weiterhin Butterkekse („Guck! Er isst doch! Der hatte nur Hunger!“) und ich wägte ab, ob es die Ehe- und Familienkrise wert sei, jetzt ein Taxi heranzuwinken und einfach mit meinem Sohn nach Hause zu fahren. Soll doch der Ehemann allein fliegen. Aber natürlich tat ich das nicht. Ich ignorierte mein Bauchgefühl – das mir voraussagte, dass der Urlaub fürchterlich werden würde, und stieg mit Mann und Kind in den Flieger.

Ahnt ihr, wie es weitergeht?

Es geschah, was wahrscheinlich jetzt jede Mama voraussieht, alles genau so, wie ich es befürchtet hatte.

Locke schlief ein wenig im Flieger und als das Flugzeug zur Landung ansetzte, setzte das Kind im Gegenzug zu einer wahren Fontäne aus Butterkeks und Tee an. Und erbrach sich über mich. Ich war vom Hals abwärts vollgespuckt, die hellbraune Umstandshose erwies sich als keine gute Wahl, denn der hellbraune Stoff verfärbte sich dunkel und von hinten sah ich aus, als habe ich mir in die Hose gemacht. Von vorne sah man die Bescherung: Ich war vollgekotzt von oben bis unten – wortwörtlich. Der Ehemann war mit ein wenig Spuck am Kaputzenshirt noch verhältnismäßig gut weggekommen, ich nicht. Kinder zeigten mit dem Finger auf mich, Leute lachten. „Na, hat die Mama einen übern Durst getrunken, so früh am Morgen?“ lachte ein Miturlauber. Mir war zum Heulen. Die ganze Zeit, die wir auf die Koffer warteten, lachten Leute über mich, das Kind auf meinem Arm schrie erbärmlich und ich kämpfte mit den Tränen. Ich wollte nach Hause.

Die notdürftige Reinigung mit Feuchttüchern auf der Flughafen-Toilette hatte wenig Erfrischung gebracht, ich hatte aber wenigstens mir und dem Jungen frische Sachen anziehen können. Als wir in die schwüle mallorquinische Hitze heraustraten, fühlte ich mich gleich noch besser. Nicht.

Urlaub Transfer ins Hotel

Der Transfer dauerte 3 Stunden.

Im Hotel? Auch nicht besser

Als wir, 3 Stunden später (!), im Hotel ankamen, wollte ich nur noch duschen und mich umziehen, denn ich konnte das Erbrochene noch immer riechen. „Ihr Zimmer ist leider noch nicht fertig!“, lächelte die Rezeptionistin. Ich versuchte, ihr zu erklären, warum ich wirklich dringend ein Zimmer brauchte, doch ich hatte keine Chance. Nun denn, so ging es, wohlgemerkt mit noch immer mit krankem Kind, an den Pool (nur an nicht in). Weitere zwei Stunden lang saß ich in brütender Hitze und wollte nur noch weinen und mich verkriechen. Ich roch nach Kotze und fühlte mich dreckig. Das Kind hatte Hunger, quengelte und durfte nichts essen. Tee nur schlückchenweise. Dem Ehemann schwante, beim Blick in mein Gesicht, dass sich die folgenden Tage durchaus etwas unangenehm gestalten würden…

Und unangenehm wurde es. Wie es weitergeht, lest in Teil 2!

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Nanu – Wie erziehst denn du? Von Krümel und Chaos.

Melanie von Lalemi hat zur Blogparade „Nanu – Wie erziehst denn du?“ aufgerufen und hier bin ich! Eigentlich möchte ich keine Erziehungstipps geben, denn jede Familie ist einfach zu individuell. Was für den einen funktioniert, klappt beim anderen nicht.

Bitte lest den Beitrag ohne den blöden Zeigefinger im Kopf, der suggeriert, dass das ab jetzt alle so machen müssen, wie ich.

Habe ich einen bestimmten Erziehungsstil?

Ich denke, man kann bei uns von konservativ, autoritär und in den meisten Fällen konsequent sprechen, auch wenn der Zwockel letzteres sehr schwer macht. Meine Freundin Pia gibt unumwunden zu, dass bei ihr eine Diktatur herrscht. Und sie ist nun wahrlich keine unangenehme Diktatorin – logisch und konsequent und dabei trotzdem sehr liebevoll.

Kinder brauchen Regeln. Und nicht nur die, auch ich selbst fühle mich am wohlsten, wenn mich klare Regeln und Strukturen umgeben. Ich bin nicht umsonst mit einem Pädagogen verheiratet und mit einer Jugendamtsmitarbeiterin eng befreundet, die ebendies bestätigen.

Mein Mann arbeitet mit jungen Autisten, das ist natürlich ein Thema für sich. Hier gilt es, eine Balance zu finden zwischen Regeln, um sich im Alltag besser zurecht zu finden und der Gefahr, sich damit einem Zwang zu unterwerfen und mit Ausnahmen nicht mehr umgehen zu können.

Auch meine Freundin vom Jugendamt bestätigt, dass Kinder, die völlig ohne Regeln aufwachsen, schnell zu Problemkindern werden können, denn wenn es im Mikrokosmos „Zuhause“ keine Regeln gibt, warum soll man sich dann im Makrokosmos „Welt“ daran halten?

Ich habe vor kurzem eine Diskussion in einer Facebook-Gruppe verfolgt, in der es darum ging, dass Regeln die Kinder in ihrer freien Entfaltung stören würden und – mehr noch – Gewalt am Kind seien. Wie so oft und bei fast allem gilt auch bei Regeln „Allzuviel ist ungesund“.

Ein sehr schlecht erzogenes Känguru.

Hast du einen bestimmten Erziehungsstil? Oder hast du vielleicht sogar schon einige ausprobiert?

Ich persönlich halte nichts von Laissez-faire. Natürlich lasse ich auch mal was durchgehen oder drücke mal ein Auge zu, bin ja kein Unmensch.

In erster Linie aber sind wir Eltern die Chefs, die Ausbilder, die liebenden Anleiter. Wir machen die Regeln und setzen diese durch, auch wenn wir der Demokratie nicht abgeneigt sind und immer versuchen, im Interesse unserer Kinder zu handeln. Es gibt natürlich auch bei uns mal Ausnahmen: Die Kinder sind um 19 Uhr bzw. 20 Uhr im Bett. Das ist nicht verhandelbar. Ist aber eine Feier, kommt Besuch oder wir sind auf einem Fest eingeladen, gelten diese Zeiten nicht, dann darf es ruhig später werden. Ihren Biorhythmus haben die Jungs aber bereits so eingestellt, dass sie um 19 und 20 Uhr müde sind und dann ins Bett müssen, weil es anders nicht mehr geht.

Autoritär aber demokratisch. Konsequent aber flexibel. Und über allem ganz, ganz viel Liebe. So könnte man es zusammenfassen, ich finde, das ist kein Widerspruch. Gewisse Regeln sind jedoch nicht verhandelbar.

Was ist dir ganz besonders wichtig in der Erziehung deines Kindes?

