Locke kommt in den Kindergarten

Unser Start in die Fremdbetreuung

In der letzten Zeit wurde viel über die Eingewöhnung in den Kindergarten geschrieben und auch ich möchte euch von unseren Erfahrungen erzählen.

Im Dezember wird Zwockel zu seinem großen Bruder stoßen, der bereits seitdem er zwei ist regelmäßig in den KiGa geht. Ich sehe dem sehr ungeduldig, aber entspannt, entgegen – denn Zwockel braucht mehr Action, als ich ihm hier zu Hause bieten kann. Bei Locke, war ich mir noch unsicher, ob es so früh das richtige ist.

Kindergarten Kind ist ungeduldig

Zwockel kann es kaum erwarten.

Ich war dagegen

Ich fand den Kindergartenstart mit zwei Jahren zu früh. Fast noch ein Baby und schon fremd betreut – das soll gut sein? Schadet es unserer Bindung? Sollte mein Kind wirklich bereits in so jungen Jahren täglich in eine Institution gehen? Danach Schule, dann Ausbildung dann Arbeit – wo bleibt denn da die Freiheit?  Bis zum Rentenalter immer könne er dann den Tag nicht mehr so gestalten, wie er selbst möchte, so meine Argumente.

Der Ehemann sah das anders. Wir diskutierten und beschlossen, es zu versuchen. Wenn es gar nicht funktionierte, dann würden wir schon eine Lösung finden.

Unser wundervoller Kindergarten

Es gab zwei Spielnachmittage zur Eingewöhnung. Die Mama durfte mit und beim ersten Termin war mein Kind sehr vorsichtig, kam immer wieder zu mir und brauchte mich definitiv als Rettungsanker. Beim zweiten Termin, eine Wochen später, sah das schon ganz anders aus. Ich saß bei den anderen Müttern, während Locke durch den Kindergarten flitzte. Als wir gehen wollten, weinte er bitterlich.

Ich hatte ihn bereits kurz nach der Geburt angemeldet und war damals schon, mit dem dreimonatigen Kind auf dem Arm, zu einer Besichtigung eingeladen gewesen.

Räumlichkeiten und Konzept gefielen mir, mein Bauchgefühl war richtig gut. Auch die Mitarbeiter waren sehr sympathisch. Es passte einfach!

Startverzögerung

Dann war der Tag da. Wir hatten besprochen, dass wir die erste Woche schrittchenweise beginnen würden. Ich würde zunächst in der Gruppe bleiben und stundenweise verschwinden. Mich solange ins Auto setzen oder nach Hause fahren, es ist nicht weit.

Dann war er da, der erste Tag und mein Sohn war krank. Nicht schlimm krank, aber stark erkältet – weshalb wir beschlossen, zu warten. Er begann so nicht am Montag sondern am Freitag. Im Nachhinein eine gute Idee, denn so konnte er sich nach dem ersten Tag das Wochenende über erholen.

Der erste Tag

Ich glaube, ich war aufgeregter als er. Der Papa hatte sich extra frei genommen und wir waren gespannt. Im Kindergarten angekommen, zogen wir die neuen Hauschuhe an und schwupps, rannte mein Kind in die Gruppe.
„Tüss, Mama!“, rief er mir noch zu und weg war er. Die Erzieherin und ich sahen uns an.

„Öh, tja, ich geh dann wohl mal… Oder soll ich bleiben?“ fragte ich unsicher.

„So, wie der sich hier wohlfühlt, fahren Sie ruhig heim. Wenn etwas ist, rufen wir an, es ist ja nicht weit. Aber machen Sie sich keine Sorgen!“, beruhigte sie mich.

Und tatsächlich: Mein Sohn spielte bereits mit den anderen Kindern. Einer der größeren Jungs hatte ihn flugs unter seine Fittiche genommen und Locke schaute nicht mal mehr zurück.

Hormone oder so

Ich setzte mich in mein Auto – und es müssen wohl die Hormone (ich war mit Zwockel schwanger) gewesen sein. Oder meine Weichkeksigkeit. Aber ich heulte Rotz und Wasser! Ich rief den Ehemann an.

„War es so schlimm?“, fragte er besorgt. „Hat er Theater gemacht?“

„Neiiiheeiiiheeiiiin!“, schluchzte ich. „Er ist einfach so gegangen!“

Ein großer Schritt für uns beide

Ein Trost-Croissant später ging es wieder. Ich war baff. Mein sensibler, kleiner Junge, der doch so an Mama hing, hatte einen riesigen Schritt in Richtung Selbstständigkeit getan. Einfach so.

Das Loslassen fiel mir viel schwerer als dem kleinen Mann, der sich im Kindergarten sicher und geborgen fühlt – ganz, wie es mein Bauchgefühl bereits vorausgesehen hatte.

Kindergarten Begleitung Esel

I-Ah muss mit.

Bis zum heutigen Tag geht Locke gern in den Kindergarten. Zu Beginn musste der Schnuller mit, der wurde aber in den Rucksack gepackt und erst beim Abholen wieder ausgepackt. Der Esel ist bis heute mit von der Partie, aber auch er wartet geduldig im Rucksack – als Backup, sozusagen.

Im Urlaub jammerte er, wie sehr er seine Freunde vermisst. An fast jedem Sonntag seufzt er abends beim Zubettgehen ein glückliches „Morgen ist endlich wieder Montag, da kann ich wieder in den Kindergarten!“ All das zeigt mir, dass es für mein Kind die richtige Entscheidung war. Wie schon so oft, konnte ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen – auch wenn in diesem Fall mein Kopf zuerst dagegen war.

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] kommt er in den Kindergarten und kann es kaum erwarten. Im Gegensatz zu damals, bei Locke, freue auch ich mich sehr darauf. Der kleine Mann braucht so viel Action, die könnte ich ihm hier […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.