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Vier Taler für den Weihnachtsmarkt

Eine Idee für mehr kindliche Selbstbestimmung.

Am Wochenende waren die Paten meiner Kinder zu Besuch. Fast alle, Lockes Patenonkel ist vor ein paar Tagen selbst Vater geworden und war deshalb in eigener Familienzeit. Lockes Patentante ist Erzieherin, sie hat immer tolle Ideen und gibt mir oft interessante Impulse, ohne sich einzumischen. Vieles von ihr kann ich in meinen eigenen Erziehungsstil einbauen. So auch die Taler-Idee.

Was deines ist, musst du nicht teilen

Meine Söhne müssen beispielsweise nicht alles teilen. Es gibt eine große Menge „gemeinsamer Spielzeuge“ – unrechtmäßigerweise haben wir Locke bei vielem enteignet.

Die riesige Menge an Duplo zum Beispiel, die muss er mit seinem Bruder teilen, denn die Wohnung ist nicht so groß, dass wir die Bausteine containerweise horten können.

Aber Geschenke, die es nun, wo beide älter sind, gibt, müssen nicht mehr geteilt werden. Wenn einer der beiden entscheidet, dass der andere damit spielen darf, ist das natürlich schön und gern gesehen. Will aber einer sein Spielzeug nicht abgeben, ist das auch in Ordnung, auch wenn es regelmäßig zu kleinen Wut-Dramen führt. Denn eines ist klar: Kein Spielzeug ist interessanter als das, was der Bruder gerade in der Hand hat.

Die Sache klingt selbstverständlich, ich musste aber erst darauf gestoßen werden – vieles schleift sich einfach so ein. Ich überdenke meinen Erziehungsstil fast täglich und passe hier und da an, im Großen und Ganzen bleibe ich aber meiner Linie treu.

Weihnachtsmarkt & Co. mit Kindern

Nun erzählte mir Lockes Patentante, wie sie mit den Kindern ihres Mannes auf einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt waren. Wunderschön, diese Events – aber auch wirklich teuer. Die Kinder sind Zwillinge – aber beide sehr unterschiedlich. Während der eine eher überlegt ist, ist der andere impulsiv. Der eine weiß, was er will – der andere will das, was der Bruder will, aber nur, weil der es gerade will. So weit, so normal für Geschwister.

Die Kinder sind so alt wie Locke und nun in einem Alter, in dem sie lernen müssen, dass sie nicht immer alles bekommen können, auf so einem Weihnachtsmarkt (gilt auch für Jahrmärkte, Kirmes oder sonstige Veranstaltungen). Bei zwei – oder mehr – Kindern ufert das ja gern mal aus – dieses Karussell, jenes Fahrgeschäft, diese Losbude, Entenangeln, Dosenwerfen und was es alles gibt.

Geld ist für die Kleinen noch eine zu abstrakte Idee. Das all dies nicht gratis ist, verstehen sie, aber dass sie dies dürfen und das andere nicht, weil es zu viel Geld kostet, ist noch schwierig.

Vier Taler für die Kleinen

Lockes Patentante und ihr Mann hatten nun eine tolle Idee: Vier goldene Taler. Die Kinder bekamen jeder vier Goldstücke (es waren 20 Cent-Münzen), die sie dem Papa geben mussten, wenn sie Süßigkeiten kaufen oder eine besondere Attraktion besuchen wollten. Das normale Essen und Trinken war davon natürlich ausgenommen.

Ich finde diesen Tipp grandios.

Natürlich kann jede Familie es der Situation und dem persönlichen Budget angleichen. Ob zwei, drei oder vier Taler pro Kind: Das Kind lernt, dass nicht alles geht und hat trotzdem Spaß – und eine eigene Verantwortung. Irgendwann gewöhnen sich die lieben Kleinen an das System und der Weihnachtsmarkt- oder Kirmesbesuch wird (hoffentlich) monetär erträglich und um die eine oder andere Diskussion ärmer, dazu lernt das Kind noch eine wertvolle Lektion. Win-win? Bestimmt!

Wie hat es geklappt?

Während einer der Zwillinge das System sofort verstanden und angewendet hatte, hatte der andere seine Taler „verpulvert“ und dann neidisch auf seinen Bruder geschaut. Das gab natürlich Wut und Drama – aber, da bin ich mir sicher, auf lange Sicht ist das System unschlagbar und nachhaltig.

„Da hieß es dann einfach konsequent bleiben“, lachte Lockes Patentante. „Das fiel uns natürlich schon schwer, aber musste ja sein, denn sonst wäre die Taler-Aktion ja überflüssig gewesen.“

Unsere Familienplanung ist abgeschlossen – wirklich?

Warum wir zu viert bleiben

Ich wollte immer zwei Kinder haben – ich habe zwei Kinder. Wir sind glücklich zu viert. Eigentlich könnte ich hier nun aufhören zu schreiben.

Immer wieder werde ich gefragt, ob wir noch ein Kind möchten – unsere Antwort ist immer dieselbe: „Nein, wir sind komplett!“ Auch die Antwort der Anderen ist meist gleich: „Ach, abwarten, das kommt noch!

Nun, das nervt. Ich finde es nicht schlimm, denn Dinge wieder und wieder zu wiederholen, bin ich inzwischen von meinen Kindern gewohnt. Es nervt, weil es immer dieselben Leute sind, die fragen und wir ihnen immer wieder die Hintergründe erklärt haben – es ist wirklich sehr leicht zu verstehen.

Zwei sind einfach genug

Ich habe gar kein Problem damit, diese Information preiszugeben, denn wir haben sie reiflich überlegt. Rückgängig machen kann ich meine Entscheidung nicht – und möchte es auch gar nicht.

Mein Mann wollte immer ein Kind. Ich wollte immer zwei. Nun sind wir zu viert und sind nicht nur zufrieden damit, wir haben auch alle Hände voll zu tun. „Wie machen das Leute mit drei und mehr Kindern?“ frage ich mich immer wieder. Ist es ab dem zweiten egal – weil eh alles ein großes Tohuwabohu ist?

Bei uns gibt es dermaßen viel Krümel und Chaos, da käme es auf etwas mehr auch nicht mehr an. Und trotzdem: Mir reichen die beiden wirklich. Denn Kinder geben nicht nur Liebe und machen Arbeit (eine Höllenarbeit!), sie sind auch Verantwortung.

Kinder sind Verantwortung

Interessanterweise, wenn wir von unserem Plan berichten, uns in ein oder zwei Jahren einen Hund anzuschaffen, sagen die Leute „Ooooh! Das überlegt euch gut. Ein Hund ist eine große Verantwortung!Echt jetzt?! Erstens: Wir hatten bereits Hunde, mein Mann und auch ich. Und zweitens: Wir haben zwei Kinder, was sind die? Accessoires?

Wie dem auch sei: Zwei Kinder reichen. Ich habe alle Hände voll zu tun, diese beiden im Auge zu behalten und aufzupassen, dass ihnen nichts passiert. Dass am Abend des Tages, wenn sie in ihren Betten liegen, noch alle zehn Finger und zehn Zehen dran sind, nichts gebrochen ist und beide noch atmen. An manchen Tagen ist das tatsächlich mein einziges Ziel.

Aufstand der Hormone

Zu viert sind wir komplett - Baby

Kuscheln mit Herzis Schwester.

Manchmal halte ich ein Neugeborenes im Arm und rieche den zarten Säuglings-Geruch (der, wenn die Windel leer ist). Ich kuschle gern mit meiner Herznichte „Baby“, der Schwester von Herzi, und wenn ich sie auf dem Arm hab, gebe ich sie auch nur ungern wieder ab.

Klar, in solchen Momenten gibt es in meinem Körper einen wahren Hormon-Aufstand: Ich bin überzeugt, dass die mächtigen kleinen Botenstoffe mit winzigen Schildern aufmarschieren, auf denen steht „Baby her, ist nicht schwer!“ oder „Beine breit, es ist soweit!“. Dazu rufen sie Parolen Pro-Nocheinkind und ziehen enttäuscht wieder ab, wenn ihnen einfällt: Es geht nicht mehr!

