Die NOT* To-Do-Liste – Alles, was er NICHT tun soll

*englisch aussprechen bitte, not nicht Not!
Unser Zwockel. Mann, mann, mann. Ich sag euch. So manches graue Haar auf meinem Kopf stammt von diesem Kind. Ich liebe ihn und er kann sehr, sehr süß sein – keine Frage. Aber wie sagt man so schön? Ihm sitzt der Schalk im Nacken. Der junge Mann hat einen eisernen Willen, der mit beachtlicher Zielstrebigkeit gepaart wurde und er lässt sich so schnell von nichts abbringen, das er sich einmal vorgenommen hat.

Als Kerstin von Chaos hoch 2 vor kurzem ihren Sohn beschrieb, war es, als habe sie kurz bei uns vorbeigeschaut. Zwockel ist, ganz wie der Krümel, eine „Abrissbirne auf Speed“. Er ist ein Motoriker. Rennen, klettern, hüpfen – irgendwo gegenlaufen, runterfallen, aufstehen – von vorne. Das ist Zwockel. Der rennt voll Karacho gegen eine Tür, schüttelt sich kurz, wo andere Kleinkinder nach einem ganzen Lastwagen voller Arnika-Globuli, Coolpacks und lokalem Anästhetikum verlangen würden, und rennt weiter – gern auch gegen die nächste Tür/Schrank/Regal/Stuhl oder, besonders beliebt, die Tischkante.

Zwockel und die Tischkante

Unsere Küche ist klein. Winzig. Eine Tetris-Küche (man muss alles in die Schränke puzzeln, damit’s passt). Der Tisch steht, ob der nicht zur Verfügung stehenden Fläche, immer an einer Stelle. Er steht da. An jedem Tag. Seit immer, oder wenigstens seit 2008. Auf jeden Fall schon Zwockels ganzes Leben lang.

Und an jedem Tag – an.jedem.verdammten.Tag. – rennt das Kind vor die Tischkante.

Mehrfach. Immer vor dieselbe Ecke. Kommt rein, ballert vor den Tisch, weint kurz oder schimpft, rennt wieder raus. Repeat. Wir haben es mit Kantenschutz probiert (blöd, weil es ein Auszieh-Tisch ist und zum Essen die eine Seite ausgeklappt wird), hat aber nix gebracht.

Zwockel und der Couchtisch

Zwockel hat unseren Couchtisch mit seinem Hinterkopf zerstört. Er hat den Fernseher mit einer Lego-Bodenplatte und einem Feuerwehrauto kaputt gemacht. Er hat diverse Gläser (durch das gezielte Werfen von Spielzeug) auf dem Gewissen. Die Oberfläche des Couchtisches gleicht einer Kraterlandschaft, weil Zwocki dort alles – aber auch alles – draufwemst, was hart ist und Macken macht. Die Schublade neben seinem Bett? Vor Wut herausgerissen, weil die Mama es wagte, den soeben erwachten Herrn nicht sofort zu bespaßen.

Wir haben bereits überlegt, eine Namensänderung zu beantragen, konnten uns aber zwischen Hulk-Arnold und Chuck-Rambo nicht entscheiden.

Und sowieso und überhaupt: Das Kind hat einen Plan. Wenn er morgens aufsteht, fertigt er eine NOT-To-Do-Liste an. Eine Liste mit Dingen, die er auf keinen Fall tun darf. Und die hakt er dann gewissenhaft ab.

Der neueste Lieblings-Spielplatz

Seit der große Bruder aufs Töpfchen geht, ist das Badezimmer sehr interessant geworden. (*RUMS, Tischkante, grad hier so von links) Ob das lustige Spiel „Sachen-ins-Klo-werfen“ oder spaßiges Windeln verstecken, der Zwockel ist dabei.

Die frisch gewaschenen, frisch zusammengelegten, frisch in den Schrank sortierten Schlafanzüge fanden sich dann im Klo wieder.

Die Klobürste ist – sehr männeruntypisch – dabei sein bester Freund. Diese wird übrigens, zum Beispiel in Kombination mit Papas Bodylotion oder nassem Klopapier, zum Werkzeug des Teufels. Neuerdings kann das Kind nämlich die Türen selbst öffnen und da der Große sonst nicht zum Töpfchen kann, kann ich die Tür natürlich auch nicht abschließen.

Welch Freude, kommt man ins Bad und der Junior hat nicht nur das ganze Zimmer mit der nassen Klobürste besprengt – nein, er hat auch noch Creme damit verrieben! Der Teppich, gerad ob eines ähnlichen Streiches frisch gewaschen, wandert gleich wieder in den Keller um mit literweise Hygienespüler wieder keimfrei gemacht zu werden.

Und während ich noch die Kacheln abwische, schalmeit es schon aus dem Wohnzimmer „DER ZWOCKEL HAUT MIT DEM FEUERWEHRAUTO DEN FERNSEHER!!!“, oder so ähnlich.

Die Macken auf dem TV-Bildschirm wachsen beständig.

Im Garten – Zwockel lernt vom Chihuahua

Auch den Gartenaufenthalt macht so ein Zwockel zum Erlebnis. Der Garten ist klein, sehr klein, aber die Kinder haben einen Sandkasten, eine Rutsche und einen kleinen Kletterturm. Plus Spielzeug. Reicht nicht, findet Zwock-Man, der Garten ist nicht genug!

Nachdem wir versucht hatten, ihm sämtliche Fluchtwege zu verbauen und auch das Gartentor zusätzlich mit Kabelbinder gesichert hatten, tat er das, was Theo, der Chihuahua, ihm gezeigt hatte: Um zu entkommen, krabbelte er einfach ab durch die (frisch entbrennnesselte) Hecke und lief auf und davon.

Da wir erst einmal die andere Hecke umrunden und den Kabelbinder vom Törchen friemeln mussten (glorreiches Eigentor, das!), war der Pampers-Schuft bereits bis zum nahen Freibadparkplatz gejoggt, wo wir ihn schließlich stellen konnten. Er fand es super. Wir nicht so und überlegen nun, extra ein paar neue Brennnesseln zu pflanzen, als natürlichen Zwockel-Schutzwall.

Aber wie wir ihn kennen, rennt er auch da einfach durch, schüttelt sich kurz, und macht dann weiter mit seiner Liste mit Dingen, die er nicht darf…

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