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Von Träumen und Chancen – Auf Wiedersehen in 2018

Eine persönliche Rückschau

Das Jahr ist nun fast vorbei. Ein paar Stunden noch, dann ist 2018. Seit vier Jahren bin ich Mama. Es ist ganz anders, als ich es mit je in meinen Träumen ausgemalt habe. Seit vier bzw. zwei Jahren rasen hier zwei wundervolle, kleine Menschen durch mein Leben, strapazieren meine Nerven, beleben meine Nächte und lieben mich um den Verstand.

Ohne meine Söhne gäbe es diesen Blog nicht. Ohne meine Söhne hätte ich wohl nicht meinen Traum-Job bekommen.

Was ich mal geträumt habe

Erlaubt mir, ein bisschen weiter auszuholen.

Ich wollte immer Journalistin werden, oder Autorin. Ich verschlang Bücher, in denen die Protagonistin zur schreibenden Zunft gehört und in der Schule waren die einzigen Hausaufgaben, die ich richtig gerne machte, Aufsätze und Essays.

Ich hatte viele Träume, der vom Journalisten-Dasein scheiterte am schlechten Abi, ich hatte leider nämlich auch zu wenig Ehrgeiz. Also wurde ich Fremdsprachenkorrespondentin und arbeitete als Sekretärin. Das konnte ich gut, aber geliebt hab ich‘s nicht. Meine Kreativität schlummerte tief.

Zeitverträge – Familienunfreundlicher geht’s kaum

Ich wollte auch immer Mama werden. Als ich mit Locke schwanger war, hatte ich nur einen Zeitvertrag. Ein Kraftwerk sollte gebaut werden und das ist irgendwann fertig – noch nicht ganz, als ich ging. Nicht mal bis zum Mutterschutz wurde ich beschäftigt, einen Monat früher musste ich gehen – die Rennerei zum Arbeitsamt hätte ich mir gern gespart.

Aber darum soll es hier nicht gehen. Ein Job mit Kind? Unzählige Bewerbungen, ebenso viele Absagen. Die Selbstständigkeit lief nicht wie erträumt – es gibt einfach Menschen, die sind dafür wie geschaffen, aber ich gehöre nicht dazu. Ich brauche mehr Sicherheit.

Krümel und Chaos wird geboren

Wir starteten Krümel und Chaos und ich merkte, wie sehr mir das Schreiben gut tat. Kreisten die Gedanken sonst unablässig in meinem Kopf herum und besuchten mich sogar in meine Träumen, ließen sie mich, einmal zu Papier gebracht, in Frieden. Mein Denkarium.

Der Zuspruch von euch, Krümler und Krümlerinnen, Chaotinnen und Chaoten, tut unglaublich gut!

Oft denke ich, ich gestehe hier nun eine Unfassbarkeit, die mich dem Prädikat „Schlechte Mutter“ näher bringt – und dann kommt ihr und viele andere und sagen „Hey! Genau wie bei uns!“ oder „Das kenne ich auch!“ Und schon ist mein Gewissen ruhiger und ich sehe mit Zufriedenheit, dass ich gar nicht allein bin.

Ich danke euch dafür!

Vom Träumen zum Traumjob

Über meinen Blog wurde ein kleiner, lokaler News-Blog auf mich aufmerksam, für den ich seither arbeite. Im Homeoffice, von zuhause. Es ist ein richtiger, kleiner Job – ich schreibe und verdiene damit tatsächlich Geld. Eine richtige Journalistin bin ich nicht, aber dafür darf ich mich Redakteurin nennen. Ich bin glücklich!

Ich habe liebe Kollegen und Kolleginnen – das Teamwork funktioniert meistens wirklich gut. Durch Krümel und Chaos habe ich aber auch andere Bloggerinnen kennengelernt und es sind tatsächlich Freundschaften, aber auch Kooperationen entstanden, unter anderem auch mit eltern.de (vielen Dank hier an Anke

Wolkenwerkstatt

Es bedurfte nur eines einzigen Artikels – und schon begann eine zarte Freundschaft. Susanne von Hallo liebe Wolke und ich verstehen uns nicht nur sehr gut, wie haben zusammen auch viele schöne, kreative Ideen, an deren Umsetzung wir 2018 arbeiten werden. Freut euch drauf, wir tun es!

Ich möchte euch eines sagen, liebe Leserinnen und Leser: Hört niemals auf zu träumen! Fangt an, ganz klitzeklein, vom Laptop aus am Küchentisch vielleicht. Habt Geduld und Vertrauen in euch selbst. Wenn euer Bauchgefühl euch stärkt, hört darauf und lasst den Zweiflern und Pessimisten keinen Raum!

Nehmt Kritik als Ansporn zur Verbesserung und Zweifel als Motivation, es allen zu zeigen. Irgendwann.

Es wird…

Alles wird… Ich sag jetzt nicht gut. Aber es wird. Vielleicht nicht so wie geplant, erhofft, geträumt – vielleicht ganz anders. Aber ihr werdet sehen, auch das muss nicht schlecht sein! Haltet durch! Glaubt an euch!

Ihr alle seid tolle Eltern. Fehler machen wir alle. Die Kunst besteht darin, sich immer mal wieder zu hinterfragen und offen für andere Ansätze zu sein. Man muss ja nicht tun, was andere für richtig halten. Aber aus der großen Menge der richtigen und einzig wahren Erziehungsstile eine Schnittmenge für euch selbst zu finden, mit der ihr leben könnt, dabei möchten wir euch helfen, indem wir für euch Beiträge recherchieren, schreiben und Artikel teilen!

Wir danken euch für all das Lesen, Kommentieren, Teilen und Mut machen, für eure Meinung und Kritik, euer Lob und eure Geschichten! Wir hätten nie zu träumen gewagt, wie viel Spaß es mit euch macht!

Kommt gut und krümelig ins neue Jahr, ihr Lieben!

Träumen mit Familie Chaos

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

We wish you a merry Christmas!

Es ist Weihnachten!

Wir möchten euch und eure Familie heute nicht mit einem langen Text oder vielen Bildern aufhalten. denn ihr werdet anderes zu tun haben, als bei uns zu lesen. Müsst ihr auch noch Geschenke einpacken? Den Baum schmücken? Geht ihr heute in die Kirche? Singt ihr Lieder? Müsst ihr das Festessen noch vorbereiten? Klingt nach Stress – das soll es nicht.

