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Ich halte besser den Mund – Sprechverbot und Sprachschablone

Maulkorb für alle!

„Don’t call it Schnitzel!“, „Sag nicht Projekt, wenn du nicht H*rnbach meinst!“ Sprechverbote werden salonfähig – in der Werbung soll es lustig sein, jedoch bin ich in der letzten Zeit immer wieder über Artikel und Tweets gestolpert, die mich sehr nachdenklich gemacht haben. Immer öfter wird ein Sprechverbot gefordert. Sprachschablonen, etwas nicht so, aber anders auszudrücken. Die Kommunikation leidet darunter – ist den Leuten das eigentlich bewusst?

Gerade wenn man im Social Media-Bereich arbeitet, muss man gut abwägen, wie man etwas ausdrückt – denn einer interpretiert es immer falsch, bezieht es auf sich oder verdreht es. Irgendeinem trittst du immer auf die Füße! Diese Vorsicht hat sich auch in meinen Alltag eingeschlichen, ich denke – meistens zumindest – nach, bevor ich Worte aus meinem Mund purzeln lassen.

Doch nicht nur das. Immer öfter sage ich einfach nichts, obwohl ich möchte, denn ich habe Angst, dem anderen dadurch zu nahe zu treten.

Ich kann nicht ändern, wenn du mich falsch verstehst

Aber trotzdem kann ich nichts dafür, wie meine Worte bei anderen ankommen.

Immer so zu formulieren, dass keiner es je falsch versteht, ist nicht möglich. Jeder ist anders, jeder interpretiert anders, jeder reagiert, aufgrund von (schlechten) Erfahrungen oder Stimmungen, empfindlich auf das eine oder andere. Das ist so und das ist auch gut so – weil menschlich.

Aber ich bin immer wieder über Beiträge gestolpert, die mir, wenn nicht ein Sprechverbot, so doch eine Sprechschablone verpassen wollten. „5 Dinge, die man Diesem oder Jenem nicht sagen darf“ oder „10 Dinge, die Eltern von Zwillingen/Jungs/Neugeborenen/Mädchen/Pupsbären nicht hören wollen“. Ist es wirklich der richtige Weg, den Leuten Maulkörbe anzulegen? Oder ihnen vorzuschreiben, wie sie ihre Gedanken zu formulieren haben („Sag nicht DIES, sag lieber DAS“)?

Taktlos muss echt nicht sein

Ich rede nun hier nicht von taktlosen, beleidigenden oder verletzenden Dingen. Dass es empathielose Menschen gibt, die es einfach drauf haben, in jeder Situation das Falsche zu sagen, weiß wahrscheinlich jeder. Und ja, so manch einer sollte lieber gar nichts sagen, als völlig unreflektiert seine Meinung in die Welt zu blöken. Rücksichtnahme muss sein, unbedingt!

Ohne Takt geht es nicht in einer funktionierenden Gesellschaft, aber wie soll jemand Takt lernen, wenn sich keiner mehr äußern darf. Und was ist taktlos? Was ist verletzend? Was ist unverschämt? Wo ist die Grenze? Nun, diese ist sehr oft individuell und nicht von einem roten Leuchtpfeil markiert, sodass man schon kommunizieren müsste, um deutlich zu machen, dass man den einen oder anderen Spruch unpassend fand.

 „Ich könnte das nicht“

Beispiel: Ich bin über einen Tweet gestolpert, der mit vorschreiben wollte, was ich zu Pflegepersonal sagen darf und was nicht. Für mich überraschenderweise auf Platz 1: „Ich könnte das nicht“. Ich fragte nach, was denn nun daran wieder verkehrt sei.

Man belehrte mich, dass das Ekel und Geringschätzung vor dem Pflegeberuf ausdrücke.

Huh.

Öh.

