Warum heißt es Fahrstuhl?

„Du, Mama? Warum ist das ein Fahrstuhl? Da ist doch gar kein Stuhl drin!“, rief mein Sohn, als wir vor Kurzem in Dortmund waren und mit dem Fahrstuhl zum Parkdeck hinunter fahren wollten.

„Gute Frage!“, meinte ich. Und ich wusste es wirklich nicht. Also begann ich zu googeln. Das war gar nicht so einfach, denn man findet verschiedene Antworten und ich muss mal gestehen, dass ich es hasse, mich durch Foren zu wühlen. Von 100 Antworten ist da meistens gerade mal eine Hand voll brauchbar.

Aber ich habe weiter recherchiert und für meinen Sohn – und euch – herausgefunden, warum man zum Aufzug, wie es eigentlich heißt, auch Fahrstuhl sagt.

Was ist eigentlich ein Fahrstuhl?

Ein „Fahrstuhl“ im eigentlichen Sinne ist das, was wir als Rollstuhl kennen – nämlich ein Stuhl, der fahren kann. In diesem Zusammenhang benutzen aber nur die wenigsten das Wort.

Umgangssprachlich wird „Fahrstuhl“ als Synonym für „Aufzug“ oder „Lift“ benutzt. Man sagt, dass man einen Techniker mit dem Wort „Fahrstuhl“ zur Weißglut treiben kann… Hab ich jetzt noch nicht ausprobiert, muss ich aber auch nicht.

Warum benutzt man das Wort „Fahrstuhl“ für den Aufzug?

Hier gibt es zwei Theorien: Die erste besagt, dass die Frau des österreichischen Kaisers, Maria Theresia, irgendwann so zugenommen hatte, dass sie nur schwerlich Treppen steigen konnte. Um ihr dennoch den Zugang zu den oberen Stockwerken ihres Schlosses zu ermöglichen, wurde ein Stuhl an Seilen befestigt, an dem sie die Bediensteten dann hochzogen. Die FAZ hat eine schöne und ausführliche Geschichte zum Fahrstuhl veröffentlicht, diese findet ihr hier.

Die zweite, im Netz weit verbreitete Theorie besagt, das Wort „Fahrstuhl“ kommt vom früher üblichen Fahrstuhlführer, der im Aufzug einen kleinen Sitz, einen Stuhl, hatte. Denn die ersten Aufzüge waren noch nicht unbemannt, sondern wurden von einem Liftboy begleitet – und der arme Mann ja ohne Stuhl den ganzen Tag über stehen müssen.

Und woher kommt eigentlich der Begriff „Paternoster“?

Wo ich nun schon einmal dabei bin, kann ich auch gleich den Begriff Paternoster – wörtlich: Vater Unser – erklären. Was hat das „Vater Unser“ mit Aufzügen zu tun? Hat man in diesen offenen Kabinen solche Angst, dass man anfängt zu beten? Nun, die Religion spielt tatsächlich eine Rolle dabei.

Rosenkranz und Vater Unser

Am Rosenkranz heißt die größte Perle „Pater Noster“ und irgendwann begann man, zumindest in einigen Regionen, den gesamten Rosenkranz als Paternosterkette zu bezeichnen.
Die an einer Schnur aufgereihten Perlen der Gebetskette sind endlos – ebenso wie das sog. Umlaufsystem des Paternosters, bei dem ja die Aufzugkabinen sich auch quasi in einer Endlosschleife immer im Kreis bewegen.

Krümel fragt – wir antworten! Eure Kinder haben Fragen, die ihr nicht beantworten könnt? Schickt sie an knusper@kruemelundchaos.de und wir beantworten sie für euch auf unserem Blog!

4 Antworten
  1. Corinna
    Corinna says:

    Ha! Das habe ich mich tatsächlich vor einiger Zeit auch gefragt… Iwie war ich nicht dazu gekommen, es zu googlen – also danke! 😉

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  2. Flodderkind76
    Flodderkind76 says:

    Hatte gerade tatsächlich mal Mittagsruhe und Zeit, in Ruhe den Beitrag zu lesen. Wieder ein toller Beitrag von Dir und vor allem direkt etwas dazugelernt:-)
    Ich persönlich mag ja das Wort Bürgersteig nicht, sondern nutze lieber das Wort Gehweg. Das kann man Kindern eindeutig besser erklären;-)

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