Es ist die Zeit

Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe. Zeit für Plätzchen, Tannenduft, leuchtende Kinderaugen und zarte Glöckchenklänge. Zeit für Wunder und Wundersames. Zeit für Liebe und Umarmungen. Zeit für ganz viel Zärtlichkeiten und Kuschler. Zeit für Herzen und Sterne – am besten aus Plätzchenteig.

Zeit für stimmungsvolle Lieder, für ein Extra-Lächeln und ein zusätzliches Wort der Freundlichkeit für alle Mitmenschen. Zeit für ein Danke mehr. Es ist Weihnachten!

Habt euch lieb!

Wir wünschen ganz und gar unperfekte – dafür umso schönere – Weihnachten und schließen diesen Beitrag mit einem unserer Lieblingsgedichte:

Der Traum

von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Ich lag und schlief; da träumte mir
ein wunderschöner Traum:
Es stand auf unserm Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.

Und bunte Lichter ohne Zahl,
die brannten ringsumher;
die Zweige waren allzumal
von goldnen Äpfeln schwer.

Und Zuckerpuppen hingen dran;
das war mal eine Pracht!
Da gab’s, was ich nur wünschen kann
und was mir Freude macht.

Und als ich nach dem Baume sah
und ganz verwundert stand,
nach einem Apfel griff ich da,
und alles, alles schwand.

Da wacht‘ ich auf aus meinem Traum,
und dunkel war’s um mich.
Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
sag an, wo find‘ ich dich?

Da war es just, als rief er mir:
„Du darfst nur artig sein;
dann steh‘ ich wiederum vor dir;
jetzt aber schlaf nur ein!

Und wenn du folgst und artig bist,
dann ist erfüllt dein Traum,
dann bringet dir der heil’ge Christ
den schönsten Weihnachtsbaum.

Der Ganzjahres-Wunsch

Von Wünschen, Weihnacht und einem Hund namens Bella.

Habt ihr Wünsche? So richtige Herzenswünsche? Dinge, die bei euch ganz, ganz tief im Herzen sind und die ihr vielleicht schon lange mit den vielen kleinen Alltagssorgen begraben habt?

Die Weihnachtszeit naht mit großen Schritten und ich denke viel nach. Über das Fest an sich, die Adventszeit und über Wünsche. Als Kind war Weihnachten die beste Zeit des Jahres! Da war so ein Gefühl in meinem Bauch, ein warmes und wohliges.

Wünsche hatte ich viele. Eine neue Barbie, ein Barbie-Pferd, Bücher, Bücher, Bücher. Mit generösen Eltern und Großeltern gesegnet, bekam ich meistens das, was der Wunschzettel hergab. Bis auf die Cherry-Merri-Muffin, die meine Mama für Quatsch hielt, aber das ist eine andere Geschichte. Aber es gab einen Wunsch, der hielt das ganze Jahr an.

Ich wünsche mir (k)ein Pony!

Wie jedes kleine Mädchen wünschte ich mir natürlich auch ein Pferd, aber das eher so halbherzig – ich konnte ja gar nicht reiten. Meine einzige „Schnupperreitstunde“ hatte zu meinem Entsetzen in einer Reithalle stattgefunden, in der sämtliche Eltern am Rand der Bahn standen und einige zusätzlich in einem Café oben drüber saßen und zusahen. Juhuu, Präsentierteller – voll meins. Nicht.

Natürlich kam ich – mit kurzen Beinen gesegnet – erstmal gar nicht auf das Tier hinauf und viel schneller wieder hinunter, als es mir lieb war: Ich rutschte nämlich direkt auf der anderen Seite wieder vom Sattel und landete mit der Nase im Streu. Zur Belustigung aller – und da ich seit jeher für niemanden den Clown in der Manege gebe, auch nicht mit neun Jahren, war das mein letzter Auftritt in der Halle.

Geritten bin ich halbherzig auf den Shetlandponies eines Bekannten, aber für ernsthaften Reitsport fehlte mir nach dem kleinen Trauma der Willen. Heute bereue ich das ein wenig, ich würde gerne reiten können.

Ein Kinderkönigreich für einen Hund!

Also, Pferd: Nice to have, muss aber nicht.

Was ich wirklich unbedingt wollte, in jeder Sekunde, mit jeder Faser, aus der Tiefe meines kleinen Herzens, war ein Hund. Das war mein Ganzjahres-Wunsch. Ich liebte den Hund des Nachbarn und träumte jede Nacht davon, selbst einen zu haben, denn so ein ausgeliehener Nachbarshund ist einfach nicht das Gleiche. Nach dem abendlichen „Müde bin ich, geh zur Ruh“ mit meiner Mama schickte ich an jedem Abend noch einmal den Wunsch nach einer Fellnase hinterher.

Und wenn man es sich ganz doll wünscht, wird es irgendwann wahr. Bestimmt. Und obwohl ein Hund nicht in die Tüte kam, weil mein Vater keine Hunde mochte, hatte das Universum eine Überraschung für mich auf Lager.

Hier liegt ein Hund

Wir waren im Urlaub in Neuharlingersiel, da rief meine Oma an: „Hier liegt ein Hund!“ sagte sie. Ein Bittewas?! Ein Hund!? Ein Hund! Mein Hund! Endlich!

Und nun, liebe Leser und Leserinnen, folgt eines der Mysterien meiner Kindheit: Ein Hund. Lag vor dem Schlafzimmerfenster meiner Großeltern. Eines Morgens, einfach so. Als hätte er schon immer dort hingehört. Der Garten war damals noch durch ein mannshohes Tor, eine Hecke und einen Maschendrahtzaun gesichert – wie der Hund dorthin gekommen war, ist und bleibt ein Rätsel.

ich wünsche mir einen Hund

Foto: Pixabay (Alexas_Fotos)

Es war auch kein kleiner Schoßhund: Es handelte sich um einen ausgewachsenen Bernhardiner. Den konnte also niemand mal eben über den Zaun geworfen haben und auch in der dornigen Hecke war nirgendwo ein Loch, das groß genug für so ein riesiges Tier war. Na gut, vielleicht war das Tier durch den Graben hinter dem Haus gekommen, doch auch dort war ein Zaun. Und warum lag dieser Bernhardiner ausgerechnet vor dem Schlafzimmerfenster meiner Großeltern? Was lag darüber? Mein Kinderzimmer!