Verdammt. Und ich nutze das tatsächlich als Respektsbekundung. Ich sage das nämlich nicht nur zu Krankenschwestern und –pflegern, sondern auch zu meinem Steuerberater, meinem Bankberater und sogar zu meinem Mann, der mit autistischen Kindern arbeitet.

Ich wäre niemals auch nur auf die Idee gekommen, dass der Satz das Gegenteil von Respekt ausdrücken könnte. Argument war, dass die Leute das sagen, da sich den Pflegeberuf mit Popo abputzen und Körperflüssigkeiten wegwischen assoziieren und das eklig finden. Folglich finden sie auch Krankenpfleger eklig. Aha.

Also, ich kann euch sagen: Ich finde Körperflüssigkeiten total eklig. Ja, selbst meine eigenen. Bäh! Aber ich bin heilfroh, dass es Leute gibt, bei denen das anders ist. Ich habe größten Respekt vor Leuten, die Blut sehen können, die täglich Erbrochenes oder Fäkalien wegwischen.

Denn: Ich könnte das nicht. Ob aus Ekel oder persönlicher Unfähigkeit – ich könnte das nicht. Genauso, wie ich nicht mit Zahlen umgehen kann und mir alles, was nur das Wort „Steuer“ beinhaltet, ein Graus ist. Das hat aber nichts mit Respektlosigkeit zu tun, sondern eher mit dem Gegenteil. Du kannst etwas, was ich nicht kann – also Hut ab.

Sprechverbot, Maulkörbe und Sprechschablonen für ein gutes Miteinander

Nun hat es natürlich immer – IMMER – mit der Situation zu tun und mit der Art, wie jemand etwas sagt. Sicher gibt es den ein oder anderen, der dies tatsächlich abschätzig meint. Aber deshalb gleich ein Sprechverbot aussprechen?

Muss ich mir vorschreiben lassen, was ich zu wem sage? Wie es beim anderen ankommt, kann ich nicht beeinflussen. Der Situation angemessen, wähle ich meine Worte meist mit Bedacht – und selbst damit eckt man heutzutage an. Schon mit harmlosen und völlig neutralen Informationen kann man offenbar anderen Menschen bösartigst auf die Füße treten.

Aber was ist die Konsequenz?

Immer wieder beklagen sich die Leute, dass die Menschen immer egoistischer werden. Sich nur noch für sich interessieren. Nun ja, wenn es in Zukunft Sprechschablonen für Jedermann gibt, wird sich dies nicht ändern.

Miteinander leben – miteinander reden

Zusammenleben heißt auch kommunizieren. Sagt A etwas, was B nicht gefällt, so ist es nicht immer nur an A alles so geschmeidig zu formulieren, dass es niemals irgendwo aneckt.

Auch B schuldet der Interaktion bei der Kommunikation, dass nachgefragt wird, wenn etwas nicht klar ist. Anders formuliert: Ich fühle mich vom Kommentar meines Gegenübers angepisst? Ein „Wie meinst du das?“ klärt gemeinhin schnell jedes vermeintliche Missverständnis auf. Ganz ohne Sprechverbot!

Wenn ich junge Eltern oder Mütter frage, ob sie noch ein Kind wollen, so tue ich das nicht, weil ich übergriffig bin oder mir den Uterus meines Gegenübers aneignen will – ich frage das, weil mich der Lebensentwurf meines Mitmenschen interessiert. Dein Leben interessiert mich, deine Pläne, deine Sicht auf die Dinge. Bist du mit einem Kind zufrieden oder träumst du von einer Großfamilie? Ist das tatsächlich übergriffig – oder ist das nur im Social Media so, dass sich die Menschen über sowas aufregen?

Sprechverbot und Maulkorb

Ist ein Maulkorb die Lösung? Oder muss man einfach mit den Äußerungen anderer leben, ohne für alles beleidigt zu sein? (Pixabay, Alexas_Fotos)

Realität: Sprechverbot.

