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Rosa, Pink oder Blau – I don’t care!

Die Farben- und Spielzeug-Gender-Diskussion nervt mich

Ich habe früher mit Jungs gespielt. Und mit Mädchen. Habe mit Autos gespielt und mit Barbies. Im Matsch getobt, bin durch Bachläufe gesprungen und auf Bäume und Strohballen geklettert. Ich habe Pirat gespielt – und Prinzessin. Habe mit Puppen gespielt und im Sand Burgen gebaut. Ich hab mit Lego gespielt, mit Wasserpistolen geschossen und bin auf meinem rosa Fahrrad den Berg heruntergeflitzt, wenn ich nicht gerade versucht habe, mich auf dem Skateboard zu halten. Okay, das war pink.

Ich war ein wildes Mädchen mit Puppen und Autos

Ich war Polizist und Feuerwehrmann. Ich war Cowboy. Ich war Tänzerin und Räuber. Ich mochte Hunde, Fußbälle und Ponys. Ich bin mit meiner Cousine Kettcar gefahren. Wie ne Wilde. Die alte Schmiede war unser liebster Abenteuerspielplatz.

Zu Karneval war ich Ballerina, Hase oder Clown. Auf dem Dachboden meiner Freundin haben wir die spannendsten Bücher gefunden und gelesen. Enid Blyton, Hanni und Nanni, TKKG und „Die drei ???“. Gern auch als Hörspiel!

Ich hatte als kleines Mädchen wenig rosafarbene Kleidung, meine Lieblings-Spielhose war blau mit Hunden drauf. Es war nie ein Thema. Nie hat sich jemand darüber aufgeregt. Ich wurde nicht „zweifarbig“ erzogen, sondern hundertfarbig.

Meine Mutter wurde nie komisch angesehen oder gefragt, welches Geschlecht ich habe. Alles war entspannt.

Vorleben ist wichtiger als vorlesen!

Vielleicht ist es irgendwann kein Thema mehr, wenn man endlich aufhört, alles wie wild zu zerreden, zu diskutieren, zu evaluieren oder zu übertreiben – in welche Richtung auch immer. Lasst die Kinder einfach Kinder sein. Lasst sie so spielen, wie sie es wollen – ohne jede Farbe zu interpretieren und zu zerdenken.

Rollenklischees? Lebt ihnen doch einfach vor, wie es auch anders geht. Wenn die Kinder euch als gute Vorbilder haben und auch der Papa mal den Kochlöffel schwingt, die Windel wechselt oder die Mama das IKEA-Regal aufbaut, ist es egal, ob das Buch rosa ist und das Mädchen darin Ballerina wird, oder der Junge im anderen Buch Astronaut. Ihr als Vorbilder zählt!

Vielleicht können wir ja aufhören, aus dieser ganzen Gendersache schon für die Kinder ein riesen Thema zu machen. Negativpreis wegen rosa und blau! Echt jetzt? Who cares?! Dann gibt es eben ein Lesebuch, das blau ist und auf dem steht „Für Jungs“. Und entsprechend gibt es in Pink für Mädchen. Mit Prinzessinnen-Geschichten oder so. Nochmal: Who cares? Ist doch schön! Und was soll nun passieren?

Alles zu pink? Reg dich nicht auf, kauf nen Fredel!

Wem es nicht passt, der kauft ganz einfach ein anderes Buch. Ein gelbes vielleicht. Oder das vom Fredel*. Das ist ein freundlicher Wassertropfen – männlich, aber ohne Geschlechtsteil. Ich kenn ihn! Ich hab nachgeguckt!

 

*Der Erlös aus den Verkäufen fließt zu 100% in die Gestaltung des Familienbereichs des Freibades in Fröndenberg-Dellwig.