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Zweifel-Haft: Alles für die Kinder?!

#ZweifelimHerbst – eine Blogparade

Liebe Leser und Leserinnen, liebe Blogger und Bloggerinnen, liebe Mamas, Papas und generell Familien: Zweifelt ihr auch manchmal? Wenn ja, worüber? Vielleicht liegt’s an der Jahreszeit, obwohl ich den Herbst sehr mag. Aber ich zweifle gerade sehr. Ich stelle mal wieder alles in Frage, ich bin quasi in Zweifel-Haft.

Auch Susanne von Hallo liebe Wolke zweifelt – und darum möchten wir eine kleine Blogparade ins Leben rufen. Denn wir haben gemerkt: Zusammen lassen sich Zweifel viel leichter tragen!

Ohne Zweifel: Alles für die Kinder

Als ich mich damals selbstständig gemacht habe – und ich bin wahrlich nicht dafür geschaffen – habe ich das aus einem großen Grund getan: Die Kinder. Nicht etwa Geld, obwohl das natürlich Hand in Hand geht. Ich schreibe gern und es macht mir Spaß, füllt mich aus. Ich kann gut mit Worten umgehen und was für den einen das Workout im Fitness-Center ist, ist für mich die Komposition eines Textes. Komposition? Ja. Meistens steckt in meinen Texten mehr als nur Worte, mehr als ein paar aneinandergereihte Buchstaben. Es macht Spaß, aber es powert mich auch aus.

Doch zurück zum Thema: Für die Kinder. Ohne Zweifel, ich wünsche mir, dass sie einmal stolz sind, auf ihre Mama. Dass sie schreibt, dass sie vielleicht irgendwann endlich ihre Ideen in einem kleinen Shop umsetzen kann und eventuell sogar ein oder zwei Erfindungen verwirklichen kann. Dass sie vielleicht einmal etwas bewirkt. Teil eines guten, großen Ganzen ist.

Am liebsten mit Netz und doppeltem Boden

Aber das muss gar nicht sein, denn in erster Linie soll Mamas Arbeit Sicherheit geben. Der Papa verdient gut. Es geht uns gut, besser als so vielen anderen. Bald ziehen wir um, in ein Haus mit Garten. Mein Elternhaus, wo ich aufgewachsen bin. Da reicht aber ein Gehalt nicht mehr, denn die Kosten, die da dranhängen, sind nicht ohne. Selbst wenn wir in unserer Drei-Zimmer-Wohnung blieben – was, wenn dem Papa etwas passiert? Was, wenn er den Job verliert? Was, wenn er nicht mehr arbeiten kann? Was, wenn er auf einmal nicht mehr da ist?

Ich möchte nicht nur, dass meine Kinder eine arbeitende Mama zum Vorbild haben, dass sie sehen, dass man mit harter Arbeit viel erreichen kann (Haha!), sondern auch, dass wir im Notfall, wenn alles drunter und drüber geht, wenigstens finanziell nicht ins Bodenlose stürzen.

Aber… ich (ver)zweifle manchmal

Zweifel am Homeoffice

Arbeit im Homeoffice – mit Zwockel im Rücken.

Es ist so eine Sache, mit der Vereinbarkeit. Ich arbeite vormittags im Homeoffice – das ist bequem und hat viele Vorteile. Noch springt währenddessen der Zwockel um mich herum. Als alte Baustellenmieze macht mir das jedoch wenig, denn ich habe schon Schlimmeres erlebt: Gehupe, Gebagger, Gepiepe, Geschrei, Geklopfe und Gehämmer – was so eine Großbaustelle eben hergibt.

Bald geht er in den Kindergarten. Aber (da ist es wieder): Der Haushalt kommt nach dem Arbeiten. Einkaufen und Kochen. Ich habe schon, was die Ordnung meiner Wohnung angeht, immense Abstriche gemacht. Immer wieder türmen sich Dinge auf allen verfügbaren Ablageflächen – ich frage mich, wo kommen die her? Gerade das Sideboard, den Schuhschrank oder die Ablage in der Küche aufgeräumt – BÄM – Zettel, Ordner, Unterlagen, Spielzeug, Bücher, Werbepost, Kataloge, Kastanien, Steine, Nüsse, Brauch-ich-nochs und die ganzen Nichtwegschmeissens… liegt alles hier herum. Dazu Krümel, Staub und irgendwie klebt auch immer alles.

Da fühl ich mich nicht wohl, auch wenn sich vieles einfach „wegguckt“ – meine nicht vorhandenen Fußleisten, zum Beispiel.

Ich koche gern und versuche, möglichst gesund zu kochen. Aber das heißt eben auch: Gemüse schnibbeln und sich ums Essen kümmern. Am Wochenende unternehmen wir was mit den Kindern, gehen auf Feste, in den Wald, Waffeln oder ein Eis essen, spazieren… Was man eben so macht um den Kindern erlebnisreiche Tage zu bieten, an denen sie idealerweise auch noch was lernen. Zuhause ist nämlich langweilig.

Aber – da kommt es nochmal

Letztens legte sich Locke in seiner abendlichen Lockezeit (wenn Zwockel schon im Bett ist) zu mir aufs Sofa und seufzte: „Mama. Musst du denn immer arbeiten? Du hast nie Zeit für uns!“

Und da waren sie wieder, die Zweifel. Ich saß in meiner mäßig aufgeräumten, aber sauberen, Wohnung. Hatte den Vormittag über gearbeitet und unterm Strich nicht wirklich was verdient („Das kommt später! Alles ist im Aufbau! Am Anfang steht die Arbeit, dann irgendwann zahlt es sich aus!“). Hatte ein sattes Kind, dem ich soeben ein gesundes Mahl kredenzt hatte, nachdem ich noch schnell seine Kleidung mit Fleckenzeugs eingesprüht und in die Waschmaschine gesteckt hatte… und alles, was er möchte, ist Mama. Einfach nur meine Zeit.

Irgendwann wird er es hoffentlich verstehen. Da wird er zu mir kommen und sowas sagen wie „Mama, ich bin stolz auf dich. Du hast echt viel getan damals.“ Aber was wenn nicht? „Mama, gehst du bald in den Himmel?“ oder „Versprich mir, dass du noch nicht in den Himmel musst!“

Mein Sohn denkt in letzter Zeit oft über den Tod nach, seitdem die Oma seines seiner Freunde gestorben ist. Ja, und was, wenn meine Zeit wirklich bald schon abläuft? Was wäre, wenn alles, an das er sich erinnert, eine Mama ist, die nie Zeit für ihn hatte. Die immer alles FÜR IHN getan hat, aber nichts MIT IHM, weil es immer so viel anderes gab, das sie für wichtig hielt? Für ihn.