Nein, leider nicht. Ich musste selbst erst unlängst die Erfahrung machen, dass ich vermeintlichen Freunden auch positive Nachrichten nicht verkünden darf, wenn es dem Gegenüber grade nicht in den Kram passt. Oh, du bist befördert worden? Behalte das bitte für dich.

Was ich daraus lerne? Frage ich vorher jeden Einzelnen, wie es ihm geht und ob er gerade Lust hat, mit mir eine Information aus meinem Leben zu teilen? Nein. Demnächst erzähle ich einfach nichts mehr. Vielleicht blubbere ich ein paar 08/15-Platitüden vor mich hin. Übe nochmal den flachen Smalltalk, der mir so verhasst ist. Man will ja niemanden belästigen, mit seiner Meinung, seinem Leben und seinem Interesse.

Ist es wirklich das, was aus der Welt werden soll? Dann ist sie auf dem besten Weg dorthin.

Ach ja, was ich noch sagen wollte: Schnitzel! Schnitzel! Schnitzel! Toasterschnitzel! Projekt, Projekt, Projeeeehekt!

Dieser Artikel ist übrigens kein allgemeingültiges Regelwerk, sondern einfach nur meine Meinung.

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Schokolade gegen Husten – 10 Fragen rund ums Röcheln

Es ist wieder Hustenzeit. Wir – und ich meine nicht nur Familie Chaos – leben derzeit quasi zwischen Rotz und Röcheln. Irgendwer hat hier immer was, die arme Herzi (meine Herz-Nichte) ist ganz besonders hustengeplagt, während Locke und Zwockel meist nur das übliche Erkältungspensum abarbeiten.

Erst kürzlich haben wir alle nächtelang mit dem Zwockel mitgelitten (wörtlich, denn er ließ uns nicht schlafen), als dieser einen gemeinen, quälenden Husten hatte. Erst nach drei schlaflosen Nächten bekamen wir das Problem in den Griff.

Wir haben mit Kinderarzt Dr. Guido Hein über das Thema Husten gesprochen – und Erstaunliches gelernt!

1. Was ist Husten?

Husten ist ein Mechanismus des Körpers, mit dem dieser Schleim, Staub und Sonstiges, das nicht in die Bronchien gehört, herausbefördert. Erstaunlich: Mit bis zu 480 km/h entledigt sich der Körper durch den Husten der Fremdkörper.

“Husten wird in 80 bis 90 Prozent der Fälle durch Viren ausgelöst. Antibiotika helfen also nicht. Es gibt eine ganze Reihe von hustenauslösenden Viren: Rhinoviren, Coronaviren, Influenzaviren, Adenoviren, sogar Rotaviren und noch einige mehr“, erklärt Guido Hein.

2. Darf das Kind mit Husten in den Kindergarten?

Mit normalem „Erkältungshusten“ darf ein Kind in den Kindergarten. Wer allerdings schonmal so richtig fiesen Husten hatte, weiß, dass man sich damit nicht besonders gut fühlt. Eltern sollten ihr Kind beobachten und in seinem Sinne entscheiden. Fühlt sich das Kind nach einer durchgehusteten Nacht ausgelaugt und schlecht, sollte es wenn möglich ein paar ruhige Tage zuhause verbringen.

Geht es dem Kind schlecht, hat es im Kindergarten nichts verloren“, sagt Dr. Hein.

Natürlich auch, wenn es sich um Keuchhusten, Bronchitis oder Grippe handelt oder Fieber auftritt. Dann gehört das Kind nach Hause.

3. Wann müssen wir zum Kinderarzt?

Wenn der Husten länger als drei Wochen ohne Besserung anhält sollte ein Arztbesuch auf dem Programm stehen.

„Besonders wenn sich der Zustand des Kindes nach einer längeren Hustenepisode verschlechtert, wenn Fieber oder Kurzatmigkeit auftreten – das Kind „hechelt“ – sollten Eltern damit auf jeden Fall zum Arzt. Generell gilt: Wenn das Bauchgefühl sagt, da stimmt was nicht – ab zum Kinderarzt“, erklärt Dr. Hein.

