Meet the Chaos-Family

Locke, Zwockel und der ganze Rest

 

Über mich habt ihr ja schon einiges gelesen. Ich, Tanja Chaos, bin auf der bösen Seite der 30 und Mutter zweier Söhne, beide im Kleinkindalter. Ich bin gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und habe in so einigen Sekretariaten für Ordnung gesorgt. Sekretärin sein, das ist eine schöne Vorbereitung für’s Mama-Sein:

Irgendeiner schreit nämlich immer und man muss sich ständig um Dinge kümmern, die andere verbockt haben. Dinge aufräumen und anderen hinterhertragen. Leute erinnern, erinnern und erinnern. Sich um Essen und Trinken kümmern und manchmal auch die Lieblings-(Porsche-)Tasse suchen, weil der Chef aus nichts anderem trinkt und bitte jetzt sofort seinen Kaffee will.

Was hab ich geschimpft, aber irgendwie hab ich‘s auch geliebt – ganz besonders meine Großbaustelle: Als eine der wenigen Frauen unter Bauleitern, Projektmanagern, Baustellen-Minions und 120 Japanern… Davon werde ich euch später noch ein paar Geschichten erzählen.

Die Kleinlinge

Bisher habe ich von meinen Söhnen als Kleinling#1 und Kleinling#2 geschrieben. Das Wort „Kleinling“ ist mir ganz zufällig passiert: Ich hatte vor „Kleinkind“ zu tippen, aber meine Finger wollten das wohl nicht und haben einen ganzen Text durch immer wieder Kleinling geschrieben.

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Inzwischen hat es sich aber doch als sehr umständlich erwiesen, besonders, da Krümel und Chaos nun auch auf Twitter aktiv ist, und da kommt es auf jedes Zeichen an, man hat nämlich pro Tweet nur 140. Darum habe ich mich entschieden, meinen Kleinlingen auf diesem Blog Namen zu verpassen.

Meet „Locke“ und „Zwockel“

Locke, formerly known as Kleinling#1, ist unser Großer. Locke – ihr ahnt es – hat süße Löckchen und ist ein ganz Nachdenklicher und Vorsichtiger. Er ist ein bisschen ängstlich, mag nicht so gern Neues, aber wenn er erstmal aufgetaut ist, gibt es kein Halten mehr: Das freche Mundwerk steht gar nicht mehr still und er plappert den ganzen Tag ohne Pause vor sich hin. Manchmal nervt das, aber dann merkt man wieder, dass er sich auch sehr viele Gedanken macht. Generell ist er sehr empathisch und ein toller großer Bruder. Er sagt manchmal sehr weise, schöne Dinge und ich kann wirklich noch etwas von ihm lernen.

Erst vor kurzem fragte er mich:

„Mama? Wolltest du unbedingt eine Mama sein?“

„Ja, das wollte ich!“

„Siehst du. Hat ja geklappt. Meinst du, wenn ich es unbedingt will, kann ich dann auch mal Feuerwehrmann sein?“

Es gibt so viele schöne und lustige Dinge, die er täglich zum Besten gibt – und davon profitiert natürlich dieser Blog. Und Ehrenwort: Nichts ist erfunden! Alles, was ich hier zitiere, hat er wirklich so gesagt. Zum besseren Verständnis korrigiere ich nur ab und zu die Grammatik…

Zwockel ist charakterlich das genaue Gegenteil seines Bruders. Kleinling#2, unser Jetzt-nicht-mehr-Baby, ist ein echter Draufgänger: Furchtlos und abenteuerlustig ist ihm kein Hindernis zu hoch. Er tobt und turnt, rennt und stolpert, fällt hin und steht wieder auf! Bereits unzählige Male ist mir fast das Herz stehen geblieben, wenn er mal wieder irgendwo heruntergefallen ist, sich im Übermut den Kopf gestoßen hat oder irgendwo hingeklettert ist, wo er echt nix zu suchen hat!

Mein Sohn ist der Hulk

Ihr werdet es kaum glauben, was im Januar passiert ist: Zwockel kletterte auf die Couch und wieder herunter. Rauf, runter, rauf, runter und wieder rauf… Ich saß daneben und wunderte mich noch über seine Energie, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor und nach hinten kippte: Ich konnte ihn nicht auffangen und er schlug mit dem Hinterkopf auf dem Couchtisch auf. Es knackte und mir wurde augenblicklich übel!