Ich kann keine Kinder mehr bekommen

Denn: Es ist nicht nur so, dass ich keine Kinder mehr will. Ich kann auch gar keine mehr bekommen.
Bei Zwockels Geburt habe ich mich sterilisieren lassen.

35 schient ein gutes Alter dafür zu sein, kein Arzt diskutierte mit mir, es war ein Kaiserschnitt und sie waren ja eh gerade dort unten zugange. 200 Euro kostete mich der Spaß.

Diese Überlegung war keine, die wir nur aus dem Bauch heraus getroffen haben. Auch die Frage, warum ICH das tun MUSSTE und nicht der MANN diese „Zügel in die Hand“ genommen hat, stellte man mir schon oft. Aber es ist alles sehr einfach, sehr schlicht, reiflich überlegt – und gar nicht traurig. Ich brauche kein Mitleid, kein „Tut mir leid“ und erst recht kein „Ob du das irgendwann bereust…“

Meine Gründe

Ich, Tanja Chaos, wollte immer nur zwei Kinder. Zwei, nicht drei und nicht vier. Ich möchte nicht mehr verhüten, die Pille hatte unerfreuliche Nebenwirkungen, die Spirale war gut, aber nicht günstig. Auf hormonfreies Verhüten verlasse ich mich nicht, denn ich bin viel zu verpeilt, um sowas durchzuziehen.

Sollten – was hoffentlich niemals geschieht – mein Mann und ich uns einmal trennen, hätten unsere Söhne, die beide absolute Papakinder sind – ebenso aber an mir hängen, mit dieser Trennung schwer zu kämpfen. Es würde hart, für uns alle.

Sollte es irgendwann einmal passieren, würde ich alle Energie darauf verwenden müssen, sie aufzufangen und mich um sie zu kümmern. Ein weiteres Kind, von einem anderen Mann womöglich, wäre nicht das, was ich ihnen zumuten möchte.

Mein Leben, meine Entscheidung

Bevor nun jemand schreit: Ich kritisiere hier nicht die Frauen, die ihr Leben so leben. Wer viele Kinder möchte, wer mit dem neuen Mann ein Kind möchte – bitte. Ich mache hier keine Werbung für Sterilisationen. Jede Frau muss das selbst entscheiden, jede muss ihren Lebensentwurf leben.

Ich bewundere die Bloggerin Constance Hall, die frei und wild mit einer bunten Patchwork-Familie und riesiger Kinderschar in Australien lebt. Ich finde sie wirklich wahnsinnig toll. Aber ich bin nicht Constance Hall. Ich bin ich und, das gebe ich zu, eigentlich ziemlich langweilig, vielleicht sogar spießig.

Ich habe diese Entscheidung getroffen und sie bisher nicht bereut. Ich habe sie reiflich überlegt, mir lange Gedanken darum gemacht, abgewägt und viel mit meinem Mann gesprochen. Das ist keine Entscheidung, die man leichtfertig trifft.

Die Macht der Hormone

Natürlich, die Hormone haben eine große Macht und wenn ich meine 2 Monate alte Herznichte im Arm halte, werde ich manchmal schon etwas wehmütig. Dann zieht‘s im Uterus und meine Eierstöcke fragen vorsichtshalber nochmal nach, ob es denn nun WIRKLICH nicht mehr geht.

Und wenn meine Söhne vor mir stehen und feierlich vortragen, dass sie sich ein Schwesterchen wünschen, dann wird mir schon ein wenig weh ums Herz. Doch wir bleiben zu viert.

Aber ich bin mit meiner Entscheidung im Reinen.

Unser nächstes Familienmitglied wird eine nasse Nase und vier Pfoten haben.Ist ne große Verantwortung – ich weiß! 😉

Der Tag, an dem ich es bereute, Kinder zu haben

Ich liebe meine Kinder. Ich kann mir mein Leben, bei all dem Schlafmangel und Stress, ohne nicht mehr vorstellen. Selbst in der härtesten Zeit, als ich auf dem Zahnfleisch ging und beinahe die absolute Katastrophe eingetreten wäre, hätte ich die Zeit nicht zurückdrehen wollen.

Doch einen Moment gab es, da habe ich mir gewünscht, ich hätte sie nie bekommen. Ich wünschte sogar, sie wären nie geboren worden, hätten nie existiert.

Ein Tag im November

Es war der 13. November 2015. Der Zwockel war gerade erst ein paar Tage alt. Locke lag schon im Bett und ich erholte mich noch vom Kaiserschnitt und versuchte, das Wochenbett zu genießen. Das ist immer so eine Sache. Nicht umsonst raten Hebammen und Ärzte dazu, das Wochenbett einzuhalten – aber es gibt ja trotzdem viel zu tun, alles natürlich im Schongang. Aber einfach nur Nichtstun liegt einfach nicht in meiner Natur.

An diesem Abend lag ich erschöpft und glücklich auf der Couch. Der Zwockel trank zufrieden an meiner Brust. Locke schlummerte bereits und auch mir wurden die Augenlider schwer. Dabei hatte ich mich den ganzen Tag auf das Fußballspiel gefreut. Ich schaue gerne Fußball, bin aber normalerweise kein großer Fan der Nationalmannschaft.

Das Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland wollte ich mir trotzdem ansehen. Kurz nach Anpfiff fielen mir die Augen zu. Der Zwockel schlummerte bereits selig an meiner Brust. Noch während ich in den Schlaf hinüberglitt, hörte ich einen Knall aus dem Stadion in Paris.

„Böller. Selbst bei einem Freundschaftsspiel. Was für Chaoten!“ dachte ich noch. Und schlief ein.

Keine Böller, sondern Bomben

Als ich aufwachte, war alles anders. Die Stimmung war seltsam – obwohl nur wir drei im Raum waren, schien die Luft anders, schwer irgendwie. Ich öffnete die Augen und sah meinen Mann an. Der guckte konzentriert und sehr besorgt. Da wusste ich, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Dann hörte ich auf das, was der Kommentator sagte. Und war mit einem Schlag hellwach. Das schlaftrunkene Gefühl, das man nach dem Aufwachen hat, war wie weggeblasen.

„Was ist passiert?“, fragte ich.

Anschläge. In Paris. Hast du es knallen hören? Ich dachte, es sind Böller, aber es waren Bomben.“, sagte der Mann erschüttert.

Mein Körper reagierte, wie er in einem solchen Fall meistens reagiert – mit einer astreinen Panikattacke. Ich begann zu schwitzen, mir wurde augenblicklich übel. Ich begann zu zittern und hatte das Gefühl, keine Luft zu bekommen.

Ich legte das Baby in sein Bett und schloss mich im Badezimmer ein. Atmen, atmen, atmen. Ich beruhigte mich ein wenig. Ich ging zurück zu meinem Mann und las die Geschehnisse auf dem Smartphone nach. Atemlos verfolgten wir die Berichterstattung. Die Tränen liefen mir über die Wangen.

Es tut mir leid!

Ich ging in Lockes Zimmer und setzte mich neben sein Bett. Atmete seinen Geruch ein. Lauschte seinen tiefen Atemzügen. Und zum ersten Mal, seitdem er da war, wünschte ich, ich hätte ihn nie geboren. „In was für eine Welt habe ich dich gebracht? Es tut mir so leid!“, flüsterte ich ihm zu.

Und meinte jedes Wort. In meiner grenzenlosen Angst und Panik, die ich in dieser Nacht verspürte, wünschte ich mir von ganzem Herzen, ich könne in der Zeit zurückreisen und mein damaliges Ich warnen, bloß niemals Kinder zu bekommen.

Kurz danach wollte Zwockel wieder an die Brust – wenn ich gekonnt hätte, ich hätte ihn mir sofort zurück in den Bauch gesteckt. Er kam mir danach so viel winziger vor. Zerbrechlich. Schutzlos.