4. Welcher Hustensaft hilft am besten?

Das ist unterschiedlich. Der Markt bietet eine breite Palette an Hustensäften, von denen alle unterschiedlich wirken können – es kommt aufs Kind an. Man sollte tatsächlich ausprobieren, mit welchem man am besten klarkommt. Die Natur hält einiges bereit gegen Husten: Thymian-, Efeu- und Primel-Extrakte wirken sekretnormalisierend, antientzündliche und die beiden ersten sogar antimikrobiell.

Kräuter gegen Husten

Thymian, Salbei und Spitzwegerich – drei die stark sind gegen Husten.

5. Warum hilft der Saft nicht?

Wie bereits erwähnt, kann es sein, dass unterschiedliche Menschen einfach unterschiedlich auf Wirkstoffe ansprechen.

Ein Beispiel aus dem Hause Chaos: Während bei mir selbst Hustensäfte auf Efeu-Basis die beste Wirkung erzielen, bringen die unserem Locke überhaupt nichts. Bei ihm hilft eher Thymian. Wir haben uns im Laufe der Zeit durch die diversen Sorten probiert und sind nun bei einem Saft geblieben, den wir, neben dem selbstgemachten (s.u.), verabreichen.

Und manchmal hilft auch der nicht – es scheint nämlich auch vom jeweiligen Infekt abzuhängen.

6. Darf ich Hustenstiller geben?

Jein. Wir geben Hustenstiller nur in absoluten Ausnahmefällen. Wenn die Kinder extremen Reizhusten haben und das über mehrere Nächte, dann geben wir den mit dem Kinderarzt abgestimmten Hustenstiller. Denn wir haben beobachtet: Die kleinen Körper werden mit Schlaf schneller gesund.

Auf keinen Fall darf man Hustensaft (Löser) zeitgleich mit Hustenblockern geben. Das ist auch bei Erwachsenen so“, sagt der Kinderarzt. Auch wenn der Husten sich bereits löst („produktiv“ ist) und sehr feucht klingt, sollte darauf auf jeden Fall verzichtet werden. Eltern sollten dies unbedingt mit dem Kinderarzt abstimmen und seinen Empfehlungen, wie auch den Packungshinweisen, genau folgen.

„Ein sehr potenter Hustenstiller ist übrigens Honig. Studien haben gezeigt, dass er ähnlich wirkt, wie industrielle Hustenblocker“, erklärt Dr. Guido Hein. „Nur bitte nicht im ersten Lebensjahr geben.“

7. Hustensaft selbstgemacht – was muss ich beachten?

Generell spricht nichts dagegen, den Hustensaft selbst zu machen. Natürlich sollte man etwaige Allergien des Kindes berücksichtigen. Es gibt viele Pflanzen, die gegen Husten helfen. Thymian ist eine davon. Thymian wurde früher als das „Antibiotikum des kleinen Mannes“ bezeichnet. Tatsächlich hat das Kraut antibakterielle Eigenschaften und wirkt zudem schleimlösend. Ein Teelöffel Thymian mit heißem Wasser überbrühen, kurz ziehen lassen und dann als Tee trinken – wirkt fast schon Wunder.

Ein tolles Rezept für selbstgemachten Hustensaft haben wir HIERfür euch, Zwiebel– und Rettich sollen ebenfalls gut helfen. Auch Bienenwachs-Brustwickel oder Kissen mit Heilwolle helfen – leider stirbt dieses Wissen aus.

Nur eines sollten Eltern beachten, sagt Kinderarzt Dr. Guido Hein: „Keinen Honig im ersten Lebensjahr! Er kann Bakterien enthalten, mit denen der kleine Körper noch nicht klarkommt.“ Den Honig abzukochen bringt leider auch nicht viel, denn dadurch verliert dieser seine Wirkung.

