Shepheard’s Pie ohne Tier – Ein Ausflug in die vegane Küche

Ein Auflauf für’s Veganinchen

Als neulich meine Cousine aus dem fernen Potsdam die Familie besuchen wollte, war klar, dass ich mich so richtig ins Zeug legen würde. Das tu ich für jeden meiner Gäste – aber für die Kleine, der ich zu Kinderzeiten beigebracht hatte, Brause mit dem Fuß (Entschuldigung an dieser Stelle nochmal an die Eltern!) zu essen, war mir ja kein Aufwand zu groß.

Mein Cousinchen ist Veganerin – ein Veganinchen also – und da auch ich einen Ausflug in die vegane Welt gemacht hatte, wusste ich worauf es ankommt und meldete mich freiwillig zum kochen. Ja, auch ich, bekennender Fleisch-und Milchprodukte-Fan hatte 2014 beschlossen, die 30-Tage-Vegan-Challenge von Attila Hildmann zu machen. Warum? Einfach, um mitreden zu können. Ich urteile nicht (mehr) gern über Leute und deren Lebensweise, wenn ich nichts darüber weiß. Und schaden konnte es ja auch nicht. Also beschloss ich, es zu versuchen.

30 Tage Vegan-Challenge

Die Umstellung war schwierig, zumal ich ja Kind und Mann mit „normalem“ Essen zu versorgen hatte. Das ein oder andere Mal aßen sie zwar mit und mein Mann war wirklich experimentierfreudig, aber zwischendurch musste ich trotzdem zweimal kochen: Für meine Männer, für mich. Das erste, was mir an Herrn Hildmanns Büchern missfiel, waren die vielen Fotos von ihm. Gern auch halbnackt. Urgs! Geht gar nicht! Junge, ich möchte ein Kochbuch. Wenn ich halbnackte Kerle sehen will, kauf ich mir die Playgirl. Und auch das Budget, welches Herr Hildmann dem Leser da zugesteht, ist schon heftig. Ich habe zum Beispiel einen Kuchen gemacht, der zugegeben super-mega-lecker war, aber leider kostete allein eine einzige Zutat, in der benötigten Menge, 20 Euro. „Ich wollte Mandelmus, kein flüssiges Gold!“, mopperte ich an der Kasse. Auch die übrigen Rezepte sind eher im höheren Preissegment anzutreffen.

Vegan? Nix für ungut – aber nix für mich!

Nach 20 Tagen musste ich das Experiment einstellen. Ich fühlte mich körperlich zwar gut, war jedoch unzufrieden und launisch  geworden – und hatte zudem viele meiner Vorurteile bestätigt bekommen. Das Essen macht mich einfach nicht glücklich. Es mag in gewissem Maße gesund sein, einige Pfunde waren gepurzelt und manche Gerichte koche ich bis heute, weil sie sehr lecker sind. Aber glücklich macht es mich nicht. Zudem kam ein Bandscheibenvorfall dazu, der leider dazu führte, dass ich nicht mehr gehen und stehen konnte, sodass mein Mann sich um das Essen kümmern musste. Ein wahrer Virtuose am Grill, ist er leider in der Küche nicht ganz so begabt, weshalb er mir erstmal ein saftiges Steak grillte.

Vegane Ernährung für den, der mag – für mich ist das nichts.

Jamie Oliver – für jeden was dabei

Nichtsdestotrotz muss ich nicht jeden Tag Fleisch essen. Im Gegenteil, ich liebe Gemüseaufläufe und Eintöpfe. Anlässlich des Besuches meiner Cousine fand ich ein schönes Rezept von einem meiner Lieblings-Köche, Jamie Oliver. Hier findet ihr schöne Rezepte für jeden Anlass. Ich habe mich für eine vegane Shepherd‘s Pie entschieden.

Diese Pie kann natürlich auch „nur“ vegetarisch zubereitet werden. Ich musste beispielsweise die vegane Gemüsebrühe durch Salzwasser ersetzen, da ich keine gefunden hatte, die explizit das Label „Vegan“ hatte. Um die Brühe selbst herzustellen, fehlte mir die Zeit. Ich habe das einfach mit einem Extra-Schluck vom veganen Rotwein kompensiert.

Ich habe die Pie am Vortag vorbereitet, sodass sie nur noch in den Ofen musste (30 Minuten bei 150 Grad, weitere 30 Minuten bei 200 Grad und die letzten 2-3 Minuten unter den Grill). So konnte sie eine Nacht lang durchziehen und ich muss sagen, dass sie mir besser geschmeckt hat, als frisch (natürlich hatte ich genascht). Die Gewürze waren so viel intensiver.

