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Dinner gone wrong – Ein lauschiges Essen am Kamin

Aus der Anekdotenkiste…

Meine Familie hatte sich zum Urlaub an der Nordsee versammelt. Mama, Papa und Klein-Tanja ebenso wie Oma, Opa, Tante und Cousinen. In verschiedenen Ferienhäusern – wir wollten nicht unbedingt zusammen Urlaub machen, aber man traf sich zwischendurch.

Eines Abends wollten wir essen gehen und  probierten mit einem befreundeten Ehepaar, Doro und Dieter, ein neues Restaurant aus. Nicht wirklich neu, aber wir waren noch nie dagewesen, da wir am Urlaubsort unsere „Stamm-Lokale“ hatten. Wir ahnten ja nicht, wie „neu“ die Erfahrung werden würde…

„Wer hat das Eis bestellt?!“

Als wir das Lokal betraten, herrschte eine komische Stimmung. Alle Gespräche verstummten, man starrte uns mit einer Mischung aus Neugierde und Belustigung an. Wir setzten uns an einen großen Tisch und durchforsteten die Speisekarte, bestellten – soweit alles normal. Wir bekamen mit, dass sich einige Gäste beschwerten, man müsse zu lange warten – dass sie bereits mehr als zwei Stunden warteten, erfuhren wir erst später.

Auftritt Kellner. Wie Freddy Frinton schoss dieser in den Gastraum und rief „WerhatdassssEisbestellt?“ Zuerst verstanden wir ihn nicht, er wiederholte „Dasssseis? Keiner?“ und verließ den Raum.

„Hab ich das richtig gesehen? Lag auf dem Eis Petersilie?“, fragte Doro ungläubig in die Runde. Die Nebentische prusteten los.

Auftritt Kellner – die Zweite. Wieder raste er torkelnd in den Gastraum und rief, exakt den gleichen Becher balancierend, „WerhatdenKrabbencocktailbestellt?“

Nun prusteten auch wir, denn der war für Doro.

Während wir auf die Hauptspeise warteten, hatten wir viel (viel, viel, VIEL) Zeit, zu beobachten, was an den anderen Tischen so abging. Da wurde Essen serviert, das niemand bestellt hatte, es war kalt, Pommes noch gefroren… Die Gäste schienen resigniert zu haben und es wurde viel gelacht.

Mikado und kalter Tintenfisch

Wurde Essen serviert, kam eine gespannte Stille über den Raum und alle guckten den hungrigen Gast erwartungsvoll an – was würde jetzt wieder schief gehen? Dieter bekam seinen Schaschlik-Spieß serviert.

Mikado zum essen

Foto: Pixabay (SgH)

Er blickte verschmitzt in die Runde und sagte „Also, wenn da jetzt ein Mikado-Stäbchen drin ist, habt ihr mich aber hier liegen…“ Alle lachten, dann sah der gesamte Gastraum ihm dabei zu, wie er mit seiner Gabel laaangsam das Fleisch vom Stäbchen zog – und zwar VON SEINEM VERDAMMTEN  MIKADO-STÄBCHEN!!! Der Saal explodierte vor Lachen und Dieter wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

Unzählige Male torkelte indes der Kellner durchs Lokal, servierte er Schnaps stand immer ein überzähliges, leeres Pinnchen auf dem Tablett. Seine Ähnlichkeit mit James von „Dinner for One“ wurde immer frappierender, es fehlte nur noch der Tigerkopf.

Entschuldigung, der Koch ist betrunken!

Die Wirtin versuchte zu retten, was zu retten war und so fand einiges Essen tatsächlich zum richtigen Besteller.

Ihre Erklärung „Entschuldigung, aber mein Koch ist betrunken!“ wurde unisono mit „Dein Kellner auch!“ quittiert. „Jaaa, aber das is der ja immer!“ antwortete sie schulterzuckend.

