Geschwisterzimmer – Ja oder Nein?

Geschwisterzimmer Kinder

Es muss nicht immer ein Einzelzimmer sein…

Bevor ich Kinder hatte, war klar, dass jeder ein eigenes Zimmer bekommt. Selber Einzelkind, fand ich immer wichtig, dass auch ein Kind seine Privatsphäre hat, in die es sich zurückziehen kann. Geschwisterzimmer? Niemals!

Dann kam Locke und schließlich Zwockel und das geplante und gewünschte Haus war leider nicht in Sicht. Grund in erster Linie: Das liebe Geld. Mit (damaligem) Zeitvertrag bekommt man keinen Kredit und schnell war das ausgesuchte Haus weg. Auch die Sache mit dem Verschulden liegt mir nicht so. Also mussten die Kinder sich ein Zimmer teilen.

Kein Typ fürs Familienbett

Im ersten Jahr würde das neue Baby ja eh noch bei uns im Beistellbett schlafen, dachten wir. Pustekuchen, dachte Zwockel! Der wachte nämlich sofort auf, wenn wir ins Bett kamen, so leise wir auch waren, und dachte „Klasse! Besuch! Party!“ Dann drehte er auf und an Schlaf war nicht zu denken. Sowieso schon ein schlechter Schläfer, ging es mit uns im Zimmer einfach überhaupt nicht.

Also wurde er erst testweise, dann dauerhaft mit bereits drei Monaten im Kinderzimmer einquartiert. Es gibt wohl einfach Kinder, die mit der Beistell- oder Familienbett-Variante nicht klarkommen. Niemand war darüber trauriger als ich, denn ich hatte mich sehr auf die nächtliche Nähe zu meinem Kind gefreut. Die hatte ich dann aber trotzdem, denn Zwockel bestand darauf, alle anderthalb bis zwei Stunden gestillt zu werden.

Kinderzimmer in seltenem Zustand: Aufgeräumt!

Mehr Platz – trotzdem Geschwisterzimmer

Der Zwockel geht hier als erster ins Bett und schläft normalerweise schon, wenn sein großer Bruder dazukommt. Das klappt ziemlich gut. Nachts kommt der Große gern zu uns ins Bett, was ich sehr genieße. Zwockel schläft sehr selten bei uns im Bett und noch seltener klappt das. Meist rödelt er herum und versucht immer wieder, uns zum Spielen zu animieren – und so geht es meist nach einiger Zeit zurück ins eigene Bett.

Nun geht es nicht dauerhaft zu viert in einer 75-Quadratmeter-Wohnung. Also, es geht schon, aber es ist doch verdammt eng. Wir haben nun ein Haus in Aussicht – und dann endlich mehr Platz. Aber auch da werden sich die Jungs ein Schlaf- und ein Spielzimmer teilen. Anders ist es vorerst nicht möglich.

Geschwisterzimmer – was früher ging ist heute out?

Nun dachte ich immer, dass Geschwisterzimmer völlig außer Mode sind. War es früher, in Schwiegervaters Kindheit, normal, dass zwei oder mehr Kinder in einem Zimmer schliefen, ist das heute völlig unüblich. Dachte ich.
Als ich jedoch eine Umfrage in einer großen Facebook-Gruppe für selbstständige Mütter mit inzwischen über 7.600 Mitgliedern startete, wurde ich eines Besseren belehrt: Einzel- und Geschwisterzimmer hielten sich beinahe die Waage und die Kommentare dazu waren durchweg positiv!

Umfrageergebnis Geschwisterzimmer

Vor- und Nachteile eines Geschwisterzimmers

Natürlich kommt es immer auf die Persönlichkeiten der Kinder an. Es mag Kinder geben, mit denen das Konzept Geschwisterzimmer einfach nicht funktioniert. Die meisten der Befragten gaben an, dass die Kinder spätestens als die Pubertät Einzug hielt, eigene Zimmer bekamen, was aus meiner Sicht auch nachvollziehbar ist.

Ein Geschwisterzimmer kann, besonders wenn der Altersunterschied nicht allzu groß ist, den Zusammenhalt der Kleinen fördern. Hierbei ist es – den Befragten zufolge – auch nicht so wichtig, ob die Kinder das gleiche Geschlecht haben. Man sollte natürlich schon eine Ausweichmöglichkeit haben (z.B. das Elternbett), für den Fall, dass eines der Kinder mal extrem unruhig oder krank ist.

Einfach ausprobieren

Wir sind überrascht! Es klappt mit unseren Jungs besser, als erwartet. Im Ferienhaus genießen die Kinder zwar ihre eigenen Zimmer, aber wieder daheim beschwert sich keiner, wenn sie wieder zusammen sind.


Unruhige Nächte gibt es immer. Dann zieht Locke – wenn er denn wach wird – kurzerhand in unser Bett um. Aber wenn der Zwocki mal so eine richtig schlechte Nacht hat, hört man ihn bis auf die Straße brüllen, da würden wohl auch getrennte Zimmer nichts nützen.

Unsere Jungs kennen es nicht anders und scheinen zufrieden zu sein. Auch an den seltenen Abenden, wo beide noch wach sind, klappt es erstaunlich gut. Zwar albern sie dann noch herum, aber das ist dann halt so. Da es, wie gesagt, auch im neuen Haus vorerst nicht anders möglich sein wird, hoffen wir, dass die Jungs sich noch lange gut verstehen.

Wir sind gespannt… und ihr?

Wie ist das bei euch? Habt ihr euch mit euren Geshwistern auch ein Zimmer geteilt? Eigene Zimmer oder Geschwisterzimmer? Zu zweit oder zu dritt? Oder gar noch mehr Kinder? Wie handhabt ihr das, wenn mal ein Kind krank oder extrem unruhig ist und die anderen massiv stört?

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