Mir ist wichtig, dass mein Kind versteht, warum es gewisse Regeln gibt. Die sind ja nicht willkürlich gemacht. Darum versuche ich, das Argument „Weil ich es sage!“ so selten wie möglich anzubringen, aber manchmal lasse ich auch den Chef raushängen. In den meisten Fällen gelingt es mir, dem Großen plausibel zu erklären, warum eine Regel besteht, Zwockel ist dafür noch zu klein.

Wichtig ist, dass auch die Großeltern, die sich mehrmals in der Woche um die Kinder kümmern, auch damit konform gehen. Ich möchte das Kind nicht „auf Werkseinstellung“ zurückbekommen und wir sind in den meisten Fällen einer Meinung – das erleichtert die Sache ungemein.

Möchtest du deinen Kindern bestimmte Werte vermitteln?

Ja, unbedingt! Meine Kinder sind, wie ich, sehr empathisch. Ich möchte, dass sie sich Gedanken über andere machen, Menschen und Tiere achten. Auch Respektspersonen wie Polizisten, Feuerwehrleute, Ärzte und Erzieher – die meisten Erwachsenen eben – sind höflich und mit Respekt zu behandeln. Natürlich ohne selbst auf der Strecke zu bleiben dabei.

Mit unter den ersten Worten, die der Große sprechen konnte, waren „Bitte“ und „Danke“. Natürlich vergisst er das an der Wurst- oder Brötchentheke schonmal und dann kommt von der Mama ein oberlehrerhaftes „Was sagt man da?“ Aber es klappt auch von ganz alleine. Mein Sohn ruft den Müllmännern beispielsweise immer, wenn er sie sieht, ein „Danke, lieber Müllmann!“ zu. Auch der Kleine, der mit anderthalb Jahren noch nicht viel spricht, sagt bereits „Dandan“ (Danke) und „Bitti“ (Bitte). Das sind bei uns nicht nur Worte.

Kinder lieben Blaulicht und Hubschrauber und sind begeistert, wenn sie ein solches Spektakel beobachten können. Das ist normal und auch wir Erwachsenen schauen hin, wenn irgendwo etwas passiert ist. Landet der Rettungshubschrauber, gehe auch ich auf den Balkon und gucke, was los ist – Neugierde ist völlig natürlich. Ich erziehe aber keine Gaffer! Meinem Großen, der einmal ein Freudentänzchen aufführte, als der Hubschrauber in der Nähe landete, habe ich erklärt, dass ein solcher Einsatz auch immer Leid für einen anderen Menschen bedeutet. „Landet der Hubschrauber, kommt ein Rettungswagen, ist ein lieber Mensch in Not. Das ist kein Grund zur Freude.“ Jetzt ruft er jedem Helikopter „Gute Besserung!“ hinterher.

Ich erwarte von meinen Kindern Respekt gegenüber Mitmenschen und Tieren und bringe ihnen das konsequent bei. Respekt ist kein Recht, das automatisch mit der Geburt für immer verliehen wird – den hat man nur verdient, wenn man ihn selbst gegenüber anderen zeigt. Das ist vielleicht die wichtigste Maxime meiner Erziehung, meine Regeln fußen auf Respekt und Sicherheit.

Haben andere Personen oder vielleicht sogar deine Religion Einfluss auf deine Erziehung?

Ich bin selbst locker-religiös erzogen worden. Gott war in Geschichten und Liedern immer ein Thema in meiner Kindheit, für mich ist Gott ein strenger, aber gerechter, liebender und bärtiger Mann, der im Himmel sitzt und einen Plan hat, den wir nicht immer verstehen. Ich betrachte mich als religiös und je älter ich werde, desto mehr verstehe ich, dass viele Gebote der Bibel ein respektvolles Miteinander verheißen sollen. Natürlich muss sich niemand 100% daran halten und einiges passt nicht mehr in die heutige Zeit, aber vieles (nicht stehlen, nicht morden, nicht ehebrechen, nicht neiden) kann ich durchaus unterschreiben.

Habt ihr bestimmte Regeln zu Hause?

Bei uns gibt es Regeln, die konsequent durchgesetzt werden. Beispielsweise ganz grundsätzliche, kleine Dinge wie „Nicht hauen, treten, beißen.“, „Keine Süßigkeiten zum Frühstück.“, „Schuhe aus in der Wohnung.“, „Mit Essen wird nicht geworfen!“, „Kein Spielzeug in der Küche.“ oder „Es wird nicht gespuckt.“ Letzteres scheint leider gerade Mode im Kindergarten zu sein und Spucken ist etwas, das ich nicht akzeptiere. Punkt. Das ist eines der Themen, bei denen ich Diktator bin – da gibt es keinerlei Entschuldigung und Rechtfertigung.

Es wird nichts mutwillig kaputt gemacht und wir versuchen, so respektvoll wie möglich miteinander umzugehen. Natürlich schreie ich auch mal – in der letzten Zeit öfter, als mir lieb ist. Aber ich bin halt auch ein Mensch mit Grenzen.

Ich lese viel und bin immer offen für Verbesserungsvorschläge.

Im ganzen Text habe ich viel von „mir“ gesprochen. Natürlich ist mein Mann genauso an der Erziehung beteiligt, wie ich. Wir sind in Erziehungsfragen zu 99,9% einer Meinung – das ist sehr entspannend und angenehm, denn ich möchte nicht auch noch meinem Partner die Regeln erklären müssen. Ich habe in der Ich-Form geschrieben, weil es für mich einfacher war – ihr dürft aber gern überall ein WIR denken.

Der Zwockel mit seinem starken Willen bringt mich oft an die Grenzen. Das ist sehr anstrengend, trotzdem tue ich mein bestes, auch bei ihm unsere Regeln durchzusetzen. Ich bin kein Erziehungs-Guru. Unlängst habe ich mir „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen“ von Danielle Graf und Katja Seide gekauft und auch Jesper Juul und Achim Schadt sind mit ihren Büchern vertreten. Ich lese viel, auch Elternzeitschriften, und diskutiere gern mit anderen Müttern. Meine Erziehung ist nicht in Stein gemeißelt. Ich bin froh und dankbar für Rat- und Vorschläge.

Das schlechte Gewissen und ich

Ich bin glücklich. Bin ich glücklich? Eigentlich gibt es kaum einen Grund zum unglücklich sein. Ich habe zwei wunderbare, gesunde Kinder, einen mich liebenden Ehemann, wir haben ein Dach über dem Kopf, ein Auto, eine wunderbare Familie und Freunde, die uns helfen, wenn wir Hilfe brauchen und immer für uns da sind.

 Trotzdem habe ich seit einiger Zeit ein konstant schlechtes Gewissen. Immer. Beim ins Bett gehen ist da immer dieser Knoten im Magen. Beim Aufwachen ist er auch wieder da. Nonstop.

Ach, Locke, ich hab ein schlechtes Gewissen

Das schlechte Gewissen – meinem großen Sohn gegenüber, weil der kleine Sohn so viel Aufmerksamkeit einfordert und mich oft an den Rande der Geduld bringt. Darunter leidet dann auch Locke, denn ich werde unwirsch und schimpfe mehr, als ich möchte.