Als mein Vater, als letzter unserer Runde, endlich seine Calamari Fritti bekam, hatten wir bereits so viel gelacht, dass uns die Bäuche wehtaten. Mein Vater probierte seine Tintenfischringe und verzog angewidert den Mund. „Kalt. Kühlschrank-Kalt. Ich möchte bitte zahlen!“, sagte er zur Wirtin. Die nahm seinen Teller und verließ den Raum.

betrunkener Kellner, essen

Foto: Pixabay (Alexas_Fotos)

Nicht nur betrunken, auch noch groß und stark

Auftritt Koch.

Groß, muskulös und ganz klar voll wie eine Haubitze wankte er mit den kalten Calamari in den Gastraum. „Wo iss der, dem meine Kalllalllamarari nich schmmmeggen? Hmm? Wo isser? Wer will hier nich essen?“

*spielt Western-Duell-Musik ein*

Mein Vater antwortete ruhig „Jo, das wär dann wohl ich!“ und der Raum verfolgte atemlos und gebannt die Situation.

Der Koch stellte den noch vollen Teller vor meinen Vater und krempelte seine Ärmel hoch. Um stehen zu können, stützte er sich auf einem Stuhl ab.

„Wasssisn damit jetzt nich in Ooooordnung, hm? Sinddie nich lecker, odddawas?“

Leicht eingeschüchtert antwortete mein Vater „Nun ja, die sind ziemlich kalt und kalte frittierte Sachen, besonders Calamari, mag ich nicht essen…“

„WILLSUDAMITSAGENICHKANNNICHKOCHENODERWAS?“, lallte es ihm entgegen.

Mein Vater schätzte die Situation ab und besah sich die muskelbepackten Arme des Mannes. Und machte eine Kehrtwende.

„Neiiiiiin, also, niemals!  Würd ich nie sagen! Ich probier nochmal eben, ja? Wow! Ganz toll. Die schmecken gut! Nomnomnom. Siehst du, ich esse ja schon!“, mümmelte er.

Der Koch beugte sich herunter, das Gesicht nur Zentimeter von dem meines verdutzten Vaters entfernt und sah ihm in die Augen. Er schwankte vor ihm hin und her, richtete sich abrupt auf, sprach „Na, dannisssjagut.“ und torkelte zurück in seine Küche.

„Bloß weg hier!“ rief mein Vater, zahlte und wir verließen das lustige Haus.

Ab in die Familien-Anekdoten-Kiste

Draußen angekommen atmeten wir durch.

Was war DAS denn?“, fragten wir uns, als die zweite Tür (der Laden hatte zwei Ein- bzw. Ausgänge, die zu zwei Gasträumen führten) des Restaurants sich öffnete und… mein Opa heraustrat.

Den Krückstock schwingend, den Hut vor Wut ganz schief auf dem Kopf fuchtelte er wild in der Luft herum „Was war das denn? Das war eine Frechheit, war das! Sowas hab ich ja noch nie erlebt!!!“ Ihm nach folgten meine Oma, Tante und Cousinen. Wir standen voreinander auf dem Parkplatz und brachen in schallendes Gelächter aus. Im anderen Gastraum sitzend, hatten sie Ähnliches erlebt wie wir.

Kellner und Koch waren, wie wir hinterher von anderen Gastronomen erfuhren, dafür bekannt, gern mal zu tief uns Glas zu schauen und auch die Wirtin soll das Ganze nüchtern nicht verkraftet haben. In kulinarischer Hinsicht war der Abend alles andere als erfüllend – aber wir möchten ihn nicht missen: Seit nunmehr 24 Jahren erheitert uns die Erinnerung und hat einen Ehrenplatz in der familiären Anekdotenkiste bekommen.