Ganz klar: Weil es mein Hund war! Ich war glücklich! Ein Hund! Und nicht irgendeiner! Ein riesiger, kuscheliger Bernhardiner! Aber – Moment mal – liebes Universum, was ist denn das für ein Timing?! Ich bin doch im Urlaub!

Bella muss wieder weg

Der Urlaub war kurz darauf beendet und wir fuhren heim. Die Hündin – ja, ein Mädchen – war bei unseren Nachbarn untergebracht worden, die sie Bella getauft hatten. Bella war toll. Groß und massig und kuschelig! Riesig! Ja, genau so einen Hund hatte ich gewollt!

„Wir haben schon einen Anzeige geschaltet und Zettel aufgehängt“, erklärte meine Oma. „Wozu?“ fragte ich. „Na, der Hund muss zurück zu seiner Familie!“

Aber, sie ist doch mein Wunsch!“ Niemand hörte auf mich.

Mein kleines Herz zerbrach. Da hatte ich endlich meinen Hund bekommen – und musste ihn wieder abgeben. Bellas Familie meldete sich nicht, niemand vermisste das große Tier. Natürlich! Es war ja auch meins und nur für mich auf der Welt! Es war mein wahrgewordener Wunsch!

Am Ende adoptierte mir einer der Müllmänner, ein Mann, der toll pfeifen konnte und ein großes Herz hatte, meine Bella vor meiner Nase weg.

Wünsche können wahr werden

Was habe ich daraus gelernt? Wünsche können tatsächlich wahr werden. Wünscht man sich etwas richtig doll – und manchmal muss man auch selbst kräftig daran arbeiten – wird es irgendwann tatsächlich wahr.

Wo Bella herkam, ist bis heute Mysterium.

Meine Kinder wünschen sich ein größeres Haus mit mehr Platz zum spielen. Sie wünschen sich sämtliche Feuerwehrmann Sam-Spielzeuge und Bob, der Baumeister steht auch hoch im Kurs. Sie wünschen sich ein neues TipToi-Buch und viele lustige, bimmelnde, quietschende, blinkende Dinge.

Und der kleine Zwockel? Der wünscht sich einen Hund.

Und eines verrate ich euch: Bald, ganz bald – nicht in diesem und auch noch nicht im nächsten Jahr, aber bald. Da wird sein Wunsch wahr.

Und meiner.

Unsere Familienplanung ist abgeschlossen – wirklich?

Warum wir zu viert bleiben

Ich wollte immer zwei Kinder haben – ich habe zwei Kinder. Wir sind glücklich zu viert. Eigentlich könnte ich hier nun aufhören zu schreiben.

Immer wieder werde ich gefragt, ob wir noch ein Kind möchten – unsere Antwort ist immer dieselbe: „Nein, wir sind komplett!“ Auch die Antwort der Anderen ist meist gleich: „Ach, abwarten, das kommt noch!

Nun, das nervt. Ich finde es nicht schlimm, denn Dinge wieder und wieder zu wiederholen, bin ich inzwischen von meinen Kindern gewohnt. Es nervt, weil es immer dieselben Leute sind, die fragen und wir ihnen immer wieder die Hintergründe erklärt haben – es ist wirklich sehr leicht zu verstehen.

Zwei sind einfach genug

Ich habe gar kein Problem damit, diese Information preiszugeben, denn wir haben sie reiflich überlegt. Rückgängig machen kann ich meine Entscheidung nicht – und möchte es auch gar nicht.

Mein Mann wollte immer ein Kind. Ich wollte immer zwei. Nun sind wir zu viert und sind nicht nur zufrieden damit, wir haben auch alle Hände voll zu tun. „Wie machen das Leute mit drei und mehr Kindern?“ frage ich mich immer wieder. Ist es ab dem zweiten egal – weil eh alles ein großes Tohuwabohu ist?

Bei uns gibt es dermaßen viel Krümel und Chaos, da käme es auf etwas mehr auch nicht mehr an. Und trotzdem: Mir reichen die beiden wirklich. Denn Kinder geben nicht nur Liebe und machen Arbeit (eine Höllenarbeit!), sie sind auch Verantwortung.

Kinder sind Verantwortung

Interessanterweise, wenn wir von unserem Plan berichten, uns in ein oder zwei Jahren einen Hund anzuschaffen, sagen die Leute „Ooooh! Das überlegt euch gut. Ein Hund ist eine große Verantwortung!Echt jetzt?! Erstens: Wir hatten bereits Hunde, mein Mann und auch ich. Und zweitens: Wir haben zwei Kinder, was sind die? Accessoires?

Wie dem auch sei: Zwei Kinder reichen. Ich habe alle Hände voll zu tun, diese beiden im Auge zu behalten und aufzupassen, dass ihnen nichts passiert. Dass am Abend des Tages, wenn sie in ihren Betten liegen, noch alle zehn Finger und zehn Zehen dran sind, nichts gebrochen ist und beide noch atmen. An manchen Tagen ist das tatsächlich mein einziges Ziel.

Aufstand der Hormone

Zu viert sind wir komplett - Baby

Kuscheln mit Herzis Schwester.

Manchmal halte ich ein Neugeborenes im Arm und rieche den zarten Säuglings-Geruch (der, wenn die Windel leer ist). Ich kuschle gern mit meiner Herznichte „Baby“, der Schwester von Herzi, und wenn ich sie auf dem Arm hab, gebe ich sie auch nur ungern wieder ab.

Klar, in solchen Momenten gibt es in meinem Körper einen wahren Hormon-Aufstand: Ich bin überzeugt, dass die mächtigen kleinen Botenstoffe mit winzigen Schildern aufmarschieren, auf denen steht „Baby her, ist nicht schwer!“ oder „Beine breit, es ist soweit!“. Dazu rufen sie Parolen Pro-Nocheinkind und ziehen enttäuscht wieder ab, wenn ihnen einfällt: Es geht nicht mehr!

