Schlafgeschichten: Zwockel, der Wanderschläfer

Schlaf: Locke schläft

Von Kissenchaoten und Besucherritzenrambos

Ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich Brüder doch sein können. Auch, was das Schlafverhalten angeht.
Unser Locke – ich erwähnte es bereits – ist ein supertoller Schläfer. Seit seiner Geburt schläft dieses Kind gerne und viel. Und meistens auch gut! Die Nächte, die ich mit ihm durchwachen musste kann ich noch immer an einer Hand abzählen.

Elternbett? Aber doch nicht zum Schlafen!

Schlaf: Locke schläft bei Papa

In dem Alter (hier Locke) ist die Faust im Gesicht noch nicht so schmerzhaft…

Sein Bruder, Zwockel, hingegen, ist ein anderer Fall. Zwockel ist nicht nur ein unruhiger Schläfer, er benötigt auch deutlich weniger Ruhe, als der Rest der Familie. In den ersten anderthalb Jahren war es unmöglich, ihn in einer unruhigen Nacht in unser Bett zu holen. Bei Locke wirkte das immer Wunder und eigentlich klingt es ja auch plausibel: Dem Kind geht es grad nicht gut, dann braucht es Nähe, Geborgen- und Sicherheit und wo bekommt es die besser, als im Elternbett?

Nö, denkste! fand unser Zwockel. Sobald der nämlich nachts Gesellschaft bekam, schaltete er in den Partymodus. Egal wie müde, egal wie kaputt er war oder hätte sein müssen – sobald er bei uns im Bett lag machte er einen drauf. Er gluckste, klatschte, hopste oder kreischte, was das Zeug hielt. Nur eines tat er nie: Schlafen! Wir versuchten es immer wieder, aber es klappte nie.

Mama liebt es, wenn die Kleinen bei ihr schlafen

Das fand niemand trauriger als ich, denn ich liebe es, wenn meine Kinder nachts bei mir sind und sich an mich kuscheln. Ich liebe ihre kleinen, friedlichen Schlafgesichter. Die kleinen Seufzlaute, die sie im Schlaf machen. Wenn sie im Traum sprechen oder kichern. Wenn sie alpträumen, wach werden und nur durch eine sanfte Berührung mit der Hand und ein „Mama ist da!“ beruhigt wieder einschlafen.

Erst vor kurzem kam Locke zu mir ins Bett, schmiegte sich in meinen Arm und schlief friedlich und sanft, bis der Wecker klingelte. Auch er ist mal mehr oder weniger unruhig, nicht immer klappt das so harmonisch – aber oft!

Gestatten? Der Besucherritzenrambo.

Schlaf: Zwockel schläft ohne Decke

Egal wir herum – aber immer ohne Decke…

Im Gegensatz zu Zwockel. Leute, das Kind ist ein Chaosschläfer! Der kleine Besucherritzenrambo schaffte es im Alleingang, beide Elternteile im 1,80 Meter breiten Bett an die Ränder der Matratze zu schieben, sodass für Mama und Papa je gerade mal 10 Zentimeter bleiben.

Das Kind ist ein Wanderschläfer. Er dreht sich einmal um die eigene Achse, liegt mit den Füßen am Kopfende oder auch quer. Letzte Nacht streichelte ich minutenlang die Bettdecke, nur um den Herrn Matratzenrocker IN DIE KNIEKEHLE seines Vaters gekuschelt zu finden…

Im Prinzip wäre das ja nicht schlimm, wenn man nicht immer Angst haben müsste, das Kind aus Versehen zu ersticken. Oder zu treten. Oder versehentlich aus dem Bett zu kicken. Wir Eltern haben da eine ganz besondere Form des Schlafs entwickelt. Wir nennen es Elternschlaf. Tief, solange alles ruhig ist – bewegt sich eines der Kinder über eine unsicht- und nur fühlbare Lichtschranke, geraten wir in einen Beschützerwachzustand in dem man lediglich eines kann: Kind retten, Kind wieder richtig positionieren, weiterschlafen. Meistens jedenfalls.

Hau drauf, auf die Mamanase!

Den Zwockel interessiert das übrigens weniger. Er schläft generell neben oder auf seiner Bettdecke und wirft auch die elterliche Decke ab, sobald man ihn zudecken will. Er tritt unvermittelt in Papabäuche oder knallt seinen harten Dickschädel gegen Mamanasen, er schafft es mitunter auch, mit beiden Fäusten gleichzeitig nach rechts und links auszuteilen und seinen Eltern einen aufs Auge zu geben…

Aber: Er schläft bei uns, seit ein paar Wochen klappt es. Naja, siehe oben. Wie so ein Kissenchaot halt schläft. Und wenn wir morgens (um Punkt 06:05 Uhr) dann von einem fröhlich-ausgeruhten „Mamaaaapaaapaaaa!“ wachgekräht werden, sehen wir uns seufzend an und lächeln:

„Genießen wir es. Sie werden ja so schnell groß!“

2 Antworten

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  1. […] Beitrag „Schlafgeschichten“ erwähnte ich bereits, dass Zwockel in nächtlicher Gesellschaft eher so das Partytier ist. Er […]

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