Stand er früher voll im Mittelpunkt meines – unseres – Lebens, muss er nun öfter mal zurückstehen. Meistens klappt es gut und er versteht es, aber manchmal ist er traurig. Wenn er mir etwas ganz Wichtiges erzählen will, zum Beispiel, dass gerade ein Marienkäfer auf seinem Duplo-Auto gelandet ist, ich aber den schreienden Zwockel trösten muss, der mal wieder irgendwo vorgelaufen oder heruntergefallen ist, dann tut es mir schrecklich leid, dass ich gerad keine Zeit für ihn habe, um den Käfer zu betrachten.

Die einzige Unternehmung, die wir zusammen machen, ist das Kinderturnen – und selbst da ist der Zwockel dabei, mehr geht jedoch zur Zeit einfach nicht. Reine Mama-Sohn-Unternehmungen gibt es, aber leider viel zu selten, obwohl ich das so gern möchte.

Tu ich genug für dich, Zwockelchen?

Auch meinem kleinen Sohn gegenüber, fühle ich diesen unangenehmen Knoten im Bauch – weil ich mit ihm nur zum Kleinkinderturnen und Musikgarten gehe (plus Kinderturnen mit dem Großen) und nicht, wie damals mit dem Großen, auch noch zum Babyschwimmen. Der Zwockel war überhaupt noch nie schwimmen in seinen anderthalb Jahren. Ist das wohl schlimm?

Wenn er mal schläft am Tag, muss er oft geweckt werden, weil ich noch etwas erledigen muss. Locke gegenüber konnte ich so viel Rücksicht nehmen – sein Schlaf hatte Priorität. Wie oft muss ich den armen Zwockel wecken, weil ich den Großen vom Kindergarten abholen, dringend einkaufen oder zu einem wichtigen Termin muss?

Bin ich für meine Kinder da, wenn sie mich brauchen?

Beiden Kindern gegenüber habe ich ein schlechtes Gewissen, denn ich würde gern mehr mit ihnen machen. Spazierengehen (meine Kinder hassen Spazierengehen) oder in den kleinen Garten neben dem Haus – dort haut mir allerdings ständig der Zwockel ab, auf den ich nonstop ein Auge haben muss. Arbeiten oder spielen mit Locke? Unmöglich.

Dein Alltag ist ihre Kindheit!“ – schöner Spruch, aber besten Dank, der verstärkt auch nur mein schlechtes Gewissen… Gerne würde ich öfter mit ihnen in die Stadt gehen, den Tag auf dem Spielplatz vertrödeln oder mich zu Spieldates treffen – aber dann bleibt so viel Arbeit liegen.

Für Zwockels Freunde ist Locke zu groß, umgekehrt ist Zwockel für Lockes Freunde zu klein… Chaos und Stress sind vorprogrammiert!

Bin ich eine gute Haus- und Ehefrau?

Schlechtes Gewissen dann auch meinem Mann gegenüber, weil der Haushalt zu kurz kommt. Neben dem Schreiben für Blog, Online-Redaktion und den Kindern mache ich im Haushalt einfach nur das Nötigste. Hätten wir keinen Staubsaug-Roboter, würden wir wohl in Flusen und Wollmäusen versinken!

 

Auch das Kochen – oh, ich koche so gerne! – aber in letzter Zeit gibt es nur Gerichte, die schnell fertig sind. Mal wieder ne Lasagne? Ein leckeres Chilli? Ein gutes Gulasch oder seine heißgeliebten Schnitzel? Keine Zeit! Stattdessen gibt’s TK-Gemüse und Würstchen aus der Dose, Nudeln mit Tomatensoße oder Sandwiches.

Wie oft schlafe ich abends auf der Couch einfach ein, im gemütlichen Pyjama, schon abgeschminkt und mit Brille – nix mehr chic! Kaum noch Aufmerksamkeit für seine Erlebnisse am Tag. „Wie … gäääähn… war dein Tag, Schatz?“ Und schon fallen mir die Augen zu. Die Antwort höre ich bereits kaum noch – letztens bin ich doch wahrhaftig mitten im Satz eingeschlafen!

Ohne Geld kein Geld!

Selbst unserem Konto gegenüber, ist mein Gewissen ein schlechtes, denn obwohl ich viel arbeite und ständig am PC hocke um zu schreiben, Facebook-Posts plane oder News-Artikel schreibe, komme ich auf keinen grünen Zweig.

„Du bist jetzt Unternehmerin!“ hörte ich unlängst. Ja und nein, denn eigentlich will ich ja nur schreiben und gar nicht herumunternehmern. Ich müsste viel mehr Werbung machen, Marketing betreiben, Firmen und potentielle Kunden anschreiben, einiges mit der Krankenkasse klären. Geld verdienen und dem Traum vom Shop endlich zu verwirklichen. Da möchte auch ein Buch geschrieben werden.

Ich habe so viele Ideen! Aber beim Verwirklichen hängt’s einfach! Die meisten Ideen müssen ja finanziert werden. Ohne Geld kein Geld – welch Teufelskreis! Und ich bin jemand, der schnelle Erfolge sehen muss, sonst verlässt mich die Kraft. Ich bin ungeduldig, ich häng mich rein und gebe 100% – aber wenn ich nicht schnell was dabei rauskommt, ist die Energie auch schnell wieder verpufft.

Ich liebe euch, ich hab nur einfach keine Zeit, Freunde!

Und die Freunde! Den Freunden gegenüber, denen ich ständig absage, habe ich auch ein enorm schlechtes Gewissen. Weil ich einfach nicht noch mehr Freizeit habe – Kinder und Arbeit, Haushalt und Kochen. Und dann, am Wochenende, hab ich vielleicht mal ein Krümelchen Zeit, wenn sich der Mann um die Kinder kümmert – um in Ruhe zu schreiben. In Ruhe zu putzen. Oder Wäsche zu waschen! Hey, es ist doch Feiertag! Man sieht dich ja nie! Komm doch, morgen ist doch frei! Ist es?!

Wie gern würde ich mich mehr engagieren für irgendwas! Ein guter Mensch sein. Eine ehrenamtliche Tätigkeit? Mal eben Unkrautrupfen im Freibad oder Klar-Schiff-Machen im Kindergarten? Wann bloß?

Schlechtes Gewissen auch für mich

Und zu guter Letzt: Mir selbst gegenüber habe ich auch ein schlechtes Gewissen. Ich trinke zu wenig, ich mache zu wenig Sport, ich schlafe zu wenig. Ich esse zu ungesund – schnell zwischendurch – trinke zu viel Kaffee und entspanne zu wenig. Ich bin gehetzt, wenn ich nur daran denke, was noch alles zu tun ist.

