Keine Panik! Warum ich gerne weniger Angst hätte

#ichwürdegerne #Blogparade

Wie ich mich verändert habe – und wie ich gerne wäre

Mein Leben hat sich, seitdem ich Kinder habe, grundlegend verändert. Ich habe mich verändert. Das war mir natürlich bewusst – wie? Ich bin äußerlich wie innerlich weicher geworden, meine Ecken und Kanten sind runder, ich trinke beinahe keinen Alkohol mehr – mein geliebtes Feierabendglas Weißwein ist fast passé – ich mag keine Horrorfilme mehr und ertrage keine Bücher oder Filme mehr, in denen Kindern etwas geschieht. Das sind die trivialen Dinge.

Ich weiß nun, was eine Löwenmama ist. Ich weiß nun, was man alles für einen anderen Menschen tun würde. Ich erlebe alle Gefühle intensiver, tiefer und stärker. Ich weiß, wie toll es ist, wenn man seine Kinder heranwachsen sieht und die großen und kleinen Meilensteine miterlebt.

Ich weiß nun aber auch, was Angst ist. Ich weiß nun, wie es ist, wenn das Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft und immer selbstständiger und selbstständiger wird.

Ein besserer Mensch dank Kindern?

Bin ich ein besserer Mensch geworden? Ja, ich denke schon. Ich bin verständnisvoller geworden, urteile nicht mehr so schnell. Ich sehe viele Dinge, die zwei Seiten haben. Schwarz-Weiß gibt es nicht mehr, dafür aber eine riesige Palette an Grautönen – weit mehr als 50…

Trotzdem bin ich weit davon entfernt, die Mutter zu sein, die ich sein möchte. Von den alltäglichen Dingen – dass ich geduldiger sein möchte, ausgeschlafener, zeitweise weniger genervt und weniger das Smartphone nutzen – mal abgesehen, sind es viel größere und wichtigere Dinge, die ich mir für meinen Alltag und mein Leben mit den Kindern wünsche.

Von ihrem ersten bis zu deinem letzten Atemzug

#ichwürdegerne weniger Angst um meine Kinder haben. Meine Jungs werden so schnell groß. Die Idee, dass ich einmal die coolste Mama der Welt sein würde, musste ich in dem Moment begraben, als ich meinen Erstgeborenen in den Armen hielt.

Der Gedanke, dass ich dieses kostbare Wesen einmal allein auf den Weg zur Schule schicken muss? Raubt mir den Atem. Der Gedanke, dass er oder sein Bruder irgendwann die Nächte durchmachen? Allein in Urlaub fahren? Oder noch schlimmer, so wie ich, für einige Zeit ans andere Ende der Welt gehen könnten? Da bleibt mir fast das Herz stehen. Trotzdem weiß ich, irgendwann wird es soweit sein und das ist auch gut so – aber ich hoffe, ich werde dann nicht verrückt vor Angst.

„Wird das irgendwann aufhören, dass man sich solche Angst und Sorgen macht?“ fragte ich kurz nach der Geburt meines ersten Kindes, von der Intensität der Gefühle – aller Gefühle – überrascht. „Nein“, war die Antwort. „Von ihrem ersten bis zu deinem letzten Atemzug, wirst du Angst um deine Kinder haben. Die Kunst ist es, sie damit nicht zu behindern, sie nicht einzuschränken und ihnen die Freiheit zu geben, die sie brauchen. Ihnen Wurzeln und Flügel  geben. Die Angst ist von jetzt an Teil deines Lebens. Das ist der Preis, den wir Mütter zahlen.“

Die Welt macht mir Angst

#ichwürdegerne weniger Angst vor der Welt haben. Terror. Krieg. Hass. Gewalt. Zwei Zwölfjährige prügeln einen Gleichaltrigen ins Koma – wegen ein paar fucking Spielkarten. Im Internet tobt der Hass und langsam scheint er herauszukriechen, in unser aller Leben zu sickern und mit seinen schwarzen, schmutzigen Fingern nach Herzen und Hirnen zu greifen.

Ich möchte, dass die Welt ein sicherer Ort ist. Ich möchte, dass meine Kinder sich sicher fühlen können. Ich möchte, dass die Menschen einander helfen, sich unterstützen und jeden Tag ihr Bestes tun.

Ich möchte meine Kinder nicht abhärten müssen, ich möchte, dass sie mit ihrer starken Empathie die Welt zu einem besseren Ort machen, an dem niemand abgehärtet sein muss, sondern die Schwachen schwach sein dürfen und die Starken stark.

Optimistisch und aufgeschlossen

#ichwürdegerne an jedem Tag optimistischer und positiver sein und meinen Kindern das mit auf den Weg geben, damit sie starke und glückliche Menschen werden, die das Gute erkennen und genießen, wenn es da ist.

#ichwürdegerne jedem Menschen und jedem Tag unvoreingenommen und aufgeschlossen begegnen – und meinen Kindern ein gutes Beispiel sein. Ich möchte mutig sein, und meinen Kindern so zeigen, was Mut ist. Ich möchte für andere einstehen und meinen Kinder zeigen, wie es sein sollte in der Welt. Gleichzeitig möchte ich, dass sie schlechte Menschen erkennen und ihnen ohne großes Federlesen den Rücken kehren. Sich nicht innerlich von ihnen vergiften und entmutigen lassen.

#ichwürdegerne die Welt in schlechten Zeiten vorspulen und in guten Zeiten alles in Slow Motion erleben und genießen. Ganz besonders die Kindheit meiner Jungs. Denn sie werden so schnell groß!

Dieser Beitrag ist Teil der #Blogparade der Zeitschrift „Leben & erziehen“, mehr darüber findet ihr hier.

1 Antwort
  1. Pebbles
    Pebbles says:

    Man muss manchmal auch erst in die Situation kommen, um Ängste zu begreifen. Als unsere Tochter klein war und die Oma sagte, dass sie immer nur Angst hat und zwar vor ziemlich Allem, da haben wir die Augen verdreht und gedacht, „warum muss sie nur immer so übertreiben“.
    Heute, mit 2 Enkeln, geht es uns ähnlich. Man wacht morgens ohne Grund mit einem Angstknubbel im Bauch auf – obwohl eigentlich alles in Ordnung ist.
    Wahrscheinlich liegt es wirklich daran, dass die heutige Zeit einfach böser ist. Es passieren Dinge, für die man absolut keine Erklärung hat.
    Vielleicht war wirklich früher alles besser…..

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