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Unsere Familienplanung ist abgeschlossen – wirklich?

Warum wir zu viert bleiben

Ich wollte immer zwei Kinder haben – ich habe zwei Kinder. Wir sind glücklich zu viert. Eigentlich könnte ich hier nun aufhören zu schreiben.

Immer wieder werde ich gefragt, ob wir noch ein Kind möchten – unsere Antwort ist immer dieselbe: „Nein, wir sind komplett!“ Auch die Antwort der Anderen ist meist gleich: „Ach, abwarten, das kommt noch!

Nun, das nervt. Ich finde es nicht schlimm, denn Dinge wieder und wieder zu wiederholen, bin ich inzwischen von meinen Kindern gewohnt. Es nervt, weil es immer dieselben Leute sind, die fragen und wir ihnen immer wieder die Hintergründe erklärt haben – es ist wirklich sehr leicht zu verstehen.

Zwei sind einfach genug

Ich habe gar kein Problem damit, diese Information preiszugeben, denn wir haben sie reiflich überlegt. Rückgängig machen kann ich meine Entscheidung nicht – und möchte es auch gar nicht.

Mein Mann wollte immer ein Kind. Ich wollte immer zwei. Nun sind wir zu viert und sind nicht nur zufrieden damit, wir haben auch alle Hände voll zu tun. „Wie machen das Leute mit drei und mehr Kindern?“ frage ich mich immer wieder. Ist es ab dem zweiten egal – weil eh alles ein großes Tohuwabohu ist?

Bei uns gibt es dermaßen viel Krümel und Chaos, da käme es auf etwas mehr auch nicht mehr an. Und trotzdem: Mir reichen die beiden wirklich. Denn Kinder geben nicht nur Liebe und machen Arbeit (eine Höllenarbeit!), sie sind auch Verantwortung.

Kinder sind Verantwortung

Interessanterweise, wenn wir von unserem Plan berichten, uns in ein oder zwei Jahren einen Hund anzuschaffen, sagen die Leute „Ooooh! Das überlegt euch gut. Ein Hund ist eine große Verantwortung!Echt jetzt?! Erstens: Wir hatten bereits Hunde, mein Mann und auch ich. Und zweitens: Wir haben zwei Kinder, was sind die? Accessoires?

Wie dem auch sei: Zwei Kinder reichen. Ich habe alle Hände voll zu tun, diese beiden im Auge zu behalten und aufzupassen, dass ihnen nichts passiert. Dass am Abend des Tages, wenn sie in ihren Betten liegen, noch alle zehn Finger und zehn Zehen dran sind, nichts gebrochen ist und beide noch atmen. An manchen Tagen ist das tatsächlich mein einziges Ziel.

Aufstand der Hormone

Zu viert sind wir komplett - Baby

Kuscheln mit Herzis Schwester.

Manchmal halte ich ein Neugeborenes im Arm und rieche den zarten Säuglings-Geruch (der, wenn die Windel leer ist). Ich kuschle gern mit meiner Herznichte „Baby“, der Schwester von Herzi, und wenn ich sie auf dem Arm hab, gebe ich sie auch nur ungern wieder ab.

Klar, in solchen Momenten gibt es in meinem Körper einen wahren Hormon-Aufstand: Ich bin überzeugt, dass die mächtigen kleinen Botenstoffe mit winzigen Schildern aufmarschieren, auf denen steht „Baby her, ist nicht schwer!“ oder „Beine breit, es ist soweit!“. Dazu rufen sie Parolen Pro-Nocheinkind und ziehen enttäuscht wieder ab, wenn ihnen einfällt: Es geht nicht mehr!

Ich kann keine Kinder mehr bekommen

Denn: Es ist nicht nur so, dass ich keine Kinder mehr will. Ich kann auch gar keine mehr bekommen.
Bei Zwockels Geburt habe ich mich sterilisieren lassen.

35 schient ein gutes Alter dafür zu sein, kein Arzt diskutierte mit mir, es war ein Kaiserschnitt und sie waren ja eh gerade dort unten zugange. 200 Euro kostete mich der Spaß.

Diese Überlegung war keine, die wir nur aus dem Bauch heraus getroffen haben. Auch die Frage, warum ICH das tun MUSSTE und nicht der MANN diese „Zügel in die Hand“ genommen hat, stellte man mir schon oft. Aber es ist alles sehr einfach, sehr schlicht, reiflich überlegt – und gar nicht traurig. Ich brauche kein Mitleid, kein „Tut mir leid“ und erst recht kein „Ob du das irgendwann bereust…“

Meine Gründe

Ich, Tanja Chaos, wollte immer nur zwei Kinder. Zwei, nicht drei und nicht vier. Ich möchte nicht mehr verhüten, die Pille hatte unerfreuliche Nebenwirkungen, die Spirale war gut, aber nicht günstig. Auf hormonfreies Verhüten verlasse ich mich nicht, denn ich bin viel zu verpeilt, um sowas durchzuziehen.

Sollten – was hoffentlich niemals geschieht – mein Mann und ich uns einmal trennen, hätten unsere Söhne, die beide absolute Papakinder sind – ebenso aber an mir hängen, mit dieser Trennung schwer zu kämpfen. Es würde hart, für uns alle.

Sollte es irgendwann einmal passieren, würde ich alle Energie darauf verwenden müssen, sie aufzufangen und mich um sie zu kümmern. Ein weiteres Kind, von einem anderen Mann womöglich, wäre nicht das, was ich ihnen zumuten möchte.

Mein Leben, meine Entscheidung

Bevor nun jemand schreit: Ich kritisiere hier nicht die Frauen, die ihr Leben so leben. Wer viele Kinder möchte, wer mit dem neuen Mann ein Kind möchte – bitte. Ich mache hier keine Werbung für Sterilisationen. Jede Frau muss das selbst entscheiden, jede muss ihren Lebensentwurf leben.

Ich bewundere die Bloggerin Constance Hall, die frei und wild mit einer bunten Patchwork-Familie und riesiger Kinderschar in Australien lebt. Ich finde sie wirklich wahnsinnig toll. Aber ich bin nicht Constance Hall. Ich bin ich und, das gebe ich zu, eigentlich ziemlich langweilig, vielleicht sogar spießig.

Ich habe diese Entscheidung getroffen und sie bisher nicht bereut. Ich habe sie reiflich überlegt, mir lange Gedanken darum gemacht, abgewägt und viel mit meinem Mann gesprochen. Das ist keine Entscheidung, die man leichtfertig trifft.

Die Macht der Hormone

Natürlich, die Hormone haben eine große Macht und wenn ich meine 2 Monate alte Herznichte im Arm halte, werde ich manchmal schon etwas wehmütig. Dann zieht‘s im Uterus und meine Eierstöcke fragen vorsichtshalber nochmal nach, ob es denn nun WIRKLICH nicht mehr geht.

Und wenn meine Söhne vor mir stehen und feierlich vortragen, dass sie sich ein Schwesterchen wünschen, dann wird mir schon ein wenig weh ums Herz. Doch wir bleiben zu viert.

Aber ich bin mit meiner Entscheidung im Reinen.

Unser nächstes Familienmitglied wird eine nasse Nase und vier Pfoten haben.Ist ne große Verantwortung – ich weiß! 😉