Zu viele Baustellen, zu laut, zu schnell, zu bunt… Liege ich mal gemütlich auf der Couch entgleist ein Zug in Dortmund und ich sitze wieder vorm Laptop und schreibe eine Meldung. Müsste ich nicht, aber da ist diese verdammte Pflichtbewusstsein, denn die Kollegin will ich ja auch nicht ständig hängen lassen. Zu oft falle ich einen halben oder ganzen Tag aus wegen der Kinder.

Nur eines bleibt jeden Tag konstant und verliert nicht an Intensität: Mein schlechtes Gewissen.

Das ist immer da.

 

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Matthias: Feuerwehrmann aus Leidenschaft…

…aber ein Superheld bin ich nicht.

Matthias (32) erzählt uns von seinem Beruf und was sich für ihn verändert hat, seitdem er Papa ist.

Als Kind wollte ich Feuerwehrmann werden – wie wohl die meisten kleinen Jungs. Dann habe ich eine Ausbildung zum Informatiker gemacht und Elektrotechnik studiert. Meine Mutter, eine Lehrerin, war superstolz, da ich von ihren drei Kindern das einzige war, das auch studierte. Als dann aber der Einzugsbefehl der Bundeswehr kam, entschied ich mich für den Zivildienst, genauer: Für den Rettungsdienst bei der Feuerwehr. Diese 9 Monate änderten alles – ich warf mein Studium über den Haufen und machte eine Ausbildung zum Rettungsassistenten.

Der Wunsch, zur Feuerwehr zu gehen, war wieder aufgeflammt. Um bei der Berufsfeuerwehr arbeiten zu können, muss man eine abgeschlossene Ausbildung in einem handwerklichen Beruf haben oder eine „berufsdienliche“ Ausbildung – und die hatte ich als Rettungsassistent. Noch während des Zivildienstes war ich außerdem in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten.

Ein Problem gab es jedoch: Ich war übergewichtig und im Feuerwehr-Beruf muss man natürlich eine gewisse körperliche Fitness vorweisen können – so mancher Einsatz führt bis an die körperlichen Belastungsgrenzen. Nach der Ausbildung zum Rettungsassistenten fand ich keinen Job und arbeitete als Produktionshelfer. Aber ich brannte für die Feuerwehr und begann, Sport zu treiben. Ich wollte es schaffen – und wurde abgelehnt. Das spornte mich nur noch mehr an und ich arbeitete verbissen an mir selbst. Und dann rief ein Freund an und erzählte mir, die Feuerwehr im Ort suche Leute. Meine Stunde war gekommen und seitdem bin ich Feuerwehrmann. Mit Leib und Seele.

Beruf als Berufung

Als Informatiker würde ich heute in der Industrie das Dreifache verdienen. Aber ich mache etwas Sinnvolles! Ich tue etwas Gutes. Der Beruf hat mich gefunden oder ich den Beruf – für mich ist es auf jeden Fall Berufung. Feuerwehrmann oder –frau kann natürlich jeder werden, der es wirklich will und die Voraussetzungen erfüllt, aber man sollte schon gewisse Charakterzüge mitbringen: Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein und unbedingte Loyalität seinen Kameraden und Vorgesetzten gegenüber. Wir müssen uns 100% auf den anderen verlassen können, schließlich hängen davon Leben ab: Unsere eigenen und die der Menschen, die wir retten. Ein fester Magen ist übrigens auch von Vorteil.

Es ist kein Job, den man mit der Uniform ablegen kann, man nimmt schon einiges mit nach Hause. Wir sehen nicht jeden Tag schreckliche Unfälle und Unfallopfer, es sind meistens die Dramen, die man so mitbekommt. Familienschicksale berühren und beschäftigen oft mehr, als Herzinfarkte oder Schlaganfälle – die sind inzwischen einfach Routine für uns.

So richtig schlimm sind Einsätze, bei denen es um Kinder und Jugendliche geht. Wenn bei uns ein „Kindernotruf“ eingeht, ist die Anspannung nochmal höher als sonst schon, es wird nochmal ein Km/h zugelegt und man rennt noch einen Schritt schneller als üblich. Als Vater fällt mir natürlich schonmal ein Stein vom Herzen, wenn ich die Adresse sehe und weiß, dass es nicht meine Familie ist, zu der wir da ausrücken.

Matthias im Einsatz

Als Vater cooler und einfühlsamer

Ich bin, seitdem ich selbst Kinder habe, cooler geworden in meinem Job. Kinderlose Kollegen holen mich gern dazu, wenn kleine Menschen involviert sind, denn ich habe als Vater inzwischen einfach ein besseres Feeling, wie ich mit dem Kind umgehen muss. Ich bin gelassener und einfühlsamer als früher.

Ein Kindernotfall ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben: Wir wurden in eine Familie gerufen, in der ein Dreijähriger reanimiert werden musste. Uns begleitete eine sehr erfahrene Notärztin und sogar einen Kinderarzt hatten wir aus dem Bett geholt. Das Kind starb. Wir hatten alles Menschenmögliche getan, daran denke ich noch immer. Später erfuhr ich, dass das Kind schon von Geburt an sehr krank war – nur ein schwacher Trost.

Sonst komme ich mit schlimmen Einsätzen aber gut klar. Es ist nicht so, dass ich abgestumpft bin, aber die psychosoziale Unterstützung ist sehr gut. Oft spricht man schon auf dem Rückweg vom Einsatz darüber, spätestens bei der Einsatznachbesprechung. Wie für Angehörige gibt es auch für Einsatzkräfte Seelsorger, die sich bei extremer emotionaler Belastung kümmern können. Wir werden da sehr gut aufgefangen.

Wir sind Menschen, keine Götter

Man hinterfragt sich selbst natürlich immer, man reflektiert und überlegt, was man hätte besser machen können. Die Wahrheit ist: Wir können nicht jeden retten. Wir sind keine Superhelden – wir können nur unser Möglichstes tun und wenn das nicht gereicht hat, müssen wir damit unseren Frieden machen. Natürlich passieren auch immer wieder Fehler und gerade in unserem Beruf sind die oft lebensgefährlich – aber auch das ist menschlich. Wir sind halt nur Menschen, keine Götter!

Was uns auch hilft – und das wirkt auf Außenstehende meist befremdlich – ist Humor. Der ist oft schwarz und wird als geschmacklos abgetan, aber wie auch in der Pflege ist Humor unabdingbar um mit den Dingen klarzukommen. Es gibt sogar Seminare, die sich mit dem Thema befassen.

Entenküken und ein bisschen hoher Blutdruck

Es gibt aber auch schöne Einsätze. Wir wurden einmal zu einem nahen See gerufen. Da waren ein paar Entenküken die Staumauer heruntergefallen und quakten herzzerreißend. Als wir sie gerettet hatten, hüpften sie aufgeregt im Feuerwehrauto herum. Kurze Zeit später entdeckten wir eine verzweifelt quakende Mama-Ente: Es waren tatsächlich ihre Küken, die wir da eingesammelt hatten! Das war mal eine Familienzusammenführung der anderen Art. Darüber schmunzle ich bis heute!