Von der Yacht zum Schlauchboot

Finanziell lohnt sich meine Arbeit für uns derzeit kaum. Ich arbeite effizient. Ich habe ein gutes Zeitmanagement und ich habe Prioritäten. Das Wichtigste sind meine Kinder. Genau darum veranstalte ich diesen ganzen Zauber – und stehe am Ende des Tages da mit meinen Zweifeln und merke, wie meine Kräfte immer weniger werden. Wie ich, nach dem vielen Geschreibe und dem ganzen Erwachsensein kaum noch Energie habe, mit meinen Kindern zu spielen. Für was? Für ein „irgendwann lohnt es sich“?

Susanne von „Hallo liebe Wolke“ und ich fantasieren immer spaßeshalber über unsere Karrieren. Susanne schreibt so toll, sie sollte Bestsellerautorin sein – und hat ähnliche Probleme. Immer wieder schreiben wir uns Durchhalteparolen. „Es wird schon!“, „Wir schaffen das, wir sind doch Powerfrauen!“ oder „Alles wird gut, ganz bestimmt!“.

Schampus gegen Zweifel

Schampus-Fantasien gegen Zweifel

Wir lachen scherzhaft, dass wir in 10 Jahren auf unserer Yacht in St. Tropez mit Schampus darauf trinken, dass wir nicht aufgegeben haben, immer weitergemacht und die Zweifel überwunden haben. Damals, im Herbst. War ne harte Zeit, aber booooah! Es hat sich ja so gelohnt!

Nun ja. Es wird wohl bestenfalls ein Schlauchboot auf der Möhne.

Was wir alle wollen

Aber wenn man uns fragt, was wir eigentlich wollen, dann ist das Zeit.

Zeit für unsere Kinder. Zeit für uns. Zeit, in der wir uns mal aus Erwachsenenland abholen lassen können und selbst ganz sorgenfrei spielen, springen, atmen, lachen und leben können – um die neu gewonnene Energie wieder nur in Eines zu stecken: Unsere Kinder.

Und wisst ihr was?

Das ist nicht so einfach, die Sache mit der Vereinbarkeit – alle Memes und Postkarten und Durchhaltesprüche können daran nichts ändern.

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Liebster Award: Lottes Motterleben fragt nach

Noch mehr über Krümel und Chaos

In der letzten Zeit, vor dem Urlaub, hatte ich ein kleines kreatives Problem. Ich arbeite ja als Online-Redakteurin und das ist ganz schön aufreibend. Es gibt Tage (Stichwort Sommerloch), da hat man kaum etwas zu tun und dann gibt es wieder welche, an denen prasseln die Polizeimeldungen nur so auf einen ein. Und wisst ihr, die Realität ist garstig!

Wieder mal der „Liebster Award“

Zu viel davon zerkrümelt mir glatt die Kreativität, auf die ich für das Schreiben nunmal angewiesen bin. Darum freue ich mich immer sehr über einen kleinen Stupps von anderen Bloggern und Bloggerinnen, die mir Fragen stellen, so wie beim Liebster Award. Dies ist eine Art zwangloser Kettenbrief, durch den ihr mehr über uns erfahren könnt.

Sorry, liebe Roksana von Mottes Lotterleben dass es so lange gedauert hat – ich musste erst im Urlaub neue Kraft schöpfen! Aber hier sind sie nun:

Die Fragen und Antworten

  1. Wer bist du und wie geht es dir?

Ich bin Tanja Chaos, von Krümel und Chaos. Ich bin hier zuständig für Bilder und Texte. Zur Zeit geht es mir gut, denn ich bin im Urlaub (noch). Der hätte ruhig etwas länger und erholsamer sein dürfen, aber das ist wohl so mit Kindern im Ferienhaus.

 

  1. Dein Lieblings-Kindermund-Spruch?

Ein Spruch, den ich in meiner Zeit, bevor ich selbst bei Twitter aktiv wurde, bei Stern.de gefunden habe. Ich muss noch immer lachen, wenn ich daran denke. Leider finde ich ihn nicht mehr. Er ging ungefähr so:

Habe dem Sohn beigebracht, dass sein Pipi privat ist. Nun wedelt er damit herum und ruft freudig „Mein Pipi ist Pirat!“

  1. Welche Gerüche katapultieren dich sofort in deine Kindheit?

Zimt und Apfelringe, Strohleim und frische Waffeln. Nomnomnom!

 

  1. Welcher Blogbeitrag von dir muss unbedingt mehr gelesen werden?

Das ist ein ganz persönlicher, den ich aber, ohne mich aufspielen zu wollen, sehr wichtig finde. Darin geht es um mich und meine Essstörung – und meine hart erkämpfte positive Haltung zu meinem Körper. Body Positivity gibt es leider noch viel zu selten und ich möchte gern allen Frauen und Mädchen (natürlich auch Männern) mit Essstörungen sagen: Es geht weiter, auch wenn man keinen Modelkörper hat. In was für einer Welt leben wir, in der Menschen ihre Seele gegen weniger Bauchspeck tauschen würden?

 

Eine kleine Geschichte von mir und der Sache mit dem Essen

 

  1. Was müsste unbedingt erfunden werden?

In mir schlummert eine Erfinderin. Ich habe viele kreative Ideen, es mangelt nur leider immer am Geld- ich bin einfach nicht mutig genug, meine Erfindungen umzusetzen und mich damit zu verschulden. Ich habe nämlich echt Angst vor Peter Zwegat!

Erst heute diskutierten der Ehemann und ich aber über Folgendes:  Elternautos, die eine Trennscheibe zwischen Rücksitz und Vordersitzen haben, die man bei Nerv-Alarm hochfahren kann.

„Sind wir schon da?“, gefolgt von „Wie lange noch?“ und „Wann sind wir da?“ oder „Ist es noch weit?“ – schrecklich! Vor ein paar Minuten sind wir an einer gelben Bimmelbahn vorbeigefahren, die Locke so toll fand, dass er unablässig „Habt ihr die Bimmelbahn gesehen? Papa hat eine Bimmelbahn überholt. Hast du gesehen, Mama? Eine Bimmelbahn! Die war gelb, die Bimmelbahn. Und sehr langsam. Eine langsame Bimmelbahn war das. Sind wir dran vorbei gefahren. Hast du die Bimmelbahn auch gesehen, Mama? Kann ich Oma anrufen und ihr erzählen, dass da eine Bimmelbahn war? …“ Ich schwöre, wenn ich noch einmal das Wort „Bimmelbahn“ höre, implodiert mein Gehirn.

So eine Trennscheibe… das wäre manchmal schon schön auf langen Autofahrten!