Ich kann euch nicht beschützen

Das Gefühl, hilflos mit ansehen zu müssen, was mit der Welt passiert und meine Babies im Ernstfall nicht beschützen zu können, die schreckliche Ohnmacht angesichts des Terrors, der jederzeit und überall zuschlagen kann – hat diesen furchtbaren Gedanken tatsächlich in mir keimen lassen.

Gottseidank kann ich es im Alltag verdrängen. Ich liebe meine Kinder und so anstrengend sie auch sind, ich möchte sie keine Minute lang missen. Sie sind mein Lebenssinn. Meine Sonnenscheinchen. Sie schicken mich durch harte Prüfungen, ich zweifle jeden Tag, ob ich eine gute Mutter bin. Dann liegen sie abends nach dem Vorlesen in meinen Armen und schmiegen sich an mich – es gibt kein schöneres Gefühl. Hätte ich keine Kinder, wäre ich kreuzunglücklich. Außer in den Momenten, in denen der Terror zuschlägt.

Ich denke an die Zeit, wenn ich mal nicht mehr bin. Was, wenn die Welt dann ein dunkler, gefährlicher Ort voller Angst und Krieg ist? Ich erinnere mich, wie meine Oma, die im Krieg aufwuchs, immer wieder sagte „Kind, ich hoffe so sehr, dass du so etwas niemals erleben musst!“. Was, wenn ich meine Kinder in eine solche Welt gebracht habe? Voller Hass, Gewalt, Krieg und Angst?

Jedes Mal, wenn der Terror zuschlägt.

Dann wünsche ich mir, ich hätte ihnen diese Welt erspart.

Kinder all you need is love

All you need is love – klingt manchmal wie blanker Hohn…

Diesen Beitrag zu veröffentlichen ist mir schwer gefallen. Die Anschläge jähren sich morgen zum zweiten Mal. Auch der Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin ist im nächsten Monat ein Jahr her. Je suis Charlie. Madrid, Paris, Berlin, Manchester, Nizza, Brüssel, London… Das ist alles so verdammt nah. Und nun denke ich „Wird es immer wieder passieren? Müssen wir uns daran gewöhnen?“ Das kann und will ich nicht. Ich hoffe, dass ich meine Kinder zu guten, zu gütigen, Menschen erziehe – und ich hoffe, dass auch ihr alle da draußen es tut. Damit das Böse nicht gewinnt, wenn wir mal nicht mehr sind.

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Zweifel-Haft: Alles für die Kinder?!

#ZweifelimHerbst – eine Blogparade

Liebe Leser und Leserinnen, liebe Blogger und Bloggerinnen, liebe Mamas, Papas und generell Familien: Zweifelt ihr auch manchmal? Wenn ja, worüber? Vielleicht liegt’s an der Jahreszeit, obwohl ich den Herbst sehr mag. Aber ich zweifle gerade sehr. Ich stelle mal wieder alles in Frage, ich bin quasi in Zweifel-Haft.

Auch Susanne von Hallo liebe Wolke zweifelt – und darum möchten wir eine kleine Blogparade ins Leben rufen. Denn wir haben gemerkt: Zusammen lassen sich Zweifel viel leichter tragen!

Ohne Zweifel: Alles für die Kinder

Als ich mich damals selbstständig gemacht habe – und ich bin wahrlich nicht dafür geschaffen – habe ich das aus einem großen Grund getan: Die Kinder. Nicht etwa Geld, obwohl das natürlich Hand in Hand geht. Ich schreibe gern und es macht mir Spaß, füllt mich aus. Ich kann gut mit Worten umgehen und was für den einen das Workout im Fitness-Center ist, ist für mich die Komposition eines Textes. Komposition? Ja. Meistens steckt in meinen Texten mehr als nur Worte, mehr als ein paar aneinandergereihte Buchstaben. Es macht Spaß, aber es powert mich auch aus.

Doch zurück zum Thema: Für die Kinder. Ohne Zweifel, ich wünsche mir, dass sie einmal stolz sind, auf ihre Mama. Dass sie schreibt, dass sie vielleicht irgendwann endlich ihre Ideen in einem kleinen Shop umsetzen kann und eventuell sogar ein oder zwei Erfindungen verwirklichen kann. Dass sie vielleicht einmal etwas bewirkt. Teil eines guten, großen Ganzen ist.

Am liebsten mit Netz und doppeltem Boden

Aber das muss gar nicht sein, denn in erster Linie soll Mamas Arbeit Sicherheit geben. Der Papa verdient gut. Es geht uns gut, besser als so vielen anderen. Bald ziehen wir um, in ein Haus mit Garten. Mein Elternhaus, wo ich aufgewachsen bin. Da reicht aber ein Gehalt nicht mehr, denn die Kosten, die da dranhängen, sind nicht ohne. Selbst wenn wir in unserer Drei-Zimmer-Wohnung blieben – was, wenn dem Papa etwas passiert? Was, wenn er den Job verliert? Was, wenn er nicht mehr arbeiten kann? Was, wenn er auf einmal nicht mehr da ist?

Ich möchte nicht nur, dass meine Kinder eine arbeitende Mama zum Vorbild haben, dass sie sehen, dass man mit harter Arbeit viel erreichen kann (Haha!), sondern auch, dass wir im Notfall, wenn alles drunter und drüber geht, wenigstens finanziell nicht ins Bodenlose stürzen.

Aber… ich (ver)zweifle manchmal

Zweifel am Homeoffice

Arbeit im Homeoffice – mit Zwockel im Rücken.

Es ist so eine Sache, mit der Vereinbarkeit. Ich arbeite vormittags im Homeoffice – das ist bequem und hat viele Vorteile. Noch springt währenddessen der Zwockel um mich herum. Als alte Baustellenmieze macht mir das jedoch wenig, denn ich habe schon Schlimmeres erlebt: Gehupe, Gebagger, Gepiepe, Geschrei, Geklopfe und Gehämmer – was so eine Großbaustelle eben hergibt.

Bald geht er in den Kindergarten. Aber (da ist es wieder): Der Haushalt kommt nach dem Arbeiten. Einkaufen und Kochen. Ich habe schon, was die Ordnung meiner Wohnung angeht, immense Abstriche gemacht. Immer wieder türmen sich Dinge auf allen verfügbaren Ablageflächen – ich frage mich, wo kommen die her? Gerade das Sideboard, den Schuhschrank oder die Ablage in der Küche aufgeräumt – BÄM – Zettel, Ordner, Unterlagen, Spielzeug, Bücher, Werbepost, Kataloge, Kastanien, Steine, Nüsse, Brauch-ich-nochs und die ganzen Nichtwegschmeissens… liegt alles hier herum. Dazu Krümel, Staub und irgendwie klebt auch immer alles.

Da fühl ich mich nicht wohl, auch wenn sich vieles einfach „wegguckt“ – meine nicht vorhandenen Fußleisten, zum Beispiel.

Ich koche gern und versuche, möglichst gesund zu kochen. Aber das heißt eben auch: Gemüse schnibbeln und sich ums Essen kümmern. Am Wochenende unternehmen wir was mit den Kindern, gehen auf Feste, in den Wald, Waffeln oder ein Eis essen, spazieren… Was man eben so macht um den Kindern erlebnisreiche Tage zu bieten, an denen sie idealerweise auch noch was lernen. Zuhause ist nämlich langweilig.

Aber – da kommt es nochmal

Letztens legte sich Locke in seiner abendlichen Lockezeit (wenn Zwockel schon im Bett ist) zu mir aufs Sofa und seufzte: „Mama. Musst du denn immer arbeiten? Du hast nie Zeit für uns!“

Und da waren sie wieder, die Zweifel. Ich saß in meiner mäßig aufgeräumten, aber sauberen, Wohnung. Hatte den Vormittag über gearbeitet und unterm Strich nicht wirklich was verdient („Das kommt später! Alles ist im Aufbau! Am Anfang steht die Arbeit, dann irgendwann zahlt es sich aus!“). Hatte ein sattes Kind, dem ich soeben ein gesundes Mahl kredenzt hatte, nachdem ich noch schnell seine Kleidung mit Fleckenzeugs eingesprüht und in die Waschmaschine gesteckt hatte… und alles, was er möchte, ist Mama. Einfach nur meine Zeit.