Vor kurzem wurden wir von einer alten Dame gerufen, die so einen Hausnotruf-Knopf trug. Die versammelte Mannschaft rückte aus, zu Acht standen wir in ihrem Wohnzimmer. Und da saß die kleine alte Lady und flüsterte etwas von ihrem hohen Blutdruck und dass sie sich so unwohl gefühlt habe… Natürlich war es kein Notfall, aber man merkt, wenn es dem Menschen im Augenblick des Notrufs wirklich schlecht geht – und dann ist das okay. Die ganze Truppe war erleichtert, dass es ihr gut ging. Sie hat uns sogar noch ein Sektchen angeboten. Nachdem wir ein bisschen mit ihr geklönt haben, sind wir dann wieder gefahren.

Auch solche Einsätze gehören dazu – bei Teenies mit Schnupfen, übertrieben formuliert, hört das Verständnis allerdings auf.

Die Hemmschwellen sinken

Die Hemmschwelle, den Notruf zu wählen ist generell stark gesunken. Das liegt sicher auch am Gesundheitssystem. Wartezeiten bei Fachärzten und in den Notfallambulanzen wollen viele nicht in Kauf nehmen und rufen kurzerhand den RTW. Und da kommt es dann schonmal zu Aggressionen. Wer lässt sich schon gerne sagen, dass er oder sie nicht krank genug für einen Rettungswagen ist. Das müssen wir aber kommunizieren, sonst rücken wir irgendwann für jeden eingewachsenen Zehennagel aus.

Aggressionen gegenüber Rettungskräften hat es schon immer gegeben, man kann das nicht an einer gewissen sozialen Schicht festmachen – ein Herr Doktor pöbelt manchmal genauso wie der wohnungslose Alkoholiker. Meistens geschieht das, wenn wir als Rettungskräfte die Erwartungen der Leute nicht erfüllen – wenn wir es anders machen, als sie es erwartet oder gern gehabt hätten.

Was mich persönlich viel mehr schockiert, sind die Gaffer! Das Land NRW musste extra für große Unfälle Trennwände für mehrere Millionen Euro anschaffen, die bei Bedarf auf die Mittelleitplanken gesetzt werden. Nur um Schaulustige davon abzuhalten, zu gaffen, Videos zu machen und sich und andere so zu gefährden.

Retten und Rechte wahren

Von dem Moment an, in dem ich einen Patienten übernehme, ist er mein Schutzbefohlener: Ich muss mich nicht nur darum kümmern, dass er körperlich bestmöglich versorgt ist, sondern auch darum, dass seine Rechte gewahrt werden – und das bedeutet, ich kann nicht zulassen, dass irgendwer Fotos oder Videos von dem Menschen in seiner Notsituation anfertigt und im Internet verbreitet. Warum jemand das tut, ist mir sowieso schleierhaft – ist es Aufmerksamkeit, die diese Leute wollen? Anerkennung? Perverse Freude? Wo ist die Grenze zwischen Neugierde und Voyeurismus?

Dass man neugierig ist, wenn die Feuerwehr einen Einsatz hat, ist völlig natürlich. Wenn wir einen Notfall in einem Wohngebiet haben, in einem Mehrfamilienhaus beispielsweise, dann liegen die Leute in den Fenstern und gucken oder stehen im Hausflur – soweit so normal. Das war schon immer so. Aber es gibt Grenzen. Vor kurzem habe ich bei einem solchen Einsatz ein paar Kinder des Flurs verwiesen, als ich mit meinem Patienten aus der Wohnung kam. Er muss, auch von Kindern, nicht begafft werden in seiner Not. Die Kinder kamen wieder und ich schickte sie erneut weg – worauf sie in Begleitung einer älteren Dame wiederkamen – definitiv nicht „Generation Smartphone“ – die verlangte, die Kinder zusehen zu lassen, sie hätten schließlich ein Recht darauf, so etwas zu sehen. Da bleibt einem die Spucke weg, denn von einer Dame ihres Alters hätte ich mehr Vernunft und vor allem Respekt erwartet.

Feuerwehr und Familie – das läuft super

Trotzdem kann ich mir keinen besseren Job für mich vorstellen. Ich bin Vater zweier Töchter. Meine Vierjährige will auch zur Feuerwehr, sie will wie der Papa sein – und ich wäre sehr stolz, wenn sie Feuerwehrfrau würde! Warum auch nicht? Wir fangen dann aber erstmal bei der Jugendfeuerwehr an. Generell ist mir aber nur wichtig, dass meine Kinder einen Job finden, der sie glücklich macht und den sie gerne jeden Tag ausüben.

Feuerwehr und Familie lässt sich gut vereinbaren – besser geht es nicht! Ich habe 24 Stunden Dienst, also von sieben bis sieben und danach zwei Tage frei. In der Zeit habe ich von der Berufsfeuerwehr keine Bereitschaft. Ich bin zusätzlich noch immer bei der Freiwilligen Feuerwehr, da sieht es schon anders aus. Mein Pieper ist immer an – und wenn es piept, muss ich los. Es gibt aber auch Situationen, in denen es einfach nicht geht, wenn ich mit den Kleinen allein zuhause bin zum Beispiel.

Dass ich an Feiertagen oder auch Familiengeburtstagen mal arbeiten muss, ist kein Problem. Meine Frau wusste, worauf sie sich einlässt und geht sehr cool damit um. Durch die freien Tage bin ich ja oft zuhause und kann viel Zeit mit der Familie verbringen. Ich liebe das, ich sehe meine Kinder aufwachsen und kann richtig an der Erziehung teilhaben, nicht nur am Wochenende oder mal für eine Stunde am Abend, wie es in vielen Familien ist. Ich habe in den letzten zwei Jahren unser Haus quasi mit eigenen Händen gebaut, das hätte ich in einem „normalen“ Beruf gar nicht leisten können.

Ich bin froh, dass ich diesen Beruf ergreifen durfte!

 

Jubel bitte: Matthias hat übrigens heute Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch und Danke für deine Zeit!

Ein weiteres Interview mit unserem Feuerwehrmann ist bereits bei Rundblick Unna erschienen – das könnt ihr hier lesen.

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Mein Kaiserschnitt und ich (2): Was bedeutet Geburt für mich?

Ein Beitrag von NadineGluckymom

Die zwei wundervollen Geburten die ich erleben durfte, waren die Geburten meiner beiden Kinder. Beide Kinder wurden per Kaiserschnitt entbunden. Kind Nr. 1 war ein ziemlich schneller Sofort-Kaiserschnitt und Kind Nr. 2 wurde vorsichtshalber per geplanten Kaiserschnitt geboren. Aber mal der Reihe nach:

Ich hatte eine anstrengende Schwangerschaft mit frühzeitigen Wehen und ständiger Übelkeit. Am Morgen des errechneten Termins hatten wir einen Kontrolltermin beim Frauenarzt. Die ganze Nacht war schlecht, ich war zigmal zur Toilette gerannt. Mir war schlecht. Geschlafen hatte ich kaum. Ich war einfach nur fertig und bereit endlich mein Baby zu bekommen.  Der Frauenarzt aber meinte ich hätte keine Wehen. Alles gut, bis in 3 Tagen. Er machte noch Scherze, ich konnte irgendwie nicht drüber lachen.

