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Der Tag, an dem ich es bereute, Kinder zu haben

Ich liebe meine Kinder. Ich kann mir mein Leben, bei all dem Schlafmangel und Stress, ohne nicht mehr vorstellen. Selbst in der härtesten Zeit, als ich auf dem Zahnfleisch ging und beinahe die absolute Katastrophe eingetreten wäre, hätte ich die Zeit nicht zurückdrehen wollen.

Doch einen Moment gab es, da habe ich mir gewünscht, ich hätte sie nie bekommen. Ich wünschte sogar, sie wären nie geboren worden, hätten nie existiert.

Ein Tag im November

Es war der 13. November 2015. Der Zwockel war gerade erst ein paar Tage alt. Locke lag schon im Bett und ich erholte mich noch vom Kaiserschnitt und versuchte, das Wochenbett zu genießen. Das ist immer so eine Sache. Nicht umsonst raten Hebammen und Ärzte dazu, das Wochenbett einzuhalten – aber es gibt ja trotzdem viel zu tun, alles natürlich im Schongang. Aber einfach nur Nichtstun liegt einfach nicht in meiner Natur.

An diesem Abend lag ich erschöpft und glücklich auf der Couch. Der Zwockel trank zufrieden an meiner Brust. Locke schlummerte bereits und auch mir wurden die Augenlider schwer. Dabei hatte ich mich den ganzen Tag auf das Fußballspiel gefreut. Ich schaue gerne Fußball, bin aber normalerweise kein großer Fan der Nationalmannschaft.

Das Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland wollte ich mir trotzdem ansehen. Kurz nach Anpfiff fielen mir die Augen zu. Der Zwockel schlummerte bereits selig an meiner Brust. Noch während ich in den Schlaf hinüberglitt, hörte ich einen Knall aus dem Stadion in Paris.

„Böller. Selbst bei einem Freundschaftsspiel. Was für Chaoten!“ dachte ich noch. Und schlief ein.

Keine Böller, sondern Bomben

Als ich aufwachte, war alles anders. Die Stimmung war seltsam – obwohl nur wir drei im Raum waren, schien die Luft anders, schwer irgendwie. Ich öffnete die Augen und sah meinen Mann an. Der guckte konzentriert und sehr besorgt. Da wusste ich, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Dann hörte ich auf das, was der Kommentator sagte. Und war mit einem Schlag hellwach. Das schlaftrunkene Gefühl, das man nach dem Aufwachen hat, war wie weggeblasen.

„Was ist passiert?“, fragte ich.

Anschläge. In Paris. Hast du es knallen hören? Ich dachte, es sind Böller, aber es waren Bomben.“, sagte der Mann erschüttert.

Mein Körper reagierte, wie er in einem solchen Fall meistens reagiert – mit einer astreinen Panikattacke. Ich begann zu schwitzen, mir wurde augenblicklich übel. Ich begann zu zittern und hatte das Gefühl, keine Luft zu bekommen.

Ich legte das Baby in sein Bett und schloss mich im Badezimmer ein. Atmen, atmen, atmen. Ich beruhigte mich ein wenig. Ich ging zurück zu meinem Mann und las die Geschehnisse auf dem Smartphone nach. Atemlos verfolgten wir die Berichterstattung. Die Tränen liefen mir über die Wangen.

Es tut mir leid!

Ich ging in Lockes Zimmer und setzte mich neben sein Bett. Atmete seinen Geruch ein. Lauschte seinen tiefen Atemzügen. Und zum ersten Mal, seitdem er da war, wünschte ich, ich hätte ihn nie geboren. „In was für eine Welt habe ich dich gebracht? Es tut mir so leid!“, flüsterte ich ihm zu.

Und meinte jedes Wort. In meiner grenzenlosen Angst und Panik, die ich in dieser Nacht verspürte, wünschte ich mir von ganzem Herzen, ich könne in der Zeit zurückreisen und mein damaliges Ich warnen, bloß niemals Kinder zu bekommen.

Kurz danach wollte Zwockel wieder an die Brust – wenn ich gekonnt hätte, ich hätte ihn mir sofort zurück in den Bauch gesteckt. Er kam mir danach so viel winziger vor. Zerbrechlich. Schutzlos.

Ich kann euch nicht beschützen

Das Gefühl, hilflos mit ansehen zu müssen, was mit der Welt passiert und meine Babies im Ernstfall nicht beschützen zu können, die schreckliche Ohnmacht angesichts des Terrors, der jederzeit und überall zuschlagen kann – hat diesen furchtbaren Gedanken tatsächlich in mir keimen lassen.

