Horror-Urlaub. Ein mallorquinischer Alptraum – Teil 1

Mallorcabild aus dem Urlaub

Bereits am Vorabend des lange geplanten Urlaubs kündigte sich Unheil an: Locke, wollte keine Pommes essen. Das hätte Warnung genug sein sollen. Die Großeltern waren zu Besuch und hatten etwas Leckeres vom Griechen mitgebracht. Und der Sohn? Verschmähte doch wahrhaftig seine Leibspeise. Da ahnte ich schon, dass es ungemütlich werden könnte. Ein paar Pommes aß er dann auf gute Zurede – nur um sie Minuten später auf den Wohnzimmerteppich zu erbrechen.

Noch einmal richtig tollen Sommer-Urlaub machen

Die letzte „große“ Urlaubsreise sollte es sein, denn der Zwockel war bereits im Bauch und da ich nicht gerne fliege, hatten wir beschlossen, unsere nächsten Urlaube vorerst an der Nordsee zu verbringen. Flugreisen sind für mich schon ohne Kinder anstrengend, mit einem Kind sehr anstrengend und mit zweien – das will ich mir gar nicht ausmalen. Natürlich merken Kinder, dass Mama Angst hat und die Unruhe überträgt sich auf die Kleinen. Daher haben wir entschieden, erst wieder in den Urlaub zu fliegen, wenn die Kinder größer sind.

Urlaub auf Mallorca

Das Hotel – auf den ersten Blick spitze.

Dieses Mal wollten wir aber noch so richtig genießen, weshalb wir ein Hotel mit wahrem Spiel-Pool-Kinderparadies gebucht hatten. Die Bewertungen im Internet sagten 88% superobermegatop und wir freuten uns auf zehn schöne Urlaubstage mit Locke. An der deutschen Küste ist es zwar auch toll, aber es fehlt halt leider die Gutwetter-Garantie, die Südeuropa bietet.

„Mal den Teufel nicht an die Wand.“

Da ich schwanger war und das Kind nunmal ein Kind, hatte der Ehemann für diesen Urlaub vorsichtshalber eine umfassende Reise-Rücktrittsversicherung gebucht. Im Krankheitsfall bekämen wir 100% des happigen Reisepreises zurück. Und dieser Krankheitsfall war nun offensichtlich eingetreten. Noch um 23 Uhr telefonierte ich mit unserem Freund vom Reisebüro. Kein Problem, sagte er und gab mir Instruktionen, was zu tun sei.

„Ach, komm, mal den Teufel nicht an die Wand!“, beschwichtigte mich mein Mann. „Der hat doch nur ein bisschen gespuckt!“ Nun ja. Das Kind schlief die Nacht über in unserem Bett und spuckte dort weiter. Ein bisschen. Nur fünf bis sieben Mal.

„Wir fahren einfach zum Flughafen und gucken, wie es ihm dann geht.“, so der Ehemann während ich das Bett abzog und die stinkende Bettwäsche auf den Balkon legte, damit meine Mutter sie waschen konnte. „Ich möchte nicht in den Urlaub fliegen. Nicht mit krankem Kind.“, beharrte ich.

„Wir gucken einfach mal.“, widersprach der Ehemann.

Das Kind ist doch nicht krank!

Kaum am Flughafen angekommen, erbrach sich das Kind aus dem Auto heraus auf den Bürgersteig. „Das reicht. Das Kind ist krank. Wir fahren nach Hause.“, stellte ich fest und räumte die Koffer wieder in den Kofferraum. Der Mann räumte sie wieder aus.

„Stell dich nicht so an. Guck mal, der hat nur Hunger!“, rief Schwiegerpapa und fütterte das Kind mit Butterkeksen. „Ich fahre heim und nehme ihn mit. Dann eben mit Taxi.“, beharrte ich. „Stell dich nicht an. Das Kind hat nur etwas gespuckt, das ist doch nicht krank!“, schimpfte der Ehemann. Und überhaupt, was solle schon passieren? Ärzte gebe es ja auf Mallorca auch.