Irgendwann wird er es hoffentlich verstehen. Da wird er zu mir kommen und sowas sagen wie „Mama, ich bin stolz auf dich. Du hast echt viel getan damals.“ Aber was wenn nicht? „Mama, gehst du bald in den Himmel?“ oder „Versprich mir, dass du noch nicht in den Himmel musst!“

Mein Sohn denkt in letzter Zeit oft über den Tod nach, seitdem die Oma seines seiner Freunde gestorben ist. Ja, und was, wenn meine Zeit wirklich bald schon abläuft? Was wäre, wenn alles, an das er sich erinnert, eine Mama ist, die nie Zeit für ihn hatte. Die immer alles FÜR IHN getan hat, aber nichts MIT IHM, weil es immer so viel anderes gab, das sie für wichtig hielt? Für ihn.

Von der Yacht zum Schlauchboot

Finanziell lohnt sich meine Arbeit für uns derzeit kaum. Ich arbeite effizient. Ich habe ein gutes Zeitmanagement und ich habe Prioritäten. Das Wichtigste sind meine Kinder. Genau darum veranstalte ich diesen ganzen Zauber – und stehe am Ende des Tages da mit meinen Zweifeln und merke, wie meine Kräfte immer weniger werden. Wie ich, nach dem vielen Geschreibe und dem ganzen Erwachsensein kaum noch Energie habe, mit meinen Kindern zu spielen. Für was? Für ein „irgendwann lohnt es sich“?

Susanne von „Hallo liebe Wolke“ und ich fantasieren immer spaßeshalber über unsere Karrieren. Susanne schreibt so toll, sie sollte Bestsellerautorin sein – und hat ähnliche Probleme. Immer wieder schreiben wir uns Durchhalteparolen. „Es wird schon!“, „Wir schaffen das, wir sind doch Powerfrauen!“ oder „Alles wird gut, ganz bestimmt!“.

Schampus gegen Zweifel

Schampus-Fantasien gegen Zweifel

Wir lachen scherzhaft, dass wir in 10 Jahren auf unserer Yacht in St. Tropez mit Schampus darauf trinken, dass wir nicht aufgegeben haben, immer weitergemacht und die Zweifel überwunden haben. Damals, im Herbst. War ne harte Zeit, aber booooah! Es hat sich ja so gelohnt!

Nun ja. Es wird wohl bestenfalls ein Schlauchboot auf der Möhne.

Was wir alle wollen

Aber wenn man uns fragt, was wir eigentlich wollen, dann ist das Zeit.

Zeit für unsere Kinder. Zeit für uns. Zeit, in der wir uns mal aus Erwachsenenland abholen lassen können und selbst ganz sorgenfrei spielen, springen, atmen, lachen und leben können – um die neu gewonnene Energie wieder nur in Eines zu stecken: Unsere Kinder.

Und wisst ihr was?

Das ist nicht so einfach, die Sache mit der Vereinbarkeit – alle Memes und Postkarten und Durchhaltesprüche können daran nichts ändern.

Weitere Artikel zu unserer Blogparade #ZweifelimHerbst:

Zweifelherbst. Herbstzweifel. – von Hallo liebe Wolke

Zweifelst du manchmal, Mama? Du bist nicht allein – von HAMMAmama

#ZweifelimHerbst: Herbstverzweifelt – von den Zweifeln einer (Adoptiv-)Mutter – von Charlotte’s Adoptionsblog

#ZweifelimHerbst: Mama von Baby und Kleinkind – und jetzt? – von Meine Eltern-Zeit

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Nanu – Wie erziehst denn du? Von Krümel und Chaos.

Melanie von Lalemi hat zur Blogparade „Nanu – Wie erziehst denn du?“ aufgerufen und hier bin ich! Eigentlich möchte ich keine Erziehungstipps geben, denn jede Familie ist einfach zu individuell. Was für den einen funktioniert, klappt beim anderen nicht.

Bitte lest den Beitrag ohne den blöden Zeigefinger im Kopf, der suggeriert, dass das ab jetzt alle so machen müssen, wie ich.

Habe ich einen bestimmten Erziehungsstil?

Ich denke, man kann bei uns von konservativ, autoritär und in den meisten Fällen konsequent sprechen, auch wenn der Zwockel letzteres sehr schwer macht. Meine Freundin Pia gibt unumwunden zu, dass bei ihr eine Diktatur herrscht. Und sie ist nun wahrlich keine unangenehme Diktatorin – logisch und konsequent und dabei trotzdem sehr liebevoll.

Kinder brauchen Regeln. Und nicht nur die, auch ich selbst fühle mich am wohlsten, wenn mich klare Regeln und Strukturen umgeben. Ich bin nicht umsonst mit einem Pädagogen verheiratet und mit einer Jugendamtsmitarbeiterin eng befreundet, die ebendies bestätigen.

Mein Mann arbeitet mit jungen Autisten, das ist natürlich ein Thema für sich. Hier gilt es, eine Balance zu finden zwischen Regeln, um sich im Alltag besser zurecht zu finden und der Gefahr, sich damit einem Zwang zu unterwerfen und mit Ausnahmen nicht mehr umgehen zu können.

Auch meine Freundin vom Jugendamt bestätigt, dass Kinder, die völlig ohne Regeln aufwachsen, schnell zu Problemkindern werden können, denn wenn es im Mikrokosmos „Zuhause“ keine Regeln gibt, warum soll man sich dann im Makrokosmos „Welt“ daran halten?

Ich habe vor kurzem eine Diskussion in einer Facebook-Gruppe verfolgt, in der es darum ging, dass Regeln die Kinder in ihrer freien Entfaltung stören würden und – mehr noch – Gewalt am Kind seien. Wie so oft und bei fast allem gilt auch bei Regeln „Allzuviel ist ungesund“.

Ein sehr schlecht erzogenes Känguru.

Hast du einen bestimmten Erziehungsstil? Oder hast du vielleicht sogar schon einige ausprobiert?

Ich persönlich halte nichts von Laissez-faire. Natürlich lasse ich auch mal was durchgehen oder drücke mal ein Auge zu, bin ja kein Unmensch.

In erster Linie aber sind wir Eltern die Chefs, die Ausbilder, die liebenden Anleiter. Wir machen die Regeln und setzen diese durch, auch wenn wir der Demokratie nicht abgeneigt sind und immer versuchen, im Interesse unserer Kinder zu handeln. Es gibt natürlich auch bei uns mal Ausnahmen: Die Kinder sind um 19 Uhr bzw. 20 Uhr im Bett. Das ist nicht verhandelbar. Ist aber eine Feier, kommt Besuch oder wir sind auf einem Fest eingeladen, gelten diese Zeiten nicht, dann darf es ruhig später werden. Ihren Biorhythmus haben die Jungs aber bereits so eingestellt, dass sie um 19 und 20 Uhr müde sind und dann ins Bett müssen, weil es anders nicht mehr geht.

Autoritär aber demokratisch. Konsequent aber flexibel. Und über allem ganz, ganz viel Liebe. So könnte man es zusammenfassen, ich finde, das ist kein Widerspruch. Gewisse Regeln sind jedoch nicht verhandelbar.

Was ist dir ganz besonders wichtig in der Erziehung deines Kindes?

Mir ist wichtig, dass mein Kind versteht, warum es gewisse Regeln gibt. Die sind ja nicht willkürlich gemacht. Darum versuche ich, das Argument „Weil ich es sage!“ so selten wie möglich anzubringen, aber manchmal lasse ich auch den Chef raushängen. In den meisten Fällen gelingt es mir, dem Großen plausibel zu erklären, warum eine Regel besteht, Zwockel ist dafür noch zu klein.