Ich kann keine Kinder mehr bekommen

Denn: Es ist nicht nur so, dass ich keine Kinder mehr will. Ich kann auch gar keine mehr bekommen.
Bei Zwockels Geburt habe ich mich sterilisieren lassen.

35 schient ein gutes Alter dafür zu sein, kein Arzt diskutierte mit mir, es war ein Kaiserschnitt und sie waren ja eh gerade dort unten zugange. 200 Euro kostete mich der Spaß.

Diese Überlegung war keine, die wir nur aus dem Bauch heraus getroffen haben. Auch die Frage, warum ICH das tun MUSSTE und nicht der MANN diese „Zügel in die Hand“ genommen hat, stellte man mir schon oft. Aber es ist alles sehr einfach, sehr schlicht, reiflich überlegt – und gar nicht traurig. Ich brauche kein Mitleid, kein „Tut mir leid“ und erst recht kein „Ob du das irgendwann bereust…“

Meine Gründe

Ich, Tanja Chaos, wollte immer nur zwei Kinder. Zwei, nicht drei und nicht vier. Ich möchte nicht mehr verhüten, die Pille hatte unerfreuliche Nebenwirkungen, die Spirale war gut, aber nicht günstig. Auf hormonfreies Verhüten verlasse ich mich nicht, denn ich bin viel zu verpeilt, um sowas durchzuziehen.

Sollten – was hoffentlich niemals geschieht – mein Mann und ich uns einmal trennen, hätten unsere Söhne, die beide absolute Papakinder sind – ebenso aber an mir hängen, mit dieser Trennung schwer zu kämpfen. Es würde hart, für uns alle.

Sollte es irgendwann einmal passieren, würde ich alle Energie darauf verwenden müssen, sie aufzufangen und mich um sie zu kümmern. Ein weiteres Kind, von einem anderen Mann womöglich, wäre nicht das, was ich ihnen zumuten möchte.

Mein Leben, meine Entscheidung

Bevor nun jemand schreit: Ich kritisiere hier nicht die Frauen, die ihr Leben so leben. Wer viele Kinder möchte, wer mit dem neuen Mann ein Kind möchte – bitte. Ich mache hier keine Werbung für Sterilisationen. Jede Frau muss das selbst entscheiden, jede muss ihren Lebensentwurf leben.

Ich bewundere die Bloggerin Constance Hall, die frei und wild mit einer bunten Patchwork-Familie und riesiger Kinderschar in Australien lebt. Ich finde sie wirklich wahnsinnig toll. Aber ich bin nicht Constance Hall. Ich bin ich und, das gebe ich zu, eigentlich ziemlich langweilig, vielleicht sogar spießig.

Ich habe diese Entscheidung getroffen und sie bisher nicht bereut. Ich habe sie reiflich überlegt, mir lange Gedanken darum gemacht, abgewägt und viel mit meinem Mann gesprochen. Das ist keine Entscheidung, die man leichtfertig trifft.

Die Macht der Hormone

Natürlich, die Hormone haben eine große Macht und wenn ich meine 2 Monate alte Herznichte im Arm halte, werde ich manchmal schon etwas wehmütig. Dann zieht‘s im Uterus und meine Eierstöcke fragen vorsichtshalber nochmal nach, ob es denn nun WIRKLICH nicht mehr geht.

Und wenn meine Söhne vor mir stehen und feierlich vortragen, dass sie sich ein Schwesterchen wünschen, dann wird mir schon ein wenig weh ums Herz. Doch wir bleiben zu viert.

Aber ich bin mit meiner Entscheidung im Reinen.

Unser nächstes Familienmitglied wird eine nasse Nase und vier Pfoten haben.Ist ne große Verantwortung – ich weiß! 😉

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Nanu – Wie erziehst denn du? Von Krümel und Chaos.

Melanie von Lalemi hat zur Blogparade „Nanu – Wie erziehst denn du?“ aufgerufen und hier bin ich! Eigentlich möchte ich keine Erziehungstipps geben, denn jede Familie ist einfach zu individuell. Was für den einen funktioniert, klappt beim anderen nicht.

Bitte lest den Beitrag ohne den blöden Zeigefinger im Kopf, der suggeriert, dass das ab jetzt alle so machen müssen, wie ich.

Habe ich einen bestimmten Erziehungsstil?

Ich denke, man kann bei uns von konservativ, autoritär und in den meisten Fällen konsequent sprechen, auch wenn der Zwockel letzteres sehr schwer macht. Meine Freundin Pia gibt unumwunden zu, dass bei ihr eine Diktatur herrscht. Und sie ist nun wahrlich keine unangenehme Diktatorin – logisch und konsequent und dabei trotzdem sehr liebevoll.

Kinder brauchen Regeln. Und nicht nur die, auch ich selbst fühle mich am wohlsten, wenn mich klare Regeln und Strukturen umgeben. Ich bin nicht umsonst mit einem Pädagogen verheiratet und mit einer Jugendamtsmitarbeiterin eng befreundet, die ebendies bestätigen.

Mein Mann arbeitet mit jungen Autisten, das ist natürlich ein Thema für sich. Hier gilt es, eine Balance zu finden zwischen Regeln, um sich im Alltag besser zurecht zu finden und der Gefahr, sich damit einem Zwang zu unterwerfen und mit Ausnahmen nicht mehr umgehen zu können.

Auch meine Freundin vom Jugendamt bestätigt, dass Kinder, die völlig ohne Regeln aufwachsen, schnell zu Problemkindern werden können, denn wenn es im Mikrokosmos „Zuhause“ keine Regeln gibt, warum soll man sich dann im Makrokosmos „Welt“ daran halten?

Ich habe vor kurzem eine Diskussion in einer Facebook-Gruppe verfolgt, in der es darum ging, dass Regeln die Kinder in ihrer freien Entfaltung stören würden und – mehr noch – Gewalt am Kind seien. Wie so oft und bei fast allem gilt auch bei Regeln „Allzuviel ist ungesund“.

Ein sehr schlecht erzogenes Känguru.

Hast du einen bestimmten Erziehungsstil? Oder hast du vielleicht sogar schon einige ausprobiert?

Ich persönlich halte nichts von Laissez-faire. Natürlich lasse ich auch mal was durchgehen oder drücke mal ein Auge zu, bin ja kein Unmensch.