 

  1. Welche Frage stellst du dir immer wieder?

In erster Linie frage ich mich immer, ob ich gut genug war und was ich hätte bessermachen können, um ein besserer Mensch und eine bessere Mutter zu sein.

Die Frage, ob ich eine gute Mama bin, beschäftigt mich jeden Tag, seitdem ich den zweiten lila Strich auf dem Schwangerschaftstest gesehen habe. Die vielen Meinungen, die vielen Erziehungsstile und vor allem die Attitüde vieler, dass ihr Stil der einzig Wahre und alles andere Misshandlung sei, machen es einem nicht einfacher…

Ich finde immer noch, eine verunsicherte Mama, die vor lauter schlechtem Gewissen nicht schlafen kann, weil sie bestimmte Ideale nicht erfüllt, ist nicht erstrebenswert.

Natürlich sollte man sich immer hinterfragen, aber ich habe schon häufig vor einem dieser Beiträge gesessen und geweint, weil ich mal wieder (vermeintlich) alles falsch gemacht hatte. Rabenmutter, ich.

 

  1. Wie schaffst du es nur immer, so verflucht gut auszusehen und so unglaublich sympathisch zu sein?

Besten Dank – ich wurde so geboren! Lach! Seid einfach froh, dass ihr mich nicht nach einer durchwachten Nacht mit unfrisierten Haaren und ohne Make-up zu Gesicht bekommt. Dann bin ich weder sympathisch noch sehe ich gut aus. Je älter ich werde, desto mehr macht mir besonders der Schlafmangel zu schaffen und ich kann dann richtig knurrig sein. Aber wenn ich gut geschlafen habe, meinen Kaffee (am liebsten intravenös) hatte und der Tag nicht allzu stressig ist, bin ich ein sehr umgänglicher Mensch.

 

  1. Gesellig oder eher Einzelgänger?

Eher Einzelgänger. Ich mag keine großen Menschenansammlungen und bin lieber für mich. Meistens reicht mir der Trubel, den meine Kinder veranstalten. Aber ich habe schon immer ein gutes Buch einer Party vorgezogen.

 

  1. Worauf kannst du nicht verzichten?

Auf mein Smartphone. Als Online-Redakteurin muss ich natürlich immer ein Auge auf die neusten Meldungen haben, auch für Krümel und Chaos möchte ich zeitnah reagieren, wenn da Kommentare auflaufen. Zudem bin ich sehr interessiert an Nachrichten und möchte nicht erst abends wissen, was am Tag passiert ist.

 

  1. Und worauf würdest du gerne verzichten?

Auf mein Smartphone. Haha! Im zweiten Teil des Urlaubs hatten wir ein grottenschlechtes Netz und das hat mich zwangsentschleunigt. Ich konnte zwar das Handy zur Hand nehmen, es brachte aber nichts, weil es furchtbar lange rödeln musste, um Daten zu empfangen. Also blieb es zwangsweise in der Tasche und diente nur als Kamera. Das war eigentlich auch mal ganz schön.

 

  1. Mit welchem Gegenstand in deiner Wohnung verbindest du eine schöne Erinnerung?

Mit vielen, ich habe viele kleine Erinnerungen herumliegen. Zum Beispiel diese kleinen magnetischen Hunde hier. Die gehörten meiner Oma und meinem Opa mütterlicherseits. Für alle Enkelkinder waren sie unglaublich faszinierend und wir haben immer damit herumhantieren müssen. Die sind ein Symbol meiner Kindheit.

Liebster Award Hunde

Die zwei begleiten mich, seitdem ich denken kann…

Ich nominiere heute keinen, aber ich lege euch die Liebster Award Blogparade von Lottes Motterleben ans Herz – und überhaupt den ganzen Blog!

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10 Dinge, die wir ohne Kinder nie zuhause hätten…

Eine Blogparade von Glucke und so.

Ich liebe Blogparaden! Die machen mir richtig Spaß – und ich finde immer wieder überraschend, was mir zu ein paar Stichworten so alles einfällt. Hier sind sie also, die 10 Dinge, die wir ohne Kinder ganz bestimmt niemals nie nicht hätten:

 

Nummer 1: Nasensauger

Bevor ich Kinder hatte, wusste ich nicht einmal, dass es sowas gibt oder dass man das braucht. Aber ich bin froh, ihn zu haben, auch wenn meine Söhne eher minderbegeistert davon sind.

 

Nummer 2: Mülltonnen in allen Größen

Mein großer Sohn liebt Müllmänner und –tonnen. Die großen Exemplare haben wir in einem kleinen niederländischen Laden gefunden und sie mussten natürlich sofort mit, die kleinen waren Teil des Geschenkes, das Locke zur Geburt des kleinen Bruders bekam.

 

Nummer 3: Kreidemalstifte für die Fenster

Meine Mama hat früher immer mit mir zusammen die Fensterscheiben bemalt – mit Fingerfarben. Ich habe Kreidefarben ausprobiert und fand die auch ganz toll. Fingerfarben gibt es, wenn die Kinder etwas älter sind und richtig mitmalen wollen.

 

Nummer 4: Lustiges Badewannenspielzeug

Ich hätte nie gedacht, dass die Auswahl von Badewannenspielzeug so kompliziert ist: Die meisten Gummispritztierchen schimmeln nämlich von innen und sind deshalb bei uns nicht mehr willkommen. Aber es gibt ja noch das Bärchen im Boot!

 

Nummer 5: Ein extra Balkongeländer

Eigentlich ist die Mauer hoch genug. Aber sicher ist sicher, dachten wir uns und haben sicherheitshalber mal das Geländer erhöht. Natürlich achten wir darauf, dass die Jungs nicht allein auf dem Balkon sind.

 

Nummer 6: Einen Backofenschutz

Für Locke war das nie nötig, der unerschrockene Zwockel ist eine andere Sache. Wenn der leckere Kartoffelgesichter im Backofen sieht, will er da dran und nichts ist vor ihm sicher. Also musste ein Extra-Riegel her.

 

Nummer 7: Ein singendes Töpfchen

Aus der Reihe „Was es alles gibt“. Es sollte ein Anreiz sein, die Kinder zum Gang aufs Töpfchen zu motivieren. Leider haben sie herausgefunden, wie man auch ohne sein Geschäftchen die Musik auslösen kann… Seufz.

 

Nummer 8: Ein vom Papa gebautes Müllauto-Bett

Der kleine Müllmann… Ich erwähnte es bereits: Mein Sohn liebt die Müllabfuhr! Und nachdem wir schon Tonnen haben, musste auch ein Bett, ääääh… Auto her. Da hat der Papa kurzerhand das Kinderbett ein bisschen umgestaltet!