Wichtig ist, dass auch die Großeltern, die sich mehrmals in der Woche um die Kinder kümmern, auch damit konform gehen. Ich möchte das Kind nicht „auf Werkseinstellung“ zurückbekommen und wir sind in den meisten Fällen einer Meinung – das erleichtert die Sache ungemein.

Möchtest du deinen Kindern bestimmte Werte vermitteln?

Ja, unbedingt! Meine Kinder sind, wie ich, sehr empathisch. Ich möchte, dass sie sich Gedanken über andere machen, Menschen und Tiere achten. Auch Respektspersonen wie Polizisten, Feuerwehrleute, Ärzte und Erzieher – die meisten Erwachsenen eben – sind höflich und mit Respekt zu behandeln. Natürlich ohne selbst auf der Strecke zu bleiben dabei.

Mit unter den ersten Worten, die der Große sprechen konnte, waren „Bitte“ und „Danke“. Natürlich vergisst er das an der Wurst- oder Brötchentheke schonmal und dann kommt von der Mama ein oberlehrerhaftes „Was sagt man da?“ Aber es klappt auch von ganz alleine. Mein Sohn ruft den Müllmännern beispielsweise immer, wenn er sie sieht, ein „Danke, lieber Müllmann!“ zu. Auch der Kleine, der mit anderthalb Jahren noch nicht viel spricht, sagt bereits „Dandan“ (Danke) und „Bitti“ (Bitte). Das sind bei uns nicht nur Worte.

Kinder lieben Blaulicht und Hubschrauber und sind begeistert, wenn sie ein solches Spektakel beobachten können. Das ist normal und auch wir Erwachsenen schauen hin, wenn irgendwo etwas passiert ist. Landet der Rettungshubschrauber, gehe auch ich auf den Balkon und gucke, was los ist – Neugierde ist völlig natürlich. Ich erziehe aber keine Gaffer! Meinem Großen, der einmal ein Freudentänzchen aufführte, als der Hubschrauber in der Nähe landete, habe ich erklärt, dass ein solcher Einsatz auch immer Leid für einen anderen Menschen bedeutet. „Landet der Hubschrauber, kommt ein Rettungswagen, ist ein lieber Mensch in Not. Das ist kein Grund zur Freude.“ Jetzt ruft er jedem Helikopter „Gute Besserung!“ hinterher.

Ich erwarte von meinen Kindern Respekt gegenüber Mitmenschen und Tieren und bringe ihnen das konsequent bei. Respekt ist kein Recht, das automatisch mit der Geburt für immer verliehen wird – den hat man nur verdient, wenn man ihn selbst gegenüber anderen zeigt. Das ist vielleicht die wichtigste Maxime meiner Erziehung, meine Regeln fußen auf Respekt und Sicherheit.

Haben andere Personen oder vielleicht sogar deine Religion Einfluss auf deine Erziehung?

Ich bin selbst locker-religiös erzogen worden. Gott war in Geschichten und Liedern immer ein Thema in meiner Kindheit, für mich ist Gott ein strenger, aber gerechter, liebender und bärtiger Mann, der im Himmel sitzt und einen Plan hat, den wir nicht immer verstehen. Ich betrachte mich als religiös und je älter ich werde, desto mehr verstehe ich, dass viele Gebote der Bibel ein respektvolles Miteinander verheißen sollen. Natürlich muss sich niemand 100% daran halten und einiges passt nicht mehr in die heutige Zeit, aber vieles (nicht stehlen, nicht morden, nicht ehebrechen, nicht neiden) kann ich durchaus unterschreiben.

Habt ihr bestimmte Regeln zu Hause?

Bei uns gibt es Regeln, die konsequent durchgesetzt werden. Beispielsweise ganz grundsätzliche, kleine Dinge wie „Nicht hauen, treten, beißen.“, „Keine Süßigkeiten zum Frühstück.“, „Schuhe aus in der Wohnung.“, „Mit Essen wird nicht geworfen!“, „Kein Spielzeug in der Küche.“ oder „Es wird nicht gespuckt.“ Letzteres scheint leider gerade Mode im Kindergarten zu sein und Spucken ist etwas, das ich nicht akzeptiere. Punkt. Das ist eines der Themen, bei denen ich Diktator bin – da gibt es keinerlei Entschuldigung und Rechtfertigung.

Es wird nichts mutwillig kaputt gemacht und wir versuchen, so respektvoll wie möglich miteinander umzugehen. Natürlich schreie ich auch mal – in der letzten Zeit öfter, als mir lieb ist. Aber ich bin halt auch ein Mensch mit Grenzen.

Ich lese viel und bin immer offen für Verbesserungsvorschläge.

Im ganzen Text habe ich viel von „mir“ gesprochen. Natürlich ist mein Mann genauso an der Erziehung beteiligt, wie ich. Wir sind in Erziehungsfragen zu 99,9% einer Meinung – das ist sehr entspannend und angenehm, denn ich möchte nicht auch noch meinem Partner die Regeln erklären müssen. Ich habe in der Ich-Form geschrieben, weil es für mich einfacher war – ihr dürft aber gern überall ein WIR denken.

Der Zwockel mit seinem starken Willen bringt mich oft an die Grenzen. Das ist sehr anstrengend, trotzdem tue ich mein bestes, auch bei ihm unsere Regeln durchzusetzen. Ich bin kein Erziehungs-Guru. Unlängst habe ich mir „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen“ von Danielle Graf und Katja Seide gekauft und auch Jesper Juul und Achim Schadt sind mit ihren Büchern vertreten. Ich lese viel, auch Elternzeitschriften, und diskutiere gern mit anderen Müttern. Meine Erziehung ist nicht in Stein gemeißelt. Ich bin froh und dankbar für Rat- und Vorschläge.

Ein Kindergeburtstag, eine Irrfahrt, ein Unfall und ein kleiner Zombie…

Es war wieder mal so eine Woche…

Stress im Hause Chaos! Wir ihr ja wisst, war ich am letzten Freitag auf der Blogfamilia. Glücklicherweise habe ich Familie in Berlin, die ich naturgemäß nicht so oft zu Gesicht bekomme. Der Technik sei Dank ist man durch eine WhatsApp-Familiengruppe immer in Kontakt – persönlich ist aber schöner!

Krümel und Chaos in Berlin

Am Donnerstagmittag machten wir uns also auf nach Berlin! Wir kamen gut durch, standen dann aber 10 Minuten vor dem eigentlichen Ziel im Stau und das fast eine Stunde lang – mööööp. Egal! Am Freitag kümmerten sich dann Mann und Familie um die Kinder, während die müde Mama auf der Bloggerkonferenz weilte.

Am Samstag ließen wir es ruhig angehen: Gemütliches Frühstück, eine Schifffahrt über den Tegeler See und dann noch ein kleiner Spaziergang über die Greenwich-Promenade (Zwockel hatte einen Hund entdeckt und war nicht aufzuhalten). Meine Kinder lieben meine Patentante und ihren Mann, die so ziemlich die kinderfreundlichsten Menschen unter der Sonne sind (von den Großeltern und Paten mal abgesehen natürlich). Sie spielten Fangen, alberten herum und jagten allesamt durch die Wohnung – und wir Eltern konnten mal durchschnaufen. Der Zwockel ist so energiegeladen, dass eine 4:1 Betreuung für ihn echt das Richtige wäre…

Greenwich-Promenade in Berlin

Am Sonntagvormittag ging es nach ausführlichem Frühstück dann wieder heimwärts. Wieder hatten wir Pech: Eine halbe Stunde vorm Ziel wurde die Autobahn nach einem schweren Unfall für anderthalb Stunden gesperrt und wir brauchten insgesamt sieben Stunden nach Hause! Aber immer noch besser, als der Grund für den Stau zu sein – bei dem Unfall mit mehreren Autos wurden alle Personen glücklicherweise nur leicht verletzt.

Trotzdem war für mich noch nicht Feierabend, denn die Kuchen für Lockes Feuerwehrmann-Sam-Geburtstagstorte mussten gebacken werden. Die Torte selbst stellte ich am Montag fertig.

Kuchenbacken für den Kindergeburtstag.

Locke wird vier!

