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Rabenmutter @ work – Wenn das Kind krank ist

Ein Gastbeitrag von Ina

Heute ist wieder einer dieser Tage: auf der Arbeit ist viel zu tun und dann kränkelt auch noch mein Kind. Ich selbst war gerade erst krank und mein Arbeitgeber denkt sowieso schon, ich wäre immer nur krank. Nun ist mein Sohnemann 3 ½ und wird nicht gerne fremdbetreut. Und „nicht gerne“ ist eine Untertreibung. Das klappt nur in der KiTa. Oma und Opa haben keine Chance. Was mache ich jetzt bloß? Die ersten Rabenmutter-Gedanken wirbeln durch meinen Kopf.

Schicke ich ihn in den Kindergarten, oder bleiben wir zu Hause. Wenn ich zu Hause bleibe, falle ich negativ mit meiner Abwesenheit auf. Wenn es ihm in der Kita immer schlechter geht, werde ich aber sowieso angerufen. Vielleicht wird dann aber gesehen, dass ich wenigstens versucht habe, zu arbeiten. Wie ich es mache, es wird sowieso falsch sein. Oder?!

In die KiTa oder nicht?

Ich fühle noch einmal seine Stirn. Leicht warm. Er hustet. Ich mache noch schnell eine warme Milch mit Honig und gebe hinterher einen Hustensaft. Ich bringe ihn zur KiTa und hoffe, dass keiner seinen warmen Körper bemerkt. Er ist ja zum Glück gut drauf. „Wird schon gut gehen“, hoffe ich.

Auf dem Weg zur Arbeit quälen mich dann doch noch die Rabenmutter-Gedanken: „Was, wenn er hohes Fieber kriegt? Wenn er wirklich krank ist? Wenn die Erzieherinnen merken, dass ich ihn in diesem Zustand abgegeben habe?“ Ich fühle mich schlecht – mega schlecht. Am liebsten möchte ich losheulen. Mein armer, kleiner, hilfloser Sohn. Was tue ich ihm nur an? „Ich bin so eine schlechte Mutter“, sage ich zu mir. „Das mir die Arbeit wichtiger ist, als mein kleiner, süßer Schatz?!“

Ich fühle mich wie die schlimmste Rabenmutter der Welt. Leider kann ich das nicht ändern. Ich darf meinen Job nicht verlieren. Ich trage damit so viel Verantwortung! Schlecht gelaunt und nervös ziehe ich meinen Arbeitstag durch. Immer wieder schiele ich auf mein Handy, ob nicht doch noch ein Anruf aus dem Kindergarten kommt. Aber der befürchtete Anruf bleibt aus.

Alles gut gegangen, aber das schlechte Gewissen bleibt

Erleichtert fahre ich meinen Sonnenschein abholen. Es geht ihm gut. Seine Körpertemperatur ist auch wieder normal; und ein wenig Husten macht ja nichts aus. Weg sind diese Rabenmutter-Gefühle. Es geht uns gut und wir verbringen einen „ich mach alles, was du willst“-Tag; denn ein wenig schlechtes Gewissen ist dann doch noch da.

Im Bett wälze ich mich hin und her. Diese Rabenmutter-Gedanken zermürben mich noch eine Runde: „Was mache ich beim nächsten Mal? Muss ich mich wirklich wie eine Rabenmutter fühlen, weil ich zur Arbeit muss? Oder fühle ich mich so, weil die Gesellschaft das so will?“ Grübelnd schlafe ich ein.

Ich werde mich mit diesen Rabenmutter-Problemen unbedingt noch einmal auseinander setzen müssen…

Spätestens, wenn mein Sohnemann wieder kränkelt und mich zu einer Entscheidung zwingt.

 

 

2 Antworten
  1. Baustellenmädchen
    Baustellenmädchen says:

    Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, Leben und leben lassen… aber ganz ehrlich, dass finde ich nicht ok. Kann ja sein, dass dein Job in Gefahr ist und so weiter, aber abgesehen davon ist dein Kind krank im Kindergarten und macht dort natürlich zusätzlich andere Kinder krank und die haben auch Muttis die einen wichtigen Verantwortungsvollen Job haben den sie nicht verlieren dürfen. Warum ist also dein Job wichtiger als der von anderen Müttern?
    Dafür habe ich kein Verständnis. Das hat auch meiner Meinung nach nichts mit Rabenmutter zu tun sondern mit Egoistenmüttern. (Natürlich kann ein Kind mit Husten/Schnupfen/Pillepalle in den Kindergarten. Aber Fieber/Durchfall/schmerzen das ist was anderes)
    Ich hoffe, du findest eine andere Lösung für solche Tage…

    Und nun los. Steinigt mich für meine Meinung. 😉

    Antworten

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