 

 

Nummer 9: Eine echte Blinkleuchte

Die hat der Papa von der Arbeit mitgebracht und repariert. Nun ziert sie hier das Spielzeugregal, wenn das Kind wieder einmal mit seinem Müllauto(-bett) unterwegs ist. Brummbrumm!

 

Nummer 10: Eine Helmsammlung

Nicht nur Müllmänner, auch Feuerwehrmänner und Bauarbeiter sind hier sehr „in“. Also haben wir eine ganz schöne Helm-Sammlung, die stetig wächst…

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Ein zweites Kind – Ja oder Nein?

#Blogparade: Vater, Mutter, Kind… und dann?

Was ist mir die Entscheidung für das zweite Kind schwer gefallen. Vorab: Ich liebe den kleinen Kerl, ich würde ihn für nichts in der Welt eintauschen und ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Aber die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Auch Yvi von MAMASdaily kennt dieses Problem und hat in ihrem Artikel Vater, Mutter, Kind… und dann? Zu dieser Blogparade aufgerufen.

Immer zwei

Ich wollte immer zwei Kinder. Wenn ich mir meine Zukunft vorstellte, sah ich zwei kleine Wesen an meiner Hand. Nicht eins, nicht drei – zwei. Schaute ich in meine persönliche Glaskugel, gab es da neben Kleinling#1 immer noch einen Platzhalter.

Und dennoch, als dann das erste Kind kam, war ich mir sicher: Nein, es gibt kein Zweites. Dieser tolle kleine Kerl hat unsere ganze Aufmerksamkeit verdient. 100% soll er bekommen und sich nie zurückgesetzt fühlen. Könnte ich je jemanden genauso lieben, wie ihn? Niemals, nicht möglich!

Aber ich bin selbst Einzelkind und habe mir immer ein Geschwist gewünscht. Kein GeschwisterCHEN, denn ich wollte immer einen großen Bruder haben. Gut, das war dann im Nachhinein etwas schwer zu bewerkstelligen, zumal Mutter Natur mich einfach als Einzelkind vorgesehen hatte. „Sei froh!“, werden jetzt einige denken. „Mit Geschwistern hat man nur Trouble!“

Erstmal ne Liste!

Ich bin ein Organisations-Tierchen. Wenn ich mal nicht weiter weiß oder sehr viel zu tun habe, schreibe ich Listen. Urlaub in Griechenland? 6 Hotels zur Auswahl? Erstmal ne Excel-Liste anlegen, um besser vergleichen zu können. Ja, so bin ich.

Die Entscheidung fürs zweite Kind war schwierig – ich würde behaupten, eine der schwierigsten bislang – und natürlich habe ich eine Liste mit Pro und Kontra gemacht. Welche Gründe sprachen nun gegen ein zweites Kind?

Dagegen

  • Beim Ersten weiß man, was man hat. Ein Zweites ist doch wieder so eine „Überraschungstüte“. Und ich mag keine Überraschungen.
  • Der Erste war soooo lieb, er hat einfach 100% unserer Aufmerksamkeit verdient.
  • Unser Junge ist nun schon Kleinkind und geht in den Kindergarten – freie Zeit vormittags, die ich für Haushalt oder das Schreiben nutzen kann. Oder mal fürs Shoppen, Kaffee trinken gehen und lesen… Das ist schon angenehm.
  • Reicht unser Geld für ein zweites Kind? Was, wenn nicht?
  • Was, wenn ich doch wieder einen Job im Angestellten-Verhältnis suchen muss? Das ist, wie ich erfahren durfte, ja schon mit einem Kind schwer genug. Wie soll denn das mit zweien gehen? Es hat sich ja die Zeit der potentiellen Fehltage verdoppelt, und da ist das Risiko, selbst zu erkranken, noch gar nicht eingerechnet.
  • Wo wir beim Thema Gesundheit sind: Als ich vor 2 Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte, war es mit einem Kind schon schwer genug – wie soll das mit zwei Kleinen funktionieren?
  • Was, wenn das zweite Kind krank oder behindert ist? Wir würden es lieben, keine Frage, aber da mein Mann in diesem Bereich berufstätig ist, kennen wir die vielen Schwierigkeiten und Hürden, vor die man dann gestellt ist. Und das Geschwisterkind? Das müsste dann total zurückstecken, oder nicht? Sollen wir unserem Großen so etwas zumuten?
  • Der Platz! Unser Haus ist zwar schon in Sicht, aber noch wohnen wir in einer Eigentumswohnung. Die ist nicht klein, aber auch nicht groß. Keine Einzelzimmer-Option! Würden sich die Kinder in einem Zimmer verstehen? Ist es nicht zu wenig Platz?
  • Wie würde unsere Beziehung das überstehen, wenn das Kind schwierig würde? Das erste Kind hatte unsere Beziehung nur noch enger werden lassen, würde es beim zweiten Kind halten?
  • Doppelte Kinder, doppelte Sorgen…
  • Was, wenn sich die Kinder nicht leiden können?
  • Was, wenn ich es nicht schaffe?
  • Was, wenn ich das zweite Kind auf einmal viel lieber hätte? Wie unfair wäre das denn!
  • Was, wenn es Zwillinge würden – zwei neue gegen einen „alten“… OMG! Und dann wären es ja drei! Würde ich das schaffen?

So, oder so ähnlich sah meine Kontra-Liste aus. Doch ich fand ebenso Punkte, dafür. Ganz viele sogar – hier sind ein paar:

Dafür!

  • Ich wollte immer zwei Kinder!
  • Vor meinem geistigen Auge sitzen da zwei Kinder am Tisch, nicht nur eines.
  • Kinder sind toll!
  • Wenn uns etwas passiert, ist mein Sohn allein. Natürlich, Großeltern und Paten, letztere weise ausgesucht, würden sich sofort kümmern. Aber er wäre der einzige in dieser einen, individuellen Situation. Kein Zweiter, der exakt dasselbe durchmacht und ihm Halt geben kann – wie ein Bruder oder eine Schwester eben.
  • Vier Schultern tragen mehr als zwei.
  • Was, wenn sie die besten Freunde werden?
  • Einer könnte auf den anderen aufpassen… Einer von beiden wird schon vernünftig sein…
  • Noch einmal diese irre spannende Entwicklung beobachten können, die kleine Kinder durchmachen
  • Noch einmal erste Worte, erste Schritte…
  • Doppelte Chance auf süße kleine Enkel!
  • The more, the merrier – es gibt doch nichts schöneres, als Kinderlachen! Und ein buntes, lautes Haus, das voll davon ist – wer könnte das nicht wollen?!
  • Ich habe noch soooo viel Liebe zu geben!
  • Zwei (Erwachsene) gegen zwei (Kleinlinge) – klingt fair!
  • Nochmal schwanger sein!