8. Oh Schreck! Im Hustensaft ist Alkohol! Darf ich den trotzdem meinen Kindern geben?

Immer wieder ein beliebtes Thema in den Mama-Foren. Da ist Alkohol im Hustensaft! Ist das unbedenklich?

„Alkohol ist in fast allen Hustensäften enthalten. Den benötigt man, um die Wirkstoffe optimal aus den Pflanzen zu extrahieren. Nur einige wenige Hersteller machen sich die Mühe, den Alkohol danach wieder herauszuziehen“, erklärt der Kinderarzt. „Hält man sich an die empfohlenen Mengen, ist das jedoch nicht schädlich. Meist werden (je nach Alter) um die 2 Milliliter empfohlen, das ist sehr wenig, und darin ist sogar weniger Alkohol enthalten, als in einem Glas Apfelsaft.“

Bitte? Apfelsaft? Ja – am Rande: Apfelsaft kann durch leichte Gärung, die bereits einsetzt, wenn der Saft noch im Apfel ist, Alkohol enthalten. Wer also seinen Saft frisch presst, verabreicht den Kindern unter Umständen ein paar wenige Promille. Mehr dazu HIER.

Husten saft - so wenig sind 2,5 ml

So wenig sind 2,5 ml tatsächlich…

9. Schokolade gegen Husten – bitte was?

Honig wirkt als Hustenstiller, das haben wir gerade gelernt – doch es wird noch besser: „Auch das in Schokolade enthaltene Theobromin, ein Alkaloid, hilft gegen Husten“, überrascht uns der Kinderarzt. Und tatsächlich: Eine Studie* hat gezeigt, dass es ähnlich wie Codein gegen den Husten wirkt.

Je dunkler die Schokolade, desto mehr Theobromin ist enthalten.

Kakao gegen Husten – das ist doch mal was! „Also: Zuviel Süßes macht natürlich nach wie vor dick. Aber Kinder, esst mehr Schokolade – wenn`s geht die dunkle“, rät der Kinderarzt. Und versuchen kann man es ja mal!

10. Husten vorbeugen – geht das?

Ganz vermeiden lässt sich der Husten nicht. Das Wichtigste ist natürlich ein gesundes Immunsystem. Gesunde Ernährung, frische Luft und ausreichend Flüssigkeit, dazu – besonders in der Erkältungszeit – Vitamin C, können dem Körper helfen, sich von vornherein gegen Husten zu wehren.

Aber ein Patentrezept gibt es nicht. „Es gibt Familien, die eher zu Hustenerkrankungen neigen, als andere. Manche haben einfach eine lokale Immunschwäche in den Bronchien – das ist einfach so“, erklärt Dr. Hein.

Also in Zukunft: Den hustenden Kleinlingen öfter mal einen Löffel Honig vorm Schlafengehen verabreichen oder eine Tasse Kakao (das echte Zeug!) kredenzen. Dazu ein Schafwollkissen auf die Brust und ganz viel Liebe – dann geht’s vielleicht auch ohne Hustensaft.

Und wenn nicht, ist das auch kein Drama! Wie immer gilt: Wir sind keine Ärzte – bitte im Zweifelsfall IMMER mit dem (Kinder-)Arzt sprechen!

*Omar S. Usmani u. a.: Theobromine inhibits sensory nerve activation and cough. In: The FASEB Journal: Official Publication of the Federation of American Societies for Experimental Biology. Band 19, Nr. 2, Februar 2005, S. 231–233

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Liebster Award: Lottes Motterleben fragt nach

Noch mehr über Krümel und Chaos

In der letzten Zeit, vor dem Urlaub, hatte ich ein kleines kreatives Problem. Ich arbeite ja als Online-Redakteurin und das ist ganz schön aufreibend. Es gibt Tage (Stichwort Sommerloch), da hat man kaum etwas zu tun und dann gibt es wieder welche, an denen prasseln die Polizeimeldungen nur so auf einen ein. Und wisst ihr, die Realität ist garstig!