In erster Linie aber sind wir Eltern die Chefs, die Ausbilder, die liebenden Anleiter. Wir machen die Regeln und setzen diese durch, auch wenn wir der Demokratie nicht abgeneigt sind und immer versuchen, im Interesse unserer Kinder zu handeln. Es gibt natürlich auch bei uns mal Ausnahmen: Die Kinder sind um 19 Uhr bzw. 20 Uhr im Bett. Das ist nicht verhandelbar. Ist aber eine Feier, kommt Besuch oder wir sind auf einem Fest eingeladen, gelten diese Zeiten nicht, dann darf es ruhig später werden. Ihren Biorhythmus haben die Jungs aber bereits so eingestellt, dass sie um 19 und 20 Uhr müde sind und dann ins Bett müssen, weil es anders nicht mehr geht.

Autoritär aber demokratisch. Konsequent aber flexibel. Und über allem ganz, ganz viel Liebe. So könnte man es zusammenfassen, ich finde, das ist kein Widerspruch. Gewisse Regeln sind jedoch nicht verhandelbar.

Was ist dir ganz besonders wichtig in der Erziehung deines Kindes?

Mir ist wichtig, dass mein Kind versteht, warum es gewisse Regeln gibt. Die sind ja nicht willkürlich gemacht. Darum versuche ich, das Argument „Weil ich es sage!“ so selten wie möglich anzubringen, aber manchmal lasse ich auch den Chef raushängen. In den meisten Fällen gelingt es mir, dem Großen plausibel zu erklären, warum eine Regel besteht, Zwockel ist dafür noch zu klein.

Wichtig ist, dass auch die Großeltern, die sich mehrmals in der Woche um die Kinder kümmern, auch damit konform gehen. Ich möchte das Kind nicht „auf Werkseinstellung“ zurückbekommen und wir sind in den meisten Fällen einer Meinung – das erleichtert die Sache ungemein.

Möchtest du deinen Kindern bestimmte Werte vermitteln?

Ja, unbedingt! Meine Kinder sind, wie ich, sehr empathisch. Ich möchte, dass sie sich Gedanken über andere machen, Menschen und Tiere achten. Auch Respektspersonen wie Polizisten, Feuerwehrleute, Ärzte und Erzieher – die meisten Erwachsenen eben – sind höflich und mit Respekt zu behandeln. Natürlich ohne selbst auf der Strecke zu bleiben dabei.

Mit unter den ersten Worten, die der Große sprechen konnte, waren „Bitte“ und „Danke“. Natürlich vergisst er das an der Wurst- oder Brötchentheke schonmal und dann kommt von der Mama ein oberlehrerhaftes „Was sagt man da?“ Aber es klappt auch von ganz alleine. Mein Sohn ruft den Müllmännern beispielsweise immer, wenn er sie sieht, ein „Danke, lieber Müllmann!“ zu. Auch der Kleine, der mit anderthalb Jahren noch nicht viel spricht, sagt bereits „Dandan“ (Danke) und „Bitti“ (Bitte). Das sind bei uns nicht nur Worte.

Kinder lieben Blaulicht und Hubschrauber und sind begeistert, wenn sie ein solches Spektakel beobachten können. Das ist normal und auch wir Erwachsenen schauen hin, wenn irgendwo etwas passiert ist. Landet der Rettungshubschrauber, gehe auch ich auf den Balkon und gucke, was los ist – Neugierde ist völlig natürlich. Ich erziehe aber keine Gaffer! Meinem Großen, der einmal ein Freudentänzchen aufführte, als der Hubschrauber in der Nähe landete, habe ich erklärt, dass ein solcher Einsatz auch immer Leid für einen anderen Menschen bedeutet. „Landet der Hubschrauber, kommt ein Rettungswagen, ist ein lieber Mensch in Not. Das ist kein Grund zur Freude.“ Jetzt ruft er jedem Helikopter „Gute Besserung!“ hinterher.

Ich erwarte von meinen Kindern Respekt gegenüber Mitmenschen und Tieren und bringe ihnen das konsequent bei. Respekt ist kein Recht, das automatisch mit der Geburt für immer verliehen wird – den hat man nur verdient, wenn man ihn selbst gegenüber anderen zeigt. Das ist vielleicht die wichtigste Maxime meiner Erziehung, meine Regeln fußen auf Respekt und Sicherheit.

Haben andere Personen oder vielleicht sogar deine Religion Einfluss auf deine Erziehung?

Ich bin selbst locker-religiös erzogen worden. Gott war in Geschichten und Liedern immer ein Thema in meiner Kindheit, für mich ist Gott ein strenger, aber gerechter, liebender und bärtiger Mann, der im Himmel sitzt und einen Plan hat, den wir nicht immer verstehen. Ich betrachte mich als religiös und je älter ich werde, desto mehr verstehe ich, dass viele Gebote der Bibel ein respektvolles Miteinander verheißen sollen. Natürlich muss sich niemand 100% daran halten und einiges passt nicht mehr in die heutige Zeit, aber vieles (nicht stehlen, nicht morden, nicht ehebrechen, nicht neiden) kann ich durchaus unterschreiben.

Habt ihr bestimmte Regeln zu Hause?

Bei uns gibt es Regeln, die konsequent durchgesetzt werden. Beispielsweise ganz grundsätzliche, kleine Dinge wie „Nicht hauen, treten, beißen.“, „Keine Süßigkeiten zum Frühstück.“, „Schuhe aus in der Wohnung.“, „Mit Essen wird nicht geworfen!“, „Kein Spielzeug in der Küche.“ oder „Es wird nicht gespuckt.“ Letzteres scheint leider gerade Mode im Kindergarten zu sein und Spucken ist etwas, das ich nicht akzeptiere. Punkt. Das ist eines der Themen, bei denen ich Diktator bin – da gibt es keinerlei Entschuldigung und Rechtfertigung.

Es wird nichts mutwillig kaputt gemacht und wir versuchen, so respektvoll wie möglich miteinander umzugehen. Natürlich schreie ich auch mal – in der letzten Zeit öfter, als mir lieb ist. Aber ich bin halt auch ein Mensch mit Grenzen.

Ich lese viel und bin immer offen für Verbesserungsvorschläge.