100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen

Und wisst ihr was? Am Ende waren es so viele positive Gründe, dass ich sogar ein kleines Buch darüber geschrieben habe! 100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen gibt es bei allen einschlägigen Anbietern – amazon, Weltbild, Thalia, Hugendubel und wie sie alle heißen – zum kleinen Preis von 1,99 Euro.

Aber ich will hier keine Werbung machen, es bot sich halt nur gerade an.

Der wichtigste und unschlagbarste Grund, allen Befürchtungen, die man ja nunmal hat, zum Trotz noch ein kleines Leben in die Welt zu setzen ist: IHR WOLLT ES! Natürlich sollten auch die Begleitumstände stimmen. Ich halte beispielsweise nichts davon, dem Partner ein Kind unterzujubeln, obwohl er sich dagegen ausgesprochen hat. Hier zeigt sich die Stärke einer Beziehung, einen der wohl schwierigsten Kompromisse überhaupt zu finden. Wie das geht – das muss jeder selbst entscheiden.

Nie bereut

Natürlich haben sich einige Befürchtungen bewahrheitet. Kleinling#2 ist nicht so entspannt wie sein Bruder und hat uns einiges an Nerven und Schlaf gekostet. Aber auch beim zweiten Kind hat unsere Beziehung nicht gelitten. Noch immer ziehen wir an einem Strang. Ich habe das Glück, den wohl verständnisvollsten Mann überhaupt zu haben. Er versucht immer, mich zu unterstützen und mir zu helfen, wo er nur kann. Er hört mir zu und auch wenn er nicht immer alles nachvollziehen kann (Männer-Frauen-Problematik und so), so versucht er es doch. Wir sind noch immer ein ganz fantastisches Team!

Auch in der Zeit, in der ich dachte, ich könne nicht mehr, habe ich es nie bereut, ein zweites Kind bekommen zu haben. Wenn man sich in schwierigen Zeiten eingesteht, dass man Hilfe braucht und dann auch um diese bittet, kann man alles schaffen. Auch Familie und Freunde waren und sind immer für uns da und helfen, wo sie können!

Ich möchte nicht mehr zurück in mein Leben vor den Kindern. Weder in das vor Kleinling#1, noch in das vor Kleinling#2. Seitdem ich Mama bin, habe ich das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo ich hingehöre. Es gibt kein „Ach hätte ich…“ und kein „Ach, wär ich bloß…“.

Natürlich wäre ein Lottogewinn toll. Eine größere Wohnung. Luxusurlaub. Die üblichen Dinge halt.

Aber zum Glück fehlen die mir nicht. Zum Glück habe ich alles, was ich brauche: Zwei wunderbare Jungs und einen tollen Mann. Eine Familie und Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann und ein immer größer werdendes Netzwerk an Ratgebern, Unterstützern und Menschen, die mir wichtig sind.

Und die Kinder?

Die verstehen sich prächtig. Schon als ich mit Kleinling#2 schwanger war, war der Große begeistert! Natürlich gibt es täglich Streitereien. Natürlich schubst mal der eine den anderen und nimmt ihm das Spielzeug weg. Aber wie sagte Kleinling#1 vor kurzem noch ganz inbrünstig? „Ich hab euch alle lieb. Mama, Papa und meinen Bruder. Der soll nie wieder weggehen!“

Geschwister_1

 

Und er wünscht sich sogar noch ein Geschwisterchen: Eine kleine Frieda soll es sein, ganz genauso eine, wie der neue, kleine Lockenkopf im Kindergarten, der es ihm angetan hat.

Aber unsere Familienplanung ist jetzt abgeschlossen. Wir haben fertig. Wir fühlen uns komplett.

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Phönix. #NoMobbing

#NoMobbing. Eine ganz wichtige Blogparade.

Dieser Artikel wird ein sehr persönliches Stück Seele. Ich rede darüber nicht, denn ich kann und möchte es auch nicht. Vielleicht ist genau das falsch. Ich sollte es in die Welt hinausbrüllen, aber ich kann es nicht. Warum? Weil ich mich schäme. Ich schäme mich sogar ganz furchtbar. Ich verdränge das Thema wo ich nur kann, weil es einfach zu tief geht und zu weh tut. Als ich den Aufruf zur Blogparade #NoMobbing las, wusste ich aber, dass ich mitmachen möchte und ich lasse also für einen kurzen Moment zu, dass ihr in mein Innerstes gucken könnt.

Ich schäme mich, obwohl ich nichts falsch gemacht habe. Ich schäme mich so, so sehr und weiß selbst nicht, warum. Weil ich schwach war, vielleicht. Ich war ein Mobbing-Opfer. In der Schule und auch im späteren Berufsleben.

Heile Welt gone bad

Bis ich von der Dorf-Grundschule aufs Gymnasium wechselte, war meine heile Welt in Ordnung. Ich war nie die Beliebteste der Klasse, das war die Tochter des Bürgermeisters. Aber ich hatte meinen Freundeskreis und kam mit allen gut klar. Wir hatten eine schöne Grundschulzeit. Okay, unser Lehrer brachte uns statt Mathe Schachspielen bei – hab ich geliebt, auch wenn es rückblickend nicht ganz so angebracht war.

Auf dem Gymnasium in der Stadt war anfänglich auch alles ganz fein. Ich hatte meine Freundinnen quasi mitgenommen. Wir kannten uns und ich hatte keine Notwendigkeit, mich völlig neu zu orientieren. Das änderte sich eines Tages schlagartig.

Ich stand auf dem Schulhof und unterhielt mich, als ich von hinten angesprungen und geschlagen wurde. „HAST DU DEN BRIEF GESCHRIEBEN?“, brüllte mich ein Klassenkamerad an. Ich wusste nicht, wovon er sprach und verneinte. „DU SCHLAMPE HAST DEN BRIEF GESCHRIEBEN!“, brüllte er weiter. Von da an war ich zum Abschuss freigegeben. Ich war fett. Ich war hässlich. Ich war arm. Ich war dumm. Meldete ich mich im Unterricht, wurde alles, was ich sagte – ob richtig oder falsch – mit hämischem Lachen quittiert. Man muss kein Hellseher sein um zu erraten, dass ich schließlich nichts mehr sagte. Ich wurde ausgelacht, wo ich ging und stand. Meine Kleidung, alles. Dabei waren wir alles andere als arm, meine Familie hatte nur nie die Notwendigkeit gesehen, für eine Hose das Fünffache auszugeben, nur weil „Levi’s“ dranstand.