Denn am Dienstag war Lockes Kindergeburtstag. Trotz guter Vorarbeit immer wieder stressig...

Der Montag stand natürlich ganz im Zeichen der Vorbereitung: Einkaufen, Torte verzieren (ich hab gemogelt und einen Aufleger gekauft), den obligatorischen Nudelsalat vorbereiten, Geschenke und Gastgeschenke einpacken, den Bobbycar-Fuhrpark besorgen und die Hüpfburg abholen – und mal eben hinfallen und sich das Knie prellen.

Da unser Garten sehr klein ist, feierten wir auf dem benachbarten Tennisplatz. Das Wetter spielte mit und es war einfach super: Die Kinder hatten Spaß und die Großen auch. Um nicht die ganze Verantwortung allein zu tragen, laden wir auch die anderen Eltern gern mit ein. Man hat mehr als acht Augen auf die Kinder und kann sich mal fast in Ruhe austauschen, was im Alltag zwischen Vom-Kindergarten-abholen und Essen machen nicht immer wirklich möglich ist.

Eine Hüpfburg und eine Abkühlung.

Die Hüpfburg war der Renner und die Kinder verausgabten sich total. Auch unsere kleine Seifenblasenmaschine zahlte sich aus und als der Papa die Kinder wegen der großen Hitze mit dem Schlauch abspritzte, konnte der Tag sowieso nicht mehr besser werden. Auch das Essen kam gut an: Locke fand seine Torten – eine Schoko-Bananencreme-Lokomotive von der Oma und seine Feuerwehrmann-Sam-Torte toll – die Kinder futterten aber in erster Linie die Erdbeer-Trauben-Raupen und die frische Wassermelone.

Kuchentisch: Es fehlt die Wassermelone.

Einziger Wermutstropfen: Locke war komisch. Irgendwas stimmte nicht. Wir schoben es auf die Aufregung gepaart mit dem Berlin-Aufenthalt, der für unsere ruhige, kleine Family schon etwas stressig war.

Rabenschwarzer Mittwoch

Der Mittwoch war super durchorganisiert, denn ich hatte einiges vor: Locke im Kindergarten, Zwockel bei seiner Patentante. Ich musste meinen frisch von Malware befreiten Computer abholen und wollte von da aus direkt weiter zum Steuerberater – ein wichtiger Termin!

Es hätte super klappen sollen. Hätte ich die richtige Autobahnauffahrt genommen. Müde und unkonzentriert fuhr ich in die falsche Richtung auf und geradewegs in einen Stau! Sowas ist mir seit Jahren nicht mehr passiert! Da stand ich nun und das Navi hupte „VOLLSPERRUNG!“ ich schaffte es aber, an der nächsten Ausfahrt runterzufahren und wollte in die richtige Richtung wieder rauf – doch die Auffahrt war gesperrt! Also: Umweg! Das wäre fast nicht so tragisch gewesen, wenn ich nicht, aus lauter Gewohnheit, schon wieder falsch aufgefahren wäre! Halloooo, Hirn? Noch da?

Mit dem Zwockinator kommt keine Langeweile auf

Viel zu spät kam ich beim Steuerberater an, kaum auf dem Parkplatz, klingelte mein Handy: Zwockels Patentante! Das konnte nichts Gutes verheißen und richtig: Zwockel hatte mal wieder den Bruchpiloten gegeben und war mit der Stirn auf eine Betonkante gefallen. Diesmal war der Kopf nicht hart genug und er hatte eine dicke Beule und einen bösen Cut davongetragen.

Quax, der Bruchpilot.

Ich also rein, zum Hallo-sagen und sofort wieder raus, um den Kleinen abzuholen. Dann wieder los zur Klinik. Bei schönstem Sommerwetter in der Notaufnahme, die man auch noch verlegt hatte, weshalb ich mit dem schweren Kind auf der Hüfte einmal durchs ganze Krankenhaus lief – und dann wieder zurück.

Nassgeschwitzt kam ich bei der diensthabenden Kinderchirurgin an, die allein für die Station und die Notaufnahme zuständig war. Zwockels Stirn wurde geklebt und verpflastert, der junge Mann war schon wieder so gut drauf, dass er mit Ärztin und Krankenschwestern schäkerte, was das Zeug hielt.

Als wir Locke abholten, bestätigten sich meine Befürchtungen vom Vortag: Er stand völlig neben sich. Das Kindersportabzeichen hatte er im Zombie-Modus absolviert und es schien, dass er große Probleme beim Hören hatte.

Natürlich war am Mittwochnachmittag kein Arzt mehr da und da er keine Schmerzen hatte, schien mir ein Besuch in der Notaufnahme nicht nötig. Ich vereinbarte mit unserem Hals-Nasen-Ohren-Arzt einen Termin für den nächsten Tag. An meinem Fuß hatte es sich eine Zecke gemütlich gemacht – das auch noch!

Meine Herumfahrerei, der Schreck, den der Zwockel uns eingejagt hatte, die Sorgen um Locke – all das war wohl doch ganz schön anstrengend, denn kaum waren die Jungs im Bett schlief ich auf der Couch ein. Ich schlief auch die Nacht durch – ich war so erschöpft, dass ich nicht mal das Babyfon hörte und so musste der Ehemann nachts raus. Aber da Zwockel zur Zeit eh nachts nach dem Papa verlangt, ist er das im Moment gewöhnt.

Paukenerguss beidseitig!

Zwocki sieht aus wie Klitschko und das große Kind hört nix!! Wirklich nicht! Den Kleinen bei den Großeltern untergebracht, konnte Locke den Vormittag über in Ruhe spielen. Er konnte störungsfrei alle seine Geburtstagsgeschenke ausprobieren und hatte Ruhe – sehr, sehr viel Ruhe, denn wie sich später herausstellte, hat mein Sohnemann auf beiden Ohren einen Paukenerguss.

Etwas peinlich: Ich muss wirklich schreien, damit er mich versteht und ich befürchte, dass die Nachbarn schon denken, dass ich langsam durchdrehe oder zur Furie geworden bin – gepaart mit Zwockels Erscheinungsbild müssen wir einen gruseligen Eindruck machen. Aber wirklich, ganz ehrlich: Der eine ist ein Chaot erster Güte und der andere hört nix!

 

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Lasst uns alle Rabeneltern sein!

Ein Gastbeitrag von Inge

Ich möchte mit diesem Gastbeitrag Eltern Mut machen, gut auf sich zu achten und das zu tun was sie zufrieden macht. Ich erzähle von meinen persönlichen Erfahrungen und aus meiner Praxis.

Nach Wikipedia ist das Wort Rabeneltern eine deutsche Tiermetapher, die als Schmäh- oder Schimpfwort Eltern herabwürdigt, die ihre Kinder aus Sicht des Sprechers vernachlässigen. Der Begriff wird besonders für berufstätige Menschen verwendet, die sich angeblich ungenügend um ihre Kinder kümmern.

Wie so oft sieht die Realität anders aus: Junge Raben verlassen das Nest zwar aus eigenem Antrieb bevor sie fliegen können, werden aber weiterhin von ihren Eltern beschützt und gefüttert. Rabeneltern vernachlässigen ihre Jungen also keineswegs.

Wann werdet Ihr Rabeneltern genannt oder fühlt Euch so?

Meine Erfahrung ist, dass ich dann kritisiert werde, wenn ich selbst unsicher bin. Diese Unsicherheit strahle ich aus und lade damit sozusagen Kritik ein: Die Außenwelt spiegelt so meine innere Unsicherheit wider.

Ich ruhe dann nicht in mir selbst. Vielleicht bin ich müde und kaputt weil die Nacht schlecht war. Oder ich meine eine lange Liste an Aufgaben ausgerechnet heute abarbeiten zu müssen wo es mir nicht gut geht.

