Schwangerschaftsdemenz, Stillgehirn, Mommybrain & Co

To Do Liste gegen Vergesslichkeit

Oder bin ich einfach nur schusselig geworden?

Ich habe heute Morgen eine Hose in meinem Kleiderschrank gefunden. Sie muss frisch gewaschen sein, denn sie lag fein säuberlich zusammengefaltet auf dem entsprechenden Stapel. Ich zog sie an: Sie passte. Sehr gut sogar, sie ist saugemütlich. An ihrer Farbe, ein leicht verwaschenes Schwarz, sieht man, dass sie nicht mehr ganz so niegel-nagel-neu ist. Nun mein Problem: Ich kenne diese Hose nicht. Nie gesehen. Ich habe keine Ahnung, wo dieses Beinkleid herkommt!

Hose der Vergesslichkeit

Die Hose des Anstoßes. Wo kommt sie nur her?

Wird denn das mit der Stilldemenz, inzwischen zum Mommybrain mutiert, niemals mehr enden? Apropos Stilldemenz: kennt ihr das Video von Kirsten Fuchs dazu? Göttlich!

Schwangerschaftsdemenz bei Rewe

Als der Zwockel noch im Bauch war, litt ich unter furchtbarer Müdigkeit! Ich hatte oft das Gefühl, jemand habe mir eine Bleidecke über die Schultern gelegt. Die ersten drei Monate waren besonders schlimm, danach ging es – aber ich war trotzdem ganz schön groggy.

Ich erinnere mich an eine Begebenheit, als ich im Rewe an der Kasse stand. Ich wollte die ungefähr gleichaltrige, dynamisch und frisch wirkende Frau vor lassen, da sie nur wenige Teile hatte und ich den ganzen Einkaufswagen voll.

„Bitte, vorgehen. Ääääh, also, Sie können ruhig davor. Vor. Vor mich. Also, mit ihren Einkäufen. Ist ja nicht so viel. Ich hab mehr. Sehen Sie ja. Also, wie auch immer, gehen Sie ruhig. Vor.“, stammelte ich unbeholfen.

Die Dame lächelte dieses vorsichtige Lächeln, das man lächelt, wenn man nicht so genau weiß, ob das Gegenüber noch alle Tassen im Schrank hat und eilte an mir vorbei.

Die Halbsatzdemenz

Noch schlimmer war es in der Stillzeit mit Zwockel, der mich ja kaum einmal 90 Minuten am Stück schlafen ließ. Wie oft saß ich dem Ehemann gegenüber und begann ein Gespräch.

Ich: „Heute, boah, ich sag dir, da hab ich – “, sprach’s, stoppte und starrte in die Gegend.
Er: „Hallo?“
Ich: „Hallo!!!“
Er: „Du hast was?“
Ich: „Hö? Was?“
Er: „Was hast du heute gemacht?“
Ich: „Keine Ahnung… warum fragst du?“
Er: „Äh, weil du mir das gerade erzählen wolltest!“
Ich: „Wirklich? Ich? Echt? Was hab ich denn gesagt?“

Extrem-Tagträuming

So liefen nicht wenige unserer Gespräche ab. Der Arme wurde ständig auf die Folter gespannt und dann kam nichts mehr. Dazu muss ich sagen, dass ich mich eh sehr gut „wegkonzentrieren“ kann.

Wenn ich einen Plan, ein Konzept oder eine Idee im Kopf habe, noch etwas Wichtiges erledigen muss oder einfach nur mal Zeit zum Tagträumen habe, bin ich fähig, mich einfach auszuklinken. Ich starre dann gruselig in die Welt hinein (und manchmal versehentlich jemanden an) und bin ganz einfach kurzfristig nicht verfügbar.

Tagträumen nennt man das wohl, ich mache da eher Extrem-Tagträuming.

Ist es etwa das Mommybrain?

Zur Zeit sondert mein Hirn ganz einfach unbequeme Dinge aus. Den armen Steuerberater, der sich echt für mich schon den Allerwertesten aufgerissen hat, lasse ich unhöflicherweise einfach hängen. Der arme Mann muss mir ständig hinterhertelefonieren! Das ist schon echt peinlich. So gut ich normalerweise auch organisiert bin, mein Gehirn filtert im Moment einfach alles aus, was ich ungern tue. Dagegen würde eine To-Do-Liste helfen. Dummerweise vergesse ich immer, eine anzulegen.

Ja, ehrlich! Letztens wollte ich mir eine Erinnerung ins Handy machen, damit ich daran denke, mir eine To-Do-Liste für die Dinge zu erstellen, die ich nicht vergessen darf. Hab ich vergessen… Ernsthaft!

Und weil ich sonst eigentlich als ehemalige Sekretärin gar nicht so bin, sondern eher extrem pflichtbewusst, und weil ich mir früher sogar genau merken konnte, in welchem der 150 Ordner und Unterordner welches Dokument wo mit welcher Bezeichnung abgelegt war, und weil ich mich so gar nicht kenne bin ich sicher, dass es die fortgeschrittene Schwangerschafts- und Stilldemenz ist.

Das sogenannte Mommybrain!

Geht das wieder weg? Weiß man da schon mehr?

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