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Ein feuriges Chili con Carne – dem Ehemann zum Geburtstag

Mein Ehemann, der junge Hüpfer, ist zwei Monate jünger als ich und hat bald Geburtstag. Und er hat sich sein Lieblingsgericht gewünscht: Chili con Carne! Das soll er haben, ihm zu Ehren nun dieses Rezept. Ihm kann es gar nicht feurig genug sein – ich lasse es seit den Schwangerschaften etwas ruhiger angehen. Ich koche es immer so, dass es sehr mild ist und stelle zusätzlich Chiliwürze, Tabasco und frische Chili zum Nachwürzen bereit.

Die Menge: Es reicht für sechs bis acht hungrige Personen. Ihr seid nur zu zweit? Kein Thema, siehe unten. Man kann es wunderbar für später einfrieren.

Die Vorteile:

  • Mag fast jeder, macht satt und glücklich.
  • Man bereitet es am besten ein bis zwei Tage vorher zu, dann kann das Chili schön durchziehen! So hat man am Tag der Feier nicht noch das Kochen vor der Brust.
  • Und: Reste lassen sich prima einfrieren! Der Mann sagt, aufgetaut schmeckt es fast noch besser.

Hier nun DAS Rezept:

300 g Kindeybohnen

1 Dose Mais

2 große Zwiebeln

2 – 3 Knoblauchzehen

2 Bund Suppengrün

Bitte verwendet nur glücklich lächelnde Paprika.

2EL Olivenöl

500 g Rinderhackfleisch

2 TL Paprikapulver

Salz, Pfeffer, Thymian

2 Lorbeerblätter

2 – 3 frische, rote Chilischoten

2 rote Paprika

 

5 Fleischtomaten

2 Tuben Tomatenmark

0,7 Liter Brühe

Die Zubereitung – bitte mit Liebe:

Den Mais und die Kidneybohnen aus ihren Dosen befreien und zum Tummeln in ein Sieb legen. Sie müssen nun geduscht werden, bis das Wasser klar ist. Dann dürfen sie eine Weile im Sieb abhängen.

Zwiebeln, Knoblauch und Suppengrün fein würfeln und in goldenem Olivenöl in einem groooooßen Topf anbraten. Das Hackfleisch hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Lorbeerblätter hinzugeben. Chilis und Paprika entkernen und fein würfeln – für die Chili zieht ihr euch am besten Einmal-Handschuhe an, es brennt sonst fies überall da, wo ihr kratzt – dann zum Hackfleisch geben.

Die Fleischtomaten müssen barbarisch gehäutet werden: Dazu ritzt ihr am Popo der Tomaten ein Kreuz ein. Als wäre das nicht schon brutal genug, werft ihr sie kurz in kochendes Wasser – 30 Sekunden pro Tomate reichen. Dann lasst ihr die armen Gemüse abkühlen, entfernt die Blüte, zieht ihnen die Haut ab und metzelt sie in Stücke. Nun dürfen sie mit in den Topf.

Gebt jetzt das Tomatenmark und die Brühe hinzu und rührt gut um. Bohnen und Mais haben nun genug gewellnesst und können auch mit rein. Lasst das Chili im offenen Topf ca. 2 Stunden lang bei niedriger Hitze vor sich hinköcheln.

Dazu schmeckt am besten ein frisches Baguette und ein kühles Bier!

Lasst es euch schmecken!

Ganz frisch verliebte Paare sollten allerdings vielleicht nach dem Verzehr die Nacht über Abstand halten… ihr versteht…

„Das mag ich leider nicht!“

Wenn mäkelige Esser euch den Nerv rauben.

„Was gibt’s denn, Mama?“

„Nudeln mit Tomatensoße!“

„Oh, das mag ich leider nicht!“

Welche Mutter kennt es nicht? Die allermeisten Kinder, seien sie noch so pflegeleicht, kommen irgendwann in die „Mag-ich-nicht!“-Phase. Das kann für die Eltern eine tägliche Nervenprobe werden, denn man hat ja in der Küche gestanden und das Essen gekocht, obwohl man viel lieber die Beine hochgelegt oder geduscht hätte. Vielleicht war das Essen auch gestern noch das allerliebste Lieblingsessen! Und nicht zuletzt ist das ewige Genöle bei Tisch einfach nicht schön und raubt den Eltern, bei allem aufgebrachten Verständnis, irgendwann den letzten Nerv.

