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Feuerwehrmann Sam rettet den Zirkus am Locke-Tag

Ein ganz besonderes Event.

Leuchtende Augen, rote Bäckchen und ein rundum glückliches Kind. Das war die Bilanz unseres Ausflugs in die Kinder-Musical-Welt. Und wohin ging es? Ins walisische Pontypandy! Naja, nicht ganz, es ging eigentlich nach Dortmund.

Feuerwehrmann Sam kommt

In der Westfalenhalle lief „Feuerwehrmann Sam rettet den Zirkus“. Als ich das Plakat entdeckt hatte, gab es keine Frage: Ein Top-Event für einen Locke-Tag. Wir buchten die Karten und fielen fast vom Sofa: Fast 100 Euro für drei Personen…

Alter Waliser – und jeder erhält noch einen goldenen Feuerwehrmann Sam in Lebensgröße dazu, oder wie?

Ach, was tut man nicht alles für die Kinder?! Obwohl es im Moment eigentlich nicht drin ist, beschlossen wir, trotzdem hinzugehen. Und wir haben es nicht bereut, obwohl es einen kleinen Wermutstropfen gab – aber dazu später mehr.

Feuerwehrmann Sam rettet den Zirkus

Worum ging es nun?

Der von uns allen heißgeliebte (ähem…) Norman Price hat Langeweile: Alle Freunde sind im Urlaub und er ist allein in Pontypandy zurückgeblieben. Zu Feuerwehrmann Sams Sorge, stellt er mal wieder allerlei Unfug an.

Da kommt ein Zirkus in die Stadt und gleichzeitig findet der Tag der offenen Tür in der Feuerwache statt. Klar, dass da allerlei schief geht. Ein Tiger entkommt, das Zirkuszelt geht in Flammen auf und Norman hat irgendwie wieder mal überall seine Finger im Spiel.

Am Ende wird natürlich alles gut – auf der Bühne jedenfalls!

Leuchtende Kinderaugen und Mamas Rührungstränen

Feuerwehrmann Sam in klein

Feuerwehrmann Locke bereit zum Dienst!

Tollpatsch Elvis sorgt für viele Lacher und bei fröhlicher Musik tanzen auch die kleinen Fans in den Reihen und vor der Bühne. Das Bühnenbild ist schlicht, aber wandelbar und die Kinder erkennen sofort das Kabeljau Café und die Feuerwache.

Vor ausverkauftem Haus sieht man rundherum faszinierte kleine Feuerwehrfans – fast alle sind verkleidet. Entweder als Mini-Sam, ausgerüstet mit Feuerlöscher und Rettungsschere oder als „herkömmlicher“ Brandbekämpfer – alle wimmeln aufgeregt durcheinander.

Und sie sind so süß! Der kleine Paul hinter mir brüllt so laut, dass mir fast die Ohren abfallen, während Jeremy vor Aufregung sein Popcorn umwirft. Die Kinder gehen voll auf und machen mit, mit uns Eltern ist der Herr Zirkusdirektor Perfektini noch nicht ganz zufrieden. Wir müssen halt noch üben!

Alle wollen zur Feuerwehr – wirklich alle?

„Wollt ihr denn alle zur Feuerwehr?“, ruft Sam beim „Kinderkadetten“-Song.

„Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa!“, brüllen hunderte von Kinderstimmchen unisono zurück.

Bis auf Locke.

Der ruft laut „NEIN! ICH WERDE DOCH EIN PAPA!“

Und während er fasziniert dem Geschehen auf der Bühne folgt, nach Sam ruft und klatscht, kämpfe ich immer wieder mit den Tränen (ja, ich weiß, ich bin ein Weichkeks). Denn diese unbändige Freude in den Kinderaugen, die roten Bäckchen, das atemlose Mitsingen und –klatschen ist so schön mit anzusehen, dass es mir völlig egal ist, dass ich den nervigen Sam eigentlich gar nicht mehr sehen kann.

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Das war es (nicht ganz) wert

Dennoch war der Preis happig. Gut, wir hatten Plätze in der 3. Reihe, es geht natürlich auch günstiger. Aber man will ja, dass das Kind gut sehen kann.

Ganz ohne Enttäuschung geht es aber leider nicht, denn auf der Homepage des Veranstalters versprach man uns „Nach der Show kommen Feuerwehrmann Sam und einige seiner Freunde ins Foyer des Theaters für ein Meet and Greet.“

Das hatte ich Locke natürlich freudestrahlend berichtet (Anfängerfehler!) und er wollte seinem großen Idol Sam unbedingt seine Rettungsschere zeigen. Ein Foto mit Sam oder Penny wünschte er sich auch sehnlichst. Ich hätte ihm das nicht verraten sollen – denn obwohl wir 15 Minuten im Foyer herumstanden, war von Sam & Co. weit und breit keine Spur. Schade.

Feuerwehrmann Sam ist unser Mann

Das soll aber der einzige Kritikpunkt bleiben.

Locke steckte es tapfer weg, auch wenn man ihm die Enttäuschung ansah.

„Nicht wahr, Mama, das war blöd, dass Sam nicht nochmal rausgekommen ist“, sagte mein kleiner Mann. Und dann plapperte er auch schon wieder munter drauf los und erzählte uns, als wären wir nicht auch dabei gewesen, die ganze Geschichte nach.

Feuerwehrmann Sam mag für Eltern etwas nervig sein, wie alles, was die lieben Kleinen gern ununterbrochen gucken möchten. Aber wenn schon, dann doch eine Serie zur Brandschutzerziehung! Bei Locke klappt das wunderbar, er ist voll sensibilisiert für die Gefahren von Feuer und weiß auch schon, wie man einen Fettbrand löscht. Feuerwehrmann Sam ist sein Mann, sein Held, sein Idol!