Im ganzen Text habe ich viel von „mir“ gesprochen. Natürlich ist mein Mann genauso an der Erziehung beteiligt, wie ich. Wir sind in Erziehungsfragen zu 99,9% einer Meinung – das ist sehr entspannend und angenehm, denn ich möchte nicht auch noch meinem Partner die Regeln erklären müssen. Ich habe in der Ich-Form geschrieben, weil es für mich einfacher war – ihr dürft aber gern überall ein WIR denken.

Der Zwockel mit seinem starken Willen bringt mich oft an die Grenzen. Das ist sehr anstrengend, trotzdem tue ich mein bestes, auch bei ihm unsere Regeln durchzusetzen. Ich bin kein Erziehungs-Guru. Unlängst habe ich mir „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen“ von Danielle Graf und Katja Seide gekauft und auch Jesper Juul und Achim Schadt sind mit ihren Büchern vertreten. Ich lese viel, auch Elternzeitschriften, und diskutiere gern mit anderen Müttern. Meine Erziehung ist nicht in Stein gemeißelt. Ich bin froh und dankbar für Rat- und Vorschläge.

Meet the Chaos-Family

Locke, Zwockel und der ganze Rest

 

Über mich habt ihr ja schon einiges gelesen. Ich, Tanja Chaos, bin auf der bösen Seite der 30 und Mutter zweier Söhne, beide im Kleinkindalter. Ich bin gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und habe in so einigen Sekretariaten für Ordnung gesorgt. Sekretärin sein, das ist eine schöne Vorbereitung für’s Mama-Sein:

Irgendeiner schreit nämlich immer und man muss sich ständig um Dinge kümmern, die andere verbockt haben. Dinge aufräumen und anderen hinterhertragen. Leute erinnern, erinnern und erinnern. Sich um Essen und Trinken kümmern und manchmal auch die Lieblings-(Porsche-)Tasse suchen, weil der Chef aus nichts anderem trinkt und bitte jetzt sofort seinen Kaffee will.

Was hab ich geschimpft, aber irgendwie hab ich‘s auch geliebt – ganz besonders meine Großbaustelle: Als eine der wenigen Frauen unter Bauleitern, Projektmanagern, Baustellen-Minions und 120 Japanern… Davon werde ich euch später noch ein paar Geschichten erzählen.

Die Kleinlinge

Bisher habe ich von meinen Söhnen als Kleinling#1 und Kleinling#2 geschrieben. Das Wort „Kleinling“ ist mir ganz zufällig passiert: Ich hatte vor „Kleinkind“ zu tippen, aber meine Finger wollten das wohl nicht und haben einen ganzen Text durch immer wieder Kleinling geschrieben.

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Inzwischen hat es sich aber doch als sehr umständlich erwiesen, besonders, da Krümel und Chaos nun auch auf Twitter aktiv ist, und da kommt es auf jedes Zeichen an, man hat nämlich pro Tweet nur 140. Darum habe ich mich entschieden, meinen Kleinlingen auf diesem Blog Namen zu verpassen.

Meet „Locke“ und „Zwockel“

Locke, formerly known as Kleinling#1, ist unser Großer. Locke – ihr ahnt es – hat süße Löckchen und ist ein ganz Nachdenklicher und Vorsichtiger. Er ist ein bisschen ängstlich, mag nicht so gern Neues, aber wenn er erstmal aufgetaut ist, gibt es kein Halten mehr: Das freche Mundwerk steht gar nicht mehr still und er plappert den ganzen Tag ohne Pause vor sich hin. Manchmal nervt das, aber dann merkt man wieder, dass er sich auch sehr viele Gedanken macht. Generell ist er sehr empathisch und ein toller großer Bruder. Er sagt manchmal sehr weise, schöne Dinge und ich kann wirklich noch etwas von ihm lernen.

Erst vor kurzem fragte er mich:

„Mama? Wolltest du unbedingt eine Mama sein?“

„Ja, das wollte ich!“

„Siehst du. Hat ja geklappt. Meinst du, wenn ich es unbedingt will, kann ich dann auch mal Feuerwehrmann sein?“

Es gibt so viele schöne und lustige Dinge, die er täglich zum Besten gibt – und davon profitiert natürlich dieser Blog. Und Ehrenwort: Nichts ist erfunden! Alles, was ich hier zitiere, hat er wirklich so gesagt. Zum besseren Verständnis korrigiere ich nur ab und zu die Grammatik…

Zwockel ist charakterlich das genaue Gegenteil seines Bruders. Kleinling#2, unser Jetzt-nicht-mehr-Baby, ist ein echter Draufgänger: Furchtlos und abenteuerlustig ist ihm kein Hindernis zu hoch. Er tobt und turnt, rennt und stolpert, fällt hin und steht wieder auf! Bereits unzählige Male ist mir fast das Herz stehen geblieben, wenn er mal wieder irgendwo heruntergefallen ist, sich im Übermut den Kopf gestoßen hat oder irgendwo hingeklettert ist, wo er echt nix zu suchen hat!

Mein Sohn ist der Hulk

Ihr werdet es kaum glauben, was im Januar passiert ist: Zwockel kletterte auf die Couch und wieder herunter. Rauf, runter, rauf, runter und wieder rauf… Ich saß daneben und wunderte mich noch über seine Energie, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor und nach hinten kippte: Ich konnte ihn nicht auffangen und er schlug mit dem Hinterkopf auf dem Couchtisch auf. Es knackte und mir wurde augenblicklich übel!

Schädelbasisbruch! Mindestens! Ich nahm ihn in den Arm und hielt ihn ganz fest, griff nach dem Telefon, um den Krankenwagen zu rufen und… Hörte ihn lachen. Als ich nach unten sah, sah ich auch, was da so geknackt hatte: Der Tisch. Der Kopf unseres Sohnes hatte den IKEA-Vollholz-Couchtisch zerstört!

Mein Sohn ist also möglicherweise der Hulk. Ernsthaft: Nicht mal ne Beule!

Gestern, am Kindergarten, versuchten zwei andere Kinder, ihn zu ärgern. Die beiden Brüder bauten sich vor ihm auf, machten Grimassen und schrien monstermäßig in sein Gesicht – ich sag euch, Locke wäre sofort weinend zu mir gerannt. Doch nicht so Zwockel: Der lachte sich einfach kaputt!