Gottseidank kann ich es im Alltag verdrängen. Ich liebe meine Kinder und so anstrengend sie auch sind, ich möchte sie keine Minute lang missen. Sie sind mein Lebenssinn. Meine Sonnenscheinchen. Sie schicken mich durch harte Prüfungen, ich zweifle jeden Tag, ob ich eine gute Mutter bin. Dann liegen sie abends nach dem Vorlesen in meinen Armen und schmiegen sich an mich – es gibt kein schöneres Gefühl. Hätte ich keine Kinder, wäre ich kreuzunglücklich. Außer in den Momenten, in denen der Terror zuschlägt.

Ich denke an die Zeit, wenn ich mal nicht mehr bin. Was, wenn die Welt dann ein dunkler, gefährlicher Ort voller Angst und Krieg ist? Ich erinnere mich, wie meine Oma, die im Krieg aufwuchs, immer wieder sagte „Kind, ich hoffe so sehr, dass du so etwas niemals erleben musst!“. Was, wenn ich meine Kinder in eine solche Welt gebracht habe? Voller Hass, Gewalt, Krieg und Angst?

Jedes Mal, wenn der Terror zuschlägt.

Dann wünsche ich mir, ich hätte ihnen diese Welt erspart.

Kinder all you need is love

All you need is love – klingt manchmal wie blanker Hohn…

Diesen Beitrag zu veröffentlichen ist mir schwer gefallen. Die Anschläge jähren sich morgen zum zweiten Mal. Auch der Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin ist im nächsten Monat ein Jahr her. Je suis Charlie. Madrid, Paris, Berlin, Manchester, Nizza, Brüssel, London… Das ist alles so verdammt nah. Und nun denke ich „Wird es immer wieder passieren? Müssen wir uns daran gewöhnen?“ Das kann und will ich nicht. Ich hoffe, dass ich meine Kinder zu guten, zu gütigen, Menschen erziehe – und ich hoffe, dass auch ihr alle da draußen es tut. Damit das Böse nicht gewinnt, wenn wir mal nicht mehr sind.

Krümels Rundblick (6)

Sharing is caring – Unsere Blog-Empfehlungen im März

Es gibt so viele tolle Blogger da draußen, ich könnte euch jede Woche einen Rundblick verschaffen! Vielleicht mache ich das ja auch bald!

Medienkonsum und Kinder. Das ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt. Ich bin auch hier – wie bei fast allem anderen auch – der Meinung, dass es immer auf das richtige Maß ankommt. Auch ein (Klein-)Kind darf mal mit dem iPad spielen oder fernsehen. Es kommt nur darauf an, was und wieviel.

Unerzogen lebenhat dazu eine klare Meinung, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Gegen die Angst – Warum Bildschirme Kinder nicht blöd machen

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Die Mama-Demenz! Wer kennt sie nicht?! Ich muss mir einfach alles aufschreiben und in den Smartphone Kalender eintragen, mit zweifacher Erinnerung! Sonst wiederholt sich noch das, was erst vor ein paar Wochen passiert ist: Ich dachte den ganzen Tag „Irgendwas war doch heute!“ aber ich kam nicht drauf – und am Abend fragte dann schließlich die Freundin, warum ich nicht zum Kaffeetrinken gekommen bin, ich hätte ja auch absagen können… Oh weh! Peinlich! Das war mir einfach durchgegangen! Aber sie hatte gottseidank Verständnis – und da ich nicht die einzig Eingeladene (wohl aber die einzig Nicht-Erschienene war), war es kein größers Drama. Auch SimplyLovelyChaoskennt das:

Mamademenz

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Was ist denn ein „Kannkind“??? Ich lerne als Mutter wirklich jeden Tag dazu! Ein Kannkind ist ein Kind, das nach dem 30.9. geboren ist und somit eingeschult werden kann – oder auch noch ein Jahr warten kann. Was man da alles beachten muss, erklärt euch Limalisoy:

Soll ich mein Kannkind bald einschulen?

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Ein leckeres Rezept habe ich für euch bei Metterschling und Maulwurfngefunden: Apfelstrudel aus der Tasse! Ein Gedicht! Für mich allerdings mit Rosinen…

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Und last but not least:Hallo liebe Wolke – meinen Lieblingsblog möchte ich euch eigentlich immer ans Herz legen. Hier ist wirklich jeder Artikel ein Volltreffer. Ob nun Susannes Beitrag über das Schubladen-Denken, mit dem sie von Scoyo zum Blogger-Liebling des Monats Januar ernannt wurde, oder ihr Beitrag zu der Angst, die wohl viele Eltern – viele Mütter und Väter – quält: Was ist, wenn mir etwas passiert? Jedes ihrer Worte berührt mich sehr!

Angst, die