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Ein Kindergeburtstag, eine Irrfahrt, ein Unfall und ein kleiner Zombie…

Es war wieder mal so eine Woche…

Stress im Hause Chaos! Wir ihr ja wisst, war ich am letzten Freitag auf der Blogfamilia. Glücklicherweise habe ich Familie in Berlin, die ich naturgemäß nicht so oft zu Gesicht bekomme. Der Technik sei Dank ist man durch eine WhatsApp-Familiengruppe immer in Kontakt – persönlich ist aber schöner!

Krümel und Chaos in Berlin

Am Donnerstagmittag machten wir uns also auf nach Berlin! Wir kamen gut durch, standen dann aber 10 Minuten vor dem eigentlichen Ziel im Stau und das fast eine Stunde lang – mööööp. Egal! Am Freitag kümmerten sich dann Mann und Familie um die Kinder, während die müde Mama auf der Bloggerkonferenz weilte.

Am Samstag ließen wir es ruhig angehen: Gemütliches Frühstück, eine Schifffahrt über den Tegeler See und dann noch ein kleiner Spaziergang über die Greenwich-Promenade (Zwockel hatte einen Hund entdeckt und war nicht aufzuhalten). Meine Kinder lieben meine Patentante und ihren Mann, die so ziemlich die kinderfreundlichsten Menschen unter der Sonne sind (von den Großeltern und Paten mal abgesehen natürlich). Sie spielten Fangen, alberten herum und jagten allesamt durch die Wohnung – und wir Eltern konnten mal durchschnaufen. Der Zwockel ist so energiegeladen, dass eine 4:1 Betreuung für ihn echt das Richtige wäre…

Greenwich-Promenade in Berlin

Am Sonntagvormittag ging es nach ausführlichem Frühstück dann wieder heimwärts. Wieder hatten wir Pech: Eine halbe Stunde vorm Ziel wurde die Autobahn nach einem schweren Unfall für anderthalb Stunden gesperrt und wir brauchten insgesamt sieben Stunden nach Hause! Aber immer noch besser, als der Grund für den Stau zu sein – bei dem Unfall mit mehreren Autos wurden alle Personen glücklicherweise nur leicht verletzt.

Trotzdem war für mich noch nicht Feierabend, denn die Kuchen für Lockes Feuerwehrmann-Sam-Geburtstagstorte mussten gebacken werden. Die Torte selbst stellte ich am Montag fertig.

Kuchenbacken für den Kindergeburtstag.

Locke wird vier!

Denn am Dienstag war Lockes Kindergeburtstag. Trotz guter Vorarbeit immer wieder stressig...

Der Montag stand natürlich ganz im Zeichen der Vorbereitung: Einkaufen, Torte verzieren (ich hab gemogelt und einen Aufleger gekauft), den obligatorischen Nudelsalat vorbereiten, Geschenke und Gastgeschenke einpacken, den Bobbycar-Fuhrpark besorgen und die Hüpfburg abholen – und mal eben hinfallen und sich das Knie prellen.

Da unser Garten sehr klein ist, feierten wir auf dem benachbarten Tennisplatz. Das Wetter spielte mit und es war einfach super: Die Kinder hatten Spaß und die Großen auch. Um nicht die ganze Verantwortung allein zu tragen, laden wir auch die anderen Eltern gern mit ein. Man hat mehr als acht Augen auf die Kinder und kann sich mal fast in Ruhe austauschen, was im Alltag zwischen Vom-Kindergarten-abholen und Essen machen nicht immer wirklich möglich ist.

Eine Hüpfburg und eine Abkühlung.

Die Hüpfburg war der Renner und die Kinder verausgabten sich total. Auch unsere kleine Seifenblasenmaschine zahlte sich aus und als der Papa die Kinder wegen der großen Hitze mit dem Schlauch abspritzte, konnte der Tag sowieso nicht mehr besser werden. Auch das Essen kam gut an: Locke fand seine Torten – eine Schoko-Bananencreme-Lokomotive von der Oma und seine Feuerwehrmann-Sam-Torte toll – die Kinder futterten aber in erster Linie die Erdbeer-Trauben-Raupen und die frische Wassermelone.

Kuchentisch: Es fehlt die Wassermelone.

Einziger Wermutstropfen: Locke war komisch. Irgendwas stimmte nicht. Wir schoben es auf die Aufregung gepaart mit dem Berlin-Aufenthalt, der für unsere ruhige, kleine Family schon etwas stressig war.

Rabenschwarzer Mittwoch

Der Mittwoch war super durchorganisiert, denn ich hatte einiges vor: Locke im Kindergarten, Zwockel bei seiner Patentante. Ich musste meinen frisch von Malware befreiten Computer abholen und wollte von da aus direkt weiter zum Steuerberater – ein wichtiger Termin!

Es hätte super klappen sollen. Hätte ich die richtige Autobahnauffahrt genommen. Müde und unkonzentriert fuhr ich in die falsche Richtung auf und geradewegs in einen Stau! Sowas ist mir seit Jahren nicht mehr passiert! Da stand ich nun und das Navi hupte „VOLLSPERRUNG!“ ich schaffte es aber, an der nächsten Ausfahrt runterzufahren und wollte in die richtige Richtung wieder rauf – doch die Auffahrt war gesperrt! Also: Umweg! Das wäre fast nicht so tragisch gewesen, wenn ich nicht, aus lauter Gewohnheit, schon wieder falsch aufgefahren wäre! Halloooo, Hirn? Noch da?

Mit dem Zwockinator kommt keine Langeweile auf

Viel zu spät kam ich beim Steuerberater an, kaum auf dem Parkplatz, klingelte mein Handy: Zwockels Patentante! Das konnte nichts Gutes verheißen und richtig: Zwockel hatte mal wieder den Bruchpiloten gegeben und war mit der Stirn auf eine Betonkante gefallen. Diesmal war der Kopf nicht hart genug und er hatte eine dicke Beule und einen bösen Cut davongetragen.

Quax, der Bruchpilot.

Ich also rein, zum Hallo-sagen und sofort wieder raus, um den Kleinen abzuholen. Dann wieder los zur Klinik. Bei schönstem Sommerwetter in der Notaufnahme, die man auch noch verlegt hatte, weshalb ich mit dem schweren Kind auf der Hüfte einmal durchs ganze Krankenhaus lief – und dann wieder zurück.

Nassgeschwitzt kam ich bei der diensthabenden Kinderchirurgin an, die allein für die Station und die Notaufnahme zuständig war. Zwockels Stirn wurde geklebt und verpflastert, der junge Mann war schon wieder so gut drauf, dass er mit Ärztin und Krankenschwestern schäkerte, was das Zeug hielt.

Als wir Locke abholten, bestätigten sich meine Befürchtungen vom Vortag: Er stand völlig neben sich. Das Kindersportabzeichen hatte er im Zombie-Modus absolviert und es schien, dass er große Probleme beim Hören hatte.