Keine Kritik an Mamas Kochkunst

Es ist jedoch nicht böse gemeint und ganz bestimmt keine Kritik an den mütterlichen Kochkünsten. Aber warum machen unsere Kinder das? Es gibt Kinder, die von Beginn an schlecht essen und die die Nahrungsaufnahme eher als Qual denn als Quell der Freude betrachten. Dann gibt es aber auch Kinder, die ganz normal einfach alles essen und auf einmal – BÄM! – ist sie da, die Mag-ich-nicht-Phase.

Kinder sind nicht so experimentierfreudig, wie Erwachsene. „Kenn ich nicht.“ heißt in vielen Fällen „Mag ich nicht“. Auf einmal ist alles „Igitt!“ und „Bäh!“ – neue, wie auch bekannte Gerichte. Diese Phase kann sich schonmal über Monate, wenn nicht Jahre hinziehen! Daran ist allerdings, kann ich euch beruhigen, noch kein gesundes Kind verhungert und es droht auch kein Skorbut, wenn es mal tagelang nur Spaghetti mit Soße gibt.

Es schont aber nicht gerade die Nerven der Eltern – denn man selbst möchte natürlich nicht jeden Tag das gleiche essen und immer doppelt zu kochen, kann auch keine Lösung sein. Wichtig finde ich hier, dass man nicht alles auf das Kind abstimmt. Ihr könnt keine Nudeln mit Soße mehr sehen – dann gibt es heute auch mal keine!

Das Auge isst mit

Bei manchen Kindern kann es schon helfen, das Essen schön anzurichten, und beispielsweise aus dem Butterbrot einen Hasen mit Gurkenohren zu machen – bei mir war das leider früher kontraproduktiv: Ich fand die Hasen, die mein Papa gezaubert hatte, so niedlich, dass ich sie nicht essen wollte!

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Ähm. Es sollte eine Eule werden. Ich übe nochmal, okay?!

Isst euer Kind wirklich partout kein Gemüse, lässt sich das vielleicht pürierter Form in der Tomatensoße verstecken: Einfach Möhren, Paprika oder Zucchini daruntermischen – und pssssst! Wir verraten euch nicht!

Auch dieser Teller, aufgebaut wie ein Spielfeld, animiert wählerische Esser vielleicht zum Mitessen. Nicola Herrmann, Ernährungscoach, sieht diese Idee, die sicherlich gut gemeint ist, jedoch sehr kritisch: „Das Essen selbst soll Spaß machen, nicht irgendein Nachtisch, der zum Schluss am „Ziel“ wartet. Vielleicht ist das Kind ja schon vorher satt und futtert sich jetzt auf Teufel-komm-raus zum Nachtisch hin – und das Sättigungsgefühl wird ausgetrickst. So bekommt das Dessert einen viel zu hohen Stellenwert, denn es soll ja nicht nur darum gehen.“

Essensverweigerung als Machtkampf

Kinder sind schlau. Sie merken, dass Eltern großen Wert auf (gesundes) Essen legen. Im Alltagsleben haben Kinder noch nicht allzu viel zu sagen – aber was sie essen, das können sie selbst bestimmen: Das grüne Zeugs da kommt nicht in meinen Mund und schon gar nicht in meinen Bauch – nö, no way! Es ist also in den meisten Fällen nichts anderes als ein Machtkampf.