Trenne Dich von Idealbildern

Ich hatte früher sehr rigide Idealbilder vom Mutter sein, Ehefrau sein, berufstätig sein, Freundin sein, Tochter sein, etc.. Viele davon habe ich über Bord geworfen: Denn den Idealbildern und Werten zu entsprechen, die wir vielleicht schon unser ganzes Leben mit uns herumtragen und die uns nicht mehr entsprechen verursacht viel unnötigen Druck.

Seit ich diesen Idealbildern den Rücken gekehrt habe, gehe lockerer mit mir und meiner Familie um. Ich versuche im Alltag offener für neue Wege zu sein, die ich früher nicht wahrgenommen habe. Mir ist nach und nach bewusst geworden wie sehr ich mich selbst begrenzt habe.

So habe ich herausgefunden was mir entspricht. Das sind interessante Erkenntnisse: Es liegt mir mehrere Standbeine zu haben: Heilpraktikerin mit eigener Praxis zu sein, 3 Kinder und ein erfülltes Familienleben zu haben und mich auch noch freiwillig in unserer Erstaufnahmeeinrichtung als Deutschlehrerin zu engagieren. Mein persönliches Wellnessprogramm ist Isländisch lernen.

Jeder muss seinen eigenen Weg finden und feststellen was ihm entspricht. Das macht es einfacher seinen Alltag nach seinen Vorlieben zu gestalten und stressfreier machen. Wie überall im Leben gilt es auch hier die Balance zu wahren und sich immer wieder neu zu kalibrieren. Meine Erfahrung zeigt: Ist mein Alltag gut auf mich zugeschnitten, bin ich in meinem Flow und damit sehr effizient. Das macht mich zufrieden.

Mach das was Dich glücklich macht

Kannst Du auch mit Kindern den Weg gehen, der Dich erfüllt und glücklich macht? Natürlich. Wir sagen unseren Kindern doch auch, dass sie alles werden können was sie wollen. Ich finde das Gleiche gilt genauso für uns selbst.

Um herauszubekommen was Dich wirklich glücklich und zufrieden macht, musst Du Dich gut kennen. Dann bekommst Du heraus, was Du wirklich willst.

Hilfreich ist es, eine Bestandsaufnahme Deiner jetzigen Situation zu machen. Wie viel von dem was Dich glücklich macht, hast Du jetzt schon in Deinem Leben? Die Kinder, der Partner, die Wohnung… Für uns ist das alles so selbstverständlich, dass wir es oft nicht genügend würdigen. Ich versuche mir jeden Tag klar zu machen, wie viel von dem was ich liebe ich bereits lebe und wie viele Menschen, die mir gut tun, um mich sind.

Auf die Frage: „Willst Du das?“ reagieren wir oft automatisch. Unser Verstand führt uns da gerne an der Nase herum. Um herauszufinden, was uns wirklich glücklich oder unglücklich macht, sind unsere Gefühle wichtige Hinweise.

Gebt Euch nicht mit der schnellen Antwort eurer Gedanken zufrieden sondern stellt Euch bewusst vor, etwas nicht mehr zu tun und achtet dabei auf Eure Gefühle. So kannst Du beliebige Teile Deines Alltags unter die Lupe nehmen. Um also herauszubekommen, ob Du mit etwas wirklich zufrieden bist, stell Dir vor, wie es wäre, ohne dieses etwas zu sein: Das kann Deine Arbeitsstelle, die Kinderbetreuung, diese oder jener Freund sein. Wenn Du negative Gefühle wahrnimmst, merke Dir genau wo diese auftauchen und gehe diesen nach.

Auf diese Weise kannst Du Dich bewusst für oder gegen etwas entscheiden und das dann auch authentisch und nachhaltig ausstrahlen.

Wenn Du weißt was Du willst strahlst Du das aus

Meine Kinder haben mir die wichtigsten Lektionen zum Thema Ausstrahlung beigebracht. Mein mittleres Kind wollte weder Brei noch anderes in ausreichendem Maße essen, so dass sich das Abstillen hinzog. Nach 15 Monaten konnte und wollte ich nicht mehr. Ich besprach mit meinem Mann, dass das Stillen nun endgültig vorbei war. Wir scheinen das sehr klar ausgestrahlt zu haben, denn innerhalb von 2 Wochen wollte dieses Kind nicht mehr gestillt werden! Ich war sehr überrascht, hatte ich doch mit viel mehr Problemen gerechnet.

Diese Erkenntnis lässt sich auf viele Lebensbereiche übertragen. Hier ein Beispiel aus meiner Praxis:

Eine Klientin war unglücklich damit, sich als Lehrerin von Zeitvertrag zu Zeitvertrag zu hangeln. Sie fragte mich, was sie tun sollte um einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen. Ich habe sie gefragt, ob sie wirklich liebt, was sie macht. Um da ganz sicher zu gehen sollte sie sich vor ihre Klasse stellen und sich ausmalen wie es für sie wäre nicht mehr zu unterrichten. Dabei sollte sie genau auf ihre Gefühle achten.

Nach diesem Test war sie ganz sicher, dass sie dort weiter unterrichten wollte. Ich riet ihr diese Sicherheit bewusst jeden Tag auszustrahlen: „Ich will hier bleiben“. Neun Monate danach bekam sie eine Festanstellung.

Du hast Priorität

Hast Du das gefunden was Du machen möchtest gilt es als nächstes die Art und Weise festzulegen, wie Du Deine Aufgabe ausfüllen möchtest. Spätestens wenn Chaos droht, bist Du gezwungen Prioritäten zu setzen.

Du solltest dabei immer die oberste Priorität haben! Ich möchte Die das sehr ans Herz legen. Nicht Deine Kinder oder Ehepartner sind die Hauptpersonen in Deinem Leben sondern Du. Du gibst Dir damit die Macht über Dein Leben. Du sitzt dann selbst am Steuer Deines Lebensautos und bist nicht nur Beifahrer.

Ich habe lange gebraucht bis ich gelernt habe, dass ich an erster Stelle stehen muss. Denn nur dann habe ich genug Kraft um auch meiner Familie gerecht zu werden. Wenn ich zu oft über meine Grenzen gehe, werde ich krank oder lande im Burn out und kann für niemanden mehr da sein.

Ich versuche daher immer weniger Kompromisse zu machen und gehe dafür Kooperationen ein. Das bedeutet keineswegs, dass ich egoistisch geworden bin. Ich bin mir nur bewusster warum ich etwas tue und was das für mich bedeutet. Ich engagiere mich immer noch freiwillig und tue viel für andere. Ich weiß aber genau, dass ich das tue weil es mich zufrieden macht. Ich versuche auch hier auf meine Grenzen zu achten und lerne immer wieder dazu.

Kurze individuelle Auszeiten von Familie und Beruf sollten Bestandteil jeden Alltags sein. Der Papa, der nach dem Fußballspiel locker und voller Energie ist, kann viel mehr Trotzgeheule und anstrengende Kunden ertragen als der gestresste. Das gilt natürlich genauso für die Mama, die sich eine halbe Stunde Auszeit mit einem Kaffee genehmigt hat.

Schaffe Dir ein positives unterstützendes Umfeld

Wir Eltern, egal ob berufstätig oder nicht brauchen ein gutes Umfeld. Wenn Ihr Euch jetzt in Eurem Alltag umseht, werdet Ihr hoffentlich schon viel Positives in dieser Hinsicht finden:

Die Tagesmütter, Kindergartenerzieher und Lehrer, die mit Euch an einem Strang ziehen und sich mit Euch über die Entwicklung Eurer Kinder freuen. Oder die Freunde, die auch mal kurzfristig für Euch da sind.

Das Umfeld ist das Netz das uns alle trägt und uns hilft, das zu machen was uns erfüllt. Hier erschaffen wir Kooperationen und keine faulen Kompromisse.

Die Kinderbetreuung hat sich in den letzten Jahren zum Glück in Deutschland sehr verbessert. In unserer Grundschule gibt es jetzt Mittagessen und Hortbetreuung. Mein Jüngster besucht an 3 Tagen in der Woche den Hort. Das genieße ich sehr. Ich würde meine Arbeit wahrscheinlich auch ohne Hortunterstützung schaffen. Das würde aber auf Kosten meiner Energie und meines persönlichen Freiraums gehen. Bin ich deswegen eine Rabenmutter? Gerne!