Natürlich war am Mittwochnachmittag kein Arzt mehr da und da er keine Schmerzen hatte, schien mir ein Besuch in der Notaufnahme nicht nötig. Ich vereinbarte mit unserem Hals-Nasen-Ohren-Arzt einen Termin für den nächsten Tag. An meinem Fuß hatte es sich eine Zecke gemütlich gemacht – das auch noch!

Meine Herumfahrerei, der Schreck, den der Zwockel uns eingejagt hatte, die Sorgen um Locke – all das war wohl doch ganz schön anstrengend, denn kaum waren die Jungs im Bett schlief ich auf der Couch ein. Ich schlief auch die Nacht durch – ich war so erschöpft, dass ich nicht mal das Babyfon hörte und so musste der Ehemann nachts raus. Aber da Zwockel zur Zeit eh nachts nach dem Papa verlangt, ist er das im Moment gewöhnt.

Paukenerguss beidseitig!

Zwocki sieht aus wie Klitschko und das große Kind hört nix!! Wirklich nicht! Den Kleinen bei den Großeltern untergebracht, konnte Locke den Vormittag über in Ruhe spielen. Er konnte störungsfrei alle seine Geburtstagsgeschenke ausprobieren und hatte Ruhe – sehr, sehr viel Ruhe, denn wie sich später herausstellte, hat mein Sohnemann auf beiden Ohren einen Paukenerguss.

Etwas peinlich: Ich muss wirklich schreien, damit er mich versteht und ich befürchte, dass die Nachbarn schon denken, dass ich langsam durchdrehe oder zur Furie geworden bin – gepaart mit Zwockels Erscheinungsbild müssen wir einen gruseligen Eindruck machen. Aber wirklich, ganz ehrlich: Der eine ist ein Chaot erster Güte und der andere hört nix!

 

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Krümels Rundblick (7)

Lang, lang ists her – eigentlich ist es ja gar nicht so schwer, Links zu tollen Artikeln zu teilen, aber irgendwas is‘ immer. Ihr kennt das. „Sharing is caring“ heißt es in der Bloggerwelt und ich gelobe Besserung!

Hier ist Ausgabe Nummer 7 unseres krümeligen Rundblicks:

 

Wir starten mit einem unserer Lieblings-Blogs: Hallo liebe Wolke. Susanne und ich haben uns kürzlich persönlich kennengelernt, ein wahnsinnig witziges und schönes Treffen, von dem Susanne euch HIER erzählt. Viel wichtiger ist mir aber dieser Artikel, in dem sie ausnahmsweise an ihre Tochter schreibt, nicht an die Wolke. Der Artikel tropft geradezu vor Mutterliebe und hier ist beim Lesen das ein oder andere Rührungstränchen geflossen!

Die Welt durch deine Augen sehen

 

Warum gehen deine Kinder in den Kindergarten? Seid ihr das schonmal gefragt worden? Zur Zeit wird in vielen Gruppen viel über Kindergärten geschrieben – auch sehr viel Negatives. Natalie, Eine ganz normale Mama, bricht eine Lanze für Kindergärten und Erzieherinnen – die wahrlich keinen leichten Job haben und beschreibt, warum sie die Kindergarten-Erfahrung für so wichtig hält.

Ich persönlich finde, dass auch hier das Maß stimmen muss. Die Kinder lernen so viel in den Kindergärten, das sie zuhause einfach nicht so mitbekommen, sie bekommen so viele Anreize und erleben soziale Situationen, die es zuhause nicht gäbe. Genauso kann ich aber auch die verstehen, die einer Fremdbetreuung gegenüber skeptisch sind.

Wieso meine Kinder in den Kindergarten gehen

 

Was eine Mama so macht, wenn sie kinderfrei hat, beschreibt uns Natalia von SimplyLovelyChaos. Mamas sind nämlich keine Roboter, die ständig putzen und Vorbildfunktionen erfüllen, nein, auch in einer Mama wohnt zuweilen ein kleiner Punk, der gehört werden möchte – und nicht immer nur putzen und Windeln wechseln! Oooooh, wir kennen das, auch wenn unser innerer Punk gerade etwas zurückstecken muss…

Mama hat mal kinderfrei

 

Es regnet, es regnet – selten begann ein Mai so bescheiden wie dieser! Da dreht man schonmal am Rad, besonders, wenn man Kinder hat. Ein paar Ideen, was man an solchen Tagen mit Kindern machen kann, hat Rubbelbatz für uns! Und die sind gar nicht mal so weit hergeholt – man muss nur drauf kommen…

Kinderbeschäftigung bei Regen: 16 kreative Ideen & Spiele für Eltern und Kinder für drinnen

 

Elternsex… Ist das was anderes als normaler Sex? Hat das was auf einem Eltern-Blog zu suchen? Ich sag mal: Jau! Wir wären ja keine Eltern, wenn wir auf den Storch gewartet hätten… Einen schönen Beitrag, wie sich „Elternsex“ so gestaltet, habe ich bei 2KindChaos gefunden:

Elternsex – oder wenn Intimität zur Rarität wird

 

Die Blogfamilia – oder: „Aaah, Hilfe! Menschen!“

„Was habe ich nur getan?“, frage ich mich am Morgen des 12. Mai.

Ich, die ich a) Menschenansammlungen und b) Fremde meide wie der Teufel das Weihwasser habe mich bei der Blogfamilia angemeldet, einer Bloggerkonferenz für Familienblogger. Ja, bin ich denn des Wahnsinns? Wer mich kennt, weiß, dass ich fast nichts so schrecklich finde, wie viele Menschen auf einem Haufen. Sind diese Menschen Bekannte, geht es schon irgendwie. Fremde? Geh mir wech…

Eigentlich wollte ich ja mit Einhorn kommen – aber dann hab ich mich nicht getraut…

Ich fühl mich wie vor ner Mathearbeit

Und da bin ich nun. Im fernen Berlin stehe ich vor dem Auto meines Mannes und fiepe erkältet vor mich hin. „Kann ich nicht doch bei euch bleiben?“, frage ich den Vater meiner Kinder.

„Jetzt spinn nicht rum! Wir sind extra 490 Kilometer gefahren! Du hast dich die ganze Woche gefreut!“

„Ja, aber jetzt freu ich mich nicht mehr. Bestimmt mögen die anderen mich nicht. Oder ich mache was Dummes! Ich stolpere bestimmt oder lasse was fallen. Oder ich renne was um…“, jammere ich düster.

„Du bist Bloggerin. Das ist eine Bloggerkonferenz. Du gehst da jetzt hin!“

Urgh!  Müde von der langen Fahrt am Vortag und der schlechten Nacht mit dem Zwockel (natürlich waren wir viel zu spät im Bett und der Wein war auch lecker) steige ich ein. Ich fühle mich wie vor einer Mathearbeit. Und dann bin ich auch schon da. Bunte Luftballons am Eingang, „Berliner Stadtmission“ steht da. Ob ich hier richtig bin?