Irgendwann erfuhr ich, dass es sich bei besagtem Brief um einen Liebesbrief gehandelt hatte, den irgendjemand – ich weiß bis heute nicht wer – einem der Jungen in unserer Klasse in meinem Namen geschrieben hatte. Ich weiß bis heute weder, wer ihn geschrieben hat, noch was darin stand. Dieser Junge jedoch, begegnete mir seitdem mit offenem Hass. Seine Freunde zogen mit, obwohl sie soweit nichts mit mir zu tun hatten. In unserer Klasse waren nur 6 Jungen, 5 davon machten mir das Leben zur Hölle. Der Rest der Klasse tat nichts.

Die Jeans, die vier Jahre Hölle beendete

Nach vier Jahren Hölle, in denen auch die Lehrer nichts weiter unternahmen, als den besagten Jungen ausgerechnet auf einer Schulfeier zur Rede zu stellen und ihm so den Tag zu versauen, was alles nur noch schlimmer machte, wünschte ich mir eine Levi’s Jeans. Meine Mutter kaufte mit drei. Und – oh Wunder – plötzlich wurde die Klassengemeinschaft wach. Die eine sagte frei heraus „Ich wusste ja gar nicht, dass du dir sowas leisten kannst!“ und die nächste nahm mich bei einem erneuten Angriff meiner Gegenspieler auf einmal in den Arm und rief „Das ist meine Freundin! Lasst sie in Ruhe!“ Niemand war erstaunter, als ich. Was eine Jeans doch so alles ausrichten kann.

39 Kilo Traurigkeit

Meine schulischen Leistungen hatten sich so verschlechtert, dass ich das Jahr wiederholen musste. In den Sommerferien nahm ich mir fest vor, in der Stufe unter uns, in der ich niemanden kannte, beliebter zu werden. Dumm war ich eh nicht, aber vielleicht ja wirklich fett! Und so begann ich, mir den Finger in den Hals zu stecken. Einmal, zweimal, jeden Tag. Mehrmals am Tag, bis ich nichts mehr bei mir behielt. Aus der Bulimie wurde eine ausgewachsene Magersucht. Einmal, da aß ich einen Apfel – eine Woche lang. Jeden Tag ein Stückchen. Ich trug Markenklamotten und war schlank – und beliebt wie noch nie. Selbst der hasserfüllte Junge aus der alten Klasse wanzte sich an mich ran und fragte mich, warum ich ihn eigentlich nie grüßen würde. Ich lachte und ließ ihn stehen.

Mit 39 Kilogramm kam ich in die Klinik. 35 Kilo waren zu der Zeit mein Ziel. Ich war nämlich unfassbar fett, müsst ihr wissen! „Noch ein Kilo weniger und du bekommst eine Magensonde!“, drohte man mir. Ich riss mich zusammen und wurde entlassen. Ich kämpfte noch Jahre lang gegen die Essstörung, die sich irgendwann in Bulimie zurückverwandelt hatte. Und: Ich Schauspielerin! Mir gelang es immer, allen vorzuspielen, dass alles toll war. Bis es irgendwann nicht mehr ging. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das zweite Mal

Als mir das Gespenst Mobbing das zweite Mal begegnete, war ich schon längst erwachsen. Ich war 29 Jahre alt, hatte studiert, das Studium zugunsten einer Ausbildung abgebrochen, gearbeitet und ein halbes Jahr in Australien gelebt. Die Magersucht und die Bulimie lagen hinter mir, ich hatte mich am Ende ohne Therapie am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Ich war Fremdsprachenkorrespondentin und Übersetzerin für Deutsch und Englisch und zwar eine verdammt gute.

Ich bekam einen Job in einer kleinen Firma in der Nachbarstadt. Sechs Monate lang lief alles gut. Bis ich in einen Festvertrag übernommen wurde. Ab diesem Tag – und ich habe lange erfolglos spekuliert, wo der Sinn dessen lag – begannen Chef und Personalchefin mich nach allen Regeln der Kunst zu mobben. Es begann damit, dass der Chef, ein Mensch, er mir vom ersten Moment an zutiefst unsympathisch gewesen war, anfing, meine Kompetenz zu untergraben.

Ich bekam Aufgaben, die meine Stellenbeschreibung bei weitem überschritten und für die ich nicht qualifiziert war. Ich bekam Aufgaben, die unmöglich waren (z.B. eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen, in der die Folien abwechselnd hochkant und querformatig waren). Ich wurde geschickt, Ordner zu suchen, die es nicht gab. Die Personalchefin gab mir gezielte Fehlinformationen und begann ab einem gewissen Punkt, mich zu beleidigen, wo sie nur konnte („Hat man dir ins Hirn geschissen?“ war noch das Freundlichste). Ich hätte mich beschweren können über sie, sagt ihr? Klar, es gab in der Firma eine Mobbing-Beauftragte. Ebendiese Personalchefin. Vielleicht hat sie das mit der „Mobbing- Beauftragten“ einfach nur falsche verstanden – jedenfalls hatte man den Bock zum Gärtner gemacht.

Schließlich bekam ich eine neue Kollegin. Diese konnte kein Englisch, obwohl dies Voraussetzung für den Job war. Sie bekam die Aufgaben, alles Mögliche auf Englisch zu verfassen. Und da das so schlecht war, musste ich alles korrigieren – in vielen, vielen unbezahlten Überstunden. Alle wussten das, trotzdem gab sie all meine Arbeit für die ihre aus. So ging es monatelang.

Ich konnte nicht mehr

Irgendwann beschuldigte mich mein Chef, ich nähme zu viel Urlaub. Dass mir dieser zustand und dass ich die unglaublich vielen Überstunden abfeierte, stieß auf taube Ohren. Das war der Moment, in dem ich innerlich kündigte. Als dann schließlich meine Kollegin drauf und dran war, eine wichtige Auslandsreise in den Sand zu setzen, obwohl ich sie mehrfach darauf hingewiesen hatte, nahm ich dummes, pflichtbewusstes Ding die Sache selbst in die Hand und nur mir war es zu verdanken, dass der Kollege zu seiner wichtigen China-Reise aufbrechen konnte. Da hörte ich, wie sie am Telefon dem Chef sagte „Die? Die tut hier gar nichts mehr. Die sitzt nur rum!“ und das, wo ich soeben ihren Job gerettet hatte.

Und wie ein Ballon, aus dem auf einmal alle Luft gelassen wird, sackte ich zusammen. Ich fuhr zu meinem Arzt und ließ mich krankschreiben, denn ich hatte das Gefühl, ich könne keinen Schritt mehr tun. Ich hatte schleichend eine Angststörung entwickelt, die in diesem Moment voll zugeschlagen hatte: Ich konnte nicht mehr vor die Tür gehen. Ich bekam sofort Panik. Einkaufen war nur noch in Begleitung meines Mannes möglich. Nicht einmal in den Keller des Mehrfamilienhauses konnte ich noch gehen. Es ging nicht. Oft stand ich an der offenen Wohnungstür und war vollkommen unfähig, einen Schritt hinaus, ins Treppenhaus, zu tun.