Mein Fazit

Wenn Du künftig mit dem Begriff Rabenmutter oder -vater belegt wirst, dann finde heraus welchen Anteil Du selbst in diesem Moment daran hast. Warst Du unsicher und wenn ja warum? Oder hattest Du das Pech gerade da zu sein als jemand Dampf ablassen wollte? Meine Erfahrung zeigt: Je mehr Du weißt was Du willst und dazu stehst, desto weniger wirst Du unaufgeforderte externe Kritik hören.

Wenn Du Dich sicher fühlst, dann nimmst Du auch vieles von außen nicht mehr so persönlich. Mir fällt es zum Glück leicht solche Erlebnisse zu vergessen. Sie tropfen an mir ab und damit verschwindet interessanterweise auch die Erinnerung. Ich empfehle Euch daher, Euch eine unsichtbare Haut mit einem Lotuseffekt zuzulegen: Lasst das Gesagte ohne Rückstände einfach abtropfen.

Ich finde wir brauchen viel mehr Rabeneltern die ihren Kindern vormachen, wie sie ein erfülltes zufriedenes Leben führen können. Lasst uns alle Rabeneltern sein!

Zur Person:

Ich bin 51 Jahre alt verheiratet, Mutter von drei Kindern (7, 12, und 16), habe BWL studiert und 9 Jahre im Controlling und in der Unternehmensberatung gearbeitet.

Durch die Asthmaerkrankung meiner ältesten Tochter habe ich mich mit alternativen Heilmethoden beschäftigt und eine Ausbildung zur Heilerin gemacht. Seit 2011 bin ich als Heilpraktikerin in meiner eigenen Praxis tätig.

Mein Schwerpunkt liegt im Bereich Hilfe zur Selbsthilfe. Ich helfe meinen Klienten ihren eigenen Weg zu gehen und das zu tun was sie lieben. Denn das macht nachhaltig zufrieden.

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10 Dinge, die wir ohne Kinder nie zuhause hätten…

Eine Blogparade von Glucke und so.

Ich liebe Blogparaden! Die machen mir richtig Spaß – und ich finde immer wieder überraschend, was mir zu ein paar Stichworten so alles einfällt. Hier sind sie also, die 10 Dinge, die wir ohne Kinder ganz bestimmt niemals nie nicht hätten:

 

Nummer 1: Nasensauger

Bevor ich Kinder hatte, wusste ich nicht einmal, dass es sowas gibt oder dass man das braucht. Aber ich bin froh, ihn zu haben, auch wenn meine Söhne eher minderbegeistert davon sind.

 

Nummer 2: Mülltonnen in allen Größen

Mein großer Sohn liebt Müllmänner und –tonnen. Die großen Exemplare haben wir in einem kleinen niederländischen Laden gefunden und sie mussten natürlich sofort mit, die kleinen waren Teil des Geschenkes, das Locke zur Geburt des kleinen Bruders bekam.

 

Nummer 3: Kreidemalstifte für die Fenster

Meine Mama hat früher immer mit mir zusammen die Fensterscheiben bemalt – mit Fingerfarben. Ich habe Kreidefarben ausprobiert und fand die auch ganz toll. Fingerfarben gibt es, wenn die Kinder etwas älter sind und richtig mitmalen wollen.

 

Nummer 4: Lustiges Badewannenspielzeug

Ich hätte nie gedacht, dass die Auswahl von Badewannenspielzeug so kompliziert ist: Die meisten Gummispritztierchen schimmeln nämlich von innen und sind deshalb bei uns nicht mehr willkommen. Aber es gibt ja noch das Bärchen im Boot!

 

Nummer 5: Ein extra Balkongeländer

Eigentlich ist die Mauer hoch genug. Aber sicher ist sicher, dachten wir uns und haben sicherheitshalber mal das Geländer erhöht. Natürlich achten wir darauf, dass die Jungs nicht allein auf dem Balkon sind.

 

Nummer 6: Einen Backofenschutz

Für Locke war das nie nötig, der unerschrockene Zwockel ist eine andere Sache. Wenn der leckere Kartoffelgesichter im Backofen sieht, will er da dran und nichts ist vor ihm sicher. Also musste ein Extra-Riegel her.

 

Nummer 7: Ein singendes Töpfchen

Aus der Reihe „Was es alles gibt“. Es sollte ein Anreiz sein, die Kinder zum Gang aufs Töpfchen zu motivieren. Leider haben sie herausgefunden, wie man auch ohne sein Geschäftchen die Musik auslösen kann… Seufz.

 

Nummer 8: Ein vom Papa gebautes Müllauto-Bett

Der kleine Müllmann… Ich erwähnte es bereits: Mein Sohn liebt die Müllabfuhr! Und nachdem wir schon Tonnen haben, musste auch ein Bett, ääääh… Auto her. Da hat der Papa kurzerhand das Kinderbett ein bisschen umgestaltet!

 

 

Nummer 9: Eine echte Blinkleuchte

Die hat der Papa von der Arbeit mitgebracht und repariert. Nun ziert sie hier das Spielzeugregal, wenn das Kind wieder einmal mit seinem Müllauto(-bett) unterwegs ist. Brummbrumm!

 

Nummer 10: Eine Helmsammlung

Nicht nur Müllmänner, auch Feuerwehrmänner und Bauarbeiter sind hier sehr „in“. Also haben wir eine ganz schöne Helm-Sammlung, die stetig wächst…

Ein Stern für Kinder – Der Wünschebaum

Bei uns in Fröndenberg gibt es einen wunderschönen Baum. Es ist ein Wünschebaum und er hängt voller Sterne! Immer, wenn ein Kind einen Weihnachtswunsch hat, den ihm seine Eltern nicht erfüllen können, weil zum Beispiel das Geld fehlt, wird aus diesem Wunsch ein kleiner Stern. Und dieser wird dann an den Baum gehängt.

Die goldenen Sterne warten nun darauf, von Menschen gepflückt zu werden, denen es besser geht und die Familien, die Hilfe brauchen, zu Weihnachten unterstützen möchten. Denn warum auch immer die Situation der Familien so ist, wie sie ist – die Kinder sollen nicht darunter leiden.

Es gibt Sterne von Jungen und Mädchen, von kleinen und großen Kindern – von Babys bis zu Achtzehnjährigen ist alles dabei! Sie alle haben eines gemeinsam: Auf sie wartet kein riesiger, bunter Geschenke-Haufen unterm Baum. Vielleicht gibt es nicht mal einen Weihnachtsbaum.

Not auch vor der eigenen Haustür

Und während es viele schöne Projekte für Kinder in aller Welt gibt, z.B. Weihnachten im Schuhkarton, darf man auch die Augen nicht davor verschließen, dass es auch hier, direkt vor unseren Augen Menschen gibt, die nicht wissen, wie sie das Geld für ein schönes Weihnachtsfest zusammenbekommen sollen.

Wie in jedem Jahr haben wir einen Wunsch gepflückt, diesmal durfte Kleinling#1 ihn aussuchen.

Noch viele Wünsche da

Heute stand in der Zeitung (Hellweger Anzeiger vom 3.12.2016), dass am Wünschebaum in Fröndenberg noch ganz viele Sterne hängen und weil viele unserer Leser aus dieser Stadt sind, haben wir von Krümel und Chaos uns entschlossen, den Aufruf zu teilen:


Noch bis zum 16.12.2016 könnt ihr einen Wunsch pflücken und einem Kind zu Weihnachten eine Freude machen. Das Gemeindehaus ist täglich von 8 bis 17 Uhr (außer mittwochs) geöffnet.

Und wenn ihr nicht aus Fröndenberg kommt: Vielleicht gibt es ja eine ähnliche Weihnachts-Aktion in eurer Stadt. Oder ihr möchtet eine solche ins Leben rufen!

Wir von Krümel und Chaos wünschen euch morgen einen schönen zweiten Advent!