 

Die Blogfamilia beginnt – und da sind sie alle

Nun gut. Ich bin zu früh – aber nicht die Einzige hier. „Auch Blogfamilia?“, frage ich enorm eloquent eine andere Suchende. „Ja!“ ruft Tiffy Fee freudig und schon habe ich die erste Mit-Konferenzistin kennengelernt. Meine Aufregung legt sich etwas. Dann kommt Natalia von SimplyLovelyChaos, die mindestens so nervös ist, wie ich und wenn man zusammen nervös ist, wird es irgendwie weniger schlimm.

Das Programm und der Cakepop.

Wir gehen rein, immer noch zu früh und holen unsere Namensschildchen ab. Jetzt ist die Vorfreude wieder da! Bald lern ich sie alle kennen, die ganzen Gesichter hinter den Blogs und Twitter-Accounts. Und da sind sie auch schon: Familienbetrieb, Frau Papa, Mamatized, Liniertkariert, Juramama, Tollabea, Papa mit Hut, Eine ganz normale Mama und wie sie alle heißen. Anke, meine Ansprechpartnerin bei Eltern.de stellt sich vor und ich brabble leider immer noch völlig uneloquent vor mich hin. Sorry Anke!

Um das Ganze nun abzukürzen: Das wird sich den ganzen Tag nicht ändern. Woran auch immer es liegt – ich bin völlig geflasht und komme mir winzig vor, mit meinem kleinen Krümel und Chaos-Blöglein, das ja noch ganz jung ist und zwischen den ganzen Profi-Bloggern und Bloggerinnen auf einmal sehr stümperhaft auf mich wirkt.

 

Keynote und Workshop

Autorin, Bloggerin und Journalistin Nora Imlau

Nora Imlau hält die Keynote und ich bin begeistert. Warum wir nicht so einfach nur Mamablogger sind, warum man uns nicht belächeln sollte. Sind wir „Influencer“? Ja! Wir geben dem Elternsein ein vielseitiges Gesicht. „Jede Familie kann ihren Weg gehen und jede Familie kann ihren passenden Blog dafür finden!“ Unsere Leidenschaft fürs Schreiben, fürs Bloggen, kann anderen helfen. War Schwangerschaft früher ein Thema, das eher totgeschwiegen wurde, einzige Informationsquelle das Buch von Johanna Haarer „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von 1934 – ein Buch, das sich so falsch anfühlte, wie es war – können wir nun dankbar sein, die Vielfalt nicht nur an Sach- und Fachbüchern zu haben, sondern auch die vielen Ansichten und Erfahrungen von Bloggern und Bloggerinnen. Die Verantwortung, sauber zu recherchieren, legt uns Nora Imlau besonders ans Herz.

Dann geht’s weiter zum ersten Workshop. „Vom Blog zum Buch“ habe ich mir ausgesucht. Zwei, die’s geschafft haben, nämlich Christian Hanne vom Familienbetrieb, der das wunderbar lustige Buch „Wenn’s ein Junge wird, nennen wir ihn Judith“ geschrieben hat und Katja Seide, eine der Autorinnen von „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen“ erzählen von ihren Erfahrungen und erklären, was man so alles beachten muss. Reich werden vom Bestseller? Klappt nicht wirklich. Aber trotzdem ist es wohl der Traum aller, die hier sitzen, endlich ein Buch zu schreiben – auch meiner.

Workshop: Vom Blog zum Buch.

Das Tollste an der Blogfamilia: Kinder sind logischerweise willkommen! Überall quietscht und brabbelt es, es wird gestillt und gekuschelt – und die kleine Miniperle der Perlenmama hickst was da Zeug hält. Mein Herz geht auf und meine Ovarien verlangen nach einem Baby-Nachschlag!

 

Noch mehr Blogfamilia-Workshops

Nach dem Mittagessen erzählt uns Clara Moring von Tastesherriff vom Ende des Social-Media-Hypes und gibt wertvolle Tipps für Instagram, Facebook, Twitter & Co. Das Wichtigste: „Im Internet immer nett sein! Alle sind nur Menschen!“

Clara Moring gibt SoMe-Tipps

Sophie Lüttich von BerlinFreckles hält den zweiten Workshop „Wie werde ich sichtbar? Reputationsmanagement für Blogger“ und macht das bestimmt ganz toll – ich kann mich nur leider an kaum etwas erinnern, denn zur aktuellen Grundmüdigkeit hat sich das Fresskoma gesellt und ich muss mich zwingen, nicht auf der Stelle einzuschlafen.

Booooah, die anderen müssen mich ja für den Knaller halten. Ich unterdrücke ein Gähnen nach dem anderen und ein bisschen ist mir zum Heulen, denn ich wollte ein vor Elan und Spaß sprühendes Beispiel an Witzigkeit geben – und bin heute doch nur ein müder Abklatsch meiner selbst.

Bei der Gesprächsrunde „Digitalisierung und Vereinbarkeit – Fluch oder Segen“ bin ich nach drei Kaffee schon wieder etwas fitter, darauf habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Die Diskussion ist wie erwartet, informativ und lebhaft. Mareice Kaiser von Kaiserinnenreich moderiert, Kirsten Frohnert (DIHK), Cornelia Spachtholz (Verband berufstätiger Mütter e.V.) und Tobias Weber von Johnnys Papablog halten, was die Namen versprechen. Die Gefahr der Entgrenzung, wenn man nicht nur immer und überall, sondern auch jederzeit und jederorts online sein und arbeiten kann und muss und soll und will, ist jedem bewusst.

Diskussionsrunde zum Thema: Digitalisierung

Ich kann nur nicken – denn so toll die Möglichkeiten sind, die sich einem bieten, so gefährlich ist es auch, dass die Grenzen verschwimmen. Familienfreundlichere Unternehmen müssen her, das Wort „Familienfreundlich“ muss nicht nur geschrieben stehen, sondern vom Chef bis zum Angestellten gelebt werden.

Die Blogfamilia-Awards werden vergeben und als Mareice den ihren bekommt, bleibt kein Auge trocken. Der sympathische Markus Bock von Verbockt und Christine Finke von Mama arbeitet räumen zu Recht die Plätze 2 und 1 ab und nun kann der gemütliche Teil starten!

Danke nochmal an Rike Drust – sie hat die Flasche mit nem Messer entkronkorkt!

Das wird heut nix mehr

Also, könnte. Wenn ich nicht so verflucht neben mir stehen würde. Nein, manchmal muss man einfach kapitulieren! Das wird nichts mehr, beschließe ich und nach dem leckeren Barbecue fahre ich mit dem Taxi zu meiner Berliner Family, bei der wir für das Wochenende wohnen. Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal besser drauf bin und freue mich schon auf die nächste Blogfamilia! Ich habe viel gelernt, viele Notizen gemacht und gehe mit einer riesigen Tasche voller Goodies.

Die riesige Goodie-Bag mit Inhalt

Liebes Blogfamilia-Team: Vielen Dank! Ihr habt das Spitze gemacht – Chapeau! Berlin, ich komme wieder!