Diesen Auflauf kann ich wirklich jedem empfehlen, der die herbstliche Küche mal fleischlos oder völlig tierproduktfrei genießen möchte. Der Familie hat es geschmeckt und auch das Veganinchen war begeistert!

Ich habe das Rezept für euch aus dem Englischen übersetzt.

Vegane Shepherd’s Pie

Guacamole vegan

Shepherd’s Pie nebst Vorspeisen-Dip – einer veganen Guacamole.

Zutaten

  • 600 g Kartoffeln
  • 600 g Süßkartoffeln
  • 40 g vegane Margarine
  • 1 Zwiebel
  • 2 Möhren
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 TL Koriandersamen
  • Olivenöl
  • ½ Bund frischer Thymian
  • 350 g braune Champignons
  • 12 getrocknete Tomaten (in Öl)
  • 2 EL Balsamessig
  • veganen Rotwein
  • 100 ml vegane Gemüsebrühe
  • 1 x 400 g Linsen (Dose)
  • 1 x 400 g Kichererbsen (Dose)
  • 5 Stängel glatte Petersilie
  • 2 Stängel Rosmarin
  • Zitronenschale einer Bio-Zitrone
  • 30 g Semmelbrösel

Zubereitung

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Kartoffeln und Süßkartoffeln schälen und in grobe Stücke schneiden. Die Kartoffeln in einem großen Topf mit Salzwasser bedecken und zum kochen bringen. 10 – 15 Minuten kochen lassen (oder bis die Kartoffelstücke weich sind). Nach 5 Minuten die Süßkartoffeln zugeben. Abgießen und mit einem Löffel Margarine, Salz und schwarzem Pfeffer stampfen. Wenn der Brei weich ist, beiseite stellen.

Die Zwiebel und 2 Knoblauchzehen in feine Ringe, Sellerie in feine Stücke schneiden. Koriandersamen in einem Mörser zermahlen und mit zwiebeln und Knoblauch mit einem großzügigen Schuss Öl  in eine große Pfanne geben. Thymianblättchen absammeln und zugeben, 5 – 10 Minuten bei reduzierter Hitze köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Pilze und Tomaten grob zerkleinern. In die Pfanne geben und mit Essig und 2 EL Tomaten-Öl aus den Glas einrühren. Weitere 10 Minuten kochen und einen Schuss Wein zugeben. Bei starker Hitze den Wein verkochen lassen.

Gemüsebrühe, Linsen und Kichererbsen (mitsamt Flüssigkeit aus der Dose) zugeben und weitere 5 – 10 Minuten kochen, bis die Flüssigkeit reduziert und leicht angedickt ist. Die Petersilie hacken und unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und in eine Auflaufform geben. Mit dem Kartoffelbrei bedecken und diesen mit einem Löffel verstreichen.

Die übrige Knoblauchzehe fein hacken und mit Rosmarin, Zitronenschale, den Semmelbröseln und einem Schuss Olivenöl verrühren. Über die Kartoffelbreihaube geben und für 10 Minuten in den Ofen geben (oder, wenn ihr es vorbereitet habt,  bis es heiß ist: ca. 30 Minuten). Für 2 – 3 Minuten den Grill einschalten, damit die Haube schön knusprig wird.

Dazu passt: Baguette und vegane Guacamole.

Guacamole

Gesund und lecker – Avocadocreme zum reinsetzen

Einer meiner Lieblings-Dips ist die Guacamole. Obwohl ich eigentlich kein großer Avocado-Fan bin, mache ich hier eine Ausnahme, denn dieses mexikanische Schmuckstückchen ist nicht nur lecker, sondern auch gesund.  Eine Guacamole ist schnell und ohne großen Aufwand herzustellen. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu 4 Tage. Ich bereite sie gerne einen Tag vorher zu, damit sie schön durchziehen kann.

Hier ist mein Rezept:

Guacamole

  • 2 reife Hass-Avocado
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Tomaten
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • (wer möchte: 2 EL Crème fraîche oder Joghurt)

Avocado in der Mitte durchschneiden, Kern entfernen und aus der Schale streifen. Knoblauchzehe in kleine Stückchen schneiden. Mit Zitronensaft verrühren und pürieren. Die Tomate in sehr kleine Stücke schneiden und zur Avocado-Creme geben. Wer möchte, kann noch Crème fraîche oder Joghurt dazugeben, schmeckt aber auch ohne!

Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schmeckt zu frischem Baguette, als Dipp zu Nachos, Tortillas, Enchiladas, Tacos oder auch als Burger-Soße.

 

Goldene Milch

Gesunder Immun-Booster in der kalten Jahreszeit

Von der Goldenen Milch habe ich zum ersten Mal im Jahr 2015 gehört. Auf dem Rezepte-Blog des Unnaer Feinkosthandels Refugio fand ich Rezept sowie interessante Informationen dazu. Da ich – zumindest im Winter – ein großer Fan aromatisch gewürzter Heißgetränke bin, habe ich es sofort ausprobiert.

Zu der Zeit war ich mit Kleinling#2 schwanger und ständig erkältet. Nach kurzer Rücksprache mit der Hebamme, ob die Goldene Milch dem Baby auch nicht schaden kann, habe ich mir sofort die erste Tasse gegönnt und siehe da, schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich besser.

Da es Kurkuma im normalen Einzelhandel selten in größeren Mengen gibt, kaufe ich immer die Gewürzdosen vom Alten Gewürzamt. Dort gibt es viele andere hochwertige Gewürze, u.a. auch das unten erwähnte Quatre Epices, eine Gewürzmischung aus Ingwer, Zimt (oder Nelken), Muskat und Pfeffer, die nicht nur zur Zubereitung der Goldenen Milch verwendet werden kann.

Das Rezept für die Goldene Milch – auch für Veganer geeignet

Was ihr braucht:artikelbild_goldene-milch

1 Espressotasse Kurkuma
2 Espressotassen Wasser
2 TL Quatre Epices (alternativ: Schwarzer Pfeffer und Zimt nach Geschmack)
5 TL Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup
1 TL Öl (z.B. hochwertiges Oliven- oder Leinöl)
Milch oder Pflanzenmilch (z.B. Soja-, Hafer-, Mandel-, oder Reismilch)

Kurkuma und Wasser in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze unter stetigem Rühren ca. 3-4 Minuten lang zu einer dicken Paste vermengen. Den Topf vom Herd nehmen und die Gewürzmischung (Quatre Epices oder Pfeffer und Zimt), Honig/Agavendicksaft/Ahornsirup und Öl dazugeben und das Ganze gut verrühren. In einem Schraubglas in den Kühlschrank gestellt, hält sich das Ganze gute 4 Wochen im Kühlschrank.

Die Goldene Milch könnt ihr kalt oder warm trinken. Einfach einen Teelöffel der Paste in eine Tasse Milch einrühren und fertig!

Kurkuma – ein wahres Superfood

Kurkuma, oder Gelbwurz, gehört zur Familie der Ingwergewächse. Kurkuma verleiht dem Curry-Gewürz seine gelbe Farbe und wird unter der Bezeichnung E100 auch zum Einfärben von Senf, Margarine und Wurstwaren genutzt.

Doch Kurkuma kann mehr! In der Traditionellen Chinesischen Medizin und der Ayurveda ist das Superfood schon lange als Heilpflanze bekannt. Der wichtigste Inhaltsstoff und Namensgeber ist das Cucurmin, welches entzündungshemmend, schmerzstillend und entgiftend wirkt.

Bei vielen Erkrankungen, u.a. Diabetes, Alzheimer, Arthrose und sogar Krebserkrankungen wird der Pflanze positive Wirkung zugeschrieben. Kurkuma hilft bei Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und senkt den Cholesterinspiegel. Es ist übrigens auch ein hervorragendes Anti-Kater-Mittel. Nebenwirkungen sind kaum bekannt und man kann es eigentlich nicht überdosieren: Da der Körper Kurkuma leider nur schwerlich aufnehmen kann, benötigt er sowieso sehr hohe Dosen.

Pfeffer als Wirksamkeits-Booster

Und hier kommt der schwarze Pfeffer ins Spiel: Das im Pfeffer enthaltene Alkaloid Piperin kann die Wirksamkeit des Kurkumas um das bis zu 2000-fache steigern! Piperin an sich ist schon gesund, da es den Stoffwechsel anregt und antimikrobiell wirkt.

Doch zurück zu unserer Goldenen Milch: Kurkuma-Pulver ist nicht gut wasserlöslich und deshalb benötigt ihr den oben bereits erwähnten Teelöffel hochwertigen Öles, um eurem Körper die Aufnahme zu erleichtern. Ihr könnt ein hochwertiges Oliven- oder Rapsöl nehmen.