Wieder mal der „Liebster Award“

Zu viel davon zerkrümelt mir glatt die Kreativität, auf die ich für das Schreiben nunmal angewiesen bin. Darum freue ich mich immer sehr über einen kleinen Stupps von anderen Bloggern und Bloggerinnen, die mir Fragen stellen, so wie beim Liebster Award. Dies ist eine Art zwangloser Kettenbrief, durch den ihr mehr über uns erfahren könnt.

Sorry, liebe Roksana von Mottes Lotterleben dass es so lange gedauert hat – ich musste erst im Urlaub neue Kraft schöpfen! Aber hier sind sie nun:

Die Fragen und Antworten

  1. Wer bist du und wie geht es dir?

Ich bin Tanja Chaos, von Krümel und Chaos. Ich bin hier zuständig für Bilder und Texte. Zur Zeit geht es mir gut, denn ich bin im Urlaub (noch). Der hätte ruhig etwas länger und erholsamer sein dürfen, aber das ist wohl so mit Kindern im Ferienhaus.

 

  1. Dein Lieblings-Kindermund-Spruch?

Ein Spruch, den ich in meiner Zeit, bevor ich selbst bei Twitter aktiv wurde, bei Stern.de gefunden habe. Ich muss noch immer lachen, wenn ich daran denke. Leider finde ich ihn nicht mehr. Er ging ungefähr so:

Habe dem Sohn beigebracht, dass sein Pipi privat ist. Nun wedelt er damit herum und ruft freudig „Mein Pipi ist Pirat!“

  1. Welche Gerüche katapultieren dich sofort in deine Kindheit?

Zimt und Apfelringe, Strohleim und frische Waffeln. Nomnomnom!

 

  1. Welcher Blogbeitrag von dir muss unbedingt mehr gelesen werden?

Das ist ein ganz persönlicher, den ich aber, ohne mich aufspielen zu wollen, sehr wichtig finde. Darin geht es um mich und meine Essstörung – und meine hart erkämpfte positive Haltung zu meinem Körper. Body Positivity gibt es leider noch viel zu selten und ich möchte gern allen Frauen und Mädchen (natürlich auch Männern) mit Essstörungen sagen: Es geht weiter, auch wenn man keinen Modelkörper hat. In was für einer Welt leben wir, in der Menschen ihre Seele gegen weniger Bauchspeck tauschen würden?

 

Eine kleine Geschichte von mir und der Sache mit dem Essen

 

  1. Was müsste unbedingt erfunden werden?

In mir schlummert eine Erfinderin. Ich habe viele kreative Ideen, es mangelt nur leider immer am Geld- ich bin einfach nicht mutig genug, meine Erfindungen umzusetzen und mich damit zu verschulden. Ich habe nämlich echt Angst vor Peter Zwegat!

Erst heute diskutierten der Ehemann und ich aber über Folgendes:  Elternautos, die eine Trennscheibe zwischen Rücksitz und Vordersitzen haben, die man bei Nerv-Alarm hochfahren kann.

„Sind wir schon da?“, gefolgt von „Wie lange noch?“ und „Wann sind wir da?“ oder „Ist es noch weit?“ – schrecklich! Vor ein paar Minuten sind wir an einer gelben Bimmelbahn vorbeigefahren, die Locke so toll fand, dass er unablässig „Habt ihr die Bimmelbahn gesehen? Papa hat eine Bimmelbahn überholt. Hast du gesehen, Mama? Eine Bimmelbahn! Die war gelb, die Bimmelbahn. Und sehr langsam. Eine langsame Bimmelbahn war das. Sind wir dran vorbei gefahren. Hast du die Bimmelbahn auch gesehen, Mama? Kann ich Oma anrufen und ihr erzählen, dass da eine Bimmelbahn war? …“ Ich schwöre, wenn ich noch einmal das Wort „Bimmelbahn“ höre, implodiert mein Gehirn.