Schädelbasisbruch! Mindestens! Ich nahm ihn in den Arm und hielt ihn ganz fest, griff nach dem Telefon, um den Krankenwagen zu rufen und… Hörte ihn lachen. Als ich nach unten sah, sah ich auch, was da so geknackt hatte: Der Tisch. Der Kopf unseres Sohnes hatte den IKEA-Vollholz-Couchtisch zerstört!

Mein Sohn ist also möglicherweise der Hulk. Ernsthaft: Nicht mal ne Beule!

Gestern, am Kindergarten, versuchten zwei andere Kinder, ihn zu ärgern. Die beiden Brüder bauten sich vor ihm auf, machten Grimassen und schrien monstermäßig in sein Gesicht – ich sag euch, Locke wäre sofort weinend zu mir gerannt. Doch nicht so Zwockel: Der lachte sich einfach kaputt!

Die hatten ja keine Ahnung, dass sie da gerade den Hulk ärgern…

Und dann ist da noch der Papa

Ja, den Papa, aka „Der Ehemann“, den gibt es auch noch. Das fast zwei Meter große Prachtexemplar von einem Mann zeichnet sich besonders durch seine Besonnenheit und die innere Gelassenheit aus. Es gibt kaum etwas, was ihn aus der Ruhe bringt. Ein Meister am Grill, ist er ein absoluter Fleischfresser, ist aber meinen kulinarischen Experimenten, die sich manchmal am Rande der Veganität bewegen, auch nicht abgeneigt.

An der Ordentlichkeit könnte man noch arbeiten, aber ich bin unterm Strich wirklich sehr zufrieden. Der Ehemann bringt mich seit insgesamt 18 Jahren (neun davon sind wir zusammen, seit sechs verheiratet) zum Lachen und das Schönste ist, dass wir nicht nur in Möbel- sondern auch in Erziehungsfragen in den allermeisten Fällen einer Meinung sind. Das erleichtert das Zusammenleben mit zwei Kleinlingen sehr!

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Im richtigen Leben ist der Ehemann Pädagoge und arbeitet täglich mit autistischen Kindern – muss ich mehr sagen?! *dahinschmelz*

OmmaOppa – Lieblingsmenschen

Zwei paar Großeltern, die sich am liebsten darum prügeln würden, die Kinder zu sehen – das ist natürlich übertrieben – aber wir haben wirklich nur in den seltensten Fällen Probleme, die Kinder unterzubringen. Auch wenn es mal schnell gehen muss und man kurzfristig eine Lösung braucht: Einer ist immer da. Da werden Termine verschoben und Verabredungen abgesagt, um für die Enkel da zu sein.

Wir können uns wirklich glücklich schätzen, so tolle Eltern zu haben, die für unsere Jungs die absoluten Lieblingsmenschen sind! Und auch wenn die Kinder dort nach Strich und Faden verwöhnt werden, sind wir auch mit beiden OmmaOppas erziehungstechnisch auf einer Wellenlänge.

Wir sind uns bewusst, dass das leider nicht bei jedem so der Fall sein kann und das macht uns extra-dankbar, dass wir so tolle Großeltern für unsere Jungs haben!

Und dann gibt es noch Patenonkel und Patentanten, punkige Großonkel, einen Panda und ein Veganinchen – und viele, viele mehr in unserer tollen, großen Familie.

5 Antworten
  1. Lucas
    Lucas says:

    Vielen Dank für diesen Einblick in Eure, sich sehr wohltuend-anhörende Familienwelt.

    Schöne Namen hast Du da für Deine Jungs gefunden.
    Eine Frage habe ich?
    Vielleicht klingt diese etwas einfältig, aber ist es wichtig, die Namen der eigenen Kinder zu schützen?
    Vielleicht ist es bei uns schon zu spät…oder würdest Du dazu raten?

    Beste Grüße

    Lucas

    Antworten
    • Tanja Chaos
      Tanja Chaos says:

      Ich weiß nicht, ob es wirklich wichtig ist. Viele die diesen Blog lesen kennen ja die richtigen Namen – ich hab einfach auf mein Bauchgefühl gehört. Ich denke nicht, dass man seine Kinder einer großen Gefahr aussetzt, wenn man ihre richtigen Namen nennt. Die Spitznamen (nicht die Kinder!!) stammen übrigens vom Postboten… 😉

      Antworten

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