Zwei Mal am Tag – Erkältung adé

Es wird empfohlen, die Goldene Milch in der Erkältungszeit zwei Mal am Tag zu trinken. Auch wenn ihr die ersten Anzeichen einer Erkältung bemerkt, z.B. Halsschmerzen, kann die Goldene Milch helfen, den Infekt schneller los zu werden.

Auch in Schwangerschaft und Stillzeit habe ich die Goldene Milch regelmäßig getrunken und so dicken Erkältungen vorgebeugt. Ihr solltet allerdings vorsichtshalber mit eurem Arzt oder der Hebamme klären, ob ihr Kurkuma in dieser Zeit zu euch nehmen solltet.

Die wohl beste Kürbissuppe der Welt…

Noch ein Kürbissuppen-Rezept? Och, nööööö! Aber bevor ihr genervt mit den Augen rollt und euch enttäuscht wieder abwendet, schaut es euch einfach mal an.

Ich gestehe: Ich bin passionierte Kürbis-Schnitzerin. Und da das Fruchtfleisch ja irgendwo hin muss, habe ich über die Jahre viele Kürbissuppenrezepte ausprobiert, kombiniert, angepasst und verfeinert. Herausgekommen ist dabei das folgende Rezept.

Da meine Mama an Halloween Geburtstag hat, ergibt sich hier meist die perfekte Gelegenheit, Kürbisse zu schnitzen und das Kürbisfleisch zu nutzen, um die verschiedenen Rezepte auszuprobieren und testen zu lassen. Meistens servieren wir sie als Vorspeise, je nachdem wie viele Gäste erwartet werden, sollte man dann die doppelte Menge einplanen. Dieses Rezept eignet sich als Hauptspeise für 4-6 Personen.

Aromatischer Kürbis trifft säuerliche Äpfel, Möhren und Kartoffeln – das ganze abgerundet mit fruchtiger Orange und exotischem Kurkuma. Die Fleischbällchen aus würziger Bratwurstmasse geben der Suppe den letzten Pfiff – sind aber optional, es schmeckt also auch vegetarisch.

Die Suppe lässt sich super vorbereiten, wenn sie ein paar Stunden zieht, am besten über Nacht, schmeckt sie gleich nochmal so gut. Das perfekte Essen für stürmische, nass-kalte Herbstabende!img_7934

Fruchtige Kürbissuppe

für 4 – 6 Personen

2 EL Olivenöl
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Hokkaido-Kürbis (ca. 1,5 kg)
750 ml Gemüsebrühe
500 ml Wasser
4 Kartoffeln
4 Möhren
2 Äpfel
1 Bio-Orange (ungespritzt)
Salz, Pfeffer, Paprikapulver,
1 TL Kurkuma
4 grobe Bratwürstchen
4 EL Schmand
Kürbiskerne

Zwiebel und Knoblauch hacken und im Olivenöl anbraten. Den Hokkaido entkernen und in grobe Stücke schneiden (Hokkaido muss nicht geschält werden), Möhren schälen und in Scheiben schneiden. In den Topf geben und mit den Zwiebeln 3-5 Minuten schmoren. Mit Gemüsebrühe und Wasser ablöschen und kochen lassen. Kartoffeln und Äpfel schälen und grob Würfeln, nach 10 Minuten in den Topf geben. 25 Minuten kochen lassen.
Die Schale der halben Orange abreiben und die Frucht auspressen. Den Orangensaft zum Gemüse geben, Orangenschale hinzugeben. Topf vom Herd nehmen und alles zusammen pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken und Kurkuma einrühren.

Aus der Bratwurstmasse kleine Kugeln formen und in die Suppe geben. Noch einmal kurz aufkochen und dann gar ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren den Schmand unterrühren.

Eine Handvoll Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und als Deko auf die einzelnen Portionen streuen.

Dazu schmeckt frisches Baguette.

Zitronen-Cheesecake

… und als ich Anfang des Sommers so durch Krümel und Chaos wuselte und wie good old Sissyphus versuchte, wenigstens etwas Ordnung ins Heim zu bringen, fiel mein Blick auf den Kalender. Oh! Schön! Morgen kommen die Erzieherinnen vom Kindergarten zum Hausbesuch! *Jeopardy-Musik* Oh! Verdammt! Morgen kommen die Erzieherinnen vom Kindergarten zum Hausbesuch!