Wachgerüttelt

Als mein Mann mich an einem Abend aus dem Haus zwang, um mit seinen Eltern essen zu gehen, sollte sich alles ändern. Als wir um ein Uhr nachts zurückkamen, stand ein Stromkasten im Keller in Flammen und wir konnten glücklicherweise die bereits schlafenden Bewohner des Hauses wecken und die Feuerwehr alarmieren. Wären wir nicht aus dem Haus gegangen, hätten wir zu der Zeit, wie alle anderen auch, bereits geschlafen. Rauch- oder Brandmelder gab es damals hier nicht.

Dieses Erlebnis war mein Weckruf.

Ich begann eine Therapie und bekam die Angststörung in den Griff. Heute kommt sie nur noch in ganz schwachen Momenten zum Vorschein, genau wie die Essstörung.

Man kann seinem Suchtmittel nicht entkommen

Anders, als bei anderen Suchterkrankungen, kann ein Essgestörter seinem Suchtmittel nicht entsagen. Ein Alkoholiker kann den Alkohol aus seinem Haus verbannen und kann sagen „Ich trinke nie mehr!“ Ich sage nicht, dass das leicht ist – ganz bestimmt nicht. Aber eine Essgestörte muss lernen, mit dem Suchtmittel – dem Essen oder dem Nicht-Essen – hauszuhalten. Man muss lernen sein Suchtmittel gesund zu dosieren. Und das ist unfassbar hart. Und wie auch ein Alkoholiker sein Leben lang ein Alkoholiker ist, ist eine Essgestörte ein Leben lang essgestört. Jeder Tag ist eine Balance zwischen zu viel und zu wenig essen. Es wird mich mein Leben lang begleiten. Sehr schön beschrieben ist das in einem Beitrag bei „Scary Mommy“. Hier beschreibt eine Betroffene (auf Englisch) ihren Kampf gegen „Ed“, der sie immer wieder heimsucht, obwohl sie ihm bereits zwei Mal die Tür gewiesen hat. Ed steht für „Eating Disorder“, Essstörung.

Bis heute habe ich zu meinem Körper kein normales Verhältnis. Ich habe kein Gefühl dafür, ob ich zu dick bin, genau richtig oder zu dünn (na gut, das bin ich zur Zeit ganz bestimmt nicht).

Aber seitdem ich Kinder habe, habe ich es geschafft, mich zu akzeptieren. Seitdem ich selbstständig bin, habe ich ein gewisses Selbstbewusstsein gelernt, das es mir einfacher machen wird, mit eventuellen zukünftigen Chefs klarzukommen. Ich hatte in der Zwischenzeit außerdem einen sehr lieben Chef, der mir einiges an Vertrauen in mich selbst zurück gegeben hat – ganz ohne es zu wissen, indem er mich respektiert hat und mich so behandelt hat, wie ein Chef das tun sollte.

Ich werde mir nie wieder von missgünstigen, gemeinen und unglücklichen Menschen mein Leben aus der Hand nehmen lassen. Nie wieder werde ich mich von einem Vorgesetzten so behandeln lassen. Geld hin, Geld her, ich werde meine Gesundheit nicht noch einmal für Menschen riskieren, die selbst zu klein und geistig zu arm sind, sich angemessen zu verhalten. Das ist es nicht wert.

Ein armer Junge

Der Junge aus der Schule war, wie ich später von anderen gehört hatte, adoptiert. Obwohl er in einer sehr wohlhabenden Familie aufwuchs, kam er damit nicht klar. Jahre später sah ich ihn in der Fußgängerzone. Ungewaschen auf dem Boden, mit einer Flasche Bier. Ob das nur eine Momentaufnahme war, oder ob ihm tatsächlich sein eigenes Leben entglitten war – keine Ahnung. Ich habe nicht mit ihm gesprochen, obwohl er mich erkannt hatte und mir nachrief. Ich mache ihm keinen Vorwurf mehr. Er tut mir leid. Er war nur ein Kind.

Vorwürfe mache ich aber den Klassenkameraden, die mich gegen das Unrecht erst dann verteidigen konnten, als mein Hintern in einer Levi’s steckte. Und ganz besonders den Lehrern, den sogenannten Pädagogen, die von all dem wussten, die es mitbekamen und die nichts unternahmen, außer mir, dem Opfer, zu einem Schulwechsel zu raten. Auch meinem damaligen Chef und seiner Personalchefin. Erwachsene sollten es wirklich besser wissen.foto_1_nomobbing

Mobbing ist eine Waffe

Es liegt mir fern, anderen Menschen weh zu tun. Ich bin, wie auch meine Söhne, mit einer gehörigen Portion Empathie gesegnet, die es mir unmöglich macht, ein böser, gemeiner und niederträchtiger Mensch zu sein. Manchmal wünschte ich mir wirklich, ich wäre ein Arschloch – dann wäre vieles leichter. Wie oft habe ich die Empathie schon verflucht!

Aber so bin ich nun mal und ich kann nur hoffen, dass meinen Söhnen das Mobbing erspart bleibt und sie ihre Schulzeit genießen können. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, dass meine Kinder keine Täter werden – und wenn sie Opfer werden, werde ich wie eine Löwin für sie kämpfen.

Ich hoffe, dass irgendwann gegen die Täter vorgegangen wird.

Ich hoffe, dass auch die Lehrer das Ausmaß dessen verstehen, was Mobbing in der Schule anrichten kann. Mobbing ist eine Waffe. Mobbing ist eine Waffe, die schärfer ist als jedes Messer und die einen Menschen für den Rest seines Lebens entstellen kann. Mobbing ist lebensgefährlich. Niemand würde es tolerieren, dass ein Kind in der Schule andere mit einem Messer verletzt. Hört auf, zu tolerieren, dass Kinder andere Kinder durch Mobbing verletzen. Wie? Das müsst ihr herausfinden. Aber das MÜSST ihr. Solange die Schulen das Problem nicht ernst nehmen, wie es der Tochter der Mit-Initiatorin dieser Blogparade widerfahren ist, kann ich nicht glauben, dass die Schulen das Problem in seiner Gänze verstanden haben. Bitte lest dazu auch den Beitrag von Glucke und so der zweiten Initiatorin.

Ich hoffe, dass auch Firmen irgendwann erkennen, dass sie Menschen so zerstören. Ihr seid erwachsen, Herrgottnochmal! Denkt nach!