Und am Ende war es dann ein sehr schöner Locke-Tag.

Zwockel war währenddessen übrigens sicher und glücklich bei Oma und Opa untergebracht.

 

Wie das Leben als Feuerwehrmann so ist, hat uns übrigens Matthias erzählt. Unseren Beitrag mit einem echten Feuerwehrmann aus Leidenschaft lest ihr HIER.

Locke allein im Bad – und was die Feuerwehr damit zu tun hat.

Ein ganz normaler Donnerstagabend im Hause Chaos. Ein Feiertag.

Wir hatten auf dem Balkon gegrillt, die Kinder waren geduscht und fast bettfertig. Der Tag war – wie immer – anstrengend, aber gut gewesen. Müde, satte Kleinkinder drehten noch ein letztes Mal ihre Reserven auf, bevor es ins Bett ging.

Als ich im Bad war, fiel mein Blick auf den Schlüssel im Schloss der Badezimmertür. „Den müssten wir hochhängen. Bevor der Zwockel damit Unfug treibt!“, schoss es mir durch den Kopf.

Hätte ich doch bloß…

Wir tranken aus, die Kinder demontierten das Wohnzimmer – dem akustischen Vernehmen nach jedenfalls. Auf einmal wurde es ruhiger. Locke, seit kurzem windelfrei, war aufs Töpfchen geflitzt. Der Ehemann und ich räumten den Tisch ab. Als alles fertig war, setzte ich mich noch für ein paar Minuten auf den Balkon und genoss die draußige, feiertägliche Ruhe. Die sollte nicht mehr lange währen!

Auf einmal wurde es laut. Der Ehemann schrie „Dreh den Schlüssel! Mach die Tür auf!“ und mir wurde schlecht. Mein Bauchgefühl hatte es vorausgeahnt, hatte ich doch eben noch den Schlüssel weglegen wollen. Und nun war es passiert! Verdammter Mist!

Und er hört noch nichts!

Doch nicht der Zwockel, nein, es war Locke der sich eingesperrt hatte! Mein großer, vernünftiger Junge hatte ungestört und kleinbruderfrei aufs Töpfchen gehen wollen und hinter sich abgeschlossen. Hätte er den Schlüssel dabei nicht versehentlich herausgezogen, wäre alles kein Problem gewesen, aber so reichten seine feinmotorischen Fähigkeiten nicht aus, um den Schlüssel wieder ins Schloss zu fummeln – natürlich war er zudem noch völlig aufgelöst und ängstlich.

Erschwerend kam hinzu, dass er einen Paukenerguss auf beiden Ohren hatte, so gut wie nichts hörte und eh schon völlig neben sich stand.

Alles Schlüsselgefummel, alles Reden und Erklären nützte nichts. Das Kind war zu aufgelöst! Der Ehemann versuchte, die Tür aufzubrechen. Da wir hier kein Brecheisen herumliegen hatten, versuchte er es zuerst mit schierer Gewalt, dann mit einem Hammer… Meinen Vorschlag, wir könnten doch die Feuerwehr anrufen, verwarf er sofort. Die Tür hielt stand.

Er zerrte und prockelte, zog und riss an der Tür, die sich als die einzig massive erwies. Alle andere Türen könnte man hier wahrscheinlich ratzfatz eintreten – die nicht. Sobald er die Tür ein Stückchen aufgestemmt hatte, zwängten sich hilfesuchende Fingerchen durch die Öffnung. Wir schrien und brüllten – Mein Gott! Was müssen die Nachbarn gedacht haben! – Locke solle die Finger aus der Tür lassen, denn das Kind hörte ja nichts und war zudem in Panik.

Die Feuerwehr muss kommen!

Nach 15 erfolglosen Minuten – Einbrecher werden wir wohl nicht – gab der Ehemann frustriert auf. „Dann ruf halt die Feuerwehr!“ Was ich dann auch tat. Und nach nur 5 Minuten waren sie da: Unsere Retter. In 4 Einsatzwagen ausgerückt, obwohl ich eigentlich nur „einen starken Mann mit stabilem Brecheisen“ gewünscht hatte. Innerhalb von 20 Sekunden war die Tür offen. Zwei Leute waren nötig – es krachte und Locke war frei. „Öhm, ich glaub, die Tür können sie wegschmeißen“, unkte der Mann mit der Brechstange.

Weinend stürzte Locke sich in meine Arme. Von dem Einsatz seiner geliebten Feuerwehr, die sich zur Zeit den ersten Platz mit der Müllabfuhr teilt, hatte er nichts gehabt. Der Zwockel winkte und krähte fröhlich – Locke guckte nur beschämt und erschöpft.

Ich ließ ihn vorerst nicht mehr los. Der Papa musste den – ebenfalls erschöpften – Zwockel, der die Aufregung aufmerksam, aber ohne zu weinen verfolgt hatte, ins Bett bringen und ich wollte meinen Locke gar nicht mehr hergeben – völlig erschöpft war er in meinen Armen eingeschlafen.

Reden wir nicht mehr drüber!

Wir besänftigten die besorgten Nachbarn, die sich bei dem Feuerwehraufgebot Sorgen gemacht hatten. Am folgenden Tag kauften wir eine neue Badezimmertür, die alte hatten wir ehrlich gesagt nie gemocht.

Am nächsten Tag wachte Locke mit einer Bitte auf.

„Du, Mama?“

„Ja, mein Schatz?“

„Über die Tür reden wir nicht mehr, ja?“

„Alles klar, Locke!“

 

Übrigens: Nein, den Einsatz mussten wir nicht bezahlen. Der war schließlich nicht mutwillig verschuldet und der kleine Mann war in höchster Not. Ein dickes Danke an unsere Retter!