So eine Trennscheibe… das wäre manchmal schon schön auf langen Autofahrten!

 

  1. Welche Frage stellst du dir immer wieder?

In erster Linie frage ich mich immer, ob ich gut genug war und was ich hätte bessermachen können, um ein besserer Mensch und eine bessere Mutter zu sein.

Die Frage, ob ich eine gute Mama bin, beschäftigt mich jeden Tag, seitdem ich den zweiten lila Strich auf dem Schwangerschaftstest gesehen habe. Die vielen Meinungen, die vielen Erziehungsstile und vor allem die Attitüde vieler, dass ihr Stil der einzig Wahre und alles andere Misshandlung sei, machen es einem nicht einfacher…

Ich finde immer noch, eine verunsicherte Mama, die vor lauter schlechtem Gewissen nicht schlafen kann, weil sie bestimmte Ideale nicht erfüllt, ist nicht erstrebenswert.

Natürlich sollte man sich immer hinterfragen, aber ich habe schon häufig vor einem dieser Beiträge gesessen und geweint, weil ich mal wieder (vermeintlich) alles falsch gemacht hatte. Rabenmutter, ich.

 

  1. Wie schaffst du es nur immer, so verflucht gut auszusehen und so unglaublich sympathisch zu sein?

Besten Dank – ich wurde so geboren! Lach! Seid einfach froh, dass ihr mich nicht nach einer durchwachten Nacht mit unfrisierten Haaren und ohne Make-up zu Gesicht bekommt. Dann bin ich weder sympathisch noch sehe ich gut aus. Je älter ich werde, desto mehr macht mir besonders der Schlafmangel zu schaffen und ich kann dann richtig knurrig sein. Aber wenn ich gut geschlafen habe, meinen Kaffee (am liebsten intravenös) hatte und der Tag nicht allzu stressig ist, bin ich ein sehr umgänglicher Mensch.

 

  1. Gesellig oder eher Einzelgänger?

Eher Einzelgänger. Ich mag keine großen Menschenansammlungen und bin lieber für mich. Meistens reicht mir der Trubel, den meine Kinder veranstalten. Aber ich habe schon immer ein gutes Buch einer Party vorgezogen.

 

  1. Worauf kannst du nicht verzichten?

Auf mein Smartphone. Als Online-Redakteurin muss ich natürlich immer ein Auge auf die neusten Meldungen haben, auch für Krümel und Chaos möchte ich zeitnah reagieren, wenn da Kommentare auflaufen. Zudem bin ich sehr interessiert an Nachrichten und möchte nicht erst abends wissen, was am Tag passiert ist.

 

  1. Und worauf würdest du gerne verzichten?

Auf mein Smartphone. Haha! Im zweiten Teil des Urlaubs hatten wir ein grottenschlechtes Netz und das hat mich zwangsentschleunigt. Ich konnte zwar das Handy zur Hand nehmen, es brachte aber nichts, weil es furchtbar lange rödeln musste, um Daten zu empfangen. Also blieb es zwangsweise in der Tasche und diente nur als Kamera. Das war eigentlich auch mal ganz schön.

 

  1. Mit welchem Gegenstand in deiner Wohnung verbindest du eine schöne Erinnerung?

Mit vielen, ich habe viele kleine Erinnerungen herumliegen. Zum Beispiel diese kleinen magnetischen Hunde hier. Die gehörten meiner Oma und meinem Opa mütterlicherseits. Für alle Enkelkinder waren sie unglaublich faszinierend und wir haben immer damit herumhantieren müssen. Die sind ein Symbol meiner Kindheit.

Liebster Award Hunde

Die zwei begleiten mich, seitdem ich denken kann…

Ich nominiere heute keinen, aber ich lege euch die Liebster Award Blogparade von Lottes Motterleben ans Herz – und überhaupt den ganzen Blog!