Ein paar Regeln gibt es, die euch helfen können:

  • Esst gemeinsam, alle zusammen – macht ein Ritual daraus.
  • Spiel- und Essenszeit ist klar zu trennen: Beim Essen wird nicht gespielt und auch der Fernseher sollte aus bleiben. Für die Eltern gilt das aber genauso: Smartphone, Tablet und auch die Tageszeitung bleiben jetzt erstmal liegen.
  • Füttert das Kind nicht zwischendurch mit zu vielen Sachen – auch Hirsekringel machen satt. Das Kind sollte schon hungrig sein.
  • Bleibt entspannt: Schreien oder Zwang nützen gar nichts. Auch Überredungsversuche „Ach, komm, probiere doch mal!“ sind meistens eher kontraproduktiv und werden euch nur frustrieren, denn wenn der kleine Dickkopf nicht will, dann will er nicht.
  • Keine Extrawürste! Das Kind wollte Nudeln und jetzt auf einmal Kartoffelbrei – und kaum ist der fertig, will es doch lieber Rührei? Spart euch die Arbeit! Bevor ihr drei Mal oder mehr kocht und am Ende doch auf allem sitzen bleibt.

Und hier kommt nun der Gold-Tipp, der uns den Abend bzw. das Abendessen gerettet hat:

  • Stellt immer ein oder zwei Dinge, die das Kind sicher mag, auf den Tisch. Das kann auch Obst oder Joghurt sein! Wenn ihr das von Beginn an einplant, ist es auch kaum Mehraufwand.
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Mini-Maiskolben, Rote-Bete-Kugeln und Apfelmus – geht bei uns immer!

Bei uns ist das zum Beispiel Rote Bete (ja, ich weiß, seltsam – aber der Kleinling liebt sie!) oder Apfelmus. Geht immer! Das stelle ich einfach mit auf den Tisch. An anderen Tagen sind es Kartoffelgesichter und kleine Tomaten, am nächsten Abend Birne und Joghurt. Wenn das Kind immer etwas Vertrautes, das es gerne isst, auf dem Tisch findet und keinerlei Zwang, doch bitte auch den Brokkoli zu essen, herrscht, entspannt sich die Atmosphäre.

Lieblingsspeisen für alle!

So können Eltern auch ihre eigenen Lieblingsgerichte kochen oder mal etwas völlig neues ausprobieren. Dann isst das Kind halt Baguette und Käse. In manchen Fällen, wie letztens bei der Linsensuppe, ertönte plötzlich ein „Darf ich mal probieren?“ von links und siehe da – es blieb nicht dabei, denn die Suppe schmeckte ihm!

Hier findet ihr ein paar Lieblings-Speisen unseres Kleinlings, die als Beilage Sinn machen und euch vielleicht inspirieren. Am Anfang ist es sicher nicht schlecht, eine solche Liste anzulegen – vielleicht macht ihr sogar einen richtigen Essensplan – und natürliche auch entsprechende Vorräte:

  • Rote Beete
  • Cocktail- oder Cherrytomaten
  • Äpfel, Birnen, Mango oder Weintrauben
  • Gurken, frisch oder eingelegt
  • Baguette (oder Brötchen, in Scheiben geschnitten)
  • Schupfnudeln, Nudeln oder Reis
  • Käse(würfel) oder Fleischwurst
  • Joghurt
  • Apfelmus (gibt es auch in leckeren Varianten, Apfel-Mango-Mark zum Beispiel)
  • Kartoffelgesichter – selbstgemacht oder TK-Ware
  • Pommes, Pizza, Fischstäbchen, Chicken-Nuggets (ist ja klar!)

Die fünf Zauberworte

Das, kombiniert mit den fünf Zauberworten, sollte euch ein entspannteres Essen ermöglichen. Der Schlüssel heißt hier, wie so oft: Entspannung. Nehmt – auch für euch – einfach mal den Druck raus. Kinder merken es, wenn ihr selbst angespannt seid und sie bei jedem Bissen beobachtet. Habt ihr schonmal gegessen, während euch jemand die ganze Zeit angeguckt hat? Das macht echt keinen Spaß!

Es ist leichter gesagt, als getan, aber auch ihr werdet euch daran gewöhnen. Die fünf Zauberworte lauten

DU MUSST DAS NICHT ESSEN.