Die hatten ja keine Ahnung, dass sie da gerade den Hulk ärgern…

Und dann ist da noch der Papa

Ja, den Papa, aka „Der Ehemann“, den gibt es auch noch. Das fast zwei Meter große Prachtexemplar von einem Mann zeichnet sich besonders durch seine Besonnenheit und die innere Gelassenheit aus. Es gibt kaum etwas, was ihn aus der Ruhe bringt. Ein Meister am Grill, ist er ein absoluter Fleischfresser, ist aber meinen kulinarischen Experimenten, die sich manchmal am Rande der Veganität bewegen, auch nicht abgeneigt.

An der Ordentlichkeit könnte man noch arbeiten, aber ich bin unterm Strich wirklich sehr zufrieden. Der Ehemann bringt mich seit insgesamt 18 Jahren (neun davon sind wir zusammen, seit sechs verheiratet) zum Lachen und das Schönste ist, dass wir nicht nur in Möbel- sondern auch in Erziehungsfragen in den allermeisten Fällen einer Meinung sind. Das erleichtert das Zusammenleben mit zwei Kleinlingen sehr!

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Im richtigen Leben ist der Ehemann Pädagoge und arbeitet täglich mit autistischen Kindern – muss ich mehr sagen?! *dahinschmelz*

OmmaOppa – Lieblingsmenschen

Zwei paar Großeltern, die sich am liebsten darum prügeln würden, die Kinder zu sehen – das ist natürlich übertrieben – aber wir haben wirklich nur in den seltensten Fällen Probleme, die Kinder unterzubringen. Auch wenn es mal schnell gehen muss und man kurzfristig eine Lösung braucht: Einer ist immer da. Da werden Termine verschoben und Verabredungen abgesagt, um für die Enkel da zu sein.

Wir können uns wirklich glücklich schätzen, so tolle Eltern zu haben, die für unsere Jungs die absoluten Lieblingsmenschen sind! Und auch wenn die Kinder dort nach Strich und Faden verwöhnt werden, sind wir auch mit beiden OmmaOppas erziehungstechnisch auf einer Wellenlänge.

Wir sind uns bewusst, dass das leider nicht bei jedem so der Fall sein kann und das macht uns extra-dankbar, dass wir so tolle Großeltern für unsere Jungs haben!

Und dann gibt es noch Patenonkel und Patentanten, punkige Großonkel, einen Panda und ein Veganinchen – und viele, viele mehr in unserer tollen, großen Familie.

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Ein zweites Kind – Ja oder Nein?

#Blogparade: Vater, Mutter, Kind… und dann?

Was ist mir die Entscheidung für das zweite Kind schwer gefallen. Vorab: Ich liebe den kleinen Kerl, ich würde ihn für nichts in der Welt eintauschen und ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Aber die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Auch Yvi von MAMASdaily kennt dieses Problem und hat in ihrem Artikel Vater, Mutter, Kind… und dann? Zu dieser Blogparade aufgerufen.

Immer zwei

Ich wollte immer zwei Kinder. Wenn ich mir meine Zukunft vorstellte, sah ich zwei kleine Wesen an meiner Hand. Nicht eins, nicht drei – zwei. Schaute ich in meine persönliche Glaskugel, gab es da neben Kleinling#1 immer noch einen Platzhalter.

Und dennoch, als dann das erste Kind kam, war ich mir sicher: Nein, es gibt kein Zweites. Dieser tolle kleine Kerl hat unsere ganze Aufmerksamkeit verdient. 100% soll er bekommen und sich nie zurückgesetzt fühlen. Könnte ich je jemanden genauso lieben, wie ihn? Niemals, nicht möglich!

Aber ich bin selbst Einzelkind und habe mir immer ein Geschwist gewünscht. Kein GeschwisterCHEN, denn ich wollte immer einen großen Bruder haben. Gut, das war dann im Nachhinein etwas schwer zu bewerkstelligen, zumal Mutter Natur mich einfach als Einzelkind vorgesehen hatte. „Sei froh!“, werden jetzt einige denken. „Mit Geschwistern hat man nur Trouble!“

Erstmal ne Liste!

Ich bin ein Organisations-Tierchen. Wenn ich mal nicht weiter weiß oder sehr viel zu tun habe, schreibe ich Listen. Urlaub in Griechenland? 6 Hotels zur Auswahl? Erstmal ne Excel-Liste anlegen, um besser vergleichen zu können. Ja, so bin ich.

Die Entscheidung fürs zweite Kind war schwierig – ich würde behaupten, eine der schwierigsten bislang – und natürlich habe ich eine Liste mit Pro und Kontra gemacht. Welche Gründe sprachen nun gegen ein zweites Kind?

Dagegen

  • Beim Ersten weiß man, was man hat. Ein Zweites ist doch wieder so eine „Überraschungstüte“. Und ich mag keine Überraschungen.
  • Der Erste war soooo lieb, er hat einfach 100% unserer Aufmerksamkeit verdient.
  • Unser Junge ist nun schon Kleinkind und geht in den Kindergarten – freie Zeit vormittags, die ich für Haushalt oder das Schreiben nutzen kann. Oder mal fürs Shoppen, Kaffee trinken gehen und lesen… Das ist schon angenehm.
  • Reicht unser Geld für ein zweites Kind? Was, wenn nicht?
  • Was, wenn ich doch wieder einen Job im Angestellten-Verhältnis suchen muss? Das ist, wie ich erfahren durfte, ja schon mit einem Kind schwer genug. Wie soll denn das mit zweien gehen? Es hat sich ja die Zeit der potentiellen Fehltage verdoppelt, und da ist das Risiko, selbst zu erkranken, noch gar nicht eingerechnet.
  • Wo wir beim Thema Gesundheit sind: Als ich vor 2 Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte, war es mit einem Kind schon schwer genug – wie soll das mit zwei Kleinen funktionieren?
  • Was, wenn das zweite Kind krank oder behindert ist? Wir würden es lieben, keine Frage, aber da mein Mann in diesem Bereich berufstätig ist, kennen wir die vielen Schwierigkeiten und Hürden, vor die man dann gestellt ist. Und das Geschwisterkind? Das müsste dann total zurückstecken, oder nicht? Sollen wir unserem Großen so etwas zumuten?
  • Der Platz! Unser Haus ist zwar schon in Sicht, aber noch wohnen wir in einer Eigentumswohnung. Die ist nicht klein, aber auch nicht groß. Keine Einzelzimmer-Option! Würden sich die Kinder in einem Zimmer verstehen? Ist es nicht zu wenig Platz?
  • Wie würde unsere Beziehung das überstehen, wenn das Kind schwierig würde? Das erste Kind hatte unsere Beziehung nur noch enger werden lassen, würde es beim zweiten Kind halten?
  • Doppelte Kinder, doppelte Sorgen…
  • Was, wenn sich die Kinder nicht leiden können?
  • Was, wenn ich es nicht schaffe?
  • Was, wenn ich das zweite Kind auf einmal viel lieber hätte? Wie unfair wäre das denn!
  • Was, wenn es Zwillinge würden – zwei neue gegen einen „alten“… OMG! Und dann wären es ja drei! Würde ich das schaffen?

