Der Blog – Mein Denkarium.

Danke, dass ihr zuhört.

Manchmal kommt ein Gedanke in meinen Kopf und bleibt hängen. Er hakt sich mit seinen Widerborsten fest und es dauert nicht lange, bis Wörter sich darum herum ranken. Sie sprießen wie Unkraut und schlängeln sich durch mein Gehirn, wo sie sich an Informationen und Erinnerungen hängen, die irgendwo verstaut sind. Sie werden zu Sätzen und ich kann nicht aufhören zu formulieren.

Wenn ich das dann nicht sofort aufschreibe – in mein Notizbuch, ins Handy oder auf dem Laptop – bekomme ich später bestenfalls eine Kopie des ursprünglichen Gedankens hin. Aber der richtige Text, der direkt mit Kopf und Herz komponiert wurde, ist dann nicht mehr verfügbar.

Meine Gedanken sind kleine Stalker

Das heißt aber nicht, dass er mich nicht immer wieder heimsucht. Wie gesagt: Der ursprüngliche Gedanke hat Widerborsten, mit denen er sich überall festhakt. Er kommt immer wieder, ich beginne, davon zu träumen, er „überfällt“ mich in den unmöglichsten Situationen – wo natürlich keine Zeit zum Schreiben ist.

Diese unausgegorenen Gedanken stalken mich, wo sie nur können und versauen mir das entspannte Schaumbad (das schon echt nicht häufig vorkommt), sie suchen mich unter der Dusche heim oder verfolgen mich abends beim Einschlafen.

Früher habe ich mich stalken lassen und habe oft wachgelegen, weil diese immer wiederkehrenden Gedanken mich nicht haben schlafen lassen.

Mein Denkarium

Jetzt schreibe ich sie auf. Wie bei Albus Dumbledore, ist der Blog zu meinem Denkarium geworden. Er hatte es mit seinem Zauberstab zwar eklatant einfacher, seinen Gedanken loszuwerden – aber das Ergebnis ist dasselbe: Der Gedanke ist weg und befindet sich da, wo er mich nicht mehr stören kann. Jederzeit kann ich die Texte noch einmal lesen, sie verändern und verbessern – manchmal löschen. Aber indem ich sie aufgeschrieben habe, verarbeite ich vieles, überdenke es neu und vor allem: Gebe dem Gedanken einen Platz.

#NoMobbing

Aber warum schreibe ich das nicht alles in ein Tagebuch, sondern veröffentliche es? Muss das wirklich sein? Gutes Argument. Aber ja, es muss sein. Bestes Beispiel ist unser Beitrag zur Blogparade #NoMobbing gewesen. Da war ein kleines Mädchen, Mobbing-Opfer, die Eltern wussten sich keinen Rat mehr und initiierten diese Blogparade. Und dem kleinen Mädchen hat es geholfen, über die Erfahrungen anderer zu lesen und es sah: Es kann jeden treffen, es hat nichts falsch gemacht, es ist nicht schuld! Es hat ihm Kraft und Mut gegeben und es konnte den Mobbern schließlich die Stirn bieten! Die Reaktionen auf diesen Artikel waren durchweg so positiv, dass wir sicher sind: Wir haben etwas bewirkt. Wir haben anderen Leuten Kraft und Mut gegeben – nur durch ein paar Worte.

„Mein Kind ist nicht wie andere…“

Auch Mareike, die mit ihrer Geschichte an unserer Reihe Chaos auch bei… teilgenommen hat, hat wundervolle Reaktionen erfahren. Zuspruch, Mitgefühl und viele gute Wünsche waren die Reaktionen auf unseren Artikel und wir konnten so auf den seltenen Gendefekt ihrer Tochter aufmerksam machen.

„Ich hätte es so nicht in Worte fassen können, dennoch habe ich das Gefühl, es kommt genau so von mir“, sagte Mareike nach der Veröffentlichung zu mir.

Bis heute ist die Story über Mareike und Ella unser erfolgreichster Beitrag!

Danke!

Danke, dass Ihr alle den Blog so fleißig lest, teilt und kommentiert zeigt mir, dass es nicht nur meine persönlichen Denkereien sind, sondern auch in euch etwas auslösen: Sie bringen euch zum Lachen oder zum Weinen, machen euch nachdenklich, bringen euch dazu, mit den Augen zu rollen oder lösen einfach nur Zustimmung aus – „Das kenne ich auch!“, „Genau wie bei uns!“ oder „Als hättest du direkt in meinen Kopf geguckt!“ waren nur einige eurer Kommentare.

Und wisst ihr was? Das tut mir gut! Ich freue mich, wenn ich euch die Geschichte erzählen kann, die sich aus dem strubbeligen, kleinen Gedanken entwickelt hat. Das mit euch zu teilen macht mir Freude, auch wenn manche Themen nicht ganz einfach sind.

„Was machen Sie eigentlich beruflich?“ wurde ich vor kurzem gefragt und ich konnte ganz stolz sagen „Ich bin Geschichtenerzählerin!“ – denn ja! Das bin ich. DAS BIN ICH. Das ist mein Herz, das ist meine Seele. Ich bin Geschichtenerzählerin – und nichts anderes wollte ich immer sein!

Dieser Blog ist mein Herzensprojekt. Jeder Text, jede Geschichte kommt aus dem Herzen, aus persönlicher Inspiration und ist aus diesem kleinen, anhänglichen Funken entstanden, der sich irgendwann in meinem Kopf entzündet hat.

„Sei frech und wild und wunderbar!“ (A. Lindgren)

Danke für 2016 – und dass ihr diesen erst vier Monate alten Blog so gerne lest.

Ich freue mich auf 2017 und wünsche euch allen einen wunderbaren Start ins neue Jahr! Feiert, als gäbe es kein Morgen! Liebt, als wäre morgen alles vorbei! Lebt, als wäre es euer letzter Tag!

Und dann, im neuen Jahr, sehen wir uns alle wieder – leicht verkatert, müde und voller Vorfreude auf das Jahr, das da ganz frisch und unberührt vor uns liegt, wie ein Buch mit leeren Seiten.

Schreibt eure Geschichte – und lasst uns teilhaben an euren Gedanken, Gefühlen und Abenteuern!

Macht es, wie Astrid Lindgren es gesagt hat: Seid frech und wild und wunderbar!

Fühlt euch gedrückt!

Eure Tanja

von Krümel und Chaos

4 Antworten
  1. Sabrina
    Sabrina says:

    Herzerwärmend! Ich wünsche euch auch einen guten Rutsch! Danke das du uns so schön aus der Seele sprichst! Das gibt einem oft das gute Gefühl nicht allein zu sein mit dem ein oder anderen Problemchen ! 🙂

    Antworten
  2. Julia
    Julia says:

    Endlich mal was postives zum Jahresende!
    Überall liest man, dass alle froh sind, dass das Jahr vorüber ist, wie schlecht alles war….
    „2017 kann kommen, 2016 hat mich angehärtet“, oder „Mein Jahr in 3 Worten: Bitte nicht nochmal“…

    Mein Jahr war so toll und ich schaue ebenfalls voller Zuversicht aufs nächste Jahr!
    Ich wünsche euch beiden ganz viel Erfolg mit diesem Blog, ich schaue immer wieder gern rein, auch wenn ich keine Kinder habe 🙂
    Die Geschichten sind einfach so mitten aus dem Leben, das ist toll!

    Kommt gut ins neue Jahr!

    Liebe Grüße,

    Julia

    Antworten

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