Ihr habt ein fantastisches Blumenkohl-Curry gekocht? „Das mag ich nicht!!!“ kreischt es von den Rängen! „Du musst es nicht essen.“, ruhig vorgetragen, deeskaliert die Situation. Schiebt die Schale mit Brot in die entsprechende Richtung und genießt euer Essen. Wer weiß, vielleicht wird es ja doch auf einmal interessant.

Bitte sagt es ganz ruhig und wertfrei und nicht passiv-aggressiv oder schnippisch daher. Wenn das Gesagte und die Botschaft (die ihr mit der Art, wie ihr es sagt, vermittelt) nicht übereinstimmen, verwirrt es die Kinder nur. Die Kleinen haben noch keinen Sinn für Sarkasmus und können noch nicht „zwischen den Zeilen“ lesen.

„Genau das ist wichtig“, sagt auch Nicola Herrmann. „Kinder dürfen essen, sie müssen es nicht tun!“ Und wenn man genau darüber nachdenkt, hat sie Recht! Euer Kind muss das wirklich nicht essen. Alternativen sind ja da. Es kann sich das nehmen, was es mag. Und wenn es einen Abend lang nur Brot isst. Oder Tomaten. Denn mal ehrlich: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Dass das Kind in der Nacht aufwacht und hungrig ist? Dann ist das eben so (es ist wider Erwarten bei uns allerdings noch nie passiert!). Und keine Panik: Das Kind wird nicht verhungern!

Wutanfälle wird es übrigens trotzdem geben, aber Kinder sind nun einmal Kinder und das gehört einfach mit dazu.

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Kartoffelgesichter, Würstchen, Gurken-Tomaten-Salat, Gurken und Tomaten pur – und als Nachtisch frische Ananas mit selbstgemachtem Zimtsirup.

Appetitschwankungen oder Füllstoffe

Dass ein Kind mal mehr oder mal weniger Hunger hat, ist auch normal. Es lernt noch und auch der Magen ist noch im Trainings-Modus. Man darf nicht vergessen, dass dieser noch recht klein und auch schnell gefüllt ist. Isst ein Super-Esser auf einmal weniger, kündigt sich vielleicht eine Erkältung an.

Hat das Kind vielleicht heute im Kindergarten zum Frühstück oder Mittag eine riesige Portion verdrückt? Klar, dass dann später kaum noch etwas reinpasst. Wenn ihr euch unsicher seid, beobachtet euer Kind mal ein oder zwei Tage ganz genau und schreibt auf, was es alles gegessen hat oder fragt im Kindergarten nach.

Bei Sorgen zum Arzt!

Macht ihr euch Sorgen oder verliert euer Kind drastisch an Gewicht, ist natürlich der Gang zum Kinderarzt notwendig. Auch wenn jegliche Nahrungsaufnahme komplett verweigert wird, ist das ein Grund zur Sorge – das wird aber in der Regel nicht vorkommen und hat meist ernsthafte Auslöser, die nichts mit dem Essen zu tun haben. In diesem Falle ist die Nahrungsverweigerung ein Symptom, das professioneller Hilfe bedarf.

Und nun: Guten Appetit!

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Nicola Herrmann. Nicola ist gelernte Hebamme sowie Ernährungs- und Bewegungscoach. Sie gibt Webinare zum Thema Baby- und Kinderernährung und es lohnt sich wirklich, mal auf ihrer Homepage oder auf ihrer Facebook-Seite vorbeizuschauen. Hier findet ihr konkrete und familientaugliche Tipps, wie ihr vollwertige Ernährung, gesunde Gewichtsreduktion und einen relaxten Familientisch realisieren könnt.

Unser – völlig zuckerfreies – Bonbon für euch: Wir schenken euch Nicolas Mini-Kochbuch!

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Frühstück mal anders: Gegrilltes Toast mit Käse, Tomate-Mozzarella, Camenbert-Preiselbeer und Käse-Schinken-Salami gefüllt. Für jeden was dabei!