Das Kind gehört ins Bett, nicht in den Flieger

„Ich werde auch krank werden und in der Hitze mit Magen Darm – das möchte ich nicht. Ich bin doch so anfällig dafür!“, protestierte ich. „Mit einem kranken Kind fliegt man nicht in den Urlaub. Ein krankes Zwerglein gehört ins Bett, nicht in einen Ferienflieger!“

Keine Chance. Das Kind bekam weiterhin Butterkekse („Guck! Er isst doch! Der hatte nur Hunger!“) und ich wägte ab, ob es die Ehe- und Familienkrise wert sei, jetzt ein Taxi heranzuwinken und einfach mit meinem Sohn nach Hause zu fahren. Soll doch der Ehemann allein fliegen. Aber natürlich tat ich das nicht. Ich ignorierte mein Bauchgefühl – das mir voraussagte, dass der Urlaub fürchterlich werden würde, und stieg mit Mann und Kind in den Flieger.

Ahnt ihr, wie es weitergeht?

Es geschah, was wahrscheinlich jetzt jede Mama voraussieht, alles genau so, wie ich es befürchtet hatte.

Locke schlief ein wenig im Flieger und als das Flugzeug zur Landung ansetzte, setzte das Kind im Gegenzug zu einer wahren Fontäne aus Butterkeks und Tee an. Und erbrach sich über mich. Ich war vom Hals abwärts vollgespuckt, die hellbraune Umstandshose erwies sich als keine gute Wahl, denn der hellbraune Stoff verfärbte sich dunkel und von hinten sah ich aus, als habe ich mir in die Hose gemacht. Von vorne sah man die Bescherung: Ich war vollgekotzt von oben bis unten – wortwörtlich. Der Ehemann war mit ein wenig Spuck am Kaputzenshirt noch verhältnismäßig gut weggekommen, ich nicht. Kinder zeigten mit dem Finger auf mich, Leute lachten. „Na, hat die Mama einen übern Durst getrunken, so früh am Morgen?“ lachte ein Miturlauber. Mir war zum Heulen. Die ganze Zeit, die wir auf die Koffer warteten, lachten Leute über mich, das Kind auf meinem Arm schrie erbärmlich und ich kämpfte mit den Tränen. Ich wollte nach Hause.

Die notdürftige Reinigung mit Feuchttüchern auf der Flughafen-Toilette hatte wenig Erfrischung gebracht, ich hatte aber wenigstens mir und dem Jungen frische Sachen anziehen können. Als wir in die schwüle mallorquinische Hitze heraustraten, fühlte ich mich gleich noch besser. Nicht.

Urlaub Transfer ins Hotel

Der Transfer dauerte 3 Stunden.

Im Hotel? Auch nicht besser

Als wir, 3 Stunden später (!), im Hotel ankamen, wollte ich nur noch duschen und mich umziehen, denn ich konnte das Erbrochene noch immer riechen. „Ihr Zimmer ist leider noch nicht fertig!“, lächelte die Rezeptionistin. Ich versuchte, ihr zu erklären, warum ich wirklich dringend ein Zimmer brauchte, doch ich hatte keine Chance. Nun denn, so ging es, wohlgemerkt mit noch immer mit krankem Kind, an den Pool (nur an nicht in). Weitere zwei Stunden lang saß ich in brütender Hitze und wollte nur noch weinen und mich verkriechen. Ich roch nach Kotze und fühlte mich dreckig. Das Kind hatte Hunger, quengelte und durfte nichts essen. Tee nur schlückchenweise. Dem Ehemann schwante, beim Blick in mein Gesicht, dass sich die folgenden Tage durchaus etwas unangenehm gestalten würden…

Und unangenehm wurde es. Wie es weitergeht, lest in Teil 2!

4 Antworten
  1. Birgit
    Birgit says:

    Boah, bist du fies!
    Jetzt einfach zu unterbrechen!

    Nein, ich kann verstehen, dass du nach dieser Horrortour Erholung brauchst!
    Frohe Pfingsten!

    Antworten

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  1. […] Unseren letzten Flugurlaub haben wir gemacht, als Zwockel noch im Bauch war, und es war leider der Horror-Urlaub schlechthin. Aber daran liegt es nicht nur: Ich fliege sehr ungern. Ich fühle mich in Flugzeugen einfach sehr […]

  2. […] Nun geht es weiter mit unserem Horror-Urlaub – wer Teil 1 verpasst hat, klickt hier. […]

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