Ich stehe in der Asche und rufe: „Hört. Endlich. Auf!“

Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, diese Hölle zu überwinden und stehe nun hier in der Asche und rufe: „Hört auf. Hört endlich auf mit dem Scheiß. Das Leben ist zu f*cking kurz und zu f*cking kostbar, um es so kaputt zu machen. Hört auf zu mobben. Helft denen, die gemobbt werden. Steht für andere auf und stellt euch vor sie. Sagt dem Täter: Hör auf! Stoppt das Victim Blaming!

Und ja, trotz allem: Helft auch denen, die mobben, denn es sind unglückliche Menschen. Verletzte Menschen, die um sich schlagen, weil sie nicht anders können.“



Habt ihr Ähnliches erlebt? Wart ihr Mobbing-Opfer, oder vielleicht Täter? Wenn ihr darüber erzählen möchtet – und vielleicht sogar an der Blogparade teilnehmen möchtet, schreibt uns eine E-Mail an knusper@kruemelundchaos.de. Wir veröffentlichen euren Gastbeitrag auf unserer „Krümel und Chaos“-Seite. Auf Wunsch auch anonym.

Keine Panik! Warum ich gerne weniger Angst hätte

#ichwürdegerne #Blogparade

Wie ich mich verändert habe – und wie ich gerne wäre

Mein Leben hat sich, seitdem ich Kinder habe, grundlegend verändert. Ich habe mich verändert. Das war mir natürlich bewusst – wie? Ich bin äußerlich wie innerlich weicher geworden, meine Ecken und Kanten sind runder, ich trinke beinahe keinen Alkohol mehr – mein geliebtes Feierabendglas Weißwein ist fast passé – ich mag keine Horrorfilme mehr und ertrage keine Bücher oder Filme mehr, in denen Kindern etwas geschieht. Das sind die trivialen Dinge.

Ich weiß nun, was eine Löwenmama ist. Ich weiß nun, was man alles für einen anderen Menschen tun würde. Ich erlebe alle Gefühle intensiver, tiefer und stärker. Ich weiß, wie toll es ist, wenn man seine Kinder heranwachsen sieht und die großen und kleinen Meilensteine miterlebt.

Ich weiß nun aber auch, was Angst ist. Ich weiß nun, wie es ist, wenn das Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft und immer selbstständiger und selbstständiger wird.

Ein besserer Mensch dank Kindern?

Bin ich ein besserer Mensch geworden? Ja, ich denke schon. Ich bin verständnisvoller geworden, urteile nicht mehr so schnell. Ich sehe viele Dinge, die zwei Seiten haben. Schwarz-Weiß gibt es nicht mehr, dafür aber eine riesige Palette an Grautönen – weit mehr als 50…

Trotzdem bin ich weit davon entfernt, die Mutter zu sein, die ich sein möchte. Von den alltäglichen Dingen – dass ich geduldiger sein möchte, ausgeschlafener, zeitweise weniger genervt und weniger das Smartphone nutzen – mal abgesehen, sind es viel größere und wichtigere Dinge, die ich mir für meinen Alltag und mein Leben mit den Kindern wünsche.

Von ihrem ersten bis zu deinem letzten Atemzug

#ichwürdegerne weniger Angst um meine Kinder haben. Meine Jungs werden so schnell groß. Die Idee, dass ich einmal die coolste Mama der Welt sein würde, musste ich in dem Moment begraben, als ich meinen Erstgeborenen in den Armen hielt.

Der Gedanke, dass ich dieses kostbare Wesen einmal allein auf den Weg zur Schule schicken muss? Raubt mir den Atem. Der Gedanke, dass er oder sein Bruder irgendwann die Nächte durchmachen? Allein in Urlaub fahren? Oder noch schlimmer, so wie ich, für einige Zeit ans andere Ende der Welt gehen könnten? Da bleibt mir fast das Herz stehen. Trotzdem weiß ich, irgendwann wird es soweit sein und das ist auch gut so – aber ich hoffe, ich werde dann nicht verrückt vor Angst.

„Wird das irgendwann aufhören, dass man sich solche Angst und Sorgen macht?“ fragte ich kurz nach der Geburt meines ersten Kindes, von der Intensität der Gefühle – aller Gefühle – überrascht. „Nein“, war die Antwort. „Von ihrem ersten bis zu deinem letzten Atemzug, wirst du Angst um deine Kinder haben. Die Kunst ist es, sie damit nicht zu behindern, sie nicht einzuschränken und ihnen die Freiheit zu geben, die sie brauchen. Ihnen Wurzeln und Flügel  geben. Die Angst ist von jetzt an Teil deines Lebens. Das ist der Preis, den wir Mütter zahlen.“

Die Welt macht mir Angst

#ichwürdegerne weniger Angst vor der Welt haben. Terror. Krieg. Hass. Gewalt. Zwei Zwölfjährige prügeln einen Gleichaltrigen ins Koma – wegen ein paar fucking Spielkarten. Im Internet tobt der Hass und langsam scheint er herauszukriechen, in unser aller Leben zu sickern und mit seinen schwarzen, schmutzigen Fingern nach Herzen und Hirnen zu greifen.

Ich möchte, dass die Welt ein sicherer Ort ist. Ich möchte, dass meine Kinder sich sicher fühlen können. Ich möchte, dass die Menschen einander helfen, sich unterstützen und jeden Tag ihr Bestes tun.

Ich möchte meine Kinder nicht abhärten müssen, ich möchte, dass sie mit ihrer starken Empathie die Welt zu einem besseren Ort machen, an dem niemand abgehärtet sein muss, sondern die Schwachen schwach sein dürfen und die Starken stark.

Optimistisch und aufgeschlossen

#ichwürdegerne an jedem Tag optimistischer und positiver sein und meinen Kindern das mit auf den Weg geben, damit sie starke und glückliche Menschen werden, die das Gute erkennen und genießen, wenn es da ist.

#ichwürdegerne jedem Menschen und jedem Tag unvoreingenommen und aufgeschlossen begegnen – und meinen Kindern ein gutes Beispiel sein. Ich möchte mutig sein, und meinen Kindern so zeigen, was Mut ist. Ich möchte für andere einstehen und meinen Kinder zeigen, wie es sein sollte in der Welt. Gleichzeitig möchte ich, dass sie schlechte Menschen erkennen und ihnen ohne großes Federlesen den Rücken kehren. Sich nicht innerlich von ihnen vergiften und entmutigen lassen.

#ichwürdegerne die Welt in schlechten Zeiten vorspulen und in guten Zeiten alles in Slow Motion erleben und genießen. Ganz besonders die Kindheit meiner Jungs. Denn sie werden so schnell groß!

Dieser Beitrag ist Teil der #Blogparade der Zeitschrift „Leben & erziehen“, mehr darüber findet ihr hier.