So, oder so ähnlich sah meine Kontra-Liste aus. Doch ich fand ebenso Punkte, dafür. Ganz viele sogar – hier sind ein paar:

Dafür!

  • Ich wollte immer zwei Kinder!
  • Vor meinem geistigen Auge sitzen da zwei Kinder am Tisch, nicht nur eines.
  • Kinder sind toll!
  • Wenn uns etwas passiert, ist mein Sohn allein. Natürlich, Großeltern und Paten, letztere weise ausgesucht, würden sich sofort kümmern. Aber er wäre der einzige in dieser einen, individuellen Situation. Kein Zweiter, der exakt dasselbe durchmacht und ihm Halt geben kann – wie ein Bruder oder eine Schwester eben.
  • Vier Schultern tragen mehr als zwei.
  • Was, wenn sie die besten Freunde werden?
  • Einer könnte auf den anderen aufpassen… Einer von beiden wird schon vernünftig sein…
  • Noch einmal diese irre spannende Entwicklung beobachten können, die kleine Kinder durchmachen
  • Noch einmal erste Worte, erste Schritte…
  • Doppelte Chance auf süße kleine Enkel!
  • The more, the merrier – es gibt doch nichts schöneres, als Kinderlachen! Und ein buntes, lautes Haus, das voll davon ist – wer könnte das nicht wollen?!
  • Ich habe noch soooo viel Liebe zu geben!
  • Zwei (Erwachsene) gegen zwei (Kleinlinge) – klingt fair!
  • Nochmal schwanger sein!

100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen

Und wisst ihr was? Am Ende waren es so viele positive Gründe, dass ich sogar ein kleines Buch darüber geschrieben habe! 100 Gründe, (noch) ein Baby zu bekommen gibt es bei allen einschlägigen Anbietern – amazon, Weltbild, Thalia, Hugendubel und wie sie alle heißen – zum kleinen Preis von 1,99 Euro.

Aber ich will hier keine Werbung machen, es bot sich halt nur gerade an.

Der wichtigste und unschlagbarste Grund, allen Befürchtungen, die man ja nunmal hat, zum Trotz noch ein kleines Leben in die Welt zu setzen ist: IHR WOLLT ES! Natürlich sollten auch die Begleitumstände stimmen. Ich halte beispielsweise nichts davon, dem Partner ein Kind unterzujubeln, obwohl er sich dagegen ausgesprochen hat. Hier zeigt sich die Stärke einer Beziehung, einen der wohl schwierigsten Kompromisse überhaupt zu finden. Wie das geht – das muss jeder selbst entscheiden.

Nie bereut

Natürlich haben sich einige Befürchtungen bewahrheitet. Kleinling#2 ist nicht so entspannt wie sein Bruder und hat uns einiges an Nerven und Schlaf gekostet. Aber auch beim zweiten Kind hat unsere Beziehung nicht gelitten. Noch immer ziehen wir an einem Strang. Ich habe das Glück, den wohl verständnisvollsten Mann überhaupt zu haben. Er versucht immer, mich zu unterstützen und mir zu helfen, wo er nur kann. Er hört mir zu und auch wenn er nicht immer alles nachvollziehen kann (Männer-Frauen-Problematik und so), so versucht er es doch. Wir sind noch immer ein ganz fantastisches Team!

Auch in der Zeit, in der ich dachte, ich könne nicht mehr, habe ich es nie bereut, ein zweites Kind bekommen zu haben. Wenn man sich in schwierigen Zeiten eingesteht, dass man Hilfe braucht und dann auch um diese bittet, kann man alles schaffen. Auch Familie und Freunde waren und sind immer für uns da und helfen, wo sie können!

Ich möchte nicht mehr zurück in mein Leben vor den Kindern. Weder in das vor Kleinling#1, noch in das vor Kleinling#2. Seitdem ich Mama bin, habe ich das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo ich hingehöre. Es gibt kein „Ach hätte ich…“ und kein „Ach, wär ich bloß…“.

Natürlich wäre ein Lottogewinn toll. Eine größere Wohnung. Luxusurlaub. Die üblichen Dinge halt.

Aber zum Glück fehlen die mir nicht. Zum Glück habe ich alles, was ich brauche: Zwei wunderbare Jungs und einen tollen Mann. Eine Familie und Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann und ein immer größer werdendes Netzwerk an Ratgebern, Unterstützern und Menschen, die mir wichtig sind.

Und die Kinder?

Die verstehen sich prächtig. Schon als ich mit Kleinling#2 schwanger war, war der Große begeistert! Natürlich gibt es täglich Streitereien. Natürlich schubst mal der eine den anderen und nimmt ihm das Spielzeug weg. Aber wie sagte Kleinling#1 vor kurzem noch ganz inbrünstig? „Ich hab euch alle lieb. Mama, Papa und meinen Bruder. Der soll nie wieder weggehen!“

Geschwister_1

 

Und er wünscht sich sogar noch ein Geschwisterchen: Eine kleine Frieda soll es sein, ganz genauso eine, wie der neue, kleine Lockenkopf im Kindergarten, der es ihm angetan hat.

Aber unsere Familienplanung ist jetzt abgeschlossen. Wir haben